Laut katholischer Lehre kann Gott mit der Vernunft erkannt werden:

Die heilige Mutter Kirche hält fest und lehrt, dass Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen gewiss erkannt werden kann. (KKK 36)

Die Frage des Verstehens ist widerum eine andere. Da Gott den menschlichen Verstand übersteigt, kann Gott auch nicht vollständig verstanden werden; eigentlich kann sein Wesen sogar überhaupt nicht verstanden werden. Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin schreibt deshalb:

Wir können von Gott nicht erfassen, was er ist, sondern bloß, was er nicht ist und wie sich die anderen Wesen auf ihn beziehen. (s. gen. 1,30)
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Kann man gläubig sein, obwohl man an die naturwissenschaftliche Theorie der Entstehung der Erde glaubt?

Wenn man z.B katholisch ist, ist man ja gläubig und glaubt sozusagen auch das was in der Bibel steht. Laut der Bibel hat Gott die Erde und die Menschen erschaffen.

Dann gibt es ja noch die Wissenschaftliche Erklärung über die Entstehung und Evolotion der Menschen. Also Urknall und Darwins Theorie. Grob gesagt.

Ich kenne viele Leute die sagen das sie gläubig sind und auch oft in die Kirche gehen und alles, aber wenn man sie fragt wie die Welt erschaffen wurde antworten viele mit der Wissenschaftlichen Antwort. Doch wenn man die Wissenschaftliche Erklärung glaubt kann man doch nicht gleichzeitig einer Religion angehören oder? Da ist doch ein Wiederspruch.

Denoch glaube ich das wenn man jmd auf der straße fragen würde wie die Menschen entstanden sind (z.B interview), würden viele (auch gläubige) mit der Wissenschaftlichen theorie antworten. Und es wäre doch dumm wenn man nur aus Scham die erklärung der Naturwissenschaft sagt. Ich meine es gibt viele Katholiken und man sollte ja zu seinem glauben stehen. (Mit dem Scham meine Ich, dass es sein kann das jmd Angst hat ausgelacht zu werden, da die Naturwissenschaftliche Erklärung so ziemlich belegt ist und die religiöse halt nicht)

Aber wenn man so antwortet kann man doch nicht gläubig sein oder? Ich meine die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja ein wichtiger Aspekt der Religion.

Also kann man katholisch sein und gleichzeitig nicht an die Schöpfungsgeschichte glauben?

Ich selber glaube an Gott bzw. an eine höhere Macht, aber ich bin auch überzeugt von der Naturwissenschaftlichen Erklärung über die Entstehung der Menschen.

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Es wäre mir neu, dass so etwas nicht gehen sollte. Wäre mir auch neu, dass es da Widersprüche gäbe. Wo ist da der Widerspruch? Naturwissenschaft und Religion geben doch Antwort auf komplett unterschiedliche Fragen. Wenn man die Wahrheit erforschen will, muss man die Wirklichkeit unter möglichst verschiedenen Aspekten betrachten. Wie ist die Erde entstanden? Nun, ich denke, dass Gott sie geschaffen hat. Und wie hat Gott die Erde geschaffen? Was will ich da mit der Bibel? Die Naturwissenschaft wird schon Recht haben mit diesen ganzen Aussagen und Forschungen. Ich lese auch manchmal Bücher darüber, um das zu verstehen. Aber die Naturwissenschaft kann leider nicht alle Fragen beantworten, weil die Naturwissenschaft nicht werten kann. Sie kann nur Aussagen über die Materie treffen, mehr nicht. Der Rest ist Aufgabe der Philosophie, bzw. der Theologie. Wenn man mich auf der Straße fragt, wie der Mensch entstanden ist, sage ich natürlich, dass er sich vom Affen entwickelt hat. Das halte ich doch immer noch für die plausibelste Erklärung. Ich halte es sogar für sehr wichtig, strikt zwischen Fragen des Geistes/der Wertung und Fragen der Naturwissenschaft zu trennen, denn sonst entsteht ein Brei, den man nicht richtig trennen kann. Erst, wenn man versucht, sich gegenseitig zu umgehen, wird es peinlich; und zwar für beide Seiten. Du musst dir doch nur einmal die Freikirchler anschauen. Das ist ja total lächerlich. Aber schau dir auch mal die "modernen Atheisten" an, die mit Naturwissenschaft alles erklären wollen. Ist genauso lächerlich. Um mich vor solchen Peinlichkeiten zu hüten, trenne ich ganz klar zwischen der Natur- und der Geisteswissenschaft. Ich halte die Schöpfungsgeschichte übrigens für sehr wichtig. Aber für die Naturwissenschaft ist und muss sie total unwichtig sein. Beide geben Erklärungen für die eine Wirklichkeit. Ich halte auch nichts davon, versuchen zu wollen, da irgendwelche naturwissenschaftlichen Erkenntnisse finden zu wollen. Dazu gehört schon einiges an Phantasie. Ebenso falsch liegen die Vertreter des sog. "Intelligent Desgin". Sie glauben nämlich, dass man von der Naturwissenschaft zwingend auf die Existenz Gottes schließen kann. Das geht aber nicht. 

