Kann man gläubig sein, obwohl man an die naturwissenschaftliche Theorie der Entstehung der Erde glaubt?

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34 Antworten

Ich persönlich bin der Meinung, dass nur diejenigen wirklich gläubig sind und Gottes Werk angemessen zu würdigen wissen, wenn sie sich eben auch für die wissenschaftlichen Hintergründe interessieren. "Gott war's!" ist eben keine Erklärung, sondern nur ein Fluchtweg aus der Realität - das ist jedem modernen Gläubigen auch klar, denn auch sie gehen wenn sie krank sind zum Arzt, lassen sich vor Gericht von einem Anwalt vertreten oder schlucken die Medizin eines Apothekers - alles Wissenschaftler, alles studierte Experten, denen sie ihr Vertrauen schenken, weil sie eben der Wissenschaft vertrauen.

Nicht die Bibel ist deshalb die Grundlage für meinen Glauben als Christ, sondern mein eigenes Herz. Die Bibel hat niemals den Anspruch erhoben, ein wissenschaftliches Lehrwerk zu sein, sondern ist ein ethisch-moralisches Lehrwerk. Du findest darin Hinweise, wie du dein Leben so gestalten kannst, dass du ein guter Mensch wirst, dein Leben auch zu schätzen weißt, wie du mit Ungerechtigkeiten und Verlusten umgehen kannst und wie du Trost und Geborgenheit bei Gott findest. Aber sie liefert dir keine Antworten auf naturwissenschafltiche Erscheinungen und auch nur wenige historischen Daten und Fakten.

Noch heute gibt es einige sogenannte Gläubige, die meinen, die Bibel wortwörtlich auslegen zu müssen. Klar, es finden sich in einem mehrere Jahrtausende altem spirituellen Buch auch Geschichten über die mythologische Vorzeit - diese Geschichten sind aber keine Tatsachenberichte, sondern hatten zu allen Zeiten bloß einen reinen Unterhaltungswert mit einer oft vielsagenden Moral dahinter. Man konnte sich eben nicht erklären, woher die Artenvielfalt stammte und woher die ersten Menschen kamen, also brauchte es eine Erklärung für diese interessante Frage, die man dann eben mit einigen ethischen Wertvorstellungen abrundete (in der Schöpfungsgeschichte aus der Genesis steht zum Beispiel sehr viel über die Verantwortung des Menschen für die anderen Lebewesen auf der Erde, aus diesem Aspekt ist sie auch heute noch sehr interessant, auch für Nichtgläubige!). Ähnliche Erzählungen wie von Adam und Eva finden sich bei allen Völkern auf der ganzen Welt. Man nennt sie "aitiologische Erzählungen", aber es war schon als sie erdacht wurden jedem Menschen klar, dass sie bloß einen reinen Symbolwert hatten. Angezweifelt wurden sie immer - genauso wie Weihnachtsmann und Osterhase.

Erst als die Wissenschaft dann endlich tatsächliche Antworten auf die Frage nach der Herkunft des Lebens und vor allem des Menschen gefunden hatte, bildete sich ein Lager von religiösen Fanatikern, welches die Wissenschaft und vor allem die Evolutionstheorie bis heute leugnet - weil sie eben in Konflikt mit der (wortwörlich gegelaubten) Bibel steht. Einem aufgeschlossenen und modernen Christen erscheinen diese Randfiguren jedoch genauso als Spinner wie jedem anderen, der nicht mit einer Religion aufgewachsen ist. Sogar ziemlich doppelzüngige Spinner, wie ich finde, denn sie verwenden Handys, Laptops, Autos, moderne Medizin und alles weitere, was ohne Erkenntnisse aus der Wissenschaft alles nicht zustande gekommen wäre.

Kurz gesagt: Die Wissenschaft hat mir stets vermittelt, was ich WISSEN kann. Die Religion gibt mir aber Impulse, was ich GLAUBEN kann, wo die Wissenschaft mir noch keine zufiredenstellende Antwort liefern kann.

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Kommentar von AgoodDay
03.08.2017, 15:34

Sehr gute Antwort, stimme dir zu!

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Hallo Saphira1002,
da du anscheinend noch neu hier bist: Unter „Suchen“ im blauen Feld oben kannst du recherchieren, was zu diesem Thema alles schon hier geschrieben wurde. Gib mal einfach „Evolution“ ein.

In Kurzfassung meine Meinung:
Die Wissenschaft beschreibt, wie die Dinge entstanden sind. In diesem Zusammenhang hat schon 1959 Papst Pius XII. auf die Evolutionstheorie hingewiesen.

Die Bibel beschreibt, warum und wozu alles entstanden ist, in Form von Erzählungen, die keinen Anspruch auf Wissenschaft und Geschichtlichkeit haben.

Da kann ich als Gläubiger problemlos beides miteinander verbinden und sehe keinen Widerspruch.

Schwierigkeiten entstehen, wenn die Wissenschaft beweisen will, dass es keinen Gott gibt, oder wenn die Religion alle Texte als historisch-wissenschaftliche Beschreibungen (fundamentalistisch) sieht.

