ungerechte Rücksichtnahme bei Legasthenie, wer kann helfen?

14 Antworten

Hallo, darf ich zunächst eine provokante Gegenfrage stellen? Würdet ihr Eltern auch dagegen protestieren, wenn ein Schüler im Rollstuhl sitzt und deshalb eine andere Sportnote bekommt? Vermutlich nicht.

Eine Legasthenie ist nicht das Gleiche wie eine Rechtschreibschwäche. Auch eine Legasthenie hat organische Ursachen, die durch noch so viel Üben nicht beseitigt werden kann - das erfordert eine spezielle Unterstützung. Leider ist eine Legasthenie bei uns nicht als Krankheit anerkannt, ich wäre sehr dafür - dann bekämen nämlich die Eltern von betroffenen Kindern eine solche Förderung von der Krankenkasse erstattet. Ansonsten bezahlen sie das alles aus eigener Tasche. Diese Schüler üben meistens sowieso schon viel mehr als andere - und bekommen dennoch immer schlechte Noten, was nicht gerade motiviert.

Du schreibst, ihr übt fleißig mit eurem Kind - aber es hat dennoch Probleme in der Schule. Wäre es da nicht vielleicht angezeigt, sich einmal etwas näher mit dem Thema Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) und Rechtschreibschwäche zu befassen? Vielleicht würde euch das weiterhelfen - dem betroffenen Mädchen wünsche ich, dass es ebenfalls eine solche Förderung bekommt. Vielleicht liegt ja auch bei euch eine solche Legasthenie vor - durchschnittlich ist jedes 10. Kind davon betroffen.

Die Schulen gewähren einen Nachteilsausgleich, allerdings nur bis zur 6. Klasse, dann entfällt das sowieso in den allermeisten Fällen. Es lohnt sich also nicht mehr, dass ihr da protestiert. Und die Schulen tun das auch nur, wenn eine Legasthenie glaubhaft durch entsprechende zugelassene Testungen diagnostiziert wurde und mit den Langzeitbeobachtungen in der Schule übereinstimmt. Es wird dem Mädchen daher nicht geschenkt worden sein, sondern sie musste nachweisen, dass ihre Deutsch-Leistungen im Missverhältnis zu ihren kognitiven Fähigkeiten stehen. Damit will man verhindern, dass ansonsten gute Schüler womöglich wegen einzelner Schwierigkeiten in der Schule aufgeben - oder dass womöglich bereits eine entsprechende Depression zu befürchten ist oder vorliegt. Ein Psychologe kann gar keine Gefälligkeitsdiagnose ausstellen - da werden mehrere verschiedene Tests durchgeführt. Die Ergebnisse liegen also schriftlich vor. Ansonsten wäre das glatter Betrug.

Ich schicke dir noch einen Link, vielleicht erklärt er dir einige Fragen.

Grüße und alles Gute für die Kinder!

Ich denke nicht, dass Du da groß was dagegen unternehmen kannst. Aber wenn Schüler nach Legasthenie benotet werden, muss dies in manchen Bundesländern auch im Zeugnis vermerkt werden. Wenn das Mädel sich dann später mal bewirbt und auf ihrem Zeugnis die Benotung mit Legasthenie vermerkt ist, wird sie schlechtere Chancen auf eine Ausbildungsstelle haben. Auch bei einer Studienbewerbung kommt so ein Vermerk nicht gut, vor allem wenn man eine Sprachwissenschaft oder ein anderes textintensives Fach studieren will. Du kannst Dich also damit trösten, dass man sich mit der Diagnose Legasthenie selbst ein Ei legen kann. Deshalb verzichten viele vor allem im letzten Schuljahr auf die Legasthenie-Benotung, damit es nicht im Zeugnis erscheint. Entsprechend rutschen dann aber auch die Noten nach unten, wenn der Legasthenie-Bonus plötzlich wegfällt.

Genau so ist es!

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Erfreulicherweise können Eltern gegen das Vorgehen der Schule nichts unternehmen.Etliche Rechtsgutachten und Gerichstsentscheidungen klären nämlich eindeutig, dass es sich bei einer derartigen Berücksichtigung von Problemen legasthener Schüler/innen nicht um eine Bevorzugung, sondern lediglich um einen Nachteilsausgleich bzw.die Herstellung gleicher Chancen handelt, die in unserem Grundgesetz festgelegt sind.- Statt Sozialneid zu verbreiten, sollten Sie sich lieber den Legasthenieerlass Ihres Bundeslandes ansehen.Für Nordrhein-Westfalen schreibt er zum Beispiel vor, dass allein schon bei einem Rückstand in Schreiben- und Lesenlernen von länger als drei Monaten die Schule auch ohne kinderpsychiatrisches Gutachten Nachteilsausgleich und Förderung zu gewähren hat. riesenspielzeug

Ehrlich gesagt maximal mit dem Schulleiter reden, aber ich denke, dass es doch völlig Jacke wie Hose ist, was dieses Fräulein bekommt.
Sich an anderen zu orientieren ist einfach nutzlos, was bringt es euch, wenn das Mädchen später schlechter bewertet wird? Ich glaube nicht sonderlich viel, außer ein wenig "Gerechtigkeit".
Entweder holt man sich, wenn man sich benachteiligt vorkommt, selber ein Attest oder nicht, aber ich denke dass das nicht der richtige Weg ist, dem Mädel eins auszuwischen.

ich finde es nur ziemlich ungerecht, dass sie einen Vorteil hat, der unseren Kinder verwert bleibt. So hat dieses Mädel auch einen Buchpreis bekommen, den sie nicht bekommen hätte, wenn sie in Deutsch korrekt bewertet wäre.

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Ich glaube, du weißt überhaupt nicht, was es heißt, Legastheniker zu sein. Das ist nicht einfach nur "schlechter lesen können". Freu dich, dass dein Sohn keiner ist und übe mit ihm, anstatt dich um die "Ungerechtigkeit dieser Welt" zu kümmern, deren Hintergründe du gar nicht kennst und nicht beurteilen kannst. Ich bin 40 Jahre Lehrer gewesen und weiß, wovon ich rede. Und ich wünsche keinem die Probleme, die ein Legastheniker im Leben hat.

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