Umfrage: Sollte es kugelsichere Rettungswägen geben?

Das Ergebnis basiert auf 16 Abstimmungen

Nein 56%
Ja 38%
andere Antwort 6%

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Idee ist grundsätzlich nicht so schlecht, hat aber auch große Nachteile. Die, die mir spontan einfallen, sind:

1.) Ein schusssicheres Fahrzeug bringt grundsätzlich nicht's, wenn die Türen geöffnet werden müssen und dass müssen sie an der Einsatzstelle zur Patientenversorgung nuneinmal. Das Rettungsfachpersonal muss aussteigen, um den Patienten zu versorgen und im Anschluss für die weitere Versorgung in den Rettungswagen zu verbringen. Diese Momente sind zweifelsfrei Angriffspunkte für potentielle Täter, wo eine Panzerung gar nicht's bringt. Der Rettungsdienst ist nunmal etwas anderes wie die Polizei, die Polizei ist bei bestimmten Einsatzlagen natürlich schwer bewaffnet und/ oder sie muss ihr gepanzertes Fahrzeug überhaupt gar nicht verlassen sondern kann aus dem geschützten Fahrzeug heraus agieren, dass geht im Rettungsdienst nicht,

2.) Das Gewicht. Es ist ja so, dass moderne Rettungswagen sowieso schon eine zulässiges Gesamtmasse von über 3,5 Tonnen aufweisen, meist irgendwo im Bereich zwischen 3,88 und 5,0 Tonnen. Dass bedeutet, dass das Rettungsfachpersonal bereits jetzt eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 für Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 7.500 Kg benötigt. Mit einer Panzerung, würde ein Rettungswagen auf eine Gesamtmasse von schätzungsweise mindestens 12 Tonnen kommen, gepanzerte SUV Modelle haben bereits um die 7,0 Tonnen. Dies würde bedeuten, dass eine Fahrerlaubnis der Klasse C erforderlich wäre und zwar für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes, denn der Spezial- RTW macht ohne anwesenden Fahrer mit entsprechender Fahrerlaubnisklasse natürlich keinen Sinn. Mit diesem hohen Fahrzeuggewicht, gehen natürlich auch veränderte Fahreigenschaften einher, der RTW wäre viel langsamer unterwegs und müsste viel stärker motoriesiert sein aber auch dann müsste man anders fahren als mit einem normalen RTW und

3.) Für Amok- und Terrorlagen mit einer entsprechend großen Anzahl an betroffenen Personen, würden ein oder zwei gepanzerte RTW nicht wirklich einen Versorgungsvorteil bringen. Auch der gepanzerte Rettungswagen, dürfte erst nach entsprechender Freigabe durch die polizeiliche Einsatzleitung in das entsprechende Gebiet fahren. Wie unter 1.) gesagt, es bringt nicht's, denn der Rettungsdienst kann niemand aus dem Fahrzeug heraus helfen, er muss das Fahrzeug dafür unbewaffnet verlassen, auch eine Sichtung der Verletzten ist nicht aus dem Fahrzeug heraus möglich. Schlimmer noch, der gepanzerte Rettungswagen könnte von den Tätern übernommen und dann als Waffe oder für die Flucht benutzt werden und die Polizei wäre machtlos, da die Panzerung natürlich keinen Unterschied zwischen Täter- und Polizei Schüssen machen kann.

Mfg

Nein

Nein, denn:

1. Werden, wenn, die Einsatzkräfte zu Fuß mit einer Waffe bedroht,

2. Werden Rettungsdienstfahrzeuge nicht beschossen (gab es noch nie), und selbst wenn: einfach Rückzug, wegfahren, weglaufen, was auch immer, das ist dann nicht mehr unsere Baustelle,

3. Geschützte Fahrzeuge sind dermaßen schwer, dass sich der Kosten/Nutzen-Aufwand nie und nimmer lohnt (deine utopische Annahme, dass Einsatzfahrzeuge beschossen werden gegenüber der Tatsache dass das nie passiert und man täglich hundert Kilometer mit einigen Tonnen zuviel durch die Gegend fährt),

4. In bekannten Gefahrensituationen (allg. Polizei-Lagen) stehen die Fahrzeuge der Feuerwehr ganz weit hinten und in plötzlichen Gefahrensituationen fährt man einfach weg,

5. Ein Fahrzeug pro Wache bringt auch nichts, weil grade das ist im gedachten Falle in einem anderen Einsatz gebunden oder nicht dran oder getauscht oder was auch immer, Einsatzfahrzeuge müssen immer gleich ausgestattet sein, weil eben nicht drauf geachtet wird, welches Fahrzeug gerade zufällig für einen Einsatz der einmal im Jahrhundert passiert, frei ist,