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Natürlich geht das;

Es gibt  sogar viele Naturwissenschaftler die gläubig sind;

der Anteil an denjenigen die einen Gott als Lückenbüsser sehen oder an eine kreationistischen Ansatz glauben dürfte allerdings bei Naturwissenschaftlern deutlich geringer sein, aber das ist ja nichts schlechtes - ganz im Gegenteil:  Es gibt und gab viele   Glaubensgemeinschaften und Individuen die das Wissen um das Universum und den Erwerb davon als eine Art "Weg zu Gott" sehen und sahen.

Man darf allerdings auch nicht hingehen und einen möglicherweise sehr individuellen Glauben mit einer Kirche als Institution verwechseln; gerade in früheren Zeiten ging es da ja eher um Politik und Macht.

Generell kann der Glaube ja sehr individuell sein, daher muss das nicht zwangsläufig ein Widerspruch sein.

"würden viele (auch gläubige) mit der Wissenschaftlichen theorie antworten"

richtig und ich denke die wenigsten tun das aus Scham sondern meist aus Überzeugung oder unter Umständen auch einem "Glauben" daran (ohne diese Theorien wirklich zu verstehen)

"Ich meine die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja ein wichtiger Aspekt der Religion."

Richtig, aber die wenigsten nehmen diese wörtlich;

Und daneben gibt es ja nicht nur Christen sondern auch andere Religionen oder Personen die da ihren ganz eigenen Weg gehen.

"Ich selber glaube an Gott bzw. an eine höhere Macht,"

Also hast du dir ja die Antwort schon selber gegeben oder? ;)

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Kann man gläubig sein, obwohl man an die naturwissenschaftliche Theorie der Entstehung der Erde glaubt?

Ja, kann man. Tue ich auch.

Doch wenn man die Wissenschaftliche Erklärung glaubt kann man doch nicht gleichzeitig einer Religion angehören oder? Da ist doch ein
Wiederspruch. 

Nein, es ist kein Widerspruch.

Wissenschaft kommt zumindest im naturwissenschaftlichen Bereich von "Wissen", also das Beweisbare und Messbare, manchmal auch das Berechenbare. Das schließt einen "Glauben" an das Beweisbare aus. Streng genommen lässt auch die Wissenschaft keine Freiheit zu und "zwingt" gewissermaßen dazu, die Beweise anzunehmen. Daher kann man auch nicht an eine wissenschaftliche Erklärung glauben

Das ist mit der Religion anders. Hier geht es um Glauben, Vertrauen, Beziehung und letztlich um Hingabe. Beim Glauben hat die Freiwilligkeit und die Freiheit ihren Platz. Hier lässt sich nichts beweisen, denn dann gäbe es keine Freiheit mehr. Wenn ein Freund verlangen würde, die Liebe und Zuneigung zu ihm beweisen zu sollen oder gar zu müssen, so wäre das das Ende der Freundschaft und der Beziehung an sich. Meine Frau kann ihre Liebe zu mir nicht beweisen; ich kann es ihr nur glauben und niemals wissen.

...da die Naturwissenschaftliche Erklärung so ziemlich belegt ist und die religiöse halt nicht

Du meinst mit naturwissenschaftlicher Erklärung vermutlich die verschiedenen Theorien zur Erklärung des Universums und der menschlichen Existenz.

In der Tat ist es so, dass eine wissenschaftliche Theorie noch keine bewiesene Tatsache ist. Diese können "so ziemlich belegt" sein wie du schreibst; dann bleibt immer noch ein Rest an Zweifel und die Möglichkeit, dass die Theorie doch falsch ist. Das gab es in der Geschichte bis heute immer wieder. Das ist im Wissenschaftsbetrieb völlig normal und gehört zur Forschung. Es gibt aber Theorien, die sind durch und durch bewiesen. Das nennt man nicht mehr Theorien, sondern Tatsachen.

Ich meine die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja ein wichtiger Aspekt der Religion.

Ich nehme an, du meinst die beiden bekanntesten Schöpfungserzählungen im Buch Genesis in der Bibel. Wenn du dir die erste Erzählung von der Erschaffung der Welt in 7 Tagen genau ansiehst, fällt dir vielleicht auch auf, dass es da eine Systematik im Aufbau gibt: 3 Tage mit der Erschaffung des Lichtes, Luft und Wasser, Land und Meer. An den folgenden 3 Tagen wir das alles "bevölkert": Sonne, Mond und Sterne für Tag und Nacht; Vögel für den Himmel und Fische im Wasser; Auf dem Land die Tiere und schließlich die Menschen (Plural). Am 7. Tag "musste Gott ruhen", deshalb soll der Mensch am 7. Tag auch ruhen und keine Arbeit tun. Fällt dir etwas auf? Der ganze literarische Aufbau dieser Erzählung hat den Charakter einer Dichtung und nicht einer "wissenschaftlichen Erklärung". Diese Schöpfungsdichtung findest du in verschiedenen Variationen an anderen Stellen der Bibel, z.B. im Psalm 104 oder auch im Gesang der drei Jünglinge im Buch Daniel (Dan 3,57-88). Das alles ist gekleidet in eine religiöse Sprache, um die Beziehung des Menschen zu Gott zum Ausdruck zu bringen. Schöpfungserzählungen wie die im Buch Genesis finden sich den anderen Kulturen des Orients aus dieser Zeit. Diese Sprache wurde damals von der Mehrheit der Menschen verstanden und zwar als das, wie es erscheint: Als hymnische Dichtung. Heute würde man religiös formulieren: Eine Art von Lobpreis auf Gott (oder meinetwegen "höhere Macht").

