Sind Sportnoten gerecht für dickere Menschen?

14 Antworten

Unser Sportlehrer meinte damals, es ist auch nicht jeder gleich gut in Musik, Kunst, Mathe, usw. Und trotzdem bekommt man Noten. Wenn man sich verbessern will, lernt man eben jeden Tag. Wenn man sich in Sport verbessern will, trainiert man eben jeden Tag. Er fand das völlig gerecht.

Ich denke, ein Sportlehrer sieht aber sein Fach als genau so wichtig an wie Mathe. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Schulsport würde aber mehr Spaß machen, wenn man keine Note dafür bekommt, finde ich.

Nja.

Sportnoten sind meiner Meinung nach genauso Noten wie andere auch, nur, dass man nicht seine Gehirnzellen, sondern seinen Körper trainieren muss, um gut zu sein.

Klar, es gibt immer Leute, die im Sport nicht so gut sind, aber das muss nicht zwingend an Übergewicht liegen. Du kannst so sportlich sein, wie du willst, wenn du keine Koordination hast, wirst du beim Turnen keine fünfzehn Punkte bekommen.

Ich finde es ein wenig zu viel verlangt, weil, wenn man das so durchsetzen würde, wie du es verlangst, müsste man irgendwann quasi einen individuellen Bewertungsbogen für jeden Schüler erstellen, weil jeder ja in gewisser Weise "anders" ist.

Allerdings stimme ich dir in manchen Punkten zu, wenn auch nicht direkt. Ich finde nicht, dass Sportnoten ungerecht sind für unsportliche Leute, ich meine, die anderen, die hart auf ihre Note trainiert haben, fühlen sich doch auch irgendwo verarscht, wenn die Übergewichtigen eine Sonderbehandlung bekommen.

Andererseits stimme ich dir in dem Punkt Behinderung zu. Allerdings gehen Behinderte oft ja auch auf eigene Schulen und werden dort entsprechend benotet, weshalb ich nicht finde, dass man das vergleichen könnte.

Klar, das Schulsystem ist für die Tonne, aber das liegt definitiv nicht an der Sportnotenbewertung.

~ Inej

sport !

einege sind sehrflexibel - kennen keine regeln -

andere sind eingeschränkt in der bewegung - kennen sämtliche regeln

wer hat die bessere note verdient ? schiedsrichter sollten alle regeln kennen !

1

Wo ist das eigentliche Problem?

Wer Englisch nicht kann, bekommt dann eine "1", wenn er das nachweisen kann, auch ohne erfolgreiches Bemühen. Wer das Auto bei der Fahrprüfung gegen die Ampel setzt, bekommt dennoch einen Führerschein, weil er ja irgendwo "benachteiligt" ist, denn er war an dem Tag halt schlecht drauf...

Was ist mit Kunst, was mit Werken, was mit Kochen, was mit Musik? Alle sehr gut, solange sie irgendwas anführen können?

Irgendwo muss es mal gut sein. Im Beruf wird niemand nach sozialen Kriterien bezahlt, sondern nur nach Fähigkeit und Leistung. Und mit Verlaub - Adipositas ist für mich KEINE Indikation. Dann ist man eben nicht Olympia-tauglich - na und? Und in Sport hat man eben seine Dauer - "4". Na und? Im Schwimmen spätestens müsstest du wieder exzellent sein können, weil da das Körpergewicht aufgehoben ist.

Mein Körper, Meine Figur, aber auch Meine Konsequenz.

Also ich war nicht gerade eine Sportskanone und habe deshalb meist eine "4" gehabt - trotz Bemühen und Normalgewicht. Na und? Das stimmte ja auch in der Bewertung.

Mein bester Freund hatte -14 Dioptrien und konnte deshalb seinen Traumberuf "Fluglotse" nicht ausüben, obwohl es Sehhilfen gibt, die das vollständig ausgleichen. Und? Soll er das nun einklagen dürfen?

