Sollen bibeltreue Christen überhaupt Weihnachten feiern?

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In der Bibel werden nirgendwo Weihnachten, Ostern oder der Sonntag erwähnt. Für mich geht aus der Bibel ganz klar hervor, dass wir "die Feste des Herrn" (3 Mo,23) halten sollen. Altes und Neues Testament gehören untrennbar zusammen, wobei das AT die Grundlage bildet. Jesus hat auch nicht Weihnachten gefeiert und auch nicht geboten seinen Geburtstag zu feiern. Statt dessen sollen wir das Passah halten und an seinen Opfertod gedenken.

Hallo JamesLuton,

Deine Frage kann aus Sicht der Bibel mit einem klaren NEIN beantwortet werden. Wie Du schon richtig herausgefunden hast, hängt das mit heidnischen Bräuchen zusammen, aus denen schließlich das Weihnachtsfest entstanden ist.

Dazu wird in Meyers Konversationslexikon folgendes gesagt: "„Ursprünglich das heidnische Mittwinterfest (Julfest) . . ., welches . . . zu Ehren der Wiedergeburt der Sonne gefeiert wurde . . . Warum man . . . gerade den 25. Dec. dazu gewählt hat, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Nach einigen geschah es, weil dieser Tag im Alterthum als Tag der Sonnenwende angesehen wurde und daher bei den Römern Dies natalis invicti, Geburtstag der Unbesiegten (Sonne), hieß, eine Bezeichnung, die sich leicht auf Christus, das Licht der Welt, beziehen ließ“ (3. Aufl., Bd. 15, 1878).

In einem anderen Nachschlagewerk heißt es: „Die römischen Saturnalien (ein Fest, das Saturn, dem Gott des Ackerbaus, gewidmet war und mit dem man die wiedererlangte Kraft der Sonne feierte) fanden ebenfalls zu dieser Zeit statt, und einige Weihnachtsbräuche wurzeln, wie man annimmt, in diesem alten heidnischen Fest“ (Encyclopedia Americana 1977, Bd. 6, S. 666).

Trotz des eindeutig unchristlichen Ursprungs haben dennoch viele nichts dagegen, dieses Fest mit all den damit verbundenen Bräuchen zu feiern. Die Bibel sagt jedoch dazu: "Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Bẹlial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? .“ (2. Korinther 6:14,15). Aus diesem Text geht deutlich hervor, dass ein Christ klar von schlechten Handlungen und Bräuchen abstehen sollte, die von denen begangen werden, die der Apostel Paulus hier als "Ungläubige" bezeichnet.

Interessant ist auch, dass die ersten Christen keine Geburtstage und somit auch nicht den Geburtstag Jesu Christi feierten. Dazu heißt es:„Die Idee einer Geburtstagsfeier lag den Christen dieser Periode überhaupt fern“ (August Neander, Allgemeine Geschichte der christlichen Religion und Kirche, 1842, Bd. I, S. 518). Die Gründe dafür liegen darin, dass die Bräuche, die mit Geburtstagesfeiern verbunden sind, ursprünglich im Bereich falscher Religion und Magie liegen.

Die Bibel berichtet an zwei Stellen von Geburtstagsfeiern, beide Male von Personen, die nicht an den wahren Gott glaubten und beide Feiern werden in einem negativen Licht dargestellt. (siehe 1. Mose 40:20-22 und Markus 6:21-26).

Außerdem kann der 25. Dezember nicht das richtige Datum für Jesu Geburt sein. Der Bibelbericht sagt, dass z. Zt. der Geburt Jesu nachts die Hirten auf den Feldern waren. In Palästina gilt diese Zeit als Regenzeit, in der sich die Herden in den Schafställen befinden und nicht im Freien.

Das sind nur einige biblische Gründe, die "bibeltreue" Christen dazu veranlassen sollten, Weihnachten lieber nicht zu feiern.

LG Philipp

Zuerst müssten wir klären, was Du mit "bibeltreu" meinst.

Die meisten, die sich so bezeichnen, haben ein bestimmtes Bild von der Bibel. Und wer mit diesem Bild nicht übereinstimmt, wird für nicht bibeltreu erklärt.

Dummerweise (oder zum Glück) ist die Bibel an vielen Stellen ganz anderer Ansicht als diese "Bibeltreuen". Genau hinschauen lohnt sich also.

Dann stellt man fest, dass z.B. Paulus und Petrus sich über heidnische Bräuche ziemlich heftig gestritten haben. Mit dem Ergebnis, dass man sich in beide Richtungen sinnvoll entscheiden kann.

In der Bibel gibt es zwei Tendenzen: Die eine versucht, sich gegen alles Heidnische äußerst heftig abzugrenzen. Was auch auch nicht ganz dumm gedacht ist. Warum sollte man nicht vermeiden, was einen von Gott wegbringen kann?

Auf der anderen Seite steht gerade Jesus für stark öffnende Tendenzen. Schau Dir einfach mal seinen Stammbaum an, welche Vorfahren dort welche Berufe hatten oder zu Völkern gehörten, von denen man sich gemäß der abgrenzenden Tendenz eigentlich fern halten sollte...

Außerdem hat das Christentum diese angeblich heidnischen Bräuche nicht einfach übernommen, sondern (wie auch schon das Judentum) oftmals auf eine sehr intelligente Weise verändert.

Warum feiern wir Weihnachten ausgerechnet in der dunkelsten Nacht im Jahr? Weil dort Heiden die Wintersonnenwende gefeiert haben? Oder als theologische Aussage: Gott ist keine Nacht zu dunkel. Seine Frohe Botschaft ist in der dunkelsten Nacht besonders wichtig! Und nach der Geburt des Christkinds werden die Nächte wieder kurzer!

Weihnachten heißt: Fürchte Dich nicht! Gott will es in Deinem Leben hell machen. Das darfst Du mit Freude feiern. Und es ist nicht wirklich bibeltreu, einem Essig in diese Freude zu kippen.

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