Muss man als Mensch tatsächlich immer funktionieren?

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76 Antworten

Liebe JackySmith, meine spontane Antwort dazu wäre Jein. ;-)

Weil m. E. "müssen" im Kontext mit persönlichen Erwartungen, Bedürfnissen und Zielen steht. "Müssen" verstehe ich eher als eine Notwendigkeit, um ein Ziel zu erreichen und weniger als eine Pflicht. Wenn ich also etwas tun "muss", bedeutet das folgendes für mich. Mein Verhalten und Handeln geschieht genau so und nicht anders, weil ich zu diesem Zeitpunkt keine bessere Alternative erkenne.

Beispiel: Ich habe eine Schlangenphobie und muss beim Anblick einer Schlange (im Zoo) weggehen oder mich mind. abwenden, um eine Panikattacke zu vermeiden. Um mein Ziel, die Vermeidung von totaler Hilfosigkeit (Panik), zu erreichen, ist es für mich notwendig (müssen) eine gewisse Distanz zum Auslöser herzustellen. Eigentlich handle ich freiwillig so und bin nicht dazu verpflichtet. Ich empfinde es dennoch als müssen, weil ich genau in diesem Augenblick keine bessere Alternative erkenne oder wahrnehme.

Wenn ich aber beginne, mich mit meiner Phobie auseinanderzusetzen, werde ich erfahren, dass es durchaus alternative Handlungsmöglichkeiten gibt. Doch nur das Wissen allein, wird mir das nächste Mal vermutlich nicht helfen können und somit muss ich bei Zoobesuchen weiterhin Ängste ertragen. Natürlich kann ich den Schlangenbereich vermeiden, trotzdem erschrecke ich jedesmal, wenn etwas auch nur so ähnlich wie eine Schlange aussieht. Wenn ich aber nun gewillt bin, eine Alternative umzusetzen, kann ich aus mehreren Möglichkeiten auswählen. Somit lerne ich den Anblick der Schlange zu ertragen und muss nicht mehr länger, sondern darf jetzt auch weggehen.

Und so sehe ich die Situation auch bei der sozialen Interaktion bei den Menschen. Auch wenn die Person weiss, dass es z. B. bei einem zwischenmenschlichen Problem eine andere Handlungsmöglichkeit gäbe, passt er dennoch sein Verhalten nicht (unmittelbar) an. Tja, aber wieso denn eigentlich nicht? Das führt doch höchstens dazu, dass die ratgebenden Menschen sich zunehmends frustriert abwenden und diese Person als uneinsichtig, unbelehrbar usw. abstempeln.

Meine Erfahrungen haben mich jedoch gelehrt, dass der Mensch sich eigentlich schon besser fühlen möchte, doch im Moment noch nicht für eine Veränderung bereit ist. Die innere Einstellung zu verändern, dürfte zu den schwersten Herausforderungen des Menschen gehören - ja wenn nicht sogar die schwierigste überhaupt.

Es gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben. - Friedrich Hebbel

Also, lange Rede, kurzer Sinn. Aus müssen wird ein dürfen, wenn der Mensch für seine jeweilige Situation bessere und auch machbare Alternative(n) erkennt, akzeptiert und erfolgreich umsetzen kann, um sein Ziel zu erreichen. Und da wären wir bei der Wurzel des Übels, nämlich das Ziel. (Und die lange Rede scheint jetzt irgendwie noch länger zu werden... ;-) Unser Verhalten ist zielorientiert. Jemand, der Eigentümer einer 21-Zi-Villa werden will, handelt doch ganz anders als jemand, der eine Weltreise plant. Oder Eltern, die eine akademische Laufbahn für ihr Kind planen, werden andere Schwerpunkte setzen als Eltern, denen zwischenmenschliche Fähigkeiten wichter sind als gute Noten.

