Umgang Tod im Altersheim?

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13 Antworten

Habt ihr jemanden im Betrieb, zu dem Du ein gutes Verhältnis hast und mit dem oder der Du darüber noch mal reden kannst? Es hilft allgemein, über seine Gefühle zu sprechen. Und: Du bist noch am Lernen, Du musst und sollst noch nicht abgebrüht und professionell sein.

Häufig mit dem Tod konfrontiert zu sein ist in Pflegeberufen sicher "normal", aber allgemein nicht, und daher ist es auch kein Wunder, dass Du dich damit schwer tust.

Wie damit umgehen? Ich denke, am Ende ist das einzig mögliche, es zu akzeptieren. Wenn Du es nicht tust und jedes mal einen persönlichen Schicksalsschlag erleidest, wenn ein Bewohner stirbt, dann wirst Du den Job nicht lange machen können und wirst dabei auch nicht glücklich sein.

Also Tipp Nummer 1: such dir jemanden, mit dem Du darüber sprechen kannst. Wenn es ein konfessionelles Altersheim ist, vielleicht auch jemanden von der geistlichen Seite?

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Ja Dein Beruf konfrontiert Dich mit dem Tod, aber auch mit dem Rest von erfülltem  Leben.. 

Vielleicht hilft es, sich zu vergegenwärtigen, dass sich ein Kreis geschlossen hat, der mit der Geburt sich stetig zu schließen begann .

Es ist doch eigentlich schön, das Du einem Menschen so Nahe stehen konntest, um jetzt um ihn zu trauern ja auch um ihn zu weinen .

Für mich besteht Deine Aufgabe darin den Menschen, die auf deine Hilfe angewiesen sind, das verbliebene Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. 

Lebensmut bis zum Schluß - ein Grund das Leben bis zur bitteren Neige (wirklich) geniessen zu können.

Wenn Du ein gutes Gefühl im Umgang mit deinen  zu Betreuenden hast und Ihnen Freude und Zuversicht für das was kommt vermitteln kannst, hast Du deinen Teil zu ihrem erfüllten Leben beigetragen .

Bleibe ein freundlicher und zuversichtlicher Mensch und mache Dir bewusst das Du dort leben und sein musst, um weiter begleiten zu können .

Anders kannst Du doch gar nicht damit umgehen - ansonsten bleibt Dir nichts anderes übrig als den Beruf zu wechseln. Wie schade für diejenigen die Dich so lieb gewonnen haben .....

Bleib wie Du bist mitfühlend, ehrlich und stumpfe nicht ab. 

Wie schrecklich für einen (alten) Menschen, der kurz vor seinem Lebensende steht, wie Schmutz oder überflüssiger lästiger Abfall behandelt zu werden....

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1. Du solltest eine erfahrener Kollegin mal auf dieses Thema ansprechen. Fast jeder Mensch der in der Medizin und Pflege arbeitet kommt an dieses Problem oder kennt es zumindest und jeder muss lernen damit umzugehen. Lerne aus der Erfahrung deiner Vorgesetzten und Kollegen!

2. Wenn du mit Angehörigen sprichst die gerade jemanden verloren haben ist das was du fühlst zweitrangig und es interessiert sie in dem Moment sehr wahrscheinlich auch nicht herzlich, weil sie selbst mit der Trauer beschäftigt sind. Das musst du anerkennen. Es geht in dem Moment nur um die Angehörigen, nicht um dich oder irgendwas anderes. Dann musst du mal in einem klaren Moment nachdenken was du da sagen würdest und es wie eine Platte abspielen. "Mein herzliches Beileid. Ihre ***** war wirklich eine tolle Frau/ein toller Mann." und dazu vielleicht noch eine nette Anekdote oder so.

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Anfangs ist es immer schwer und ich weiß noch wie es bei mir beim ersten mal war das ich einen Bewohner Tod vorgefunden habe...Ich hab geheult wie ein schlosshund xD 

Mit der Zeit jedoch, ich bin jetzt seit 5 Jahren dabei, lernt man eines...Das Altenheim ist für die meisten die letzte Station im Leben, das klingt jetzt erstmal hart aber es ist die Realität. Viele sind schwer krank und die Bewohner die ins heim kommen werden immer älter weil sie immer länger zu Hause versorgt werden, weswegen wir mittlerweile eher hospizarbeit leisten als lebensverlängernde Pflege. Wir sorgen dafür das sie den Rest ihres Lebens genießen können und schlussendlich ohne Schmerzen abtreten können. 

Deswegen hilft es mir wenn ich mir sage, wenn ein Bewohner nach langer Krankheit stirbt, "gut gemacht! Du hast es geschafft!" Und bin nicht traurig darüber weil ich weiß das er/sie nun an einem Ort ist, an dem er/sie nicht mehr Leiden muss.