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Natürlich. Ein Priester ist ja auch ein ganz normaler Mensch mit einem Freundeskreis. Es ist doch nicht so, dass ein Priester nicht mit einer Frau reden darf. Ich kenne viele Priester, die auch mal mit Frauen was trinken gehen. Heutzutage ist es leider häufig so, dass man nur da drauf schaut, wie es von außen aussieht. Wenn ein Priester mit einer Frau was trinken geht, gibt es oft schon Aufruhr, weil er den Zölibat nicht halten würde. Aber darf ein Priester nicht einfach auch mal was trinken gehen und sich mit anderen Menschen über sein Leben austauschen? Wer ist da denn verkrampft? Der Priester oder die Leute? Man kann auch mit Bischöfen befreundet sein. Es muss doch nicht alles eine Liebesbeziehung sein. Wenn ich mal dran denke, wie viele Priester ich kenne, die in ihrem Freundeskreis auch Frauen haben... Es geht ja nicht darum, als zölibatär lebender Mensch alles Weibliche aus seinem Leben zu tilgen. Das wäre gänzlich missverstanden. Wer so lebt, ist tatsächlich verkrampft. Da wird das zölibatäre Leben nicht funktionieren. Wenn man da dann einmal eine Frau sieht, war es das mit dem Priestertum. Geh doch mal in die Seminarbar eines Priesterseminars. Da laufen selbstverständlich auch Frauen rum. Seminaristen studieren ja auch mit Frauen. Man sollte Priester nicht wie irgendwelche weltfremden, erhabenen Kleriker behandeln, sondern als welche, die ganz normal zur Gesellschaft zugehören wie jeder andere auch. Außerdem gibt es viele Frauen, die gerne mit Priestern befreundet sind, gerade, weil sie im Zölibat leben. Als Priester haben sie noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Welt und trumpfen auch immer mit lustigen Sprüchen über ihre eigene Lebensform. Katholizismus hat halt Humor.

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Da gibt es eine schöne Geschichte von dem großen englischen Literaturwissenschaftler C.S. Lewis:

Ein kleiner Junge möchte seinem Vater ein Geschenk kaufen, weil er ihn mag und diese Liebe ausdrücken will. Der Junge lebt allerdings auf dem Land. Deshalb muss er seinen Vater fragen, ob er ihn in die nächste Stadt fahren kann. Also fährt der Vater ihn in die Stadt. Im Geschäft liegt das Geschenk zu weit oben, sodass der Vater den Sohn hochheben muss, dass er das Geschenk aus dem Regal holen kann. Die beiden gehen zur Kasse. Der Junge hat allerdings kein Geld und ist zu klein. Also gibt ihm der Vater das Geld und hält ihn wieder hoch, dass er bezahlen kann und fährt ihn heim. Daheim gibt der Sohn seinem Vater das Geschenk.

Man kann über den Sinn der Kirche lange dogmatische Überlegungen niederschreiben. Ich finde allerdings, dass kein noch so theologischer Aufsatz annähernd so schön ist wie diese Metapher. Ich kann mich selbst an ähnliche Situationen erinnern, als ich ein Kind war, wofür ich meinen Vater um Dinge gebeten habe, die ich im schenken wollte. Natürlich braucht Gott die Kirche nicht. Aber der Mensch braucht die Kirche. Gott hat die Kirche instituiert, dass das Wort Gottes nicht mehr nur dem jüdischen Volk zuteil wird, sondern allen Menschen zu allen Zeiten. Die Kirche soll dieses Wort wahren und vor Veränderung, die durch die Zeit entstehen schützen. Deshalb ist die Kirche katholisch: all-umfassend. Sowohl zeitlich, als auch räumlich. Gott braucht die Kirche nicht, aber der Mensch schon. Sie allein kann dem Menschen das geben, was er braucht. Die Kirche ist diese Liebe zwischen Vater und Sohn: das, was die Menschheit braucht, um die Liebe Gottes zu erfahren.