Mein grösster Wunsch an die Menschheit wäre, (nebst dem Weltfrieden natürlich ;-) dass wir eine Person nicht mehr länger beurteilen, sondern respektieren und das Bedürfnis "hinter" dem Verhalten verstehen lernen. Jeder kann dazu beitragen, indem er mehr über das menschliche Verhalten lernt und regelmässig auch sein eigenes Verhalten ehrlich hinterfragt. Mal sollte dabei bloss nicht gleich euphorisch in die nächste Falle tappen und die neugewonnene Erkenntnis auf jeden Menschen anwenden. ;-) Jeder Mensch (und damit meine ich auch wirklich jeder) tickt anders .Vielleicht ähneln sie sich im Verhalten, aber ganz bestimmt nicht in ihrem Empfinden und Denken und genau diese Einmaligkeit fasziniert und begeistert mich enorm. Deshalb versuche ich jedes Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier, zu respektieren und seinen jeweiligen Fähigkeiten entsprechend zu fördern.

Ich versuche meinen Kids stets zu vermitteln, dass das Leben kein Wettkampf unter Menschen ist, sondern dass wir uns gegenseitig helfen und ergänzen sollten. Wie intensiv sie meine Ansicht übernehmen, kann ich nur begrenzt beeinflussen. Trotzdem werde ich sie immer respektieren wollen und kann nur versuchen immer eine verständnisvolle Anlaufstelle zu sein.

JackySmith, ich denke, dass du die obigen Fragen selber beantworten kannst, wenn du dir deiner Bedürfnisse ehrlich bewusst bist und deine Erwartungen und Ziele dementsprechend anpassen willst. Die Entscheidung ob du etwas darfst oder musst, kann dir also niemand abnehmen. :-)

Wer immer nur das tut, was er schon kann, wird auch immer das bleiben, was er schon ist. - Sprichwort

Ich wünsche dir viel Freude und Neugier beim Entdecken unserer Welt und versuche dabei geduldig zu bleiben, weil leben selbst der Sinn des Lebens sein könnte. ;-) Liebe Grüsse - Buckskin

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Kommentar von JackySmith
20.06.2011, 20:05

Ich sage dir einfach mal danke, dass du meinem Wunsch nachgekommen bist. Wenn du von einer langen (aber auch gewissenhaften) Rede sprichst, übertreibst du damit auf keinen Fall :-) Deinen Wunsch teile ich übrigens.

So langsam muss ich die ganzen Antworten mal verdauen, aber ich bin leider noch nicht fertig mit dem Lesen und Kommentieren. Ich hatte nicht mit so einer Vielzahl gerechnet.

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wow, Ich finde diese Frage total interessant. So geht es mir manchmal auch, dass ich mich in der Gesellschaft, in der jeder funktionieren muss, eingesperrt fühle. Ich bin 17 und mache bald Abitur und ich habe unter anderem aus diesem Grund Angst vor der Zukunft, davor erwachsen zu werden und mich in der Gesellschaft einfügen zu müssen. gerade Schüler sind oft sehr grausam bei Wertungen von anderen. die ganze Zeit wird gelästert, und wer eben nicht immer "funktioniert", so ist wie die anderen, über den zerreißt man sich hinter seinem Rücken das Maul. Nur die "Coolen" gelten etwas, die Gesellschaft wird schon bei Jugendlichen in zwei Klassen aufgeteilt, Ich persönlich habe mich dadurch lange verunsichern lasse, bin aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich jeden so annehmen werde, wie er ist, auch mich selbst. Denn gerade diejenigen, die sich nicht in Allem anpassen, die eben anders sind, sind ganz besondere und interessante Menschen. Natürlich haben sie es oft nicht leicht, sind Außenseiter, werden von den Angepassten nicht angenommen, das will ich nicht leugen. Aber wenn man sich selbst annimmt so wie man ist, können einen auch andere annehmen. Ich habe nicht so viel Lebenserfahrung wie wahrscheinlich die anderen, die hier geantwortet haben, aber ich finde, dass man sich selbst IMMER "spielen" sollte. Es macht nicht glücklich, sich hinter einer Fassade zu verstecken, die einem selbst nicht entspricht. Und was die Freundlichkeit und Höflichkeit betrifft: Weil ich es geschafft habe, mich selbst anzunehmen, bin ich viel glücklicher. Es fällt mir nicht schwer, zu meinen Mitmenschen freundlich zu sein, weil ich jeden als wertvolles Individuum mit Stärken und Schwächen sehe.