Ich hoffe meine Antwort hilft dir weiter :)

LG MdK 

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Normalerweise lernt man das wie man damit umgeht. Meine Cousine ist Krankenschwester und mich hat das mal interessiert wie sie mit sowas umgehen kann. Sie meinte man muss darüber reden sonst frisst das einen auf wenn du nicht so reden kannst wie du eigentlich willst dann leg dir ein Buch zu da kannst du alles so niederschreiben was du dir denkst wie es dir geht ohne das du nachdenken musst wie formulier ich das jetzt am besten. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Geh mal allein spazieren um einen klaren Kopf zu bekommen beobachte mal bewusst die Umgebung das wird schon alles schön Schritt für Schritt. Manchmal hilft auch mal so richtig ausheulen du brauchst dich für gar nichts genieren das ist nur menschlich!!!!

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Ich habe in meiner Familie schon einige Sterbefälle gehabt. Sie waren alt und / oder krank. Ich habe mir immer gesagt, dass es ihnen jetzt besser geht und sie erlöst sind. Dass ich Ihnen Ihren Frieden gönne.

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Du solltest Dich einmal informieren, ob es keine regelmäßigen Mitarbeitergespräche gibt, wo auch diese Themen besprochen werden.Ideal wäre es , wenn in regelmäßigen Abständen auch ein Fachpsychologe telnehmen würde.Wie hier schon geschrieben wurde, würde ich an Deiner  Stelle das Gespräch mit dem Leiter bzw.der Leiterin suchen, sowie auch mit erfahrenen Kollegen sprechen.Beobachte das mal über einen längeren Zeitraum und frage Dich dann, was genau Dir an diesem Beruf gefällt.Das Positive sollte m.E. überwiegen.

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Glaubst du an Gott ? Glaubst du an ein Leben nach dem Tod ? Wenn du beides glauben könntest , dann hättest du es mit der Bewältigung des Todes von Heimbewohnern leichter . Dann würdest du den Tod als eine Türe sehen , durch die der Bewohner geht zu einer neuen Daseinsform . Also hast du den Bewohner nur bis zur Tür begleitet . 

Ich bin auch Altenpflegerin in Rente . Ich habe mich von jedem Toten so verabschiedet : Hand auf seinen Kopf gelegt und gesagt : 

" Der Herr segne deinen Ausgang und deinen Eingang von nun an bis in Ewigkeit " ---manchmal noch das Vater unser gebetet . 

Ich bin überzeugt , daß die Seele kurz nach dem Tod noch in der Nähe des Körpers ist , ihn vielleicht liegen sieht ( wie viele Wiederbelebte berichten ) und somit meine Gebete noch mitkriegt . 

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Mit der Zeit lernt man mit dem Tod besser umzugehen, aber der Zeitpunkt das es einem nichts ausmacht kommt nie. Wenn doch, ist man so abgestumpft das man besser in dem Beruf nicht mehr arbeiten sollte. Bei einem fällt es einem leichter, bei einem andren schwerer. Sprich mit jemanden dem du vertraust. Nimm die auch ruhig eine kurze Auszeit und atme kurz durch. 

Am Anfang habe ich immer kleine Karteikarten im Spind gehabt. Wenn einer gestorben ist, habe ich nach Feierabend mir auf diesen immer einmal positives (kleine Anekdoten, nette Begebenheiten u.ä.) aufgeschrieben und auf einer anderen die negativen Sachen die mich im Zusammenhang mit dem Tod geschäftigen. Die positiven habe ich mit genommen die negativen habe ich im Spind gelassen.Wenn ich dann traurig wurde, habe ich mir nur die positiven durchgelesen.

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Meine Mutter hatte früher als Pflegehilfskraft gearbeitet. Sie arbeitete in sowas wie einer "Senioren-WG" mit ca. 15 Senioren.

Es ist natürlich auch einige Male bei meiner Mutter auf der Arbeit passiert, das jemand am Morgen Tod aufgefunden wurde oder dass jemand am Tage verstorben ist. Manchmal hatte sie auch zuhause geweint, weil die Leute ihr dort über die Jahre ans Herz gewachsen sind.

Meiner Mutter konnte man sehr gut ansehen, wenn sie traurig war. Zudem konnte ich bei Telefonaten die sie führte manchmal mitbekommen, das wer auf der Arbeit verstorben ist. 

Meiner Mutter haben Gespräche mit Ihren Arbeitskollegen/innen geholfen, in denen sie über die Verstorbene geredet haben. 

Es hat manchmal ein paar Tage gedauert bis sie wieder lachen konnte und "normal" drauf war.

Gespräche mit Leuten die mit den Verstorbenen Kontakt haben/hatten, kann dir denke ich echt helfen um über den Tod "hinweg" zu kommen.

