Pferdemarkt oder "Schlachtpferderettung"?

10 Antworten

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Pferde, die aus schlechten Verhältnissen gerettet werden, findest Du über .Tierschutzorganisationen oder Landratsämter, denn diese sind fur den Vollzug zuständig.

Privat wird in Deutschland kaum jemand ein irgendwie nutzbares Pferd beim Schlachter abgeben. Im Pass fast jeden Pferdes wird  eingetragen, dass es kein Schlachtpferd ist, was nicht rückgäng gemacht werden kann. Ausrangierte Sportpferde werden, wenn man sie privat nicht loswird, an Händler verkauft. Was der mit Pferden macht, die er absolut nicht loswird, entzieht sich meiner Kenntnis. 

Was für jemanden wie Dich aber vielleicht auch eine Option sein konnte: in Reitschulen werden ältere Pferde auch manchmal unbrauchbar, weil sie nicht mehr für fur den Unterricht geeignet sind. Die werden dann des öfteren zwar nicht geschlachtet , aber eingeschläfert, wenn sich kein Freizeitreiter findet, der sie noch will.

Daher wäre es auch noch eine Idee, Tierärzte zu fragen, ob sie entsprechendes vermitteln könnten, soweit es ihnen der  Datenschutz erlaubt.

Ausnahme sind diese  Fohlen, die ( eher in Österreich) speziell für die .Fleischproduktion gezüchtet werden. 

Danke fur den Stern - ich hoffe, Du findest, was Du suchst 😄

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Hm...also ich weiß von mehreren Pferdehändlern, dass sie durchaus einen Teil ihres Bestandes vom Mecke haben und weiterverkaufen. Allerdings ist das natürlich nicht, was der Händler sich dick an die Eingangspforte hängt ;) Müsste man mal bei Händlern, die vorwiegend mit Freizeitpferden bzw. in niedrigeren Preisklassen handeln, ehrlich nachfragen und dem auch sagen, was genau man haben will. Sicherlich ist dann der ein oder andere bereit, das ein oder andere Ex-Schlachtpferd zu "enttarnen". Klar, bei großen Gestüten braucht man da nicht anfragen.

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vollblüter, die "zu langsam" sind, sind häufig 4jährig gesundheitlich so am ende, dass die schlachtung ein segen für die tiere ist.
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Scheint leider so zu sein. Habe in den Jahren mehrere (sorry, aber es sind meist) naive Mädels getroffen, die günstig ihr erstes Pferd gekauft haben und dann einen 4. Traber am Bein haben, bei dem der billige Preis noch zu teuer war weil sie sich nen Dauerpatienten für den Tierarzt reingeholt haben, der zudem als Reitpferd nicht brauchbar war (Rennbahnmanieren, die man auch nicht gescheit abgewöhnen kann, wenn das Pferd nach 2 Tagen hintereinander reiten lahm ist).

Ja, hast recht, das mit den Rennbahnmanieren kenn ich von einer die hier ihr Pferd stehen hatte. Und ich möchte auf keinen Fall vorschnell ein Pferd kaufen, mit dem ich dann monatlich zum TA muss. Mir gehts aber nicht um den Preis des Pferdes, ich suche kein billiges Freizeitpferd (sonst hätte ich mein erstes Pferd kaum gekauft damals) sondern eher um die Erfahrung. 

Danke für die Antwort :)

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Hallo. 

Wie das mit den schlachtern aussieht weiß ich nicht genau. Könnte mir allerdings vorstellen, daß tatsächlich fitter Pferde dort einfach wie Müll deponiert werden. 

Möglichkeit 1 wäre beim Tierschutzverein nach zu fragen. Die holen oft genug Pferde aus Masssenhaltungen etc. 

Möglichkeit 2 wäre z. B. Ebay Kleinanzeigen, manchmal hat man vielleicht Glück. 

