Wenn es keine nachvollziehbaren wissenschaftlichen Publikationen zum Christentum gibt, was passiert dann mit all den Argumenten in dieser Hinsicht?

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10 Antworten

Das sind doch dann nur Glaubensbekenntnisse.

Korrekt.

Eine religiöse Schrift wie die Bibel ist kein historisch akkurates Geschichtsbuch, kein Tatsachenbericht und auch keine wissenschaftliche Studie.

Es handelt sich bei allen religiösen Schriften um Sammlungen von Gleichnissen, Legenden und Wundergeschichten.

Damit verbunden ist dann meist eine Morallehre und irgendeine Form von elitärer Position der Gläubigen, sowie ein Modell aus Belohnung und Bestrafung.

Woher nehmen dann Christen die Zuversicht für ihre Argumentation, die oft als Tatsachen beschrieben werden?

Aus dem Glauben an die "Botschaft Gottes", die sich nach ihrer Vorstellung in der Bibel zeigt. Es geht hier also um subjektiven Glauben, nicht um objektive Fakten.

Selbst wenn die historische Existenz eines Propheten zu hundert Prozent widerlegt werden würde, würde dies viele Gläubigen nicht vom Glauben abhalten.

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Kommentar von Dxmklvw
01.08.2017, 17:20

Die Realität zeigt, das auch Argumente, die sich gegenseitig ausschließen, für Strenggläubige kein Hindernis sind, beides trotzdem zu glauben.

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Selbstverständlich gibt es wissenschaftliche Literatur zum Christentum. Der größte Teil davon stammt aus den verschiedenen konfessionellen christlichen Theologien.

Theologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Der größte Teil
der Arbeit von Theologinnen und Theologen geschieht mit historischen,
literaturwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Methoden und reiht sich in einen allgemeinen wissenschaftlichen Diskurs ein. Allein die Literatur aus diesem Bereich der christlichen Theologie(n) füllt ganze Bibliotheken.

Der einzige Teilbereich der Theologie, bei welchem die Einstufung als Wissenschaft gesehen kaum möglich ist, ist die Dogmatik - also die Disziplin, die sich mit den christlichen Glaubenslehren selbst beschäftigt. Da die christlichen Glaubenslehren sich im Kern auf übernatürliche Offenbarung berufen, hören Dogmatik und tlw. auch die Moraltheologie an den Stellen auf Wissenschaften zu sein, wo sie mehr tun, als die Entwicklung christlicher Glaubensvorstellungen zu beschreiben (z.B. wo man versucht diese für den heutigen Kontext zu interpretieren). Dass sich die Theologien an dieser Stelle außerhalb der Wissenschaft befinden, liegt in der Natur der Sache.

Aber auch die christlichen Dogmatiken haben ihren Ort an richtigen Universitäten. Auch Dogmatiker und Moraltheologen, die sich auf übernatürliche Offenbarung berufen, werden im interdisziplinären Diskurs bei einigen Themen um Mitarbeit gebeten (z.B. im Bereich interdisziplinärer Arbeiten zur Anthropologie oder in Fragen der Technikfolgenabschätzung). Außerdem sind die traditionellen christlichen Konfessionen bereit ihre Glaubenslehren auf dem Hintergrund des wissenschaftlichen Diskurses zu hinterfragen. Da das Christentum ja eine in der Geschichte geschehene Offenbarung lehrt, bietet sich da durchaus ein gewisses Feld, um den den möglichen Wahrheitsgehalt der erhobenen Offenbarungsansprüche zu prüfen. Andererseits benötigen auch christliche Dogmatiker den Rückgriff auf die Ergebnisse anderer Wissenschaften, je nach dem, womit diese sich gerade beschäftigen. Wenn man z.B. danach fragt, in wieweit die christliche Glaubenstradition in der Lage ist, Gewalt und Grausamkeit im Tierreich zu deuten, würde ein christlicher Dogmatiker auf Ergebnisse der Evolutionsbiologie zurückgreifen müssen - und das geht am besten an einer Universität.

Einige christliche Konfessionen, Bewegungen und Gruppierungen lehnen es jedoch ab eine solche Theologie zu betreiben. Zum Beispiel widersprechen die Ergebnisse der historisch-kritischen Analysen an den Texten der Bibel, sowie die archäologischen und historischen Forschungen zu deren Hintergründen fundamentalistischen Ansichten.

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Kommentar von nax11
01.08.2017, 18:31

Theologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft

Wobei man noch anmerken sollte, daß nur die Theologie sich selbst als Wissenschaft bezeichnet......

