Ja

Die große und sehr gut gebaute, überdachte Führanlage mit Innenlongierhalle, die uns am Reitstall zur Verfügung steht, ist für meine Pferde eine sehr gute Sache. Aufgrund ihrer Größe drehen die Pferde nicht eng und der Boden ist auch nicht tief und Sehnenschädigend. Verletzt hat sich dort in all den Jahren noch keines unserer Pferde. Und gerade im Winter, wo meiner sich auf dem Paddock mit dem Hintern in den Wind dreht und freiwillig nicht bewegt, ist die Führanlage zusätzlich zur Gymnastizierung wirklich gut.

Unsere Pferde kommen morgens immer eine Stunde "ins Karussell", danach auf die Weide und werden geritten. Pferde sind Bewegungstiere von daher finde ich das Ding wirklich nützlich. Denn während ich bei der Arbeit bin, weil ich, dass sie morgens schon mal laufen, danach auf die Weide kommen und ich abends "nur" noch fürs reiten zuständig bin. Und wenn ich auch mal zwischendurch nicht fit bin, dann kann ich ihn Abends noch mal reinstellen, oder reinstellen lassen und weiß seine Gelenke geschmiert und ihn wenigstens etwas bewegt.

...zur Antwort

Ich bin geprägt durch die Reitlehrer meiner Jugend, die auch immer sehr viel Wert auf Reitsport-Etikette gelegt haben. Aus diesem Grund habe ich von ganz jung auf verinnerlicht, dass Reitstiefel Reitstiefel sind, weil man mit ihnen an den Beinen reitet. In Ihnen wird nicht gemistet und auch nicht unnötig rumgelaufen.

Das entstammt wohl auch einer Zeit, in der man sehr pfleglich und sorgfältig mit seinen Sachen umgegangen ist. Denn auf diese Weise halten Reitstiefel natürlich deutlich länger.

Jetzt bin ich aber auch in einer anderen Situation. Meine Reitstiefel bleiben am Stall in meiner eigenen Sattelkammer. Ich komme mit Stall-tauglichem Schuhwerk zum Stall und tausche dieses kurz vor dem Reiten gegen meine Reitstiefel. Würde ich keinen Spind/ keine Sattelkammer am Stall haben, hätte ich einen dieser Stiefelrucksäcke und würde meine Stiefel in diesem immer mitnehmen und auch dann die Stiefel nur zum reiten tragen.

https://driver13.de/Driver13-Z-Reitstiefelrucksack-Stiefeltasche-Deluxe-schwarz

...zur Antwort

Warte, ich schüttle mal eben meine Wahrsage-Kugel, da scheint eine Störung vorzuliegen....

Schade, Störung ließ sich durch schütteln nicht beheben.

deshalb nun meine Vermutung: wenn ein Pferd plötzlich ein derartig verändertes Verhalten zeigt, liegt meist akut was vor. Das kann Schmerz sein. Gerne dann im Rücken aufgrund von unpassender Ausrüstung, zu vielem reiten ohne Sattel, oder weil es sich irgendwie festgelegen hat und ähnlichem. Es kann an den Zähnen liegen, an den Eierstöcken, an gravierenden Reiterfehlern, an den Hufen, an geänderten Lebensumständen, weil zum Beispiel innerhalb der Herde irgendwo vorgefallen ist..... etc etc....

In diesem Fall empfehle ich erst mal einen Tierarzt, der medizinisch alles abcheckt.

...zur Antwort

Im Reitsport ist ein Cup meist eine Quakifikationsreihe, an deren Ende man in ein Finale kommt und der im Laufe einer Saison auf mehreren Turnieren stattfindet. Es gibt Dressur - und Spring-Cups, Mannschaft-Cups und kombinierte Cups, Vielseitigkeit-Cups und auch beim Kutschfahren.

