Passende Pferderasse für Kind?

12 Antworten

ein Großpony oder Kleinpferd, das seeehr gut ausgebildet und kreuzbrav und scheufrei ist,

es sollte deutlich über 10 JAhre alt sein, durchaus auch 20 und mehr Jahre, wenn es gesund genug  für die sportlichen Wünche des Kindes ist.

ICH würde immer wieder als erstes eine Reitbeteiligung suchen, die man ehr intensiv kennen lernen kann und bei der man möglicvhst viel rund um die HAltung  und nicht nur reiten lernen kann!

nach mind 2 Jahren RB und reiterlichem Können entpr. Kat.E sowie etlichen Kursen zum Thema Longieren, Ausbildung, Hufpflege für Laien, WAnderreiten u.ä.dazu

würde ich immer wieder als erstes ein erfahrenes ältere Pferdchen kaufen !

Ideal ist es natürlicvh, wenn man sein Schulpferd oder die RB übernehmen kann UND den Trainer, denn der wird IMMER nötig sein !!!

hier etwas aus eigenem Erleben:

Ein grausam ehrlicher Brief an die Eltern meines Pferdepflege- und Reitmädchens, das unbedingt ein eigens Pferd haben wollte:

Liebe Familie XYZ!

Ich kenne das schon aus langjähriger Erfahrung:

Fast alle, die bei mir eine Reitbeteiligung hatten, haben sich früher oder später ein eigenes Pferd angeschafft.

Leider ging das aber nicht in allen Fällen gut; vor allem dann nicht, wenn es sich dabei um Kinder handelte.

Alle, die über 18 geworden sind und sich dann vom eigenen Geld
(meist natürlich "gesponsert" von Familienangehörigen) ein Pony oder
Pferd zulegten, haben durchgehalten, doch die jugendlichen
Pferdebesitzerinnen sind alle (!!!) wieder von der Reiterei
abgesprungen. Meist wegen Ausbildung,  Beruf  und wegen der Jungs.

Da dadurch aber leider viel Pferdeelend entsteht, habe ich mir gestattet, Ihnen einiges  zusammen zu stellen, das sich sachkundig und
ausführlich mit dem Wunsch von Kindern und Jugendlichen nach dem eigenen Pferd befasst.

Dazu habe ich noch eine Liste der üblichen einmaligen und laufenden Kosten der Pferdehaltung
beigelegt. Den Kosten und Preisen sind dabei nach
oben nahezu keine Grenzen gesetzt; die maximal-Preise, die ich
angesetzt habe beziehen sich auf qualitativ sehr gute Gebrauchsgüter der
jeweiligen Kategorie, nicht aber auf die natürlich auch
noch möglichen Luxusausführungen, die dann auch leicht noch
doppel so teuer sein können...

Was noch fehlt, sind die täglich
anfallenden Arbeiten, die auch an Sonn- und Feiertagen zu
leisten sind, die keine Rücksicht nehmen auf Hausarbeiten,
schlechtes Wetter oder Krankheit und Urlaub des Pferdebesitzers!

Zwar werden einige dieser Arbeiten von Verpächtern übernommen,
aber meist nur in Ställen mit monatlichen Einstellkosten von über
300,-€. Und auch das leider nicht immer.

  Aber alles der Reihe nach:

a) Haltergemeinschaft

Hier werden alle Arbeiten (und Kosten) anteilig auf die Mitglieder umgelegt. Das sind zuerst mal die regelmäßigen täglichen Arbeiten:mindestens  2x täglich Futter 
mischen oder ansetzen und verteilen sowie Heu und Stroh füttern,
täglich die Pferde aus dem Auslauf/Stall auf die Weide stellen und
zurückbringen, Ausläufe/ Ställe entmisten und neu
einstreuen, Wasser schöpfen/pumpen und verteilen (und all das
auch bei sengender Hitze oder Regen, Schnee und Eiseskälte), E-Zäune
kontrollieren und mind. 1mal pro Woche  freischneiden/pflücken und reparieren, Futtergras entweder freistecken ( täglich, z.T. auch nur 
wöchentlich)
oder als frisches Schnittgras schneiden, holen und vorlegen,
Nagehölzer besorgen, vorlegen und auch wieder entsorgen, Löcher in Weide
und Auslauf zustopfen/treten, kranke Tiere mit der
nötigen Medizin versorgen/ behandeln

