Sollte die Erbschaftssteuer abgeschafft oder reformiert werden?


22.09.2021, 16:22

Per Testament bekam Oma das Wohnrecht

Auf das Einkommen , die Immobilie wurden doch schon Steuern erhoben !

welche Steuer?

Lohnsteuer, Immobiliensteuer ..

Immobiliensteuer ..

Gibt es nicht.

Lohnsteuer,

Hat mit dem Erbe nichts zu tun.

Meine Güte. Es wurden schon viele Steuern bezahlt auf dieses Geld.

Auf welches Geld? Die Frau hat ein Wohnrecht geerbt. Das wurde vorher nirgens versteuert. Ich kann doch auch nicht sagen: Nö dies Jahr nicht, letztes Jahr war schon so teuer.

Als es ihr Lebenspartner das Geld verdient hat, das Haus gekauft hat ...

10 Antworten

Der Zusammenhang zwischen Frage und Inhalt entzieht sich mir jetzt. Bei Unverheirateten erbt ohne Testament der Partner sowieso nichts. Und die Freibeträge sind in der Ehe aus gutem Grund weitaus höher - denn im Gegensatz zu Unverheirateten stehen die Eheleute gegeneinander in vollem Umfang ein; da ist der Staat außen vor.

Ja, dier ErbSt muss reformiert bzw. regionalisiert werden, wenn man sie schon nicht abschaffen will. Sie schafft nämlich groteske Verwerfungen, und zwar gerade nicht für die Superreichen, sondern für jeden, der mehr als nur fix bewert- und verwertbaren Besitz innehat. Durch die Wertsteigerungen der letzten 14 Jahre im Immobilienbereich reichen die Freibeträge in teureren Lagen nie und nimmer aus, um Immobilien, die etwa als Altersvorsorge gehalten werden, kostenfrei oder wenigstens bezahlbar vererben zu können. Und da "teurere Lagen" mittlerweile fast 90% aller überhaupt nachgefragten Gebiete in D umfasst, ist das eben kein Luxusproblem.

Wohlgemerkt - ich unterstütze die Grundhaltung, dass die ErbSt als Korrektiv einer Anhäufung von Besitz innerhalb der Gesellschaft entgegenwirken soll. Ob man damit allerdings im Endeffekt nicht das Gegenteil erreicht, sei an dieser Stelle unbeachtet; entscheidend ist doch, dass es nicht im Interesse einer Gesellschaft sein kann, einerseits auf private Vorsorge zu pochen, andererseits selbige so hoch zu besteuern, dass eine Übergabe an die nächste Generation nur mit Hilfe eines Verkaufs möglich wird. Damit erreicht man das genaue Gegenteil von sozialer Verantwortung - denn Kaufinteressenten gibt es weitaus mehr als Angebote, aber die Erwerber haben in aller Regel im Gegensatz zu den Veräußerern ausschießlich Gewinnmaximierung im Sinn (und der KP muss ja auch wieder reingeholt werden).

Ich bin zwar kein Spezialist, aber Ihr solltet Euch nochmal mit dem Nachlassgericht in Verbindung setzen bzw. einen Fachanwalt zu Rate ziehen.

Gemeinsam genutzter Wohnraum sollte nach §13 ErbStG von der Erbschaftssteuer befreit sein. Ebenso Hausrat.
Der Freibetrag, auch für den Lebenspartner (nicht nur Ehepartner) liegt bei bis zu 500.000 €.

Vielleicht vermischt Du auch etwas? Grundsteuer und alle anderen Abgaben für Grundstück und Haus müssen natürlich weiterhin gezahlt werden. Vielleicht auch Anteilig Miete an weitere Erben? Denn aufgrund der gesetzlichen Erbfolge gab es vielleicht noch mehr Erben?

Dann erbt die Oma nur die Hälfte, wenn er Kinder hatte. Oder dreiviertel wenn es noch Geschwister oder Neffen und Nichten gibt. Wenn denen also 50% oder 25% des Hauses gehören, können sie Miete verlangen, müssen aber dann natürlich auch Grundsteuer anteilig zahlen.

Woher ich das weiß:Recherche

Sie waren nicht verheiratet daher 20k€ Freibetrag und höchster Steuersatz.

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@Kdkde

Das gilt auch für den Lebensparnter, ließ doch bitte meine Antwort richtig! Man muss nicht verheiratet sein!

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Die Umverteiler müssen schließlich auch von etwas leben. Und da sie von Wertschöpfung nichts verstehen, nimmt man es den Leuten eben einfach weg und verteilt es hin in die eigene Tasche.

Das ist ein schwieriges Thema. Mit einer Eheschliessung geht man ja auch einiges an Verpflichtungen ein. Wer diese nicht eingehen will, sollte dann auch bei der Erbschaftssteuer einem Ehegatten nicht gleichgestellt sein.

Andererseits sollten aus meiner Sicht langjaehrige nicht eheliche Lebenspartner auch nicht auf die gleiche Stufe wie voellig fremde Erben gestellt werden.

Eine Reformierung der Erbschaftsteuerrechts duerfte wohl angebracht sein, eine Gleichstellung nicht ehelicher Lebenspartner mit ehelichen jedoch eher nicht.

Hoffentlich haben die Partner dann zumindest ein Testament gemacht, sonst braucht man sich um die Erbschaftsteuer keine Gedanken zu machen.

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