Nahostkonflikt? Wer ist Schuld? (Wenn man von Schuld sprechen kann?)

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4 Antworten

von 1417 bis 1917 gehörte das, was heute Israel ist, zum osmanischen Reich (Türkei). 1917/18 verlor die Türke (mit Deutschland und Österreich) den 1. Weltkrieg. Interessant ist, dass die Türkei eigentlich nie gross was gegen Israel hatte, sondern bis vor ein paar Jahren eine sehr gute Kooperation mit Israel.

Das, was heute Israel, die palästinensichen Gebiete und Jordanien ist, wurde dem Völkerbund (vorgänger der UNO) unterstellt, und der Völkerbund erteilte UK (Grossbritannien) ein Mandat, dort zu regieren (für Ordnung zu sorgen, die Macht auszuüben). Bevor dieses Mandat erteilt wurde, hat der britische Aussenminister Balfour erklärt, dass auf diesem Gebiet ein jüdischer und ein arabischer Staat entstehen soll.

1922 wurde der Staat Jordanien gegründet (und zähllte somit nicht mehr zu "Palästina")

1947 stimmt die Mehrheit der UNO-Vollversammlung (Nachfolgerin der Völkerbundes, daher für dieses Gebiet zuständig) für den Teilungsplan von Palästina (in einen Staat, wo 55% Juden lebten und einen Staat, wo über 90% araber (Moslems und Christen) lebten) (UNO-Resolution 181, kannst du googeln).

Die araber in Palästina und die meisten moslemischen Staaten (ausser Persien und der Türkei) waren mit diesem Teilungsplan nicht einverstanden. Sie wollten nicht, dass ein jüdischer Staat auf diesem Gebiet gegründet wird. Daher überfielen die arabischen Staaten Israel, sobald dieser Staat seine Unabhängigkeit erklärt hatte (google Unabhängigkeitskrieg). Israel konnte in diesem Krieg sein Gebiet zum grössten Teil (ausser der Altstadt von Jerusalem, Hebron und Gusch Etzion) verteidigen und sogar noch etwas erweitern (z.B. um die Stadt Ashkelon und um einen Korridor zwischen Tel Aviv und Jerusalem).

Die Westbank und der Gaza-Streifen wurden damals von Jordanien bzw. Ägypten annektiert. Beide staaten und anscheinend auch die Palästinenser selber hatten damals kein Interesse, ein unabhängiges "Palästina", wie es der Teillungsplan vorsah, zu gründen.

Dann fingen die arabischen Staaten noch ein paar Kriege mit Israel an (1956, 1967, 1973), aber jedes mal konnte Israel sich dagegen wehren, von der Landkarte gelöscht zu werden, wie die arabischen staaten es wollten.

1967 eroberte Israel die Westbank, Gaze und den Sinai von Jordanien bzw. Ägypten, mit dem Angebot "Land gegen Frieden", d.h. sobald ein friedensvertrag unterzeichnet ist, sobald das existenzrecht von israel gewährleistet wird, gibt Israel diese Gebiete zurück. Die Antwort auf dieses Angebot war erst einmal das dreifache Nein von Khartum: die Araber wollte keinee Verhandlungen, keinen Frieden, kein existenzrecht für Israel.

1979 überlegte Ägypten es sich anders, und beschloss, doch einen Friedensvertrag mit Israel zu schliesssen. Die anderen arabischen Staaten waren darüber sehr sauer (und bokottierten Ägypten), Präsident Sadat, der diesen Friendsvertrag geschlossen hatte, wurde nicht viel später von einem Attentäter erschossen. Trotzdem kam der Friede zustanden, der Sinai ging an Ägypten zurück. An Gaza waren die Ägypter damals nicht mehr interessiert.

1994 kam der Friedensvertrag von Oslo zustande, wo Jordanien mit Israel Frieden schloss, und ein Abzug aus Gaza & Westbank mit Gründung eines Staates Palästina geplant war. Gaza & Westbank bekamen mehr Autonomie, doch bevor es wirklich zur Gründung des palästinenschen Staates kam scheiterten die verhandlungen zwischen Israel und den Vertretern der Palästinenser (ich glaube, an der Flüchtlingsfrage). Das war 2000.