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Ich bin zwar selbst ein Christ, aber so einfach ist das dann nun auch wieder nicht. Die Forschungsergebnisse der Wissenschaften sprechen zwar größtenteils für viele Ereignisse gerade aus dem Neuen Testament, aber Beweise im Sinne der aristotelischen Logik sind das nicht. Es ist prinzipiell sehr schwierig, in den Geschichtswissenschaften von einem "Beweis" zu sprechen.

Bei der Bibel muss man da aber nochmal etwas anders herangehen: Es geht da prinzipiell um die Frage, inwieweit die einzelnen Bücher, die im Grunde genommen in der historisch-kritischen Forschung jeweils als einzelne Bücher betrachtet werden müssen, einen Anspruch strenger historischer Korrektheit aufweisen. Im Alten Testament wird es da besonders schwierig, da es dort schließlich mehr um theologische Zeugnisse als um Geschichtsschreibung im heutigen Sinne geht. Wenn man sich historisch-kritisch mit dem Alten Testament auseinandersetzt, wird man um die Traditionskritik und die Literarkritik nicht herumkommen. Dabei geht es auch um die Frage, wie Geschichtsschreibung zur Zeit der Entstehung des Alten Testaments ausgesehen hat. Da wird dann schnell ersichtlich, dass das ganz anders aussah, als heute. Da war Theologie und Historizität noch nicht wirklich getrennt. Im Neuen Testament sieht das zwar schon wieder ganz anders aus, aber man muss sich ähnliche Fragen schon stellen. Es geht in den Evangelien beispielsweise sehr um die Frage, wie detailliert die Evangelien historisch genau berichten wollen. Interessanterweise entfernen sich die Theologen immer mehr von der Faktizität, aber die Historiker sehen die Evangelisten - gerade Lukas und immer mehr auch Johannes - immer mehr als genaue Geschichtsschreiber an. Gerade die Archäologie macht da stetig Fortschritte. Vermutlich muss man bei den Evangelien und der Apostelgeschichte deshalb noch einige Jahrzehnte mit einem Ergebnis warten. Ein Beispiel: Für viele Bibelforscher des 19./20. Jhdts. war das Johannesevangelium historisch wertlos. Doch neuere Entdeckungen haben immer mehr das Gegenteil gezeigt. Auch in theologischen Schriften wurde das Johannesevangelium wenig für historisches Faktenwissen zur Rate gezogen. Aber letztendlich sollte man doch die Faktenfragen ausklammern: Darum geht es doch letztendlich weniger. Es geht doch darum, was die Evangelisten uns damit sagen wollen. Ob Jesus jetzt einen mehr oder weniger geheilt hat, ist doch nicht so wichtig. In der Theologie darf auch so etwas nicht in den Vordergrund treten. Bahnbrechend ist hier die Theologie Ratzingers in seinen Jesus-Büchern. Er stellt diese Frage nicht in den Vordergrund, sondern dorthin, wo sie hingehört: in den Hintergrund.

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Es ist einfach nur respektlos gegenüber Christen. Wie Menschen Bücher vernichten, die sie nicht mehr brauchen, ist mir egal. Viele können nichts mit einer Bibel anfangen, wenn sie nicht gläubig sind. Ich fände es zwar sinnvoll, wenn jeder eine im Bücherregal stehen hätte, aber zwingen kann man ja niemanden. Wenn man aber öffentlich bewusst bestimmte Bücher verbrennt, hat das eine ganz klare Botschaft: Man will wohl ein christentumsfreies Europa schaffen. So etwas geht nicht. Wenn einer ein Video macht, wie er den Quran verbrennt, wäre man gleich fremdenfeindlich. Aber die Bibel zu verbrennen geht einfach? Was soll man von den jungen Grünen denken, die auf die Deutschlandfahne urinieren? Was ist, wenn jemand das Grundgesetz verbrennt? Ist so etwas in Ordnung? Wie gesagt, mir ist es egal, wie jemand seinen Müll vernichtet, aber wenn man so etwas in der Öffentlichkeit macht, hat das eine gewisse Botschaft. Die Nazis haben auch öffentlich Bücher verbrannt. So etwas hat immer eine klare Botschaft.

Aus christlicher Perspektive gesehen, hat das prinzipielle Verbrennen einer Bibel keinerlei Folgen für die ewige Strafe. Wieso nicht eine abgenutzte Bibel zum Anfeuern verwenden? Das könnte sogar das Gebot der Nachhaltigkeit erfüllen. Aber wenn jemand bewusst aus Hass am Christentum eine Bibel verbrennt, dann sieht das natürlich ganz anders aus. Der wird seinen "gerechten Lohn" erhalten.