Ich hoffe, meine Antwort ist angesichts der tiefgründigen Frage nicht zu seicht. Ich habe versucht, sie aus meiner kleinen Sichtweise des Lebens zu beantworten, die vielleicht lächerlich unerfahren erscheint und das Problem der Frage nicht trifft (?) Das ist auf jeden Fall eine Frage, über die nachzudenken man lange nicht fertig sein wird.

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Kommentar von JackySmith
02.07.2011, 15:34

Wenn du jeden annimmst, ist das gut. Doch wie schaffst du es zu akzeptieren, dass andere Menschen nicht so annehmen wie sie sind. Wie setzt du dich mit diesen Menschen auseinander? Sagst du dir: "Ich nehme dich trotzdem an, obwohl du andere wie Dreck behandelst. Aus dem Grund, weil sie nicht so sind, wie du sie gerne hättest bzw. sie nicht deinen Vorstellungen vom Menschen entsprechen."? oder verteidigst du die, die nicht den allgemeinen Erwartungen entsprechen? Aber wenn du versuchst, ihnen Schutz zu geben, wie kannst du dann noch deine Fröhlichkeit aufrecht erhalten?

Mach dir keine Gedanken über die Tiefe deiner Antwort. Sie ist gut so wie sie ist. Vielen Dank dafür :-)

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Oh JackySmith, Du erwartest viel. Eine „perfekte“ Antwort müsste ja eine komplette Lebensberatung werden. Das ist hier nicht zu leisten. Mein erster Gedanke war: Oh weh, da tönt eine Stimme aus der Zwangsjacke. Die Frage ist, wie kann man Dir helfen, dieses Ding aufzuknöpfen? Als Philosoph würde ich Dir Epikur empfehlen, da ist nicht viel zu lesen, aber man sollte sich die einzelnen Sätze auf der Zunge zergehen lassen, weil mehr drin steckt, als es erst den Anschein hat. Ziel seiner Philosophie ist Gelassenheit. Und die würde Dir gut tun.

Ja unsere Gesellschaft ist fordernd und wir machen sie selbst dazu auf vielen Wegen. Wir wollen alles perfekt: Sicherheit, soziale Gerechtigkeit (was immer das ist!), quasi den Himmel auf Erden und das wenn möglich zum Nulltarif. Auf Packungsbeilagen zu Medikamenten lesen wir – falls wir sie überhaupt lesen – etwas von Nebenwirkungen. Doch mit unseren Forderungen an das praktische Leben tun wir so, als gäbe es so etwas nicht. Wir türmen Forderungen über Forderungen und fragen nicht, wer das bezahlt. Wir arbeiten und arbeiten und stellen dann überrascht fest, wie wenig wirklich zu unserer Verfügung übrig bleibt. Manchen geht dann auf, dass wir selbst die Rechnungen bezahlen müssen, die wir vorher unvorsichtigerweise blanko ausgestellt haben. Tja, hätten wir mal das mit den Nebenwirkungen auf den Packungsbeilagen gelesen.

