Spätere Möglichkeiten als Notfallsanitäter?

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Das sind ziemlich viele Fragen auf einmal, gehen wir sie der Reihe nach durch.

1.) Wer auf Dauer im Rettungsdienst bleiben möchte, sollte die Ausbildung zum Notfallsanitäter anstreben, theoretisch kann man auch Rettungssanitäter bleiben. Auf die Ausbildung zum Notfallsanitäter gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze, die meisten erfolgreich aufgenommen Bewerber sind daher Rettungssanitäter mit etwas Berufserfahrung, zunächst Rettungssanitäter zu werden, ist also in jedem Fall lohnenswert, auch noch aus anderen Gründen. Gehaltstechnisch ist der Unterschied nicht immens, der Unterschied liegt hauptsächlich in der Aufgabe (Notfallsanitäter Verantwortlicher, Rettungssanitäter Fahrer und Assistenz sowie Krankentransport), in den Kompetenzen und in den Weiterbildungsmöglichkeiten.

1.2.) Nein, eine Anrechnung einer Ausbildung zum Rettungssanitäter und Berufserfahrung als solcher werden auf die Notfallsanitäterausbildung nicht angerechnet, auch ein Rettungssanitäter mit 10 Jahren Berufserfahrung, muss genauso die volle dreijährige Ausbildung machen. Das liegt daran, das von einem Notfallsanitäter auch sehr umfangreiche Maßnahmen erwartet werden, die man während einer Tätigkeit als Rettungssanitäter nicht ausübt.

2.) Wie anspruchsvoll ist die Ausbildung?. Die zum Notfallsanitäter sehr komplex, von Notfallsanitätern werden "bis zum Eintreffen des Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung" auch invasive Maßnahmen wie die Gabe bestimmter Notfallmedikamente erwartet, hierzu kannst du dir den Pyramidenprozess anschauen, da hat der Bundesverband der ärztlichen Leiter Rettungsdienst die Maßnahmen und Medikamente festgelegt.

3.) Träger sind die Hilfsorganisationen (deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Arbeiter Samariter Bund und Malteser Hilfsdienst) sowie in manchen Städten, in denen die Berufsfeuerwehr in den Rettungsdienst eingebunden ist, die Berufsfeuerwehr. Wodurch unterscheiden sich die Träger?, die Unterschiede sind rein vertraglich und können Ausbildungsgehalt wie auch Urlaubstage und ähnliches betreffen, die Ausbildung an sich erfolgt auf der Grundlage des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter und ist demnach inhaltlich überall gleich. Die Pflichtfortbildungen nach der Ausbildung sind kein Bundesrecht sondern durch die Rettungsdienstgesetze der Bundesländer geregelt, in der Regel hat jeder im Rettungsdienst tätige, egal ob Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter 30 Pflichtfortbildungsstunden im Jahr.

4.) Weiterbildungsmöglichkeiten sind Wachenleitung, Desinfektor, Medizinproduktebeauftragter, Luftrettung und Studiengänge wie Medizinpädagogik. Manche Krankenhäuser stellen Notfallsanitäter auch für die Notaufnahme oder Anästhesie ein. Internationale Qualifikationen gibt es keine, um im Ausland zu arbeiten, musst du einen Antrag bei der zuständigen Behörde auf Anerkennung stellen. Diese vergleich dann die Lehrpläne und entscheidet dann, oft wird eine weitere Ausbildung und/oder eine Prüfung im entsprechenden Land auferlegt. Auch innerhalb der EU sind die Rettungssysteme (auch in der EU arbeiten manche ohne Notärzte), Ausbildung und die Befugnisse zu unterschiedlich.

5.) Einen Führerschein der Klasse B braucht man immer, Klasse C1 wird dann meist im ersten Jahr der Ausbildung zum Notfallsanitäter erworben. Wer es stressfreier haben möchte, macht ihn nach Möglichkeit vorher. Gehst du vorher bereits einer Tätigkeit als Rettungssanitäter nach, wirst du Klasse C1 sowieso brauchen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Rettungsdienst🚑, sehr großes Interesse an Notfallmedizin.