Dann sind da noch die
zeitlich nicht ganz genau planbaren, sehr plötzlich anfallenden Arbeiten
die aber wegen ihrer Wetterabhängigkeit meist absolute
Dringlichkeit haben:
Pferde umstellen auf andere
Weiden(2-4mal pro Jahr), E-Zäune ziehen(monatlich), feste Zäune
reparieren oder bauen( 2mal pro Jahr), Gräben säubern von Unkraut
ggf auch Schlamm (sommers 1-2mal), düngen, kalken, Kompost/Mist
ausbringen(monatlich), Totholz entfernen(1-2mal pro Jahr), Brennesseln
und Disteln mähen(2-3mal pro Jahr und Weide), Stroh und
Heu packen/ umpacken (winters monatlich; + 2mal im Sommer),

und Unvorhergesehenes kommt garantiert auch noch einige Male dazwischen...

b) PensionsplatzJe nach Preis werden hier 1-2mal täglich die Grundversorgung mit Einstreu, Rauhfutter und Wasser, ggf.
auch  Kraftfutter 
vom Verpächter übernommen, jedes Extra muß meistens aber entweder
selbst geleistet
oder zusätzlich bezahlt werden( z.B. besonderes Futter, weil
Hafer für viele Ponys nicht geeignet ist; oder Mineralpellets,
Staub-freies oder gewaschenes Heu u.v.m.). Der tägliche Auslauf ist
nach meiner 
langjährigen Erfahrung in den wenigsten, auch teuren(!) Ställen nicht
gesichert, da bei "schlechtem" Wetter die Pferde meist aus
Faulheit im Stall gelassen werden. Entweder der Verpächter mag
nicht naß werden oder sein Auslauf ist nicht pferdegerecht und
wenigstens teilweise befestigt, sondern bei Regen ein
Schlammloch, in das keiner gerne hineintreten mag und das auch
die Tiere krank machen kann. Ständiger Stallaufenthalt aber ist auch
nicht artgerecht und macht die Tiere mit Sicherheit
krank!  Ständiger,
ungeregelter Weideaufenthalt auf den hier üblichen Weiden ist für viele
Kleinpferderassen aber auch nicht ungefährlich, da sie
verfetten und jämmerlich an Leberschäden oder Rehe erkranken und
sogar zu Grunde gehen können. Erkundigen Sie sich nach der
Qualifikation und/oder  dem Sachkundenachweis z.B. für die Robustpferdehaltung. Wie sind die anderen Einsteller mit der Pferdeversorgung zufrieden, welche Pflichten kommen auf Sie und oder Ihre Tochter zu. Wie wird alles im Krankheitsfalle oder bei Urlaub ( von Ihnen/Ihrer Tochter 
und auch vom Verpächter) geregelt? Müssen Sie ggf. eine Ersatzperson
stellen, um Ihrem Pferd/Pony die nötige Pflege und Versorgung zukommen
zu lassen?

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, ich will Ihnen Angst machen,

ist das vielleicht gar nicht so falsch.

Schließlich übernehmen Sie mit dem Kauf eines Ponys/Pferdes die Verantwortung für ein lebendiges Wesen, das völlig von Ihnen abhängig
ist und ohne Ihre Fürsorge leiden muß oder letztendlich beim Schlachter landet! 

Pferde werden in artgerechter Haltung, wie Sie sie von mir
kennen, leicht 30 oder etliche Jahre mehr alt;   Ponys oft noch älter!

Nachtrag:

 

Das junge Mädchen, an dessen Eltern dieser Brief ging hat
übrigens kein eigenes Pony bekommen und spielt jetzt sehr engagiert
Damenfußball...

Das kann man nicht an einer Rasse festmachen, sondern am Pferd/ Pony selber, seinem Temperament und seinem Wesen, seinem Ausbildungsstand und der Chemie, die mit dem richtigen Reiter stimmen muss.

Das wäre ungefähr so, wie wenn man sagen würde: "Alle Deutschen sind grundsätzlich fleißig." - "Alle Engländer trinken Tee" - und "Jeder Spanier ist ein Torero." Das gleiche gilt für Pferderassen. Zwar gibt es rassentypische Eigenschaften, die man tatsächlich bei vielen Pferden einer Rasse antrifft, aber eben auch nicht immer verlässlich.

Und nicht immer ist das kleine, gut ausgebildete Pony tatsächlich das, was am Ende am besten zum Kind passt. Als unsere Kinder klein waren, bekamen sie von uns ein Pony aus einem Reitschulbetrieb. Die Dame war zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Jahre alt und hatte schon viel erlebt. Alle unsere Kinder haben auf ihr das Reiten gelernt, doch an dem Punkt, an dem es über die Grundbegriffe des Reitens hinausgehen sollte und das erste Kind auch Turnier-Ambitionen hatte, musste ein anderes, dafür geeignetes Pferd her. Das war nicht schlimm, weil sich erst die kleine Schwester und später dann der kleine Bruder darüber freute, das Pony dann für sich zu haben. Und als Kind Nummer 3 dann auch dem Pony entwachsen war, hatte sie sich ihre Rente redlich verdient und bis heute noch als Rentnerin bei uns.