Was empfiehlt Epikur? Erst mal überall das Minimum. Die Grundstrukturen des Lebens – Arbeiten, Wohnen, Ernährung – müssen stimmen. Dann kommen erst lebendige Freunde – nicht Internet oder Fernsehen oder Handy. Es ist was anderes, mit Freunden von Angesicht zu Angesicht zu reden, weil man dann ihre Mimik sieht, die Emotionen spürt und auch körperlich ausdrücken kann. Am Handy säuselt Dir jemand „Schätzchen“ ins Ohr, ich muss jetzt Schluss machen, mein Bus kommt, dabei siehst Du nicht das verzogene Gesicht und die Gedanken (lass mich in Ruhe blöde Kuh) und dass da nirgends ein Bus kommt. Noch heftiger ist es hier bei GUTEFRAGE, alles anonym. Da tischt Dir jemand moralische Sprüche auf, der eben erst seine Mutter umgelegt hat. Wir forcieren geradezu die Medien, die das Lügen, Fälschen, Betrügen noch leichter machen und wundern uns, dass wir haufenweise belogen werden. Die Existentialisten sagen, dass man sich im Spiegel der anderen erkennt. Am besten geht das, wenn man gute, ehrliche Freunde findet.

Der gesteigerte Egoismus in unserer Gesellschaft zeichnet sich auch dadurch aus, von allen anderen das Maximum (wenn nicht sogar das Unmögliche) zu fordern und selbst nichts zu leisten. Darum muss man sich nicht jede Forderung anziehen. Verweigern und der Satz „Mach Deinen Scheiß alleine“ können Wunder wirken, sich diesem Egotrip der Verantwortungsschieberei zu entziehen. Übernimm Dein Stück Verantwortung für Dein Leben und für das, was Du tust und dann sollen die anderen erst mal ihren Teil selbst übernehmen. Du bist bei diesem Spiel offensichtlich sowieso im Nachteil, weil es den Anschein hat, dass Du Dir jeden Vorwurf und jede Forderung freiwillig selbst anziehst. Cool bleiben. Abprallen lassen. Mach Dein Ding und zwar so, dass Du vor Dir selbst gut dastehst. Gute Freunde erkennt man daran, dass sie helfen und einen nicht mit Forderungen überhäufen. Vorsicht vor Scheinfreunden, die nur eine/n Dummen suchen, die/der den Affen macht.

Gelassen bleiben, mal in die Natur spazieren und den Rummel hinter sich lassen. Wichtig ist, die Mitte zu finden zwischen den berechtigten eigenen Ansprüchen und denen der Gesellschaft, von denen viele verlogen und überzogen sind.

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Kommentar von JackySmith
20.06.2011, 16:44

Eine "perfekte" Antwort erwarte ich nicht. Auch keine alles umfassende Lebenshilfe. Was ich mir erhoffe, sind lediglich viele verschiedene Sichtweisen, damit ich auch meine noch einmal überdenken kann.

Mit der Zwangsjacke könntest du allerdings recht haben. Zumindest fühle ich mich momentan so.

Danke für deinen Rat mit Empfehlung. Es ist viel gutes dabei, wie zu gelassen bleiben und eine Mitte zu finden zwischen den verschiedenen Ansprüchen und den eigenen. Eigentlich ist die gesamte Antwort gut. Dass meine Grundstrukturen irgendwann stimmig werden und ich den Rummel hinter mir lasse, steht für mich momentan aber noch in den Sternen.

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Sich selbst immer treu zu bleiben und immer nach den eigenen Grundsätzen zu leben - das bedarf einer Menge Disziplin und Mut. Wobei sich die Frage stellt: WAS sind unsere wirklich eigenen inneren Grundsätze? Alles was wir sind haben wir doch irgendwann irgendwo von Anderen abgeschaut?

Ich bin, wenn ich es recht überdenke, das Ergebnis, die Summe aller Dinge die ich im Laufe meines Lebens erfahren habe.

Stellen wir uns ein neugeborenes Baby vor. Es schreit wenn ihm was weh tut, es schläft oder ist glücklich wenn es die vertraute Nähe seiner Menschen spürt, satt ist und nichts „zwickt“

So. das ist die Basis von der wir alle mal irgendwann gestartet sind.