6. Die Einsatztaktik für nicht-polizeiliche Kräfte beinhaltet, sich aus den genannten Situationen heraus zu halten,

7. Die Mehrzahl von "Wagen (sing.)" ist "Wagen (plu.)".

Die Einsatztaktik für nicht-polizeiliche Kräfte beinhaltet, sich aus den genannten Situationen heraus zu halten,

Laut dem was ich über die neuen EInsatzkonzepte bei Terror und Amoklagen gelesen habe sollen RDler durchaus mit der Polizei ins ungesicherte Gebäude vordringen, aber natürlich gilt: EIgenschutz geht vor

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@14905403

Hab ich ja in meinem ganzen Leben noch nicht gehört. Sind wir nicht für zuständig, ausgebildet, ausgerüstet usw. Das ist Aufgabe der Polizei. Wo wird sowas denn behauptet? Ich kennen keinen Kollegen, der das machen würde.

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@iwaniwanowitsch

Das passiert natürlich auf freiwilliger Basis, ginge ja auch nicht anders, soll wohl so elaboriert worden sein, als auch beschlossen worden ist dass die SchuPo selber ins Gebäude eindringen soll und nicht mehr auf Spezialkräfte warten soll.

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@14905403

Hm. Sagt mir gar nichts. In Taktiken der Polizei bin ich aber auch nicht bewandert.

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@iwaniwanowitsch

als jemand der in beidem geschult ist: ist absoluter Schwachsinn und wird in D so nicht kommen. Das höchste der Gefühle ist ein Einsatzsanitäter der besonders befähigten Einheiten der Polizei (MEK/SEK, BFE‘n, GSG9) aber selbst die werden sich nur im Einzelfall um sowas kümmern.

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Nein

Hi,

Auch finden ja immer öfter Angriffe auf den Rettungsdienst statt und es wurden dabei schon mehrfach Schusswaffen verwendet.

Nun, wenn man sich die Angriffe anschaut wird deutlich: fast alles außerhalb des Fahrzeugs, fast alles unmittelbar auf das Personal, fast alles ohne Schusswaffengebrauch.

Unterm Strich ist es der Exot der Exoten, für den man planen würde.

Klar ist sowas sehr Teuer und aufwändig und die in Zürich haben bereits welche

Solche Konzepte gibt es sowohl bei diversen Spezialeinheiten, wie auch international, z.B. auch bei Magen David Adom in Israel.

Sehr teuer wäre es - ein Fahrzeug mit "Vollschutz" einer höheren Beschussklasse wird schlicht und ergreifend ein Loch in die Kasse reißen.

Neben teuer ist es vor allem eins: unpraktisch.

Das Problem wären ja nicht die Einsätze, bei denen man mit einem Schusswaffengebrauch oder einer anderen Eigengefährdung rechnet (da bleibt man zwei Straßen weiter stehen und wartet auf das "Go" der Polizei), sondern eben die überraschenden oder schnell eskalierenden Lagen.

Die Vorhaltung von Fahrzeugen nur für den Sonderfall bringt im Regeldienst also gar nichts - ein dauerhafter Einsatz macht im rettungsdienstlichen Alltag wiederum auch keinen Sinn, da die Nachteile die Vorteile deutlich überwiegen. Was bringt eine Panzerung, wenn man dafür bei jedem zeitkritischen Einsatz bergauf vom Linienbus überholt wird?

Fazit

Insgesamt geht das Konzept sehr am reellen Bedarf vorbei - daher dagegen.

Dann sollte man sich eher über Gefahrenschulungen, Schutzwesten und gemeinsame Übungen mit der Polizei Gedanken machen - geringere Kosten und höherer Benefit.

Im Gefahrenbereich hat der Rettungsdienstler erstmal nichts zu suchen: und der Rückzug ist in aller Regel die bessere Alternative, als im gepanzerten RTW auszuharren und unterm Strich dennoch nicht helfen zu können.

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Ausbildung und hauptamtliche Tätigkeit als NFS
Im Gefahrenbereich hat der Rettungsdienstler erstmal nichts zu suchen

Soweit ich weiß hat man bei manchen neuen Einsatzkonzepten beschlossen, dass Rettungsdienstler zB bei Amoklagen ins ungesicherte Gebäude gehen dürfen, mit der Pol. Wurde so eingetragen als beschlossen wurde dass der ersteintreffende Streifenwagen sofort rein soll, ohne auf Spezialkräfte zu warten. Dass das ganze nur auf freiwilliger Basis besteht ist natürlich klar, ginge ja auch nicht anders.