Meist gibt es einen Sponsor, nach dem dieser Cup benannt ist und der diesem Cup seinen Namen gegeben hat und ihn organisiert und finanziert. Und dann ist es zum Beispiel so, dass Sponsor XYZ einen Cup ins Leben gerufen hat, z.B. den XYZ-Cup im A-Springen. Und dieses A-Springen findet dann auf mehreren Turnieren im Rahmen des normalen Turnierbetriebes statt. In der Regel kann das jeder nennen, dessen Leistungsklasse dafür ausreicht und starten, ohne die weiteren Qualifizierungsprüfungen gehen zu müssen. Die Prüfung wird normal platziert und man erhält normale Ranglistenpunkte. Will man den Cup reiten, dann nennt man einfach auf den weiteren Turnieren die Prüfung dieses Cups und ist am Ende, bei entsprechender Leistung im Finale. meist gibt es einen ganz besonderen Preis. Das kann alles sein von einem Training bei einem der ganz Großen im Reitsport, bis hin zu recht wertvollen Sachpreisen, oder dem Start auf einem ganz großen Turnier.

...zur Antwort

Es wird in der Regel von vielen einfach gemacht. Im Falle des aktuellen Feldes bei uns gerade am Stall weiß ich, dass der Bauer das absolut nicht will. Er ärgert sich jedes Mal maßlos, dass sich Reiter einfach so das recht nehmen. Und es geht ihm nicht um den Schaden, der ja nicht wirklich einer ist, sondern einfach nur darum, dass Menschen seinen Besitz gegen seinen Willen für ihre ganz persönlichen Zwecke benutzen. Seien es die Hundebesitzer, die ihre Hunde einfach auf seinen wachsenden Feldern spielen und buddeln lassen und selber quer drüber latschen oder eben die Reiter, die seine Ernte verderben, weil sie so tolle Fotos inmitten von Raps oder Korn schießen wollen und dann eben die anderen, die einfach sein Feld zum galoppieren nutzen sobald es ein Stoppelfeld ist, ohne ihn zu fragen. Ihn ärgert das tierisch und weil ich das weiß, mach ich es eben nicht.

Dazu kommt, dass ich vor einigen Jahren während eines Hundespaziergangs am Niederrhein live mitbekommen habe, wie ein Pferd wohl mit dem Huf in ein Loch getreten ist, im Jagdgalopp stürzte und die Reiterin im hohen Bogen in die Maisstöppel flog. Das Pferd war danach sehr lahm und die Reiterin blutete aus mehreren Wunden und hatte mit Sicherheit viele Prellungen. Das wäre es mir nicht wert.

...zur Antwort

Entspricht nicht meinem persönlichen Schönheitsideal und ist auch nicht wirklich für mein Reiten geeignet. Ich bin Dressurreiterin und lege Wert auf gute GGAs und Ausdruck. Tinker sind mir zu klein, habe viel zu viele Haare - vor allem an den Beinen und sind mir auch zu plump.

Im Reitschulbetrieb unseres Stallbesitzers laufen 4 ponygroße Tinker und die Kinder lieben sie. Sie sehen auch ganz originell und drollig aus, aber schön finde ich sie wirklich nicht. Niedlich, knuffig - aber ich würde keinen haben wollen. Allein schon dieser Fesselbehang - einfach nicht mein Fall.

...zur Antwort

Mal ohne Sattel zur Weide trödeln ist mit Sicherheit kein Kapitalvergehen. Aber ganze Ausritte oder sogar auf dem Platz oder in der Halle ein Pferd in allen Gangarten zu reiten, das ist ihm gegenüber nicht fair. Wie schon Punkgirl schrieb, bohren sich die Knochen Deines Pos in den ungeschützten Teil des Pferderückens und belasten ihn punktuell und unangenehm bis schädlich. Deswegen machen mich diese ganzen verantwortungslosen Reiterhöfe, die die Ferienkinder ohne Sattel reiten lassen, immer so traurig. Denn die naiven Kinder haben romantische Ostwind- oder Indianerbilder im Kopf und die Wahrheit ist, dass es pur aus Kostengründen geschieht. Ein guter Sattel ist teuer - und ohne Sattel verheizt man zwar das Pferd und riskiert die Sicherheit des Kindes, man spart aber irre viel Geld....

...zur Antwort

Das ist schon ungewöhnlich, dass ein Haflinger so hoch springt. Ich vermute mal, dass es sich um einzelne Sprünge handelt und er bis jetzt nicht tatsächlich einen Parcours in 1,30m bewältigen musste.

Ich würde Dir empfehlen keinen einzigen Sprung mehr einfach so zu machen. Nimm qualifizierten Unterricht bei einem richtig guten Trainer. Lieber alle 2 Wochen aufladen und irgendwo hin fahren, wohin es sich wirklich lohnt, als ein gutes Pferd hirnlos zu versauen.