Naturalistische und streng materialistische Sichtweisen gab es auch schon zu biblischer Zeit. Zur Zeit Jesus gab es im Judentum die religiöse Richtung der Sadduzäer. Die vertraten einen reinen Materialismus und glaubten nicht an eine "unsterbliche Seele" oder ein Weiterleben nach dem Tod mit einer "Auferstehung von den Toten".

Oder auch schon im Alten Testament finde ich z.B. den Abschnitt aus dem Buch der Weisheit, Kap. 2 (findest du gewöhnlich in katholischen Bibeln, manchmal auch in bestimmten Ausgaben der Lutherbibel) sehr Interessant:


Weish 2,1-24

Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:

Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit. Durch Zufall sind wir geworden und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Der Atem in unserer Nase ist Rauch und das Denken ist ein Funke, der vom Schlag des Herzens entfacht wird verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche und der Geist verweht wie dünne Luft. Unser Name wird bald vergessen, niemand denkt mehr an unsere Taten. Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke und löst sich auf wie ein Nebel, der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird. Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, unser Ende wiederholt sich nicht; es ist versiegelt und keiner kommt zurück. 

Auf, lasst uns die Güter des Lebens genießen und die Schöpfung auskosten, wie es der Jugend zusteht. Erlesener Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen, keine Blume des Frühlings darf uns entgehen. Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken; keine Wiese bleibe unberührt von unserem ausgelassenen Treiben. Überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen; das ist unser Anteil, das fällt uns zu.
Lasst uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen! Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist; denn das Schwache erweist sich als unnütz.
Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und nennt sich einen Knecht des Herrn. Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater. Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennen zu lernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.
So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind.
Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts, sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten keine Auszeichnung für untadelige Seelen.
Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.










Dieser Text stammt etwa aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Interessant

finde ich, dass viele Gedanken bereits formuliert sind, die auch aus
unserer Zeit stammen könnten. Gläubige Menschen haben sich praktisch
schon immer mit naturalistischen bzw. atheistischen Sichtweisen
auseinandergesetzt. Die Wissenschaft (Physik, Chemie, Biologie /
Evolutionstheorie) erklärt, wie die Welt entstanden ist und der Mensch
sich entwickelt hat. Der Glaube / die Religion beantwortet die Frage,
warum überhaupt etwas existiert und warum es Leben überhaupt gibt.
Letzteres kann und will die Wissenschaft nicht erklären, braucht es auch
nicht.

Ein Beispiel dazu:

Die Konstruktion und
Funktionsweise eines autonom fahrenden Autos kannst du sehr gut
technisch und naturwissenschaftlich erklären, ohne einen Mechaniker,
Ingenieur oder einen Fahrer zu postulieren.
Betrachtest du nur das
Material und die Funktionen, so liegt es zwar nahe, dass es einen
intelligenten Konstrukteur gibt, aber einen Beweis kannst du auf der
technischen Ebene nicht geben. Mit naturwissenschaftlichen Begriffen und
Arbeitsweisen lässt sich der Ingenieur oder ein Fahrer des Autos, wenn
überhaupt (!!!), nur sehr schlecht beschreiben. Aber eine Lobeshymne auf
dessen Genialität zu verfassen, ist keine Problem. Nur zur technischer
Erklärung des Autos taugt die nicht.

Ist es nun ein Widerspruch,
hinter allem, was existiert eine personale Intelligenz anzunehmen, die
für das beobachtbare und messbare des Universums und unserer Existenz
verantwortlich ist?

Mit wissenschaftlichen Begriffen lässt sich
das nicht beschreiben. Das wirkt dann schon sehr kmisch, zu recht! Aber
ich finde, mit der Bildersprache der Bibel lässt sich die religiöse
"Realität" sehr gut beschreiben und "erklären".