Kann Dein Kind bereits reiten, solltest Du nach einem Pferd gucken, was sich gut von ihm bedienen lässt und welches vom Ausbildungsstand her so angelegt ist, dass wenn Dein Kind sich noch weiter entwickelt, die Möglichkeiten des Pferdes das auch zulassen.

Ich persönlich würde einem 11-jährigen Kind kein Pony mehr kaufen. Die Gefahr, dass es nach einem Wachstumsschub zu groß fürs Pony ist, ist definitiv nicht zu leugnen. Und behalten plus ein neues, größeres ist nicht für jeden eine machbare Option. 

Halte Ausschau nach einem erfahrenen, aber nicht zu alten Pferd (ein jetzt 18-jähriges Pferd ist fast schon ein Rentner und an der Stelle, an der Dein Kind in ein, zwei oder drei Jahren so richtig durchstarten will, muss dieses Pferd dann geschont werden). Auf keinen Fall nach einem zu jungen Pferd (der idealisierte Gedanke, dass Pferd und Reiter zusammen wachsen und Erfahrungen sammeln und sich gemeinsam entwickeln und viele gemeinsame Jahre haben, haut leider nicht ganz so oft hin. Die Realität ist meistens, dass der zu junge Reiter überfordert ist, unsicher und seine mangelnden Kenntnisse dafür sorgen, dass noch unsichere und unfertige Pferd noch mehr zu verunsichern und das ist keine gute Kombi. Natürlich gibt es auch die Gegenbeispiele, die funktioniert haben, doch leider sind die nicht so häufig wie die Katastrophen)

Ein liebes, gesundes, ordentlich und solide ausgebildetes Pferd zwischen 9 und 12 Jahren, das gerade in der Birne ist, auf dem sich das Kind von Anfang an wohl fühlt und bei dem auch der Trainer des Kindes sein Go gibt, hat große Aussichten auf eine schöne gemeinsame Zeit. und da kommt es nicht auf eine bestimmte Rasse an, sondern auf die Eignung des Pferdes für Dein Kind.

es passt jedes gut ausgebildete grössere pony oder kleinpferd (bis 1,55m stockmass).

auf eine bestimmte rasse festlegen würde ich mich da nicht, denn in jeder rasse gibt es solche und solche.

die entscheidung soll auch nie das kind selber treffen. zur vorauswahl soll mit den eltern zusammen ein erfahrener trainer und/oder reitpädagoge mitgehen, der auch das kind kennt. nur der kann wirklich beurteilen, ob es passt. das kind selber kommt erst mit, wenn die vorauswahl schon getroffen ist und es nur noch um das probereiten geht.

augenmerk würde ich immer ganz besonders auf gut veranlagte gänge legen - und ich würde immer ein pferd oder pony wählen, "das den reiter gut hinsetzt". das sorgt nämlich dafür, dass der reiter sich einen guten sitz angewöhnt und beim reiten kein frust aufkommt. je besser der sitz, desto einfacher das lernen von neuem und je besser die einwirkung auf das pferd.

das tier sollte auch freundlich zu erwachsenen sein, sich brav putzen, satteln und trensen lassen, einfach einzufangen und "schmiede- und verladefromm". dazu muss es rittig sein. natürlich auf gesundheit achten und in jedem fall eine grosse ankaufsuntersuchung machen.

dann sollte es von anfang an die überlegung geben, ob das pferd eine lebensstellung bekommen soll oder wieder verkauft und ein anderes angeschafft werden soll, wenn das kind ambitionierter und beim reiten entwickelter ist.

ein anschaffungspreis von etwa 5.000-8.000 euro ist reell für ein gesundes, durchschnittlich veranlagtes pferd oder grösseres pony von c.a. 14 jahren, das anständig ausgebildet, gesund und umgänglich ist - und keine tolle abstammung hat.

es gibt einen ganzen haufen solcher pferde (die wollen merkwürdigerweise viele leute nämlich nicht, weil sie "was besonderes" suchen), man muss nur jemanden haben, der da das richtige findet.

ich würde mich auch nie auf eine bestimmte rasse festlegen. und in die laufenden kosten immer auch beritt durch einen profi einbeziehen.

Das im Bsp. genannte Pony ist aber sehr teuer O.O dann hab ich meine Reitponystute ja verramscht...(nein, hab ich nicht ;) bis auf dass sie nur 140 war war sie perfekt, dann hätt ich sie behalten).

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