Dann haben wir gelernt. Wir haben den Dingen Namen gegeben. Wir haben gelernt wie wir uns verhalten sollten um etwas zu erreichen. Wir haben gelernt uns durch Worte zu verständigen. Je nach unserem Umfeld haben wir also alle sehr unterschiedliche Dinge erfahren. Kinder entwickeln sich durch Rollenspiele und Nachahmung ihrer Umgebung. Was sie „weiterbringt“ wird beibehalten, was nichts bringt wird (normalerweise) nicht mehr getan. Es gibt aber auch diese Kinder, die immer und immer wieder etwas „falsch“ machen, die gerne rebellieren.

Auf unserem Weg ins Leben treffen wir auf viele Menschen. Lehrer, Freunde. All diese geben uns ein bisschen was von sich mit auf den Weg. Glücklich kann sichder schätzen, der schon früh auf Menschen trifft, die ihn seiner Natur entsprechend fördern!

WER sind WIR also? Gibt es doch eine Seele in uns, dir irgendwie eine Grundtendenz vorgibt, wie wir auf äussere Einflüsse bei unserer Entwicklung reagieren?

So oder so, aus welchen Gründen auch immer wachsen wir, lernen wir und werden zu dem was wir sind oder glauben zu sein.

Wenn man nun als erwachsener Mensch beginnt, sich mit Gedanken und Umständen zu beschäftigen, die NICHT der gesellschaftlichen Norm entsprechen, dann wird es schwierig... Entweder man zeigt dies wirklich immer öffentlich, dann muss man sich aber ohne Ende rechtfertigen und seine „neue“ Sicht der Dinge verteidigen. Oder wir leben diese neue Seite an uns in einer Art Doppelleben aus.

Was hilft?

Wenn man wirklich so sehr leidet, könnte man durchaus versuchen dem Druck und Leistungszwang zu entfliehen. Sich einen kleinen Nebenjob suchen, in einem WG Zimmer oder einer Mini Wohnung leben und zumindest für einige Zeit auf viel unnötiges verzichten um dahinter zu kommen was man wirklich will. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber möglich wäre das auch in unserer Gesellschaft! ;-) das wäre auch eine gute Möglichkeit im Freundeskreis die Spreu vom Weizen zu trennen ;-)

Die einfachere Variante: Sich im privaten Bereich neue Menschen und eine neue Umgebung suchen, die das was wir sind eher widerspiegeln. So können wir weiter in unsere Richtung wachsen und die Kollegin am Tisch nebenan kann uns dann egal sein. Andererseits können wir dann aber auch die Kollegin SO sein lassen, wie sie eben ist. Mit allen ihren (aus unserer Sicht) Schwächen und Stärken einfach so akzepierten. Weil wir in unserem kleinen persönlichen Umfeld unseren eigenen Weg gehen können.

Leben und Leben Lassen. Akzeptanz anderen Einstellungen gegenüber. Mut die eigene Wahrheit zu sagen. (ich fand das klasse, wie weiter oben geschrieben jemand tatsächlich den Mut aufbringt und dem Chef ins Gesicht sagt „Ich sage nicht, dass sie nicht da sind“ Hut ab!) Liebevoller Umgang miteinander. Aber zuletzt auch: sich abgrenzen und a little bit of „L.M.D.A.A.“ wenn andere versuchen uns zu sehr in eine Richtung zu beeinflussen in die wir nicht wollen.

Der Schluss den ich aus meinen Zeilen ziehe: Wenn wir unsere Gesellschaft wirklich verändern wollen, dann gibt es nur einen Weg: Die Art uns Weise wir WIR auf die anderen einwirken zu verändern. Wenn wir also etwas als „Gut und Richtig“ erachten, so können wir nur versuchen das anderen auf freundliche, leise, unaufdringliche Art und Weise mit auf den Weg zu geben.

Nun, ich fürchte meine Zeilen sind ein ziemliches Durcheinander. Man könnte ja mehrere Bücher zu dem Thema schreiben ;-) ich hoffe, es waren ein paar hilfreiche Denkansätze dabei?