Ein guter Trainer hat auch die Besonderheit eines Pferdes im Blick. Ein guter Trainer weiß, dass ein Haflinger anders trainiert werden muss und erst recht ein 5-jähriger im Wachstum befindlicher.

Wichtig ist, dass Du Dir darüber im Klaren sein musst, dass ein Pferd, dass einzelne gewaltige Sprünge raushaut, nicht unbedingt eines ist, dass einen L- oder M-Parcours irgendwann problemlos schafft. Um das zu erreichen, braucht es enorm viel Basisarbeit. Denn einen solchen Parcours schafft nur, wer über die entsprechende Technik verfügt und die hat nichts mit der Sprunggewalt zu tun.

Deswegen gibt es ja auch Pferde, die in SB-Springen - das sind diese Mächtigkeitsspringen- hocherfolgreich sind, die aber in Normalparcouren chancenlos sind, weil sie zwar einzelne unglaubliche Sprünge schaffen, aber keine 10,12 Sprünge in Folge, die Technik verlangen, wie enge Wendungen, vorwärts oder rückwärts zu agieren und wohl dosiert vom Reiter zu bedienen sind.

Der wirklich gute Trainer erkennt die Möglichkeiten eines Pferdes und fördert dieses und dessen Reiter sowohl in der Dressur - die die Grundlage allen Springens ist (Technik funktioniert nur dann, wenn die Dressur funktioniert) als auch im Springen und das immer pro Pferd.

...zur Antwort

Man muss kein Pferdfreak sein um in einem Pferdebetrieb zu arbeiten. Angst sollte man im Idealfall nicht vor Pferden haben, Respekt schon und generell jemand sein, der ordentlich mit Tieren umgeht, dann kann man durchaus auch als Quereinsteiger in diesem beruf Fuß fassen.

Die meisten Höfe sind Händeringend auf der Suche nach Menschen, die kräftig mit anpacken können, fleißig und verlässlich sind. Vorwissen Pferde betreffend ist da nicht unbedingt von Nöten, wenn man sich gut anstellt und ordentlich angelernt wird.

Guck es Dir an. Vielleicht ist es jaa gar nicht so klischeehaft, wie Du denkst und macht Dir sogar Spaß.

...zur Antwort

Das hier ist die Seite der FN zum Thema impfen:

https://www.pferd-aktuell.de/ausbildung/pferdehaltung/impfung

"Es gibt drei Impfungen, die ein Muss für Pferde sind: Die Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpes. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), ein aus Tierärzten und Forschern zusammengesetztes Expertengremium, bezeichnet diese drei Impfungen beim Pferd als so genannte „Core-Impfungen“, die jedes Pferd bekommen sollte. Für Turnierpferde ist die Impfung gegen Influenza Pflicht, die Impfung gegen Herpes (EHV-1) wird ab dem 01.01.2023 Pflicht. Ob noch weitere Impfungen sinnvoll sind, gilt es, mit dem Tierarzt abzustimmen. In bestimmten Regionen Deutschlands wird eine Impfung gegen das West-Nil-Virus angeraten (siehe unten). Ein anderes Beispiel ist die Impfung gegen Pilz, die betroffenen Pferden, neben anderen Maßnahmen, helfen kann, wieder gesund zu werden und nicht erneut an Pilz zu erkranken." Zitat von eben dieser Seite

Das hier ist eine weitere Seite der FN, in diesem Fall die LPO betreffend, das heißt die Leistungsprüfungsordnung. Also das Gesetz- und Regelwerk, dem Turniere unterliegen: https://www.pferdezucht-rheinland.de/images/pdf/impfbestimmungen_fn.pdf

"Zwischen dem nationalen Turnierstart und der zweiten Impfung der Grundimmunisierung müssen vierzehn Tage vergangen sein. Das heißt auf nationalen Turnieren darf ein Pferd am 15. Tag nach der zweiten Impfung der Grundimmunisierung starten. Nach der dritten Impfung der Grundimmunisierung darf das Pferd bereits starten, wenn sieben Tage vergangen sind.