Nichts spricht gegen pädagogische Noten bei Jüngeren, aber ein Bemühen um den eigenen Körper muss vorhanden sein und nicht in einem gekauften Attest schlummern. Und eine "3" kann es dann eben niemals werden.

Eine Note ist eine Leistungsbeurteilung und keine menschliche Herabwürdigung - also mach das auch nicht dazu. Sie ist nur solange überhaupt "nützlich", wie eine gewisse Objektivität nachweislich vorhanden ist. Willst du etwa Sport studieren und benötigst dazu eine gute "Papierform"? Nein? Dann darf dich das auch nicht weiter stören.

Alles Gute!

Wow! Respekt für diese echt sachliche und gut erklärte Antwort!

3

Wer als Schüler oder Schülerin 150Kg wiegt, hat andere Probleme als den Sportunterricht.

Davon abgesehen hat die Figur nicht viel Aussagekraft. Unser Klassendickerchen war der Beste im Kugelstoßen, ein Ass in Ballsportarten und hat sich beim Weitsprung nach vorne katapultiert wie eine Kanonenkugel.

Bei Ausdauersport hat er geschnauft wie eine Dampflock, ist aber trotzdem immer rechtzeitig für eine gute Note ins Ziel gekommen und war damit deutlich besser als einige unserer Hänflinge.

Er ist aber auch jeden Tag mit dem Rad aus dem Nachbarort zur Schule gekommen und war auch sonst sehr aktiv. Er wäre stinksauer geworden, wenn man ihn wegen des Gewichtes anders bewertet hätte.

Sportnoten generell unnötig. Glaub aber auch sexistisch - da zwischen Geschlechtern Unterschiede bei Bewertungsmaßstäben. (Auch wenn die Frauen sonst immer überall exakt gleiche Rechte wollen - aber halt nur wenns ihnen zu Gute kommt.)

Das Argument mit Dümmeren und Mathenote, etc- zieht schon zum Teil. Allerdings: Bei Intelligenz ist irgendwo ein Limit.

Körper könnte jeder sich irgendwo einen antrainieren. Man könnte quasi sagen, dass das bei Dickeren im Sport ... eher darauf abzielt, dass die ihren gewohnten Lifestyle stärker verändern außerhalb der Schule. (Käme etwas einem Mehr an Hausaufgaben gleich - im Vergleich zu andern die eh schon sportlicher Leben von sich aus.)

Sportnoten generell fraglich, weil: Das Ziel von Schule sollte sein für Ausbildung (Oberstufe für Uni) vorzubereiten. Jetzt schon fraglich, wenn man in den Fächern wo man denken muss durch zu sehr durchmischte Klassen (Leistungsunterschiede zw. einzelnen Schülern, Inklusion, etc.) Niveau runterschraubt.

Sport, Kunst, Musik - ist mehr so dabei aus erzieherischen Gründen. Da würd ne Teilnahme reichen. Und "Mitarbeit" beurteilen - also quasi dem Dickeren halt auch je nach Anstrengung. Gesondern aufm Zeugnis ausweisen.

Unternehmen habne teils schon eigene Testverfahren - weil man Zeugnissen nich mehr so 100-prozentig trauen kann. Die Unis teils auch. Wobei hier - wurde schon angeführt vom Fragesteller - Sport nich mit in Abinote reingenommen werden muss.

War selber fast nie in Sport anwesend und hag "genullt" (unentschuldigte Fehlstunden, 0 Punkte) - und es nich mit in Abinote reingenommen.

Da auch bisschen fraglich, dass schwächere Schüler "ausgleichen" können mit Sport, Religion, etc. - und das mit "wichtigeren" Sachen auf eine Stufe gestellt wird. (Wo vielleicht wiederholen der Klassenstufe mehr Sinn macht - wenn man zwar bei Sport/Religion in folgender Stufe kleine Problem hat, weil nix aufeinander aufbaut dort. Bei andern Sachen die man "ausgeglichen" hat wo Fünfer warn ... aber sich Probleme Fortsetzen, wenn da viel auf Vorkenntnissen aufbaut aus voriger Stufe.)

Was möchtest Du wissen?