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Du musst dich doch zuerst einmal fragen, wer hier die Kriterien für "wissenschaftliche Publikationen" aufstellt. Sind das die lauten atheistischen Schreihälse, die von Geisteswissenschaften wenig Ahnung haben oder sind das die international anerkannten Philosophen, Philologen, Archäologen, Historiker, etc.? Man stellt es heutzutage oft so dar, als wäre die Theologie unwissenschaftlich, die Naturwissenschaft aber allein wissenschaftlich. Man sollte vielleicht zunächst einmal verstehen, dass Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ganz unterschiedliche Methoden des Arbeitens haben.

Es gibt schon viele anerkannte Publikationen, die von Philosophie und Theologie gemacht werden und eher für den Glauben argumentieren. Allerdings haben die sog. "Neuen Atheisten" die Medien derzeit in der Hand. Dadurch dementieren sie die Wissenschaftlichkeit dieser Publikationen und das auch recht erfolgreich. Wenn es eine neue Publikation gibt, macht man sich ohne Argumente über diese Publikationen her. Wenn es jedoch Publikationen gibt, die gegen den christlichen Glauben sprechen, wird das als wissenschaftlich angepriesen. So definiert sich ja angeblich Wissenschaftlichkeit: im Vorweg steht das Ergebnis fest und dann biegt man sich falsche Tatsachen zurecht. Nur ein kleines Beispiel: der Fall Galileo Galilei. Es gab einmal ein Drama namens "Das Leben des Galilei" von Berthold Brecht. Eigentlich wird dort völliger Schwachsinn behauptet und die Darstellung des Galileo Galilei wurde längst widerlegt. Trotzdem fassen der Großteil der Leute diese Klischees als Fakten auf. In der letzten Zeit gab es zwar immer wieder Bücher über Galilei, die von international anerkannten Wissenschaftlern geschrieben wurden und ein historisch korrekteres Bild darlegen. Allerdings hört man von solchen Büchern nichts und der militante Atheismus benutzt den Fall Galileo Galilei weiterhin mit völlig falschen Fakten, um gegen die Kirche zu hetzen. Weitere Beispiele wären z.B. die Glaubwürdigkeit der Evangelien, bzw. die Historizität der Evangelien. Es wird immer noch verbreitet, die Evangelien seien Märchenbücher und hätten keinerlei historische Grundlage. Argumente gibt es allerdings wenige. Zum Kindermord zu Bethlehem sagt man z.B., dass dieser bei keinem anderen Historiker erwähnt wird. Deshalb sei das erfunden. Nun, König Herodes gilt als grausamer König. Er ließ gerne mal ein paar Leute umbringen. Bethlehem war um das Jahr 0 nur ein Dorf mit wohl nicht einmal 1000 Einwohnern. Wie viele Neugeborene gibt es in einem Ort mit 1000 Einwohnern? Vielleicht 10-20? Welcher Historiker würde wohl eine so geringe Anzahl von toten Kindern erwähnen, wo es doch Massenhinrichtungen viel größeren Ausmaßes gab? Damit will natürlich nicht gesagt sein, dass der Kindermord dadurch belegt ist, aber so einfach lässt er sich eben auch nicht beiseite fegen.

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 19:36

die Rückfrage ist begründet, wer die Kriterien für wissenschaftliche Publikationen aufstellt. Gewissermaßen sind diese recht einfach gestrickt. Weniger einfach gestrickt ist es eine wissenschaftliche Publikation über längere Zeit dem extrem starken Konkurrenzdruck und der endlosen Überprüfung durch andere Wissenschaftler standhalten zu lassen. Bei der kleinsten Ungereimtheit wird die Publikation zerrissen.

Ja, zerrissen mit harten Worten. Wissenschaftler sind wie Aasgeier, gönnen der Konkurrenz nichts. Was dann übrig bleibt ist das, was niemand widerlegen kann. Eine härtere Auswahl zum richtigen Ergebnis zu kommen kann man sich nicht vorstellen.

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Kommentar von nax11
01.08.2017, 19:50

Ja, die Wissenschaft, besonders die böse Naturwissenschaft will einfach nicht anerkennen, daß esotherische Beweise doch so wunderschön simpel sind und benutzt niederträchtige, unfaire Mittel, wie die Logik, um ihre Gegner auszuknocken.

Furchtbar - ganz, ganz furchtbar.........

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Die Folge davon ist, dass sich letztlich jeder seinen eiegenen Glauben bastelt und selbst innerhalb einer Religion keine Einigung über Glaubensgrundsätz zu finden ist.

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Je nachdem was Du suchst, findest Du sehr wohl wissenschaftliche Arbeiten.

So wurden zum Beispiel die Texte der Bibel sehr ausführlich wissenschaftlich analysiert. Wann entstanden sie genau? Waren es wirklich nur ein Autor oder verschiedene? Wurde etwas am Text verändert? Wann und weshalb? Wie muss man den Inhalt interpretieren (zeitlicher Kontext, Traditionen)? 