Ein Abstand von weniger als vier Wochen lässt keinen probaten Infektionsschutz erwarten; ein derart geimpftes Pferd erfüllt nicht die Startvoraussetzungen gemäß LPO!" Zitat von der zweiten verlinkten Seite

...zur Antwort

Ich habe früher auch immer von Friesen geträumt. Diese wunderschönen edlen schwarzen Perlen haben mich unheimlich beeindruckt. Aber das war zu einer Zeit, in der ich auch echt keine Ahnung hatte.

Heute weiß ich, dass Friesen wunderschöne Kutschpferde sind, ihr Rücken aber "zu weich" ist und sie sich gar nicht so besonders gut als Reitpferde eignen. Zudem sind sie sehr oft Mauke-anfällig und bedürfen eines wirklich guten Reiters, der sie wirklich gut gymnastiziert und gesunderhaltedn trainiert.

Die Größe eines Pferdes lässt sich nicht in Zentimetern begrenzen, wenn es darum geht, ob es zu einem Reiter passt. Da kommt es viel auch darauf an, ob das Pferd den Reiter abdeckt. Ob es ein harmonisches Gesamtbild ist und ob der Reiter mit dem Pferd harmoniert. Natürlich passt ein 1,70m großer Mensch nicht auf ein kleines Pony, doch wenn es harmonisch ist, kann auch ein sehr kleiner Mensch auf einem großen Pferd gut zurecht kommen.

Am Ende kommt es immer auf das Pferd an. Auf den Ausbildungsstand, die Eignung, den Charakter und den Reiter selber. Wenn Du ein erstes eigenes Pferd kaufst: bitte nur mit Deinem Trainer zusammen! Als Greenhorn wirst Du ansonsten unter Garantie von Verkäufern über den Tisch gezogen und erkennst nicht, wann man Dir etwas unterjubelt und an welchen Stellen getrickst wird, um aus einer Gurke ein vermeintliches Traumpferd zu machen.

...zur Antwort

Lass Dein Pferd bitte daraus. Wenn Du tatsächlich M-Springen gehst, hast Du ein Sportpferd mit Go und ein solches verfügt in der Regel nicht über ausreichendes Phlegma, einen wackelnden und schlackernden Anfänger auszuhalten. Das wäre Deinem Pferd gegenüber nicht fair. Und am Ende auch gefährlich und würde Deinen Freund echt in Gefahr bringen. Riskiere das bitte nicht.

Besser Du wendest Dich an an denjenigen bei Euch am Stall, der tatsächlich die Longenstunden für Anfänger gibt und buchst bei ihm eine ganz normale erste Longenstunde. Das Pferd, das dafür genommen wird, kennt das mit den schlackernden und wackelnden Menschen und hält das aus. Und was Deinen Freund angeht: Ich garantiere Dir, das reicht.

Zu meinem Freundeskreis gehört ein ehemaliger Profisportler, der immer noch sehr sportlich ist und in sämtlichen Sportarten, die er so macht, immer extrem gut ist. Egal ob wir Skifahren waren, wandern, oder was auch immer - er ist immer spitze, hochmotiviert und bekommt das immer von allen am besten hin. Und auch er hatte eine recht große Klappe mir als Reiter gegenüber. "Reiten sei kein Sport - ihr Reiter sitzt ja nur drauf und lasst Euch tragen" ........ Und dann hat es sich in einem seiner Urlaube ergeben, dass dort Ausritte am Strand angeboten wurden, was er dann auch gemacht hat. Der Ausritt muss sehr schön gewesen sein. Er hat auch das wieder echt gut hinbekommen - laut seinem eigenen Bekunden. Aber er hat sich dennoch bei mir entschuldigt, denn am nächsten Tag tat ihm tatsächlich jeder einzelne seiner Knochen weh und er hatte den Muskelkater des Todes.....

...zur Antwort

Man könnte jetzt über die unterschiedliche Zusammensetzung von Tier- und Menschenprodukten schreiben. Oder erwähnen, dass es ganz schön ins Geld gehen würde, würde man ein Pferd komplett mit einem Insektenschutzmittel für Menschen einsprühen und das so, dass es auch für ein Pferd zum Schutz tatsächlich ausreichen würde. Denn homöopathisch ein bisschen übers Pferd zu nebeln würde gar keinen Effekt haben.

Doch am Ende bleibt eigentlich nur die Frage nach dem Warum. Warum tauchen hier im Forum immer wieder die Fragen auf, ob man nicht auch dieses oder jenes für Pferde benutzen könne anstelle des Produktes, das eigentlich für Pferde gedacht ist?

