Meine Oma ist verstorben. Ich bin aber nicht so traurig. Warum reagiere ich so?

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7 Antworten

Weil sie schon lange krank und ein Ende abzusehen war. 

Du hast geweint, als du von ihrer Krankheit erfuhrst. Vielleicht hast du da deine Trauer schon verausgabt. 

Jetzt weißt du, dass sie nicht mehr leiden muss. Dass sie erlöst ist von ihren Qualen. 

Vielleicht glaubst du ja an ein Leben nach dem Tod? Das kann eine Erklärung sein, warum du nicht so überschwänglich trauerst. 

Du solltest auch nichts erzwingen wollen.  

Ich hab auch nicht geweint, als mein Opa gestorben ist. Das lag einfach daran, dass der sehr krank war und wir im Grunde jeden Tag darauf gewartet haben, dass wir angerufen werden, dass er nun gestorben ist. Das ging aber über Monate so, daher war dieser Anruf dann nichts schockierendes mehr. Es war ja kein "Oh nein, wieso das so plötzlich?" sondern eher "Na Gott sei dank hat ers jetzt hinter sich." Du hast ja auch gewusst, dass sie nicht sonderlich gesund ist und es vermutlich nur eine Frage der Zeit ist. Da ist man dann meist einfach schon drauf vorbereitet und hat einen Großteil der Trauer schon vorher erlebt.

Das einzige, was mich dann nochmal wirklich traurig machte, war, dass ich kurz danach erfahren hab, dass ich schwanger bin und es ihm nicht mehr sagen konnte.

Auch ich habe nicht direkt geweint, als meine Oma gestorben ist, da ich einfach eine Zeit gebraucht habe, um überhaupt zu begreifen, was das nun wirklich bedeutet. Ich trauere auch noch nach mehr als einem Jahr, immer in Momenten, in denen sie mir fehlt.

Es kann sein, dass du noch weinst, vielleicht aber auch nicht. Es gibt keine Regeln, wie man zu trauern hat. Manche Menschen ziehen sich einfach zurück und denken nach, andere suchen den Kontakt zu Familie und Freunden. Achte die nächste Zeit einfach auf dich und zwing dich nicht zu irgendwelchen Gefühlen. Mach das, wonach du dich fühlst. Und nimm Rücksicht auf Verwandte, die den Verlust schwer verkraften.

Mein Beileid!

Tipps kann ich dir nicht geben, aber eine Vermutung äußern, warum du nicht weinst oder richtig traurig bist. Wenn man so eine schlimme Nachricht erhält, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass man nicht direkt so darauf reagiert, wie man meint, es tun zu müssen, weil man zunächst den Umfang und die Endgültigkeit nicht immer sofort erfassen kann.

Du wirst dich bestimmt in der nächsten Zeit noch ganz viel mit deiner Oma, mit dem Tod, aber auch mit dem Leben beschäftigen und damit die Tragweite begreifen können.

Alles Gute!

Das ist eigentlich ganz egal ob du jetzt traurig bist. Deine Oma war sicher schon länger krank, und du hattest dich innerlich schon von ihr verabschiedet. Du wirst später  noch oft an sie denken. Das ist auch gut so.

Alles hat seine Zeit.

Mit freundlichem Gruß aus dem Oldenburger Münsterland

Bley 1914

Vielleicht weißt du, dass du deine Oma wieder sehen wirst (1.Thes.4,18) ?

Mammal will man weinen aber kannst nicht . War bei Mir such so . 

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