Möglichkeit 3 ist vielleicht ein bisschen Fahrt intensiv. Es gibt eine Website auf der privat Personen ihre Pferde verkaufen. Dort ist vom fohlen bis zum Dressurpferd alles dabei, oft mit Stammbaum. Ich hab damit gute Erfahrungen gemacht, die Pferde waren alle gesund und in guter Haltung (ich habe mir 4 Pferde im Umkreis von 150km angesehen).

Leider weiß ich nicht mehr wie die seite heißt, das ist nämlich schon eine Weile her. Aber ich könnte versuchen nach zuforschen und dir dann bescheid geben. 

Liebe Grüße. 

es gibt in deutschland keine pferde-massenhaltung.

es gibt generell keine "massen"tierhaltung.

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@ponyfliege

Ich meinte damit auch eher Menschen die sich 12 Pferde kaufen und auf eine kleine  Weide stellen. So einen Fall hätten wir hier um die Ecke. 

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@Samtpfote19

16qm pro pferd gelten bei laufstall- oder offenstallhaltung als artgerecht. 12 pferde können bei weidehaltung problemlos auf der fläche eines gewöhnlichen reitplatzes (20x40m) gehalten werden.

bei "matschkoppel-auslauf" und boxenhaltung können im winter auch problemlos 30 pferde tagsüber in so einen auslauf, ohne dass es tierschutzwidrig wäre. vorschrift ist lediglich, dass die tiere immer frisches wasser und etwas zum fressen zur verfügung haben müssen.

die mindeststandards, was die auslauffläche für pferde betrifft, sind ziemlich niedrig angesetzt. artgerecht sind sie natürlich nicht wirklich.

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@ponyfliege

Dann sag das mal den Pferden. 

Die "Weide" war vielleicht 40qm groß wenn überhaupt. Der Tierschutzverein war sicher nicht da, weil es den Tieren so gut ging und der Verein noch ein paar Pferde brauchte. Ma abgesehen davon, daß die Pferde abgemagert und halb verdunstet waren haben sie wohl auch seit Monaten, wenn nicht Jahren keinen  Hufschmied mehr gesehen und die Hufe waren katastrophal verwachsen. 

Es hat schon lange genug gedauert bi der Tierschutz sich überhaupt mal darum gekümmert hat. Hätten der Nachbars Bauer und ich den Pferden nicht ab und zu mal Wasser gegen wären sie elendig verreckt und das bei den Temperaturen letzten Sommer. 

Also erzähl mir nicht die Tiere hätten ausreichend Platz gehabt, wenn du nichts über die Umstände weißt und wie es tatsächlich da ausgehen hat. 

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@Samtpfote19

Ich kenn auch so einen Fall von Zuchtauflösung, Pferde total abgemagert, da Besitzer viel zu alt um sich allein um die an die 30 Tiere zu kümmern. Die wurden damals aufgeteilt, 5 davon (2 Stuten mit Fohlen und ein Wallach) kamen damals auf den Hof wo meine RB stand und wurden von da aus weitervermittelt. Genau solche Fälle suche ich auch^^

Ebay hab ich schon versucht, alles was hier im Umkreis war war mir zu alt, zu klein, zu krank, zu teuer (für Ausbildungsstand, Charakter und Alter).

Aber für die Seite die du meinst würde ich mich schon interessieren :) Vielen Dank für deine Antwort

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@Samtpfote19

solche pferde werden aus kostengründen meist beim viehhändler "zwischenuntergebracht". wenn ein pferd bis dahin noch kein trauma hatte, hat es dann eins.

es gibt zwei dinge, die man für die arbeit mit solchen pferden braucht: einen steiger und ein päckchen nitro-kapseln.

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das mit den noriker- haflinger- und freibergerfohlen ist der stand von etwa 2005. dagegen sind die zuchtverbände mit entzug von prämien erfolgreich vorgegangen. diese reine vermehrerei gibts kaum noch, weil der "züchter" mittlerweile dabei minus macht.