Geiz? Faulheit? Naivität? Interesse? ......

Nur kurz an Rande erwähnt - für mein Pferd benutze ich Equirepel und ähnlich wie alle anderen Produkte muss man auch dieses ziemlich reichlich verwenden, will man einen echten Effekt erzielen. Bei uns sind die Bremsen im Moment extrem dreist und lassen sich weder von Trab noch Galopp davon abhalten, andocken zu wollen. Dieses Equirepel reichlich angewandt muss ganz schön stinken, denn sie kommen, wollen sich niederlassen und verzichten dann im letzten Moment erst dankend oder angeekelt. Mein, auf die Haut gesprühtes Autan, ist deutlich weniger eklig für die fiese Brut. Sie versuchen es dennoch zwischendurch.

...zur Antwort

Das eigene Pferd war auch mein Kindheitstraum. Und mit Mitte zwanzig hab ich ihn mir und meinen Kindern dann tatsächlich erfüllt. Ich hatte und habe das große Glück einen Partner zu haben, der dieses Hobby akzeptiert und mitlebt. Denn reiten/ ein Pferd zu besitzen ist wahnsinnig zeitaufwendig und im Prinzip gestaltet sich das ganze Leben rund um die Verpflichtung Pferd. Alles - jeder Urlaub, jede Verabredung, jede Unternehmung richtet sich danach, dass geregelt sein muss, was an diesem Tag mit dem Pferd geschieht. Und dazu kommen natürlich auch die Kosten, die nicht unerheblich sind.

Ich bin selbstständig. Uns geht es finanziell gut. Trotzdem gab es auch in meinem Pferdealltag schon Zeiten, wo ich das Gefühl hatte, der Tierklinik mehrere Autos finanziert zu haben, weil gleich 3 unserer Pferde sich unabhängig voneinander dazu entschlossen hatten, aufwendige Therapien zu benötigen....

Ein Pferd zu besitzen ist natürlich nicht nur den Reichen und Schönen vorbehalten. Bei uns am Stall sind wir ein sehr bunt gemischter Haufen. Aber ich erlebe da halt immer wieder, dass dort, wo die Finanzdecke dünn ist, es zu Situationen kommt, die entweder für den Besitzer oder für das Pferd sehr unschön sind. Das hat dann mit dem Naturell des jeweiligen Pferdebesitzers zu tun. Der eine gibt sein letztes Hemd fürs geliebte Pferd und verzichtet auf so gut wie alles, nur damit es seinem Pferd gut geht und geht niemals ins Kino, kauft sich keine schicken Klamotten, geht niemals essen, verzichtet auf Urlaub, etc. Und der andere hat gefühlt 9 Reitbeteiligungen auf dem Pferd, damit es sich trägt und wieder andere sparen halt am Pferd - miese Ausrüstung, kein Unterricht, kein Tierarzt - lieber irgendwie mit Hausmittelchen rumfrühstücken und selbst bei akuten Sachen lieber erst verschleppen oder es muss halt ganz schlimm werden, aber eben nicht bei Zeiten reagieren - aus Angst vor den Kosten.

Wenn Du Dir ein eigenes Pferd ermöglichen willst, würde ich Dir als Faustformel sagen: Wenn Du im Monat €1000 übrig hast und dennoch Dein normales Leben weiterleben kannst in Form von Auto, Wohnung, Nebenkosten, Lebenshaltungskosten, Klamotten, Urlaub und Freizeitaktivitäten, dann kannst Du das Ganze wagen. Vorausgesetzt Du hast vorher auch schon einen ganzen Batzen angespart um Dir das Sportpferd Deiner Träume leisten zu können. Ein Springpferd für einen Anfänger muss gut ausgebildet sein und charakterfest um Fehler zu verzeihen. Unter €20.000 ist da definitiv wenig zu machen. Pferde, die weniger kosten, haben in der Regel charakterliche oder gesundheitliche Defizite. Plus die entsprechende Grundausrüstung, die auch noch mal - selbst wenn sie gebraucht ist- in solidem Zustand €8.000 - 10.000 verschluckt. Plus ein Polster für eventuelle Tierarztkosten von ca. 3.000,-, die man liegen haben sollte.