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Es wäre mir neu, dass so etwas nicht gehen sollte. Wäre mir auch neu, dass es da Widersprüche gäbe. Wo ist da der Widerspruch? Naturwissenschaft und Religion geben doch Antwort auf komplett unterschiedliche Fragen. Wenn man die Wahrheit erforschen will, muss man die Wirklichkeit unter möglichst verschiedenen Aspekten betrachten. Wie ist die Erde entstanden? Nun, ich denke, dass Gott sie geschaffen hat. Und wie hat Gott die Erde geschaffen? Was will ich da mit der Bibel? Die Naturwissenschaft wird schon Recht haben mit diesen ganzen Aussagen und Forschungen. Ich lese auch manchmal Bücher darüber, um das zu verstehen. Aber die Naturwissenschaft kann leider nicht alle Fragen beantworten, weil die Naturwissenschaft nicht werten kann. Sie kann nur Aussagen über die Materie treffen, mehr nicht. Der Rest ist Aufgabe der Philosophie, bzw. der Theologie. Wenn man mich auf der Straße fragt, wie der Mensch entstanden ist, sage ich natürlich, dass er sich vom Affen entwickelt hat. Das halte ich doch immer noch für die plausibelste Erklärung. Ich halte es sogar für sehr wichtig, strikt zwischen Fragen des Geistes/der Wertung und Fragen der Naturwissenschaft zu trennen, denn sonst entsteht ein Brei, den man nicht richtig trennen kann. Erst, wenn man versucht, sich gegenseitig zu umgehen, wird es peinlich; und zwar für beide Seiten. Du musst dir doch nur einmal die Freikirchler anschauen. Das ist ja total lächerlich. Aber schau dir auch mal die "modernen Atheisten" an, die mit Naturwissenschaft alles erklären wollen. Ist genauso lächerlich. Um mich vor solchen Peinlichkeiten zu hüten, trenne ich ganz klar zwischen der Natur- und der Geisteswissenschaft. Ich halte die Schöpfungsgeschichte übrigens für sehr wichtig. Aber für die Naturwissenschaft ist und muss sie total unwichtig sein. Beide geben Erklärungen für die eine Wirklichkeit. Ich halte auch nichts davon, versuchen zu wollen, da irgendwelche naturwissenschaftlichen Erkenntnisse finden zu wollen. Dazu gehört schon einiges an Phantasie. Ebenso falsch liegen die Vertreter des sog. "Intelligent Desgin". Sie glauben nämlich, dass man von der Naturwissenschaft zwingend auf die Existenz Gottes schließen kann. Das geht aber nicht. 

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Hallo,

natürlich kann man das. Viele Menschen vergessen, dass die Bibel in einer anderen Zeit geschrieben wurde. Man musste den Menschen die Religion verständlich machen. Wieso muss den eines von beiden 100 richtig sein? Wieso soll es denn keinen Mittelweg geben? Mal anders gefragt. Würdest du deiner 4 Jährigen Tochter erklären, dass sie nicht in die Steckdose fassen darf, da sie sonst einen Stromschlag krieg oder würdest du ihr die Erklärung aus dem Schulunterrichts der 9 Klasse erläutern? Das wirst du ihr vermutlich erst so erklären, wenn sie von der Entwicklung so weit ist. Damals gab es keinen Strom, keine physikalischen Gesetze (bzw. waren sich die Menschen dessen nicht bewusst). Wie hätten sie das verstehen sollen? Ich glaube an Gott und an die Wissenschaft. Die Wissenschaft und Gott schließt sich nicht aus. Außerdem geht es doch um die Botschaft.

LG SarahTee

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Die offizielle Lehrmeinung der Katholischen Kirche ist so weit ich weiß eine Art Theistische Evolution.

Das heißt, die Evolutionstheorie wird anerkannt, man sagt aber, dass natürlich Gott immer dabei war.

https://de.wikipedia.org/wiki/Theistische\_Evolution

Und die Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis kann man doch als moderner Christ als das verstehen, was sie ist: ein antiker Mythos. Das heißt nicht, dass sie keine Wahrheiten enthält und nicht lange Zeit den Menschen vieles erklärt hat - aber eine moderne wissenschaftliche Theorie ist etwas völlig Anderes.

Mich wundert immer wieder, wie oft hier auf GuteFrage die Positionen der extremen Fundamentalisten als die einzig mögliche Auslegung der Religion gesehen werden.

Warum orientierst Du Dich an den Bibelfundamentalisten und nicht an den modernen liberalen Christenmenschen? An den theologischen Fakultäten der Unis vertritt doch zum Beispiel so gut wie niemand so einen Kreationismus (jedenfalls in Europa). Warum erscheint Dir der naive buchstabentreue Glaube an die Bibel als die normale und selbstverständliche christliche Sichtweise?

Kennst Du nur Leute, die so was vertreten? Hast Du Dich noch nie mit einem Theologen oder einer Theologin oder überhaupt jemandem, der oder die einen liberaleren Glauben vertritt, unterhalten??

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Kommentar von Gronkor
03.08.2017, 10:50

Ich gucke mir gerade eine ganz interessante Sendung an, die ich mal hier verlinke, weil sie zum Thema passt:

https://www.youtube.com/watch?v=XlaQusxtnzA

Da hast Du mal ein Beispiel dafür, wie man heutzutage Naturwissenschaft und Theologie zusammenbringen kann.

Das Buch, das dieser Sendung zu Grunde liegt, ist übrigens auch ganz interessant.

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Kann man gläubig sein obwohl man an die Naturwissenschaftliche Theorie der Entstehung der Erde glaubt?

Sicher ist das möglich. Es kommt nur darauf an, wie man das mit der Genesis sieht.

Wenn man z.B katholisch ist, ist man ja gläubig und glaubt sozusagen auch das was in der Bibel steht. Laut der Bibel hat Gott die Erde und die Menschen erschaffen.

