"Muss" man nach Bachelor einen Master machen?

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13 Antworten

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einem Bachelorabschluss in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften tatsächlich keine Chance hat.

Hatte es selbst versucht mit einem sehr guten Bachelor in Informatik. Habe zudem jahrelange Programmiererfahrung, sogar ein wenig Berufserfahrung, alle Zeugnisse sehr gut. Dennoch hatte ich keine Chance auf das, was ich mir vorgestellt hätte. Ich wurde (bis auf einen Job, auf den ich mich allerdings nicht ernsthaft, sondern eher "spaßeshalber" bewarb, weil ein Kollege von mir wissen wollte, ob ich dafür zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen würde) zu keinem einzigen Gespräch eingeladen. Es gab sofort (oft nach längerer Wartezeit) eine Absage wegen "mangelnder Qualifikation", selbst bei Stellen, in denen nur ein "abgeschlossenes Informatikstudium" (ohne nähere Angabe des gewünschten Abschlusses) gefordert war. Ich gehe davon aus, dass sie einfach Masterabsolventen als Bewerber bekommen haben und sich dann dachten: "Wozu sollen wir einen Bachelor einstellen, wenn wir jemanden mit Master bekommen können?"

Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich ziemlich ambitionierte Ziele habe und mich daher auch nicht auf "alles" beworben habe. Diese Ambitionen decken sich allerdings auch mit meinen Fähigkeiten und Qualifikationen. Vermutlich hätte ich nach einiger Zeit und mit vielen Abstrichen durchaus einen Job bekommen, vielleicht sogar mit halbwegs guter Bezahlung. Das kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall ging es in die Richtung, in die ich eigentlich wollte, nicht weiter, sodass ich lieber das Masterstudium aufgenommen habe. Damit stehen einem dann im Grunde alle Türen offen.

Er hat mir gesagt, dass man auch bei Informatik, Elektrotechnik oder
Maschinenbau den Master machen muss, da sonst - den Bachelor keiner
Ernst nimmt(Wenn ich jemanden sage, ich habe den Bachelor oder Master
mache einen Riesenunterschied bei Menschen) - ich mit dem Master jeden
"fic.en" könne - ich ein Diplom habe

Hierzu fällt es mir sehr schwer, etwas zu sagen, ehrlich gesagt ist das sprachlich auf einem Niveau, das an einer Studierfähigkeit zweifeln lässt. 

Ob man mit einem Bachelor im gewählten Studienfach eine Stelle findet, Aufstiegschancen hat oder mit einem tollen Gehalt rechnen kann, ist nicht nur von Naturwissenschaft oder Lehramt abhängig, sondern kommt immer auf das Fach selbst an. Auch in den Naturwissenschaften gibt es genug Fächer, in denen man mit einem Bachelor keinen Blumentopf gewinnt.

Die Frage ist auch immer, was "gutes Geld" tatsächlich ist, und ob das "gute Geld" beim Arbeitseinstieg nach einem Jahrzehnt immer noch so bewertet wird.

Fakt ist: Der Master ist der höhere Studienabschluss, egal in welchem Fach. Wer ernsthaft wissenschaftlich arbeiten will, kommt mit einem Bachelor nicht weit. Hierzulande ist der Arbeitsmarkt bislang nur bedingt auf Bachelor vorbereitet, was nicht heißt, dass es nicht einige Fächer gibt, in denen man damit einen erfolgreichen Berufseinstieg hinlegen kann.

Kurz und gut: Pauschale Antworten auf diese Frage gibt es nicht.

Man muss gar nichts.

Was soll man dazu sagen? Höhere Qualifikationen sind fast immer besser.

Es gibt immer eine natürliche Grenze bezüglich des Leistungsvermögens, dann wie viel Zeit und Geduld man bereit ist, zu investieren. Es gibt finanzielle Gründe, keinen Master zu machen.

Dein Freund sieht das etwas zu pessimistisch, dass alle Abschlüsse unterm Master nichts wert sind, z. B. auch Ausbildungen usw., denn dass wird dadurch impliziert, denn der Bachelor liegt genau unterm Master und folglich alle anderen Abschlüsse auf gleicher Ebene oder noch weiter darunter.

Was soll man machen? 

Man muss sich überlegen, was man kann und selbst wenn man es sich zutrauen würde, ob man bereit dazu ist, den Weg zu gehen und das Opfer zu bringen.

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