...zur Antwort

Wieso willst Du dem Tier den Tierarzt vorenthalten?

Sollte sie trächtig sein, braucht sie dringend einen Tierarzt, denn es muss ausgeschlossen werden, dass es Zwillinge sind. Wenn es Zwillinge sind, kann Lebensgefahr für die Stute bestehen. Da muss frühzeitig gegen gesteuert werden.

Sollte sie nicht trächtig sein, ist was anderes im Argen. Angefangen von Wurmbefall bis hin zu noch gravierenderen Dingen. Unter Umständen hat sie einen Weidebauch und steuert auf eine Hufrehe zu.

Das alles sollte auf keinen Fall ohne Tierarzt geregelt werden. Wenn Du Glück hast, ist es etwas harmloses oder banales, das einfach zu beheben ist, aber es kann halt auch etwas sein, was definitiv rasches Handeln erfordert. Deshalb: Tierarzt!

...zur Antwort

Ist das Training gut (Pferd)?

Mein Wallach ist 3 Jahre alt und ich habe ihn vor ca. 2 Wochen bekommen. Er ist erst seit 10 Wochen unterm Sattel, macht das aber sehr gut mit mir und geht auf mich ein, verzeiht mir kleine Fehler,...

Mein Trainer erstellt gerade einen Trainingsplan für ihn und ich habe zum Spaß jetzt auch einen gemacht um zu schauen wie weit ich dran bin. Ich hatte noch nie so ein junges Pferd deswegen ist es etwas interessant für mich zu wissen wie es dort abläuft basierend auf dem was er kann. Sein Schwerpunkt ist Springen und Vielseitigkeit, hat noch keine Tuniererfahrung was klar sein sollte in dem Alter....

Tag 1: Kondinationstraining im Gelände ( Gelände deswegen weil er dort eingeritten wurde und sich dort wohler fühlt als in der Halle Halle auf dem Platz)

Tag 2: Dressur

Tag 3: Springen

Tag 4: Longieren und Cavalettiarbeit

Tag 5: Dressur

Tag 6: Springen

Tag 7: Ruhetag

Die Einheiten dauern 60 Minuten und zusätzlich noch 30-60 Minuten am Tag im Schritt reiten oder eben an der Führmaschine

Ich reite noch nicht sooo gut wie jetzt andere in meinem Alter oder so. Im Springen habe ich A und in Dressur habe ich E.

Dieser Beitrag ist für mich um mehr zu lernen. Ich bitte darum mich zu korrigieren aber auf konstruktive Art und Weise. Das Thema ist sehr wichtig, muskelaufbau und Konditon dies das und möchte später mal im stande zu sein das ich es alleine kann. Die nächsten Jahre wird das noch mein Trainer machen und ich werde weiter lernen.

Ich hoffe ich kann von euren Tips und Erfahrungen lernen und berücksichtigen im Verlauf.

...zur Frage

Es gibt eine alte Züchterweisheit, die da einen ganz guten Anhaltspunkt gibt zum Thema junge Pferde reiten:

3-jährige maximal 3 Tage in der Woche

4-jährige 4 Tage in der Woche

5-jährige 5 Tage in der Woche

Junge Pferd sind im Wachstum und brauchen viel Zeit zum wachsen, zum Balance-bekommen und reifen. Sie zu jung schon zu viel zu fordern, zerstört meist unglaublich viel mehr als dass es aufbaut. Sie in Wachstumsphasen, in denen sie viel und unausgegoren wachsen, zu viel zu arbeiten, schadet Pferden.

Unsere Eigenzucht ist jetzt 4 und wir haben uns bis jetzt bemüht, sie schonend und mit Hirn auszubilden. Sie ist gesund, leistungsbereit und zeigt sich immer mehr als richtig guter Sportler. In diesem Jahr ist schon 3 mal auf Turnieren in Springpferdeprüfungen erfolgreich gestartet - aber dazwischen hat sie immer wieder Phasen, wo regenerieren darf und soll. Sie verbringt noch viel Zeit auf der Weide und wird nicht verheizt.

Ihre Vollschwester wird Anfang kommenden Jahres 3 - aber wir lassen sie noch den ganzen Sommer 2023 auf der Weide und holen sie erst im Herbst 2023 um dann mit der Ausbildung langsam und schonend zu beginnen.