Danke für die Auszeichnung. Bezüglich einer Verkürzung der Ausbildung sei noch anzumerken, dass das zwar theoretisch nach Paragraph 9 NotSanG möglich ist, das Ausbildungsziel nach Paragraph 4 NotSanG jedoch dadurch nicht gefährdet werden darf und das wäre meistens der Fall. Von Notfallsanitätern werden wie erwähnt auch sehr umfangreiche Maßnahmen erwartet, daher bekommen selbst Gesundheits- und Krankenpfleger, die auch eine dreijährige Ausbildung haben, meist nur den allgemeinen Pflegeteil von 80 Stunden erlassen, alles andere wäre eine Gefährdung des Ausbildungsziels, da Krankenpfleger eben (vorrangig) die Vorbereitung und Assistenz und nicht die selbstständige Durchführung erlernen. Für Rettungssanitäter gilt im Grunde das selbe, ihre Hauptaufgabe ist die Vorbereitung und Assistenz komplexer Maßnahmen und nicht die Durchführung.

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Hi,

ziemlich viele Fragen - fangen wir mal an ;-)

Lohnt sich diese Ausbildung überhaupt, oder sollte man lieber den Rettungssanitäter machen, den man ja in 3 bis 9 Monaten machen kann.

Die Antwort ist ein ganz klares "Es kommt drauf an" - nämlich darauf, was Du langfristig gesehen machen willst. Zum "Reinschnuppern" in den Rettungsdienst reicht die Qualifikation zum Rettungssanitäter vollkommen aus; wenn Du längerfristig beruflich im Rettungsdienst tätig sein willst, ist der Notfallsanitäter alternativlos.

Der Notfallsanitäter kann mehr und darf mehr - im Gegensatz zum RS beinhaltet das auch weitreichende invasive Maßnahmen (neben venösen Zugang und Medikamentengabe z.B. auch Entlastungspunktionen) sowie die Tätigkeit als Verantwortlicher in der Notfallrettung.

Der Knackpunkt ist: die meisten Rettungsdienstorganisationen stellen nur Bewerber mit entsprechender Vorerfahrung - sprich Einsatzerfahrung als RS - für die Ausbildung zum Notfallsanitäter ein. Allein in der Hinsicht (neben den äußerst hilfreichen Vorkenntnissen) macht der Rettungssanitäter vor dem Notfallsanitäter Sinn.

(1.2. Kann man sich nach dem RetSan zum NotSan weiterbilden und so einen Bogen um die 3 Lehrjahre machen?)

Der § 9 NotSanG sieht eine Anrechnung von anderen Ausbildungen/Ausbildungsteilen vor - das Problem: der RS ist keine Berufsausbildung, eine Anrechnung ist hier nicht möglich.

Heißt also: trotz Vorkenntnissen als RS musst Du die volle NFS-Ausbildung durchlaufen; ging mir übrigens genauso.

Wie anspruchsvoll ist die Ausbildung?

Gemessen an den schulischen Voraussetzungen - mittlere Reife oder gleichwertig - und dem, was vermittelt wird: anspruchsvoll bis sehr anspruchsvoll.

Neben einem entsprechenden Fachwissen müssen auch "handwerkliche" Fähigkeiten erlernt und sicher beherrscht werden.

Welche Träger gibt es, wodurch unterscheiden sie sich, wer ist wie generös mit Fort- und Weiterbildungen (siehe 1.2.)

Allen voran die großen Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD), private Rettungsdienste (z.B. Falck), kommunale Rettungsdienste, Berufsfeuerwehren sowie die Bundeswehr.

Die notwendigen Pflichtfortbildungen nach den Landesrettungsdienstgesetzen erhälst Du bei jeder Organisation - bei allem anderen ist es vollkommen unterschiedlich, selbst innerhalb einer Organisation können in manchen Bereichen spezielle Kurse (AMLS, PHTLS, ERC-ALS...) übernommen werden, in anderen nicht.

Hier hilft es letztendlich, zu vergleichen.

Was für Fort- und Weiterbildungsoptionen hat man (Luftrettung, internationale Einsätze [Paramedic Weiterbildung für internationales Arbeiten?], Katastrophenhilfe u.ä., usw.)

Neben den genannten stehen Funktionsträgerausbildungen (MPG-Beauftragter, QM-Beauftragter, Desinfektor), die Ausbildung zum Praxisanleiter und diverse Führungskräfteausbildungen (Wachenleiter, Leiter Rettungsdienst...) - ggf. auch mit einschlägigem Studium - zur Verfügung.

Und: Sachen wie den "Europa-Paramedic" darf man getrost als Geldverschwendung abtun - ohne eine entsprechende Ausbildung in dem Land, wo man arbeiten möchte, läuft nichts.

Allein in der EU sind die Rettungsdienstsysteme und Kompetenzen dermaßen unterschiedlich, dass eine 1-zu-1-Anerkennung keinerlei Sinn macht.