Ich für mich werde nun den Rat von Berkersheim aufgreifen und mich mit Epikur auseinandersetzen, den kenne ich noch nicht, klingt interessant. Und davon werde ich vielleicht wieder ein wenig beeinflusst und in eine andere Richtung gelenkt werden. That's life.

Lg, Gitti

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Kommentar von JackySmith
22.07.2011, 17:37

Es waren definitiv ein paar ziemlich hilfreiche Denkansätze dabei. Von daher vielen Dank für deine Antwort :-)

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Ja, das Bedürfnis eine Fassade aufrechterhalten zu müssen haben Viele. Aber warum eigentlich? Das heisst doch nur, dass man sich sehr anpasst und Angst hat aus der Rolle zu fallen. Aber wenn man immer nur mit dem Strom schwimmt, kann sich überhaupt nichts verändern. Alle Veränderungen in der Gesellschaft sind von Menschen ausgegangen, die ganz andere Meinungen und Vorstellungen vom Leben hatten. Z. B. Atomkraftgegner, die in ihren Anfängen ja belächelt wurden.

Wenn man nicht zu sich selbst seht, bekommt man irgendwann psychische Probleme. Lieber authentisch und ungewöhnlich sein, als ein Leben zu leben, dass man nicht will. Ich für meinen Teil mag keine Menschen mehr, die aalglatt sind, ist doch fürchterlich, total langweilig.

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Kommentar von JackySmith
20.06.2011, 23:14

Danke für deine Antwort.

Aber bekommt man nicht auch psychische Problem, wenn man von den (meisten) Menschen abgelehnt wird?

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Also ich kann nicht so gut formulieren aber ich bin der Meinung man sollte sich nie aber auch niemals für andere verbiegen. Mit welchem Recht urteielen andere Menschen über mich oder wie ich lebe. Niemand hat das recht andere zu kritisieren bevor er nicht vor Seiner eigenen Tür gekehrt hat. Mir ist es egal (inzwischen)was man über mich denkt und ich lebe so wie es mir gefällt und nicht der Gesellschaft.

Viel Spaß am Leben

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Kommentar von JackySmith
10.07.2011, 02:40

Vielen Dank für diese Sichtweise :-)

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ich möchte ja nicht so einen roman wie du verfassen ... feix, deshalb sage ich dir nur eines dazu... sobald du nur noch funktionierst, solltest du dein leben ändern, denn da läuft was schief. man soll leben auch wenn s heutzutage recht schwer ist aber sobald DU das gefühl hast nur noch zu funzen, dann ändere schnellstmöglich dein leben. ich hatte das gefühl auch schon...es ist schwer erst einmal den grund für dieses gefühl heraus zu bekommen aber wenn du s dann weißt verändere!!! du weißt ja...man hat nur ein leben und das muß nicht von außen zerstört werden lg mandy

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Kommentar von JackySmith
02.07.2011, 15:37

Danke für deinen Rat.

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Im Bezug auf die Arbeit, ist das authentisch Sein sicher eine Bereicherung für alle Mitläufer. Der, welcher für seine Interessen einsteht kämpft da aber oft allein. Ich bin sogar der Ansicht, dass ein Ideal fast abträglich ist für die Gesundheit. Jedenfalls hat mich diese Ungerechtigkeit und Unverhältnismäßigkeit krank gemacht. Die Pharmaindustrie macht es aber erträglich.

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Kommentar von JackySmith
15.07.2011, 11:13

Tut mir leid für dich. Hoffe, es wird für dich irgendwann auch ohne Pharmaindustrie erträglich werden.

Vielen Dank für deine Antwort.