Das, was Du mit den Pferchen vorhast, ist auf keinen Fall pro Pferd und ganz und gar nicht sinnvoll. Ein 3-jähriger verzeiht im Übrigen keine Fehler - es hat schlicht und ergreifend nicht die Kraft und nicht die Balance, sich dagegen zu stemmen. Ich wünsche Dir und Deinem Pferd von ganzem Herzen, dass Dein Trainer und Bereiter mehr Erfahrung und Umsicht hat und den Trainingsablauf tatsächlich auf das Können und die Bedürfnisses eines Extrem-Jungpferdes abstimmt und es nicht verheizt.

...zur Antwort

Pferd zurücknehmen oder nicht?

Hallo liebe Community,

ich habe lange überlegt diese Frage hier zu stellen, da ich nicht weiterkomme würde ich mir gern ein paar neutrale Meinungen von anderen Pferdemenschen einholen. Mir ist bewusst, dass ich das letztlich selbst entscheide.

Ich versuche es möglichst kurz zu halten:

Ich habe vor 6 Jahren ein ehemaliges Springpferd gekauft. Damals schon mehrere Vorbesitzer gehabt und sollte nun wieder weg, da er unter Betrugsmasche als gesund verkauft wurde (Hüftfraktur). Ich hatte durch mein erstes Pferd viel Erfahrung bezüglich orthopädischer Geschichten und daher Kontakte zu den richtigen Fachmänner. Er tat mir einfach leid.

Er zeigte schon bei der Vorbesitzerin eine stark ausgeprägte Form von Weben, weswegen für mich klar war, dass er danach in einen Offenstall ziehen wird. Dort fingen dann viele Probleme seinerseits in der Herde an und wir haben mehrmals den Stall wechseln müssen. Irgendwann sind wir dann in einen Aktivstall gezogen, wo er gut zurecht kam.

Körperlich haben wir das mit ihm echt gut hinbekommen, er war auch wieder voll reit - und belastbar. Psychisch war das jedoch ein echt harter Kampf und jahrelange Arbeit, das man mit ihm auch nur normal spazieren gehen konnte. Wir haben uns mit einer Miteinstellerin gut angefreundet, ihr Pferd war auch sein bester Kumpel. Zusammen haben wir viel erreicht. Ohne sie hätte ich vieles wohl nicht geschafft. Parallel hatte ich natürlich auch Trainer da und Seminare mit ihm zusammen besucht, die uns auch ein Stück weiter gebracht haben. Für mich blieb er immer eine Herausforderung und ich habe schnell festgestellt, dass unsere Chemie nicht passend ist, aber es reichte für den Alltag aus. Bis die besagte Einstellerin umgezogen ist und sein Kumpel damit weg war, ab da verfiel er in sein altes Muster zurück, was ich einfach nicht mehr händeln konnte. Hinzu kam dann Schimmelheu, weswegen wir wieder hätten den Stall wechseln müssen, was mit ihm einfach nicht ging, da wir schon alles in der Umgebung durch hatten.

Ich hatte auch einfach keine Kraft mehr. Und traf die schwere Entscheidung ihn zu verkaufen und suchte sorgfältig nach einem passenden Besitzer. Er ging dann zu einer Dame, die schon recht erfahren war und einen eigenen kleinen Offenstall hatte. Hat alles gut geklappt, sie machte sogar lange Geländeritte mit ihm, bei mir undenkbar. Allerdings zerpflückte er ihre Pferde, weswegen er nun einzeln (mit Sichtkontakt) steht. Auf Dauer keine Lösung. Sie sieht sich gezwungen ihn zu verkaufen, hat mir die Option gelassen ihn zurückzunehmen.

Ich bin inzwischen umgezogen, theoretisch gebe es hier ein paar "Rentnerplätze", dort würde ich ihn hinstellen. Ich möchte allerdings nicht mehr mit ihm arbeiten und ich auch keine RB/PB da dran lassen. Ihn einfach nur Pferd sein lassen. Wäre das verantwortungsvoll? Umgekehrt: Wäre es verantwortungsvoll zu riskieren, dass er wieder in falsche Hände kommt und zum Wanderpokal wird? Andererseits nehme ich ihm die Chance auf einen evtl passenden Besitzer?