12-16jährige fitte turnierpferde gehen entweder weiter turnier oder als lehrpferd. was da zum schlachter geht, geht auf weisung der versicherung als "nicht heilbar". die wertdifferenz wird von der versicherung bezahlt - sobald der tötungsnachweis vorliegt.

vollblüter, die "zu langsam" sind, sind häufig 4jährig gesundheitlich so am ende, dass die schlachtung ein segen für die tiere ist.

mir fiele lediglich ein, dass du dich vielleicht nach einem traberwallach umschauen könntest, der mit B- oder C-lizenz gelaufen ist. A-lizenzer dürfen nur bis 10jährig rennen gehen, B-lizenzer bis 12-jährig, C-lizenzer bis 14jährig. die sind meist nicht so fertig mit der welt, dass sie getötet werden oder in rente müssen und sind günstig zu haben. A-lizenzer, die so lange gelaufen sind, wirst du kaum bekommen, denn die gehen weiter im training als lehrpferd für junge traber.

einen haken hat die angelegenheit aber, obwohl die 12- oder 14jährigen teils recht gute pferde sind. die sind natürlich reitmässig komplett roh und müssen, bevor sie reittauglich sind erst "resettet" werden. mindestens eine saision auf die weide und dann wie bei einem jungpferd über bodenarbeit und gymnastizierung aufgebaut werden. sie müssen total ummuskeln und sie müssen auch die gangarten erst wieder neu lernen. so ein wallach ist mit 2.000-3.000 euro nicht teuer. aber das was du investieren musst, um ein reitpferd draus zu machen übersteigt im endeffekt die summe, die du für ein anständiges gleichaltriges reitpferd auf den tisch legen musst, bei weitem.

wenn du beim fahren bleibst und einen einspänner hast, kannst du natürlich mit einem solchen traber einen echten griff in die goldkiste machen.

oder du versuchst über den tierschutz an ein traumapferd zu kommen. aber auch das ist nur bedingt zu empfehlen. draufsetzen und losreiten ist nicht. und es ist natürlich die frage, ob du die kriterien erfüllst, die du erfüllen musst, um ein tierschutzpferd vermittelt zu bekommen. du zahlst eine relativ hohe schutzgebühr, darfst mit dem pferd nicht an turnieren und schauen teilnehmen - und das pferd geht gewöhnlich nicht in dein eigentum über, du darfst also nicht frei darüber verfügen.

auf dem pferdemarkt kannst du glück haben, wenn du dich wirklich mit pferden auskennst und in der lage bist, dein mitleid auszuschalten. handschlag ist beim pferdekauf ein gültiger kaufvertrag, ein rücktrittsrecht gibt es nicht.

Woher ich das weiß:Beruf – Sachgerechter Umgang ist aktiver Tierschutz!

wende dich mal im Herbst an die umliegende Rennställe/Pferderennbahnen, wenn die überjährigen Pferde aussortiert werden: meist Wallache, die über 8-10 Jahre alt sind, aber auch Stuten, die zu langsam sind und auch nicht für die Zucht taugen .  Letztere gibt's eigentlich da ganze Jahr über - einfach immer mal wieder nachfragen. Es sind wirklich nette Pferde dabei - habe selbst 3 davon über die Jahre geritten, einen Traber auch eingetöltet.

Mehrere meiner Bekannten haben auf diese Weise gute Freizeitpferde bekommen. Es sind wirklich nette Pferde dabei - habe selbst 5 davon über all die Jahre geritten, einen Traber auch eingetöltet - für einen alten Herrn von 78 JAhren!

Du kannst auch im örtlichen Regionalblatt annocieren, was du suchst.

Viel Erfolg!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reiten-Haltung-Zucht-Ausbildung n.LTJ u.ä.

Vielen Dank für die Antwort! Genau auf sowas wär ich nie gekommen. Meine Eltern wohnen sogar praktisch in der gleichen Straße mit einer Rennbahn, allerdings stehen da keine Pferde, Kontakte könnte man sich aber bestimmt dort holen. 

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