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Was versteht man im Hebräer 1 ab Vers 8??

7 Und in Bezug auf die Engel zwar spricht er: "Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme"; in Bezug auf den Sohn aber: 8 "Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches; 9 du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt; darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl über deine Genossen". 10 Und: "Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände; 11 sie werden untergehen, du aber bleibst; und sie alle werden veralten wie ein Kleid, 12 und wie ein Gewand wirst du sie zusammenwickeln, und sie werden verwandelt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht vergehen." 13 Zu welchem der Engel aber hat er je gesagt: "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße"? 14 Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche die Seligkeit ererben sollen?

auch von ManfredFS und den Zeugen Jehovas wünsche ich mir auch wie immer Antworten . :-)

liebe Grüße Euch

Was ich darunter verstehe : Ich geh mal auf Hebräer 1 Ganz ein .

Es wird zum einen Erklärt in dem HebräerBrief Kapitel 1 dass die Engel nicht so erhaben sind wie Jesus . Der Schreiber,stellt Vergleiche, damit wir erkennen, dass Jesus weit Größer ist als die Engel und von den Engeln angebetet werden sollen.

Im Bezug zu Jesus , seinen Sohn, verstehe ich , dass Göttlich was ihm der Vater vererbt nämlich einen Teil seines Thrones, einen Teil , die Herrschaft,zu regieren, an der Seite des Vaters .. die Erhöhung, von welche immer wieder in der Bibel beschrieben wird. Inmitten des Stuhls , so wie es die Offenbarung ebenfalls hergibt .

lieben Gruß

nun wie versteht ihr das , als über Jesus, dem Sohn, geschrieben steht : Dein Thron , o Gott , ist von Ewigkeit zu Ewigkeit ?

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Es geht hier im Grunde um die Macht des Wortes. Jesus Christus ist das Wort Gottes und als Wort Gottes auch Gott selbst. Es geht hier also um die Göttlichkeit Christi. Zum Verständnis dieses Kapitels solltest du vielleicht einmal Joh 1,1-18; Mk 13,28-37; Jes 40,8; Phil 2,6-7 und Mt 25,31-46 lesen. Dadurch wird ersichtlich, was mit dem Text gemeint ist: Jesus ist der Richter des Weltgerichts und "sedet ad dexteram Patris" (aus dem Glaubensbekenntnis: er sitzt zur Rechten des Vaters). Diese Stellen tragen eventuell zum Verständnis des Hebräertextes bei. 

Eine kleine Hilfe: Im Glaubensbekenntnis heißt es, Jesus werde wiederkommen "judicare vivos et mortuos" (zu richten die Lebenden und die Toten). Diese Wiederkunft ist klar vorausgesagt (vgl. Mt 16,27; Mk 8,38; Lk 9,26). Das Zeichen des Menschensohnes ist nach den Kirchenvätern das Kreuz. Das Kommen auf den Wolken des Himmels (vgl. Dtn 7,13) offenbart die göttliche Macht und Herrlichkeit Christi (vgl. Mt 25,31; 26,64; Lk 17,24.26; Joh 6,39f; Apg 1,11). Viele Urchristen hielten die Wiederkunft für in naher Zukunft bevorstehend. Paulus lehrt als Antwort die Ungewissheit des Zeitpunktes (vgl. 1 Thess 5,1-2). Der Zweck des Wiederkommens ist die Auferweckung der Toten und die gerechte Vergeltung (vgl. 2 Thess 1,8). Die Gläubigen sollen darum bei der Wiederkunft des Herrn "untadelig" befunden werden (vgl. 1 Kor 1,8; 1 Thess 3,13; 5,23). Die Vorzeichen der Wiederkunft Christi sind die Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt (vgl. Mk 13,10), die Bekehrung der Juden (vgl. Röm 11,25-32), ein großer Glaubensabfall u.a. durch das Auftreten falscher Propheten (vgl. Mt 24,4f), das Auftreten des Antichristes (vgl. 2 Thess 2,3) und schwere Bedrängnisse (vgl. Mt 24,9; Mt 24, 9; Jes 13,10; Jes 43,4), d.h. Kriege, Hungersnöte, Erdbeben und schwere Verfolgungen.