2005 zog Israel sich einseitig aus Gaza zurück, in der Hoffnung auf Frieden. Leider entstand dadurch kein Frieden, denn aus Gaza wurden immer mehr Raketen auf die umliegenden Städte in Israel geschossen. Israel wollte verhindern, dass Waffen nach Gaza geliefert werden und bestand auf sehr strengen Grenzkontrollen. Das ist natürlich für die Wirtschaft von Gaza nicht sehr gut... und so geht es weiter und weiter, manchmal verhandelt man, manchmal nicht, manchmal schiesst man aus Gaza, dann hat Israel genug und bombardiert gaza, dann ist Ruhe, dann fängt es wieder an...

Man hat den Juden ein Stück Land in Palästina gegeben, weil sie historisch gesehen, aus diesem Land kamen. Man hat aber versäumt, eine Grenze festzulegen. So haben einige Orthodoxe Juden sich ein Stück Land eines Palästinensers ausgesucht und ihn vertrieben, mit der Bemerkung, da war vor 2000 Jahren das Grundstüc meiner Vorväter. So it über die Jahre die Sache eskaliert. Ben Gurion hat mal gesagt, wir haben ihr Land genommen, warum sollen sie uns lieben?

Accountowner08 16.04.2015, 11:02

Ne)in, das stimmt so nicht.

Erstens lebten immer Juden in dieser Gegend, wenn sie nicht gerade von untoleranten Machthabern anderer Religionen (Römer, Christen, Moslems) vertrieben wurden.

Im 19. Jahrhundert kam die Idee einer Rückkehr der Juden nach Israel, der Zionismus auf. damals gehörte das land zum osmanischen Reich (Türkei). Juden sammelten Geld und kauften Land in Israel, und errichteten dort Moschavim und Kibbutzim.

d.h. im Prinzip gab es in diesem ganzen Prozess nur eine Gelegenheit, wie Menschen ihr Land unrechtmässig verlieren konnten, das war während der Kriege (die von den arabischen Staaten begonnen wurden): damals flüchteten viele Araber, die in Israel lebten, und sie wurden an der Rückkehr gehindert und haben somit ihr Haus & Land seitdem nicht mehr in Besitz nehmen können.

 Die Araber, die blieben, sind heute israelische Arabeer und haben ihre Häuser & ihr Land behalten.

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Mohammed Amin al-Husseini war mit Adolf Hitler im Gespräch, Juden zu vernichten. Also lange bevor der Staat Israel überhaupt gegründet wurde. Der Vernichtungswunsch vieler Muslime geht weit in der zeit zurück, also alles lange vor Staat Israel.

Was wir jetzt in Nahost erleben ist lediglich eine Fortsetzung, da es ja bekanntlich auch im Koran steht, dass man alle Juden vernichten soll. Der Antisemitismus (Judenhass) erleben Juden bekanntlich nicht nur in Israel, sondern sehr viel stärker und störender im Galut (außerhalb Israels) wobei ich jeden Juden unterstütze, endlich heim nach Israel zu kommen. Denn nirgends auf der Welt sind Juden besser geschützt als in Israel.


Die NahOst-Sache ist nicht nur eine Fortsetzung, sondern wird erstmalig weltweit verbreitet, wobei die Welt sich auch wünscht, dass alle Juden endlich vernichtet werden. Dazu habe ich nur einen Spruch eines bekannten Rabbiners:

Lieber ein Israel von der Welt gehasst als ein Auschwitz von der Welt geliebt.

Es erscheint fast unmöglich, einen Satz zu dem Thema zu schreiben, ohne dass die eine oder die andere Seite maximal böse ist.

Ich frage mich gerade, ob es andere Themen gibt, bei denen man das in dieser massiven Form erleben kann.

Napster5 14.04.2015, 00:21

Darum sollte man sachlich disskutieren...!

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