Ich wünsche dir einen schönen Abend und bleib weiterhin stark!

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Sag DIr einfach: "Leiden, Schmerzen und Sterben: Das alles muss sich der betroffene Mensch mit sich, mit Gott und der Welt selber ausmachen. Als Pfleger/in bin ich dafür nicht verantwortlich, auch bringt es NULL, wenn ich mir deswegen Sorgen mache. Mit Mitfühlen und Traurigkeit belastet man nur unnötig die eigene Umgebung und sich selber. Ein Behinderter fühlt sich nicht behindert und Du bist nicht Gott. Wofür ich dann da bin?: Ich tue einfach nur alles, damit sich der Bewohner wohl fühlt. Bin freundlich, mache viele Dinge, um die er bittet, mache einfach nur meine Arbeit möglichst sorgsam, welche in der Pflege anfällt. Persönliche Stimmungen haben nicht das geringste verloren." Das ist das ganze Geheimnis! Sobald Du das akzeptierst, geht es Dir ab diesem Zeitpunkt sofort sofort excellent gut in Deinem Beruf! Alles andere kannst Du vergessen.

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Danke für deine Frage! Ich habe etwa 20 jahre lang, beruflich als diplomierter krankenpfleger und sozialpädagoge sterbebegleitung gemacht. Dabei bin ich bei etwa 30-40 menschen wärend ihres sterbens bis zu ihrem tode anwesend. Ich habe bei einigen sehr mitgelitten, bei anderen war ich ziemlich ruhig dabei. Ich mag mich nicht mehr an jeden dieser menschen erinnern. Häufig war ein grosses problem für mich die betreuung der angehörigen. Ich habe nach solchen todesfällen manchmal gedichte geschrieben:

Grad erst hab ich dich gesehen,

Und jetzt sitze ich im Zug nach Haus,

Mit zehn Minuten Verspätung.

Diese zehn Minuten sind Zeit

An dich zu denken,

Geben mir die Chance

Nur zehn Minuten

Lang zusätzlich.

Zehn Minuten verloren

Zehn Minuten geschenkt,

Unwesentlich

Zeitlos bist du da,

Ich rauche die Zigarette zu Ende

Und denke nur an Dich.

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Kommentar von Patrickson
04.02.2017, 16:52

Danke! Ich hatte ein 18 jähriges Mädchen zu betreuen. Ich war gesund, sie krank. Sie hatte AIDS. Sie war eine wunderschöne junge Frau. Mit kohlrabenschwarzen Haaren, Kurzhaarfrisur. Ihr blasses Gesicht war anmutig geformt, ihr Körper völlig ausgemergelt von der Krankheit. Sie konnte nicht mehr ohne Hilfe gehen, sie lag meistens im Bett. Es ging ihr mies. Es war Sommer. Draussen begann es zu regnen, ein warmer Sommerregen. Das Mädchen sagte zu mir: "Trage mich raus auf den Balkon! Ich möchte noch einmal klatschnass werden vom warmen Sommerregen!" Ich hob sie aus dem Bett, sie war kaum mehr 30 Kilo schwer. Ich trug sie ganz weit hinaus auf den Balkon, dorthin wo es am meisten hineinregnete. Wir waren nach einigen Minuten bis auf die Unterwäsche völlig durchnässt. Dann sagte sie zu mir: "So es reicht!" Ich trug sie wieder hinein. Ich trocknete sie ab. Ich zog ihr trockene Kleider an. Ich legte sie ins warme Bett. Dann ging ich meine Kleider wechseln. Ich ging zurück zu ihr und setzte mich an ihr Bett. Sie erzählte mir, dass sie ihre Krankheit vor zwei Jahren, als sechzen jähriges Mädchen eingefangen habe. Sie sei von zuhause abgehauen. Sie sei dann irgendwie in St. Pauli, in Hamburg, angekommen. Sie habe dort ihren Körper verkauft. Ohne Gummi habe sie halt mehr für ihre Dienste bekommen. - Das Mädchen starb kurz danach an einer Lungenentzündung. 

Dunkle Augen

Dunkle schwarze todgeweihte Augen blicken mich lachend an,

Du bist das Mädchen das ich pflege.

Du klammerst dich an meine Schultern.

Wer trägt dich und blickt zurück

In deine stolzen fragenden Augen?

Wer schaut zurück und fragt nach mehr?

Du erzählst mir dein untragbares Leid.

Komm hinaus in den warmen Sommerregen! 

Unsere Blicke treffen sich

Voller Lebensdurst. 

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Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen
reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

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Kommentar von Huflattich
04.02.2017, 10:49

Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Hast Du dort schon mal angerufen ? Schade um die Zeit......

Was macht eigentlich einen Christen aus."rumfrömmelei" hat noch nie jemanden geholfen....   

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