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Religionsunterricht halte ich für sehr wichtig. Es ist gewiss nicht das wichtigste Fach, aber zwei Stunden in der Woche sind keine Verschwendung. Alternativ kann man an staatlichen Schulen auch das Fach Ethik belegen. Eine Reflektion des eigenen Denkens - wie es im Religionsunterricht geschieht - halte ich für sehr wichtig. Leider gibt es nur wenige gute Religionslehrer. Religionsunterricht sollte eigentlich nicht Meditation oder Bibelteilen sein, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Christentum. Natürlich wird alles aus der Perspektive des Christentums behandelt. Im Religionsunterricht lernen die Schüler auch über die Religion nachzudenken. Dies geschieht daheim eigentlich weniger. Jeder sollte natürlich in seiner eigenen Konfession unterrichtet werden. Konfessionsübergreifender Religionsunterricht ist absoluter Schwachsinn. Dabei verschwimmt das Bild der eigenen Religion eher. Gerade in der heutigen Welt, wo viele Menschen keine Ahnung mehr von Religion und Moral haben, ist es notwendig, dass man mal etwas darüber lernt.

Die Kirchensteuer sollte meiner Meinung nach auch beibehalten werden. Es geht ja sowieso nur diejenigen etwas an, die katholisch sind. Die anderen sollten sich da deshalb raushalten. Es ist logistisch gesehen am einfachsten, die Kirchensteuer zu haben. Das hat sich so etabliert. Außerdem könnte sich der Staat es nicht leisten, die Kirche auszubezahlen. Dafür müsste er sich hoch verschulden. Wir haben doch ein funktionierendes System, warum sollte man das ändern?

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Dieses Problem beschäftigt die Kirche bereits seit fast 2000 Jahren. Einerseits liegt der biblische Befund vor, dass Jesus Mensch ist (z.B. "Και ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο", "Und das Wort ist Fleisch geworden" Joh 1,14 oder 1 Tim 2,5), andererseits, dass Jesus Gott ist (vgl. z.B. Joh 6,67; Lk 6,13; Joh 8,58; Joh 10,30; etc.). Nun steht man vor einem Problem: Gibt es zwei Götter? Aus der Lehre des Judentums ergibt sich, dass es nur einen Gott gibt. Deshalb behauptete Arius, dass Christus nicht von gleicher Wesensart mit dem Vater sein kann; er muss also ein Geschöpf ähnlicher Wesensart sein (ὁμοιούσιος). Arius hielt Jesus also nicht für göttlich, sondern für fehlbar und veränderlich. Dies stand allerdings in starkem Dissenz zur Hl. Schrift. Also verurteilte das Konzil von Nizäa (325) diese Strömung des sog. Arianismus. Das Konzil von Nizäa fand ein einheitliches Glaubensbekenntnis, dass Jesus "ὁμοούσιος τῷ Πατρί" (eines Wesens mit dem Vater) ist und "γεννηθέντα, οὐ ποιηθέντα" (gezeugt, nicht geschaffen). Wichtig für dieses Verständnis ist der Unterschied zwischen "Zeugen" (genitum) und schaffen (factum): Etwas Gezeugtes (Genitum) ist immer gleichen Wesens mit dem Zeuger (Genitor). So ist das Kind (Genitum) eines Vaters (Genitor) immer ein Mensch. Etwas Geschaffenes (Factum) ist jedoch stets wesensverschieden vom Schöpfer (Factor). So ist der Mensch (factum) zwar Abbild Gottes (Factor), aber nicht Gott. Ebenso wird eine Statue (factum) niemals ein Mensch (Factor) sein. 

Dies ist aber noch keine eindeutige Klärung des Falls. Deshalb berief man das Konzil von Ephesus (431) ein. Dort wurde geklärt, dass Jesus Gott und Mensch zugleich ist und es in Jesus eine seinshafte Einigung gibt. Abgerundet wurde dieses christologische Dilemma schließlich mit dem Konzil von Chalcedon (451), das bekannte, dass es in Jesus eine göttliche und eine menschliche Natur gibt. Diese sind "in duabus naturis inconfuse, immutabiliter, indivise, inseparabiliter" (in zwei Naturen unvermischt, unverwandelt, ungetrennt, ungesondert). D.h., dass man diese zwei Naturen nicht trennen, aber auch nicht mischen kann. Dieses Ergebnis wird heute als "hypostatische Union" bezeichnet. 

Dieses Christusbekenntnis ist bis heute fester Bestandteil des Glaubensbekenntnisses: "genitum non factum, consubstantialem Patri ... et incarnatus est ... et homo factus est" (gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater ... und ist Fleisch geworden ... und ist Mensch geworden). Weiter ist natürlich die Hl. Dreifaltigkeit wichtig, um das Verhältnis zwischen Gott und Jesus zu klären. Dafür gibt es aber genug Videos, die das erklären, z.B.:

https://youtube.com/watch?v=xCobMa5W4vY

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