Nur weil man auf dem Papier katholisch ist, heißt das keineswegs zwangsläufig auch gläubig ist. Gleiches gilt für die Zugehörigkeit anderer Konfessionen oder gar Religionen. Wirklich gläubig zu sein ist keine Sache der organisatorischen Zugehörigkeit sondern einer eigenen geistigen Einstellung, etwas wirklich zu akzeptieren, also als wahr anzusehen.

Doch wenn man die Wissenschaftliche Erklärung glaubt kann man doch nicht gleichzeitig einer Religion angehören oder? Da ist doch ein Wiederspruch.

Erstens heißt es Widerspruch und zweitens ist es keiner, wie ich ja weiter oben bereits erklärt habe.

Aber wenn man so antwortet kann man doch nicht gläubig sein oder? Ich meine die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja ein wichtiger Aspekt der Religion.

Wie ich schon geschrieben habe, hängt es sehr davon ab, wie man das mit dem Glauben verinnerlicht hat. Dies gilt ebenso auch für die Schöpfungsgeschichte. Zudem muss man auch berücksichtigen, wie es mit der jeweiligen Religionslehre zur Schöpfungsgeschichte aussieht, denn verschiedene Konfessionen haben verschiedene Lehren zu denselben Schriftstellen, in diesem Fall der Bibel, genauer der Genesis.

Also kann man katholisch sein und gleichzeitig nicht an die Schöpfungsgeschichte glauben?

Ja klar. Siehe oben zur Religionszugehörigkeit und glauben.

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Hallo Saphira1002,

ich gebe Dir völlig Recht! Der Glaube an den Gott der Bibel und die Evolutionstheorie schließen einander aus. Viele scheinen sich darüber nicht im klaren zu sein.

Ich persönlich habe früher auch an die Evolutionstheorie geglaubt, sehe das heute jedoch anders. Bleiben wir einmal bei der Schöpfungsgeschichte. Hat sie sich wirklich so zugetragen, wie sie in der Bibel beschrieben wird? Zweifellos vertreten viele die Meinung, Adam und Eva seien erfundene Gestalten und belächeln den Bericht in der Bibel über sie. Sie spricht von diesen beiden jedoch als von Personen, die tatsächlich gelebt haben und von denen das gesamte Menschengeschlecht abstammt. Was soll man nun aber glauben? Ist es mit dem Wissen und den Erkenntnissen der heutigen Zeit zu vereinbaren, Adam und Eva als historische Personen zu betrachten oder sprechen die Fakten dagegen?

Da ist zunächst einmal der kurze biblische Bericht der Genesis über die Erschaffung des ersten Menschen (Adam). Die Bibel berichtet folgendes: "Und Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele"(1. Mose 2:7).

Ist das, was hier ausgesagt wird, wissenschaftlich korrekt? Nun im "Staub", also in der Erde, sind all die 41 grundlegenden chemischen Elemente, aus denen der menschliche Körper besteht, zu finden. Die Formulierung "aus Staub" ist zwar einfach ausgedrückt ist aber dennoch mit den Tatsachen in Übereinstimmung. Da der Mensch aus etwa 100 Billionen Zellen mit Dutzenden Organen und 9 großen Organsystemen besteht, wäre zu fragen: Wie sollte dieses hochkomplexe und genial konstruierte biologische Gebilde ins Dasein gekommen sein? Wäre es wirklich vernünftig zu glauben, das zufällige Entwicklungen so etwas zustande bringen können? Oder ist es nicht weitaus vernünftiger zu glauben, dass ein intelligenter Designer dahinter steht, wie in dem eingangs zitierten Bibeltext zu lesen ist? Da der Mensch nicht nur eine Anhäufung lebloser Materie ist, sondern Lebenskraft besitzt, stellt sich folgende weitere Frage: Woher stammt diese Lebenskraft? Darauf hat die Wissenschaft bis heute keine Antwort gefunden. Auch kann sie noch nicht einmal genau erklären, was das "Leben" eigentlich ist.

Bemerkenswert ist auch, dass eigentlich das gesamte Menschengeschlecht und damit alle Menschenrassen miteinander verwandt sind. Wie anders wäre es sonst zu begründen, als damit, dass die Menschheitsfamilie auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgeht? Der anatomische und organische Aufbau eines Menschen, egal welcher Rasse er angehört, ist stets identisch. Das wird auch in folgenden Werken gesagt:

„Die Wissenschaft bestätigt jetzt, was die meisten der großen Religionen schon immer gepredigt haben: Alle Menschen, ganz gleich, zu welcher Rasse sie gehören, stammen .  .  . von dem gleichen ersten Menschen ab“ (Amram Scheinfeld, Heredity in Humans, S. 238, Philadelphia und New York, 1972).