Wenn man zu Ausbildungsbeginn einen Führerschein Klasse B mitbringt, reicht das? Wenn nicht, wer trägt die Kosten für C / C1 (siehe 3.)

Wird lokal unterschiedlich gehandhabt - die Klasse B ist auf jeden Fall Voraussetzung. Viele Rettungsdienstorganisationen bieten die (anteilige) Kostenübernahme für die Klasse C1 an, andere machen diese von vornherein zur Einstellungsvoraussetzung.

In letzterem Fall trägt der Bewerber die Kosten - oder, wenn die Möglichkeit besteht, das Jobcenter als Einzelförderung.

LG

Woher ich das weiß:Hobby – NFS, ehrenamtlich in SEG-San und Bereitschaft

Danke schon mal!

Eine Frage hätte ich noch: Wie kommt man zu internationalen Einsätzen, sprich Katastrophenhilfe und co. Ich nehme an, das DRK ist da der größte Player, richtig?

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1. Als Notfallsanitäter darfst du sehr viel mehr, als ein RettSan. Unter Umständen kannst du die Ausbildung zum RettSan zur Verkürzung der NotSan Ausbildung nutzen. Ich glaube die Antworten auf die Frage könnten dir zu dem Thema helfen:

https://www.gutefrage.net/frage/auslassen-der-krankenhausprakta-bei-notsan-ausbildung-als-krankenschwester

2. Ich bin im 2' Lehrjahr. Die Ausbildung ist schon nicht ohne. Du hast später immerhin die Verantwortung für einen Patienten und darfst Medikamente geben, invasive Maßnahmen durchführen, da gehört schon viel wissen dazu.

3' Träger sind sämtliche Hilfsorganisationen (DRK,ASB, Johanniter, Maltheser, Private Unternehmen aber auch Städte (Berufsfeuerwehren) und Landkreise). Entsprechende Stellenanzeigen findest Du im Internet.

4. Du kannst Wachleiter werden, Rettungsdienst Leiter, Desinfektor, in die Luftrettung gehen, Medizinpädagogik studieren, Rettungsingenieurwissenschaften studieren, Gesundheitsmanagement, Medizin,... Gibt viele möglichkeiten. Beim Medizinstudium wird dein NC bei manchen Unis durch die Ausbildung besser.

5' Die meisten Betriebe setzen den B Führerschein zur Ausbildung vorraus. Es gibt auch Betriebe, die den C/C1 FS zum Ausbildungsbegin voraus setzen. Das steht in der Regel in der Ausschreibung für den Ausbildungsplatz.

Manche Betriebe bezahlen den C/C1 FS komplett, manche übernehmen nur einen Teil und manche gar nichts. Das muss man im Betrieb erfragen.

Ich hoffe, ich konnte helfen.

Liebe Grüße

Venire

Ich bin Rettungssanitäter und mir reicht das. Wenn du den Notfallsanitäter machst darfst du alle 5 Jahre eine Prüfung ablegen ob du noch dafür geeignet bist. Das ist mir zu stressig.

also ich bin in bayern und habe von so einer prüfung noch nie was gehört

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@nope23

Das ist eigentlich deutschlandweit gleich geregelt. Aber Bayern zählt sich ja selbst nicht zu Deutschland.

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@Payns

naja da hätten wir schon mal einen vorteil :D aber hast du dazu irgendeine quelle wo das steht

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Wenn du den Notfallsanitäter machst darfst du alle 5 Jahre eine Prüfung ablegen ob du noch dafür geeignet bist.

Gibt es für die Behauptung irgendeine Quelle? Und nein, das NotSanG sieht so etwas nicht vor...

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  1. wenn du den job machen willst bleibt dir nix anderes übrig den unterscheid zwischen rs un notsan wirst du ja kennen

1.2 nein müsstest tzd die ausbildung machen

2. kommt wie immer drauf an ob es dir liegt usw.

3.. kommt drauf an wo du bist in bayern die bekannten hiorgs und die ffw da zu kommt noch die bundeswehr. ob die pol nfs ausbidet ka

4.. da gibt es theoretisch viel aber jetzt nix offizielles das musst du dir alles selbst überlegen

5.. ja da der notsan i.d.R der beifahrer ist tzd wird der c1 gesehen und bei den aktuellen personalproblemem wirst du auch als fahrer eingesetzt werden. werden schein zahlt ist immer von deinem Arbeitgeber abhängig.

natürlich bf nicht ffw...

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