Sollte man Leiharbeit wieder abschaffen?

24 Antworten

Zuerst einmal sind Leiharbeiter keine Menschen 2. Klasse - sondern sie werden höchstens so bezahlt. Die meisten Zeitarbeiter erhoffen sich ja, dass die Tätigkeit als Zeitarbeiter in eine Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis endet. Und oft trügt der Schein (siehe BMW Leipzig) - genauso wie die Lüge - die Zeitarbeitsfirmen würden die auch dann bezahlen, wenns grad keinen Job hätten. Das trifft in den wenigsten Fällen zu. Als Instrument war das ja mal ganz gut angedacht - jedoch hat die Soziregierung unter Schröder es den Unternehmen leicht gemacht auf Festanstellungen zu verzichten und stattdessen Zeitarbeiter für halben Lohn zu beschäftigen. Es ist in minen Augen Sklaverei und auch ein Grund für die lahmenden Binnennachfrage-weil die einfach viel zu wenig verdienen. Wenn die Zeitarbeit nicht so ein glänzendes Geschäft wäre warum gibts die dann überhaupt? Der Ex-Kaffeeröster jakobs hat seeinen Laden versilbert und ihm gehört Adeco - und wer hockt da mit drinn? naa?? Geeenau der saubere Herr Clemens - ein Minister unter Schröder.

DH

0

Es mag nicht überall so schwarze Schafe geben wie man sie selbst beobachtet - Firmen, die vor allem, aber nicht nur, ausländische Arbeitnehmer Überstunden ohne Ende, an Wochenenden und Feiertagen (gegen die sonst üblichen Regelungen bei den Firmenkunden) arbeiten lassen, von Mietwucher (z.B. die Hälfte des Lohns für angemietete Kaschemmen: 15 Leute in einer Wohnung...), Drohungen und Erpressungen im Krankheitsfall, Unterlassung von Hilfeleistung bei Arbeitsunfällen usw. ganz zu schweigen.

Aber irgend jemand müsste mal unseren regierenden Politikern stecken, dass eine Ganztagsarbeit, von der man nicht leben kann, zwar die Statistik schönt, aber dem Ausübenden nichts nützt.

Vielleicht geht es Zeitarbeitenden in Dienstleistungs-/Büroberufen besser als den Arbeitern und Handwerkern....

Meine Ansicht: entweder die Rahmenbedingungen den üblichen Arbeitsbedingungen rigoros anpassen oder das Ganze in Bausch und Bogen abschaffen!

DH

0

Schwierig zu beantworten.

Einerseits kann es immer wieder mal in einem Unternehmen einen kurzfristigen personellen Engpass geben. Hier dann erst die Stelle auszuschreiben und ein Auswahlverfahren durchzuführen dauert wohl zu lange.

Andererseits gibt es ja die Möglichkeit der zeitlich befristeten Arbeitsverträge und die Probezeit.

Es sollten vielleicht nur die "Spielregeln" geändert werden, damit das mit der Zeitarbeit nicht mehr so ausufert.

Diese Frage ist in meinen Augen völlig unqualifiziert.

Leiharbeitskräfte haben es heute wesentlich besser (auch finanziell, weil es inzwischen einen Tarifvertrag gibt) als noch vor wenigen Jahren. Viele bisher Arbeitslose sind froh, zumindest erst einmal in einer solchen Firma unterzukommen, um überhaupt Geld zu verdienen. So haben sie dann auch die Möglichkeit, sich nach einem zu ihnen passenden Job in aller Ruhe umzusehen. Und viele Leiharbeitskräfte werden durchaus von Firmen, bei denen sie eingesetzt werden, übernommen.

Der bisher doch relativ negative Ruf solcher Firmen hat sich sehr zum Positiven gewandelt, auch wenn es hier weiterhin (wie überall sonst auch) immer wieder schwarze Schafe gibt.

DH!!!

0

Sehr gut Grisu, diese Herrschaften wie Joost z. B. haben keinen blassen Schimmer. Ich habe 2 Juristen in der Überlassung, die verdienen jeweils über 4.000 Euro - ein wahrer Hungerlohn, gelle :-)))

0
@Heeeschen

Und was würden diese Juristen in der freien Wirtschaft ohne Überlassung verdienen?? Mit Sicherheit das Doppelte, wenn nicht sogar mehr. Im Vergleich dazu sind 4000 € wirklich ein Hungerlohn!