„Was in der Bibel schon seit Jahrhunderten über Adam und Eva, Vater und Mutter des ganzen Menschengeschlechts, steht, ist das, was die wissenschaftlichen Forschungen ergeben haben: daß alle Völker der Erde eine einzige Familie bilden und einen gemeinsamen Ursprung haben“ (Ruth Benedict und Gene Weltfish, The Races of Mankind [Die Menschenrassen], S. 3, New York, 1978).
Dass Adam nicht lediglich ein Sinnbild der gesamten frühen Menschheit ist, zeigt auch die Bibel selbst. So reiht sie z. B. Adam in verschiedene Geschlechtsregister ein, die eine Aufzählung historischer Personen darstellt. Ein Beispiel dafür ist der Stammbaum Jesu Christi gemäß Lukas, Kapitel 3, Verse 23 - 38. U. a heißt es dort: „Jesus selbst [war], als er sein Werk anfing, ungefähr dreißig Jahre alt und war .  .  . der Sohn .  .  . des David, .  .  . Sohn des Abraham, .  .  . Sohn des Adam.“ (David und Abraham sind bekannte geschichtliche Gestalten. Ist es daher nicht vernünftig, zu schlussfolgern, dass Adam eine wirkliche Person war? In einem anderen Bibelbuch, Judas 14, heißt es:"„Der siebte in der Linie von Adam her, Henoch, hat .  .  . prophezeit.“ (Henoch war nicht der siebte in der Linie von der gesamten frühen Menschheit her.)

Auch Jesus Christus sprach von Adam und Eva nicht lediglich als allegorische Personen. Das zeigt der Bericht in Matthäus 19:4,5:"[Jesus] sagte  .  .  .: ‚Habt ihr nicht [in 1.  Mose 1:27; 2:24] gelesen, dass der, welcher sie [Adam und Eva] schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat und sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e  i  n Fleisch sein“ .  .  .?‘  “ Diese Aussage Jesu belegt eindeutig, dass er den Bericht in der Genesis als Tatsachenbericht ansah.

Interessant ist auch die Aussage der Bibel in Apostelgeschichte, wo es heißt: "Und er hat aus e  i  n  e  m [Menschen] jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der [Menschen]" (Apostelgeschichte 17:26. Auch hier wird wiederum bestätigt, dass die gesamte Menschheit von einem gemeinsamen Vorfahren abstammt.

Zum Schluss möchte ich noch einen entscheidenden Punkt herausstellen, warum der Glaube an den Genesisbericht über Adam und Eva so bedeutungsvoll ist. Durch diesen Bericht erhalten wir nämlich befriedigende Antworten auf die wichtigsten Lebensfragen, wie z. B.: Woher kommen wir? Welchen Sinn hat das Leben? Warum gibt es so viel Leid und Böses in der Welt und wird das Böse jemals beseitigt? Außerdem wäre die wichtigste biblischen Lehre, die Lehre vom Opfertod Jesu, ohne den Bericht über Adam und Eva nicht zu verstehen.

Das sind nur einige wesentliche Gründe, warum es einen Sinn macht, die biblische Erzählung von Adam und Eva für glaubwürdig zu halten.

LG Philipp

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Hallo, zunächst einmal scheinst du ja selber ein Beispiel dafür zu sein, also warum die Frage? :D

Wie auch immer, ich mir geht es selber genauso - ich bin evangelisch und Kursbeste im Physikleistungskurs. Selbst mein Religionslehrer glaubt nicht eins zu eins an die Erzählungen der Bibel, denn sie wurden von Menschen aufgeschrieben, die damit einen bestimmten Zweck verfolgt haben. Wichtiger ist die Botschaft der Bibel, die auf Nächstenliebe und Respekt abzielt.

Die Schöpfungsgeschichte als einzige Wahrheit anzusehen ist auch alleine schon deshalb nicht sinnvoll, weil es zwei verschiedene gibt.. :D

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Schwer vorstellbar, dass du das noch fragen musst. Normalerweise lernt man das in der Schule im Religionsunterricht.

Wenn man z.B katholisch ist, ist man ja gläubig und glaubt sozusagen
auch das was in der Bibel steht. Laut der Bibel hat Gott die Erde und
die Menschen erschaffen.

Deine befragten Katholiken behaupten nichts anderes.
Übrigens sind auch Protestanten gläubig und beziehen sich auf die Bibel (nicht nur Katholiken), aber sie wissen, dass die Bibel kein Naturkundebuch sondern ein Glaubensbuch ist.

Dann gibt es ja noch die Wissenschaftliche Erklärung über die Entstehung
und Evolotion der Menschen. Also Urknall und Darwins Theorie. Grob
gesagt.

Und wer setzt Evolution und Urknall in Gang? Atheisten sprechen vom Zufall, Christen sprechen von Evolution unter der gezielten Planung Gottes.
Deshalb ist die Welt kein Zufall, kein Chaos, sondern ein großartiges Ordnungsgefüge.

Ich kenne viele Leute die sagen das sie gläubig sind und auch oft in die
Kirche gehen und alles, aber wenn man sie fragt wie die Welt erschaffen
wurde antworten viele mit der Wissenschaftlichen Antwort. Doch wenn man
die Wissenschaftliche Erklärung glaubt kann man doch nicht gleichzeitig
einer Religion angehören oder? Da ist doch ein Wiederspruch.