...zur Frage

Dein Verantwortungsbewusstsein gegenüber diesem Pferd ehrt Dich. Doch am Ende musst Du selber entscheiden, ob Du loslassen kannst, oder ob Dein Leben so ist, dass Du Dir einen "Rentner" wie ihn locker flockig nebenbei leisten kannst und ob Du ihm vielleicht nicht verwehrst, doch noch irgendwo ankommen zu dürfen, wo es passt.

Wir haben so einen "Wanderpokal" vor ein paar Jahren erworben. Die Stute war ein durch und durch verstörtes Tier mit einem von Haus aus nicht einfachen Charakter. Und heute sind wir immer noch glücklich mit diesem so besonderen Pferd. In den ersten Jahren, die sie bei uns war, hat unsere Tochter mit ihr Platzierungen ohne Ende gesammelt. Die beiden waren sehr schnell ein absolute Dreamteam und aus einem abgemagerten verstörten, misstrauischen und aggressiven Pferd wurde ein tolles Pferd - weil die Chemie einfach stimmte. Wäre sie auf einem Gnadenhof gelandet, hätten wir sie niemals entdeckt. So hatten wir und sie die Chance.

Natürlich gibt es niemals eine Garantie, dass es so endet und dass sich die richtigen Paare dann auch finden. Ist vielleicht wie ein 6-er im Lotto. Aber auch die gibt es ja immer wieder.

Entscheide Du: loslassen oder nicht. Diese Entscheidung kannst nur Du treffen.

...zur Antwort

Ich befürchte, dass Du zu den Menschen gehörst, die immer das Haar in der Suppe suchen und die ihr Leben damit verbringen, dem vermeintlichen Optimum hinterher zu hetzen. Oder überspitzt gesagt, Du gehörst wohl zu der "das Glas ist halbleer-Fraktion" die es nie schafft zufrieden und glücklich zu sein, weil immer was nicht so ist, wie Du erträumst.

Doch das Leben ist nicht perfekt. Alles hat im Leben immer auch eine Schattenseite. Es kommt halt auf die Balance an und was am Ende überwiegt. Die Kunst im Leben besteht darin, sich mit dem Negativen zu engagieren und sich am Positiven zu erfreuen.

Du wirst nie einen Stall finden, an dem alles durch und durch perfekt ist. Aber mit einer veränderten Lebenseinstellung könntest Du unter Umständen einen Stall finden, an dem Du gerne reitest, obwohl nicht alles ideal ist.

  • Weil Du die Menschen dort magst.
  • Weil die Umgebung schön ist.
  • Weil der Weg dorthin nicht so weit ist.
  • Weil sich die Kosten in Grenzen halten.
  • Weil dort Dein Herzenpferd steht.
  • Weil dort die Reitlehrerin ist, deren Unterricht Dir Freude macht.
  • Weil dort die Pferdehaltung einfach ein Traum ist
  • .......

Und wenn Du es schaffst, Deine Sicht aufs Leben so zu verändern, dass Du Freude an dem hast, was gut ist, wirst Du glücklicher werden. Denn wenn man nur dem vermeintlichen Optimum hinterher hechelt, vergeudet man Lebenszeit und Lebensenergie. Und am Ende ist man selber auch immer ein ganz entscheidender Teil des Ganzen. Denn wenn man sich selber positiv einbringt und offen in die Welt geht und nicht immer nur nörgelt und krittelt, wird einem sehr viel mehr Positives entgegen gebracht.

Und wenn Du das nicht kannst: hör mit dem reiten auf. Das ist den Pferden, die niemals perfekt sein werden gegenüber am Ende am fairsten

...zur Antwort

Das kommt immer auf den Protektor an und darauf, wie Du Dich am besten mit ihm bewegen kannst und wie Du Dich damit am wohlsten fühlst. Erlaubt ist beides. Aber beides ist mitunter nicht angenehm für den jeweiligen Reiter.

Ich kenne Reiterinnen, die tragen ihn über dem Jackett, weil sie sich sonst wie das bucklige Männlein fühlen - und das obwohl es ihnen unangenehm ist. Doch da siegt dann die Eitelkeit. Und ich kenne einige, die tragen ihn über dem Jackett, weil sie es unterm Jackett total unangenehm finden und umgekehrt. Ausprobieren und dann am Ende für das entscheiden, was für Dich funktioniert.

...zur Antwort