0

@gr1su: weißt Du denn, dass es teilweise Absprachen zwischen Zeitarbeitsfirmen und deren Firmenkunden zur Verhinderung von "Abwerbung" gibt? - Wenn sich hier auf dieser Seite einige Leute mit guten Erfahrungen tummeln, ist das schön, aber da gibt es mehr als nur einige versprengte schwarze Schafe. Und der Leidensdruck der betroffenen Arbeitnehmer ist oft gewaltig! Das gestrige "FAKT" (ARD, 21.45 h) wird sicher noch mal auf den Dritten oder den Digitalen wiederholt. Da gabs einen Beitrag zum Thema. Zu empfehlen.

0
@soust

@soust - Es bestreitet niemand, dass es zum einen sogar recht viele schwarze Schafe gibt und zum anderen auch oft wirtschaftliche Interessen gegen eine vorzeitige Übernahme in den Kundenbetrieb sprechen. Ich wehre mich hier nur entschieden gegen unrecherchierte, dummdreiste Kommentierungen, die jeglicher Grundlage entbehren und nur reisserisch sein sollen.

0
@Discoopa

@soust: Ich weiß sehr genau, wovon ich spreche. Meine Ex-Partnerin hatte als Selbständige eine derartige Firma, die zwar klein war, aber eoinen sehr guten Ruf über Deutschland hinaus genoss. Ich kenne die Problematik aus der Vergangenheit, weiß um die schwarzen Schafe (ohne jetzt die Namen zu nennen), kenne aber auch die Anstrengungen und Verbesserungen, die durch die Dachverbände durchgeführt wurden und werden.

0
@gri1su

Respekt für Deine Freundin, wenn sie ihre Firma korrekt führt bzw. führte, denn Deine Verbenwahl ist die Vergangenheit. Und ich habe Einblick in die andere Seite, kenne zumeist Arbeitnehmer, die als "Ungelernte" arbeiten, und dort sieht's bitter aus. Der von mir erwähnte Magazinbeitrag handelte auch von Leiharbeitern bei rewe. Vielleicht gibt es ja hier eine Zwei-Klassen-Arbeitswelt und die zweitklassigen Firmen heuern vor allem Mitarbeiter an, die sich nicht wehren können. Die Juristen, von denen Heartlight spricht, lassen sich natürlich nicht verschaukeln...

0
@soust

Hey soust :-)) Heeeschen heiss ich ;-) Ich habe aber auch viele Facharbeiter und Büroleute - eher weniger Helfer, die Ungelernten. Die werden vom Wettbewerb so weit unter Preis angeboten, dass ich die "Menschenwürdig" nicht einstellen kann...

0

@gr1su: Tut mir leid, aber das was Du erzählst, hört sich an, wie die Wahlkampfrede eines Herrn Schröder. Ich selbst habe als Zeitarbeiter ein Jahr lang gearbeitet und ich weiß, wovon ich rede. Du mußt die selbe Leistung bringen (Akkord) wie deine Kollegen der Kundenfirma, aber Du erhälst die Hälfte des Stundenlohnes, sieben Tage Urlaub weniger, keine Akkordprämien, Krankheit wird erst ab der zweiten Woche bezahlt, an Arbeitsschutzmitteln (Schuhe, Brille....) mußt Du Dich zur Hälfte finanziell beteilligen usw. Arbeite mal unter solchen Bedingungen (solche Diskriminierungen frustrieren auf Dauer) und dann kannst Du Dich an der Diskussion beteiligen! Du hast nämlich absolut keine Ahnung, was man als Zeitarbeiter alles schlucken muß.

0

Dummes, propagandistisches Geschwafel! "Viele" sind in Wahrheit nicht mal 3%! Sonst würde die Fa. FESTOOL nicht seit über 20 Jahren täglich Leute suchen für die Montage über 2(!) verschiedene Leiharbeitsfirmen! Die Behauptung in d Anzeigen, "mit Option auf Übernahme" ist gelogen, da sonst nicht jede Woche neue Sklaven gesucht würden!! Und so toll ist der Lohn immer noch nicht: Viele Billiglohnsklaven müssen trotzdem aufstocken. Von wegen also besser als nichts. Dann besser Hartz4, dann hat man mehr Zeit, sich nach Jobs umzusehn! Nach unzähligen unbezahlten Überstunden ist man nämlich viel zu kaputt. Seelisch und moralisch sowieso. Und ausgebeutet wird man sehr wohl, da der Leiharbeiter z.B. bei Randstad 1000€ bekommt, und Randstad von der Arbeit seines Sklaven 700€, jeden Monat, ohne selbst nen Finger krumm zu machen! Deshalb:

www.leiharbeit-abschaffen.de !

0

Leihsrbeit hat an sich durchaus Ihre Berechtigung, allerdings die Konditionen müssen erheblich nachgebessert werden!

Was möchtest Du wissen?