Es besteht keinerlei Widerspruch zwischen der Bibel und Evolution/Urknall. Glaube und Naturwissenschaft betrachten die Entstehung der Welt und des Menschen nur aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Naturwissenschaft will wissen und erforschen, wie sich das Universum aufbaut, der Glaube dagegen fragt nach dem Warum und nach dem Sinn der Welt und des Lebens. Die Bibel will uns in ihren Schöpfungsberichten klarmachen, dass alles aus Gottes Hand kommt. Er hat die Welt mit allen Geschöpfen und all ihrer Ordnung aus dem Nichts ins Dasein gerufen.  Dies alles drückt die Bibel in einer bilderreichen Erzählung aus, die der damaligen Vorstellung der Menschen entspricht. Und zu diesen Bildern gehören auch die Zeitangaben von Tagen, weil Milliarden Jahre für Gott nur ein Augenblick sind.

Und es wäre doch dumm wenn man nur aus Scham die erklärung der Naturwissenschaft sagt. Ich meine es gibt viele Katholiken und man
sollte ja zu seinem glauben stehen. (Mit dem Scham meine Ich, dass es
sein kann das jmd Angst hat ausgelacht zu werden, da die
Naturwissenschaftliche Erklärung so ziemlich belegt ist und die
religiöse halt nicht)

Aber wenn man so antwortet kann man doch nicht gläubig sein oder? Ichmeine die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja ein wichtiger Aspekt der Religion.Also kann man katholisch sein und gleichzeitig nicht an die Schöpfungsgeschichte glauben?

Offenbar hältst du Katholiken für etwas zurückgeblieben. Ich kann dich beruhigen: Selbst im Vatikan hat man nichts einzuwenden gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung der Welt und die Entwicklung der Lebewesen.Warum sollte Gott der Schöpfer nicht die Kraft der Entwicklung in seine Geschöpfe hineinlegen? Wenn sich die ersten Menschen aus dem Tierreich entwickelt haben, ist das ebenfalls ein längerer Prozess gewesen, an dessen Ende eben der beseelte und verunftbegabte Mensch stand. Für uns ist nur entscheidend, dass ER dies alles ins Werk gesetzt hat und es im Dasein erhält. Die Schöpfung dauert ja immer noch an. Sie ist kein fertiges Programm,sie entwickelt sich weiter.

Nebenbei gesagt sind nicht nur die meisten Naturwissenschaftler gläubige Menschen gewesen, sondern selbst Darwin, der Begründer der Evolutionstheorie, hat bis zuletzt am Gottesglauben festgehalten und ausgerechnet eine kath. Nonne hat schon 200 Jahre vor Darwin Erkenntnisse darüber gehabt.

Ich selber glaube an Gott bzw. an eine höhere Macht, aber ich bin auch
überzeugt von der Naturwissenschaftlichen Erklärung über die Entstehung
der Menschen.

Na ja, dann weißt du ja, dass beides möglich ist.










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Kommentar von earnest
02.08.2017, 21:31

"Es besteht keinerlei Widerspruch zwischen der Bibel und (der) Evolution..."?

Du hast Recht: Bei Noah ging es um das "survival of the fittest", das Überleben der Geeignetsten.

Und Eva hat sich ganz natürlich aus der Rippe Adams entwickelt, dieser zuvor ganz natürlich aus einem Lehnklumpen.

Alles wie von Darwin dargelegt.

;-)

3

Grüß Dich Saphira1002!

Ich empfehle Dir zur Beantwortung Deiner Frage meinen Vortrag in meinem Profil unter 'Meine Lebensphilosophie' zu lesen. Du wirst das aber sicher nur lesen wollen, wenn Du die Bereitschaft hast, etwas wissen zu wollen. Das wünsche ich mir.

Eines sei aber vorweg gesagt: Die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist kein wesentlicher Bestandteil von Religion!

Religion ist etwas Übergeordnetes. Der Glaube wiederum ist Bestandteil von Religion, wenn es ein religiöser Glaube ist. Und dann kann darin auch die Schöpfungsgeschichte der Bibel eine Rolle spielen. Dazu müsste aber erst geklärt werden, was Religion eigentlich ist. Das alles erfährst Du in meinem Vortrag, den ich öffentlich in Kassel hielt.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Einige religiöse Annahmen sind sehr flexibel, was wissenschaftliche Theorien über Teilbereiche unserer Welt betrifft. Die Annahme, ein Gott hätte ein Universum erschaffen, welches teilweise von selbst funktioniert, ist mit so gut wie allen Theorien darüber, wie unser Universum funktioniert, kompatibel. Auch mit der Evolutionstheorie und der Urknalltheorie.

Der Glaube an ein Jenseits könnte vielleicht mit wissenschaftlichen Theorien über unser Bewusstsein im Widerspruch stehen, aber mit vielem lässt er sich dennoch vereinbaren.

Ich finde das aus soziologischer Sicht gut. Man kann religiös sein und dennoch zu einem großen Teil genauso über die Welt denken, wie Atheisten, Agnostiker oder Leute anderer Religionen über sie denken.

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Das kann man schon. Man sollte nur beides weit genug voneinander trennen.

Es bringt nach meiner Einschätzung wenig, einfach nur zu sagen, dass (religiöser) Glaube und Erkenntnisse der Naturwissenschaft sich nicht widersprechen. Das tun sie nämlich - sogar sehr stark.

Was ich mache ist zu sagen: Ich glaube trotzdem an Gott, auch wenn er naturwissenschaftlich gesehen weder notwendig, noch unbedingt sinnvoll, und schon gar nicht nachgewiesen ist.

