Schulpraktikum im Krankentransport?

8 Antworten

Der qualifizierte Krankentransport ist auch Teil des Rettungsdienstes. Rettungsdienst ist der "Oberbegriff", der beides umfasst, dann gibt es die Unterteilung in die Notfallrettung und in den qualifizierten Krankentransport.

Für beide Bereiche gilt bei Minderjährigen das Jugendarbeitsschutzgesetz und das ist bei Minderjährigen in beiden Bereichen quasi gleichermaßen schwierig. Auch der qualifizierte Krankentransport kann als First Responder zu Notfalleinsätzen geschickt werden, gerade bei lebensbedrohlichen Notfällen ist die Leitstelle sogar dazu verpflichtet zusätzlich zum Rettungswagen einen Krankentransportwagen zur Erstversorgung zu entsenden, sofern dieser standortnäher ist als der nächstgelegene Rettungswagen und es kann auch mal vorkommen, das gerade alle Rettungswagen im Einsatz sind und dann gilt selbstverständlich "lieber ein Krankentransportwagen als gar kein Rettungsmittel" zu schicken. Ob ein Praktikum möglich ist, das entscheidet der Kreisverband und manchmal auch jede Rettungswache für sich, bei mir im Gebiet hat man jedenfalls unter 18 Jahren keine Chance und beim DRK sagte man damals zu mir, das sie im Krankentransport nur Leute mitfahren lassen, die mindestens Sanitätshelfer sind (48 bis 80 Stunden je nach ausbildender Hilfsorganisation) und in der Notfallrettung nur Leute, die Rettungshelfer sind. Ob sich ein Praktikum lohnen würde, das musst du für dich selber entscheiden, konkret würdest du im Wesentlichen aber nur zuschauen und das Material tragen dürfen, wirklich an Patienten mitarbeiten dürfest du nicht, in Deutschland ist alles gesetzlich geregelt und auch zum Blutdruck messen bedarf es einer Qualifikation, du dürfest weder messen, noch dürfte sich jemand auf deine Messwerte verlassen. Wenn du auf gute Kollegen triffst, dann nimmt man sich Zeit dir etwas zu erklären, es gibt aber auch Kollegen, die lassen Praktikanten einfach mitlaufen und zeigen gar nichts und manche sind sogar genervt, wenn sich der Praktikant etwas zeigen lassen möchte. Gerade bei Schülerpraktikanten kann das passieren, denn dir muss man nichts beibringen, du hast keinen Ausbildungskatalog mit gewissen Lernzielen zu erfüllen sondern du bist einfach nur zum schnuppern da.

Im KT ist es genauso schwer mit dem Praktikum und es macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Das, was du lernen kannst, sind grundlegende Abläufe. Was ist ein Fukgerät, wie benutze ich einen Tragestuhl/ eine Trage, wie schreib ich ein Protokoll, und man begegnet ein paar alten leuten….für einen Praktikanten echt langweilig, und vom beruf des NFS bekommst du maximal mit, wie die Kollegen über den Beruf reden.

Ich würde dir ein Klinikpraktikum empfehlen. Dort lernst du auch schon eine ganze Menge und dort kann man auch etwas mehr machen am Anfang...

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologiestudentin,Notfallsanitäterin

Hi,

ein Schülerpraktikum im Rettungsdienst ist prinzipiell möglich - es liegt meist an dem jeweiligen Rettungsdienstbetreiber (bzw. zum Teil auch an der Wache), ob und wie das möglich ist.

Als Minderjähriger gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes - sowohl in der Notfallrettung als auch im qualifizierten Krankentransport. Da die Einhaltung in beiden Fällen nur schwer gewährleistet werden kann, ist es tendenziell in beiden Fällen gleich schwierig.

Und was hätte man dort dann so für Aufgaben, bzw lohnt es sich überhaupt, dass Praktikum dort zu machen oder gibts noch andere Tätigkeiten in dem Bereich, von denen man evtl. mehr hat?

Die Ausgestaltung hängt stark von der Wache und den jeweiligen Besatzungen ab - von "geführtes Praktikum mit klarem Ablaufplan und sinnvollen Übungen" über "Mitfahren und Mitlaufen" bis zu "Praktikant wird regelmäßig auf der Wache vergessen" ist alles möglich.

Im Grunde genommen wirst Du überwiegend "mit anpacken" dürfen, bei den Tätigkeiten, die im Dienstbetrieb anfallen. Im Normalfall wird dir zumindest das "kleine 1-mal-1 des Rettungsdienstes" erklärt, die Handhabung von Trage und Tragestuhl, Verhalten an der Einsatzstelle, Umgang mit Patienten und mit Glück ein paar erweiterte EH-Basics.

Alles in allem: für jemanden, den es in die Notfallrettung zieht, eher weniger interessant.

Problem dabei: mehr als Hilfstätigkeiten und Mitlaufen ist als Schülerpraktikant im medizinischen Bereich generell nicht drin - egal, ob es Rettungsdienst, Krankenhaus oder Arztpraxis ist...

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Ausbildung und hauptamtliche Tätigkeit als NFS

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