Ebenso wissenschaftlich untersucht wurden die Orte, an denen wichtige Ereignisse des Christentums stattgefunden haben. 

Hinter das nur der Glaubensbekenntnisse, wie Du schreibst,  setzte ich ein großes Fragezeichen. Denn Tausende von Christen berichten über radikale Veränderungen in ihrem Leben, nachdem sie die Bibel gelesen haben. Wenn zum Beispiel eine Frau sagt, dass ihr die Aerzte mitteilten, sie würde keine Kinder bekommen. Sie dann über Jahre für Kinder betet und eines Tages solche bekommt. Dann ist das für mich weit mehr nur ein Glaubensbekenntnis. 

Mehr Beispiele auf  youtube "Mensch Gott" oder "Erlebnisse mit Jesus" (darunter Zeugnis mit 306 Videos)

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 19:15

Hinter das nur der Glaubensbekenntnisse, wie Du schreibst,  setzte ich ein großes Fragezeichen. Denn Tausende von Christen berichten über radikale Veränderungen in ihrem Leben, nachdem sie die Bibel gelesen haben. Wenn zum Beispiel eine Frau sagt, dass ihr die Aerzte mitteilten, sie würde keine Kinder bekommen. Sie dann über Jahre für Kinder betet und eines Tages solche bekommt. Dann ist das für mich weit mehr nur ein Glaubensbekenntnis. 

diesen Dingen fehlen wissenschaftlich anerkannte Untersuchungen, was bleibt sind reine Glaubensbekenntnisse.

Genauso wirksam sind Globuli und Placebos. Niemand sollte die Macht der Einflussnahme von Gedanken unterschätzen.

Danke für das schöne Beispiel.

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Weisst du denn nicht, was Religionen sind? Die stützen sich allesamt auf blosse Glaubensaussagen. Keine kann irgendeine ihrer Behauptungen beweisen.

Warum sollte das Christentum da eine Ausnahme machen?

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 16:55

das würde ja bedeuten dass so viele christliche Tatsachenbehauptungen hier nur falsche Behauptungen sind. Würde das nicht gar gegen irgendeines der 10 Gebote verstoßen?

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Es gibt religiöse Wissenschaftler. Sie haben auch entsprechende Literatur verfasst. Einer von ihnen ist Werner Gitt. Ncht mit all seinen Ausführungen gehe ich einig, aber er hat lesenswerte Argumente für die Schöpfung.

Ich selbst benötige diese Art der Glaubensstärkung nicht, denn die Bibel liefert genügend glaubensstärkende Argumente:

— Wissenschaftlich korrekte Aussagen, wie : das Universum hat einen Anfang / die Kugelform der Erde, und dass sie frei im Raum schwebt / die unzählbare Zahl der Sterne / embryonale Entwicklung / Naturkreisläufe / ...

— herausragendes Gesundheitsmanagement des Volkes Israel, das erst im 19. Jh. zunehmend in Europa übernommen wurde (Semmelweis).

— detailliert erfüllte Prophezeiungen

— moralische Empfehlungen, die noch heute weltweit und in allen Bevölkerungsschichten anwendbar sind

— die Natur bezeugt eine höhere Intelligenz, denn die Schöpfung kann nicht  zufällig entstanden sein (Bsp. DNA) ...

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 20:23

@OhMyBody lass ich mal so im Raum stehen

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Natürlich gibt es unzählige wissenschaftliche Publikationen über das Christentum, aber die Glaubensfrage an sich kann nun mal nicht wissenschaftlich "bewiesen" werden - wie bei allen Religionen.

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Es gibt jede Menge wissenschaftliche Lektüre zum Christentum. Es ist ja auch eine Studienfach: Theologie. Die Grundlagen des Studiums sind wissenschaftlich.

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 16:56

Seit wann sind die Erkenntnisse der Theologie in der allgemeinen Wissenschaft anerkannt?

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Kommentar von Dxmklvw
01.08.2017, 17:29

Daß Theologie den Ansprüchen von Wissenschaftlichkeit entspricht, ist ebenfalls ein auch unter Theologen weit verbreiteter Glaubensbestandteil - ebenso wie Astrologen meinen, daß Astrologie etwas mit Wissenschaftlichkeit zu tun hätte - oder ebenso wie sich Ufologen, Bigfootgläubige usw. selbst einschätzen.

Diesbezügliche Wahrnehmungsunterschiede sind jedoch der Häufigkeit des Erscheinungsbildes geschuldet. Es gibt eben viel mehr religiöse Menschen als solche, die an fliegende Einhörner glauben.

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es wird mir eh für immer ein rätsel bleiben, wieso man versucht eine religion mit einer anderen art religion zu begründen xD .

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Kommentar von Fanta421
01.08.2017, 20:03

die Wissenschaft ist keine Religion, da es dort nicht um Glauben geht.

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