Das Gottesbild, was bleibt, ist dann aber sehr frei.

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Ich verstehe den Sinn deiner Frage nicht?

Darwin hat den Glauben an Gott nie verleugnet, ebenso auch Einstein, Heisenberg oder Planck nicht. Man kann daher sagen, die ganz großen Geister der Naturwissenschaft erkannten keinen Widerspruch  zur Religion.

Es war übrigens ein kath. Theologe, den erstmals den Urknall formulierte und erntete in atheistischen Kreisen Hohn und Spott.

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Kommentar von vonGizycki
04.08.2017, 13:06

Das ist nur die halbe Wahrheit.


Darwin hat den Glauben an Gott nie verleugnet, ebenso auch Einstein, Heisenberg oder Planck nicht.


Sie glaubten nicht an einen persönlich gedachten Gott!

Der Begriff Gott steht da für was anderes, nämlich für das Geheimnis des Seins bzw. für eine geheimnisvolle schöpferische Kraft. Besser wäre der Begriff Göttlich, was dieser Einstellung entspricht.

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Prinzipiell ist es natürlich möglich naturwissenschaftliche Fakten wie die Evolution zu akzeptieren und dabei an dem Glauben an eine beliebige Gottheit festzuhalten. Man muss zu diesem Zweck eben die Glaubensvorstellungen aufgeben, im Falle des Christentums z.B. den Schöpfungmythos, da diese konkrete Aussagen nicht mit der Realität übereinstimmen. 

Die diffuse Vorstellung einer höheren Macht ist indes schwer zu widerlegen und somit prinzipiell mit Wissenschaft vereinbar (wenn sie auch selbst keinesfalls wissenschaftlich ist).  

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Kommentar von MarkusPK
02.08.2017, 22:23

Aufgeben muss man auch als moderner Gläubiger nichts, jedenfalls auch nicht mehr, als jeder Gläubige auch in früheren Zeiten aufgegeben hat. Ich gebe dir Brief und Siegel, dass du auch vor 800 Jahren dich mit der Mehrheit der Bevölkerung über das Leben hättest unterhalten können und dabei nur die wenigsten an der Adam-und-Eva-Geschichte festgehalten hätten. Für die meisten war es auch damals schon eine Geschichte. Sicher, sie wussten nicht, wie es wirklich war, sie hatten keine Ahnung von Evolution und Zellbiologie, aber sie glaubten ja auch nicht an Drachen, Feen und Sphinxe. Im Mittelalter waren die Menschen auch nur Menschen und keine willenlosen, gehirngewaschenen Zombies. Und auch heute braucht kein Kind mehr etwas aufgeben, dass es vermisst - jedenfalls nicht mehr als den Weihnachtsmann und den Osterhasen.

Erst in der Neuzeit wurden die Menschen immer bekloppter, als sich die Kirche allmählich durch den Humanismus herausgefordert und in ihrer Autorität angegriffen sah. Hexenwahn und Ketzerverbrennungen haben ihre Höhepunkte erst im 17. Jahrhundert erreicht - alles sehr publikumswirksam natürlich. Als die Kirche mit Erklärungen nicht mehr weiterkam, musste eben Angst ihre Schäfchen im Stall halten.

Die letzten Überreste dieser Angstschäfchen triffst du auch häufig in diesem Forum. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Darwin es  erheblich leichter gehabt hätte, wenn er 1000 Jahre früher geboren wäre.

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na das will ich wohl meinen. Wie Jesus spricht: "Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen."

Und auch Psychologen können ganze Liederbücher davon singen, was nebeneinander, in einem Kopf, so alles zusammenhausen kann. Da gibt es fachlich brilliante Wissenschaftler, die unterhalb ihrer Rationalität die verrücktesten Glaubenssätze in den Kellergewölben ihrer Seele pflegen.

Glaubenssätze müssen ja nicht unbedingt religiös gebunden sein, es kann sich doch auch um ganz triviale Annahmen handeln, um zwangsneurotische Vorstellungen. Das berühmteste Beispiel war wohl das Mathematik-Genie Kurt Gödel, der an Geister glaubte, versuchte, seinen Glauben zu rationalisieren und, als er schloß, die Geister verstorbener Naturwissenschaftler versuchten ihn zu vergiften, sich der weiteren Nahrungsaufnahme verweigerte.

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Das ist kein Widerspruch in sich.

Zum Einen traegt man den Tatsachen Rechnung, indem man die Evolutionslehre von Darwin aus Vernunftsgruenden nachvollziehen kann und zum anderen eine Zuflucht in einer Religion nimmt, wo man Ruhe und Ausgeglichenheit findet. Quasi ein Rueckzugsgebiet von dem hektischen Alltag.

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Kommentar von Anthropos
04.08.2017, 01:36

Das Christentum hat nichts mit dem Buddhismus zu tun! Ich halte aus Vernunftsgründen die Evolutionslehre und die Lehre der Kirche für wahr. Das hat nichts mit Rückzug oder Zuflucht zu tun, sondern mit dem Nachdenken über die Beschaffenheit der Wirklichkeit.

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