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@14905403

Ich frage einfach mal ganz frech nach einer Quelle ^^

Dass Rettungsdienstler munter und fröhlich in den Gefahrenbereich bei einer Amok-/Terrorlage spazieren, widerspricht jeglichen Standards - egal, ob man PRIOR, LebEL oder TECC nimmt.

Und bei genauer Überlegung fällt auf: sinnvoll ist es überdies nicht.

Welchen Vorteil bietet der Rettungsdienstler für den Patienten, wenn er sich als untrainierter, nicht ausgerüsteter und nicht bewaffneter in eine Gefahrenlage bringt? Oder welchen Vorteil bietet der Rettungsdienstler für die Polizei, die zusätzlich zur Erfüllung des Auftrags und der Eigengefährdung noch auf den Rettungsdienst zusätzlich aufpassen muss?

Also: nein, definitiv nein.

Dass das ganze nur auf freiwilliger Basis besteht ist natürlich klar, ginge ja auch nicht anders.

Entweder ist es ein Taktikstandard, der umgesetzt wird - oder es ein freiwilliges Irgendwas, dass zwar kein einziges Problem löst, aber fünf neue Baustellen aufmacht...

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@SaniOnTheRoad
Ich frage einfach mal ganz frech nach einer Quelle ^^

Ich hab grade nochmal alles durchgewühlt, und gemerkt, dass ich wohl ein ,,nicht'' übersehen habe. Ups, wie peinlich... Sorry

1
Nein

Sondergeschützte Fahrzeuge haben gern mal die 1,5-2 fache Masse der Serienfahrzeuge. RTW wiegen heute schon über 3,5 t. Ein sondergeschützter RTW mit > 7,5 t bräuchte einen extrem starken Motor der entsprechend säuft. Die anderen Posten würden die Kosten dann so in die Höhe treiben das du einen RTW-Einsatz nicht mehr für 350 Euro bekommst sondern eher für das Doppelte. Wer soll die Kosten tragen? Für ein Fahrzeug das extrem selten, eigentlich gar nicht, gebracht wird.

Solche Einsätze sind was für polizeiliche Spezialeinheiten und nicht für den RD.

Naja, auf demos oder Veranstaltungen oder so sind immer zwei drei Rettungswägen da. Dann kann man nicht einfach vorrausplanen denn wenn dann geschossen wird und es verletzte gibt können diese dann helfen (natürlich wenn es sicher genug ist um zum Patienten zu gelangen) und befinden sich dann im gesicherten RTW

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@TimeToAskThis2

Und was machst du mit so einem Panzer im Regelrettungsdienst? Kostenneutral kannst du den jedenfalls nicht einsetzen.

Wenn man sich auf jede Eventualität vorbereiten wollte käme man überhaupt nicht zum Leben.

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@Nomex64

Ich habe nie gesagt das sie panzer werden müssen, es gibt glaub ich auch andere Dinge wie man das Kugelsicher machen kann. Vielleicht kann man in die Wände irgendwelche Platten einbauen

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Nein

Nein, die SEKs haben ja schon sowas wie z.B. den Survivor. Für einen RD ist das nicht sinnvoll. Sowas kostet f*cking 2 MILLIONEN EURO! Da laut neuen Einsatzkonzepten allerdings an manchen Stellen RDler in CUF eingesetzt werden sollen, fände ich SK4 Westen bzw. Plate Carrier mit solchen Platten deutlich sinnvoller, in einem Fach im RTW. Das ist auch deutlich günstiger. Und Stichschutzwesten sollte mE zumindest zur Verfügung stehen, ob RDler diese anziehen oder nicht, soll ihnen überlassen werden.

 - (Umfrage, Abstimmung, Meinung)

Interessant, den Survivor kannte ich noch nicht. Gäbe es nicht eine günstigere Möglichkeit einen Rettungswagen sicherer gegen Schüsse zu machen OHNE ihn gleich komplett verpanzern zu müssen? Vielleicht muss er jetzt nicht komplett kugelsicher sein, wenigstens die hinteren Türen und die Seitenwände vom Transportraum etwas sicherer machen

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@TimeToAskThis2

Das günstigste, und vor allem Sinnvollste wären Schutzwesten (und evtl. Schutzhelme) für die Sanitäter. Die glelichen ,,Pakete'' wie in den Streifenwägen, bloß ohne die MP. Der Rest hat mE keine sinnvolle Verwendung. Die Evakuation per Fahrzeug aus direktem Beschuss erfolgt wenn überhaupt durch die Polizei, und die hat so ein Ding eh.

Aber bevor man überhaupt von Amoklagen und sowas faselt, wären Stichschutzwesten deutlich sinnvoller und deutlich schneller anzuschaffen:

Schutzwesten und Pfefferspray: Rettungsdienst rüstet auf – rettungsdienst.de

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