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Hallo JackySmith, Deine Frage hat mich sehr beeindruckt. Du hast sie sehr ausführlich dargestellt u. auch geschrieben wie es Dir bei dieser Frage geht. Du benutzt das Wörtchen 'man'. Ich vermute aber, dass Du Dich selbst damit meinst. Meine klare Antwort auf die Frage ist. Nein! Ich muss nicht immer funktionieren!!! Warum: Ich sage mir.' Ich kann auch nein sagen, auch wenn es meinen Mitmenschen nicht passt. Denn ich muss nicht jedem Menschen sympathisch sein. Ich habe festgestellt, wenn ich immer oder meistens ja sage, habe ich zwar Sympathie bei den Betroffenen erreicht. Aber mir ist es in der Vergangenheit dabei nicht immer gut gegangen, weil ich es aus innerer Überzeugung nicht wollte. Also habe ich eine Veränderung bei mir vorgenommen. D.h. ich sage ja, wenn es mir auch dabei gut geht. Du wirst Dich jetzt fragen, ob ich auch auf meiner Arbeitsstelle nein sagen kann. Wo es angebracht ist sage ich auch nein, auch dann, wenn sich Arbeitskollegen darüber beschweren. Denn ich sage nur nein, wenn ich sicher bin, dass meine Pflichten gegenüber meinem Arbeitgeber nicht verletzte. Trotzdem habe ich ein Recht auf eigene Meinungsäusserung bei meinem Vorgesetzten. Das passt ihm manchmal nicht. Jedoch versuche ich mein nein in ein Kompromisspaket zu servieren. Damit habe ich die Chance indirekt meine Zufriedenheit, auch im Beruf, aufrechtzuerhalten. Mein Rezept ist: Erst einmal das Verhalten meiner Mitmenschen so zu akzeptieren, wie sie sich geben. Denn ich kann nur mich selbst Verändern u. nicht die Anderen. Das, was ich verändern kann, verändere ich, was ich nicht verändern kann, akzeptiere ich. Nur so kann ich eventuelle Gedankenkarusselle bei mir in den Griff bekommen. Ich funktioniere so, dass ich mich dabei wohlfühle und nicht dass sich andere Menschen dabei wohlfühlen möchten, wenn ich so funktioniere, wie sie es gerne sehen möchten.

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Hallo JackySmith, das Schlimme an dieser kranken Gesellschaft ist, dass sie erwartet, dass wir immer funktionieren. Der Leistungsdruck ist sehr hoch und wird immer noch höher geschraubt. Schwächeln wird nur selten toleriert. Entweder Du bist was, kannst was - oder nicht. Und Menschen mit einem weniger ausgeprägten Selbstbewusstsein bleiben somit auf der Strecke. Sie versuchen, mit Drogen aller Art sich selbst und anderen Stärke zu beweisen..und, wenn es so nicht mehr geht, bleibt nur noch der Gang zum Psychologen/ Therapeuten. So diese bedauernswerten Menschen denn noch den letzten Strohhalm annehmen (wollen), wenn sie nicht "ersaufen"...Du schreibst: "Aber einfach mal "Hallo" zu sagen, ohne das dabei ein Lächeln über die Lippen geht grenzt an Arroganz oder gar schon an miese Laune, die ansteckend ist oder einfach nur Trauer, die keiner sehen möchte." - So ist es auf meiner Arbeit. Ich muss immer lächeln und den Clown spielen. Wenn ich nicht darauf achte, gibt es gleich negative Einschätzungen. -Auf Deine Fragen: Ich weiß nicht, ob es möglich ist, so angenommen zu werden, wie man wirklich ist. In meinem Leben musste ich schon oft den Clown spielen. Und bin daran auch fast zerbrochen. Ich hab viel von dem durch, worüber ich schrieb.

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Kommentar von Claud18
21.06.2011, 18:18

Nur noch mit Drogen klarzukommen, um sich Stärke zu beweise, das ist wirklich krank, aber wie ich las, machen das viele. "Nur starke Menschen können ihre Schwächen zeigen und gelassen tragen wie einen alten Hut" (aus Maxi Wander "Guten Morgen du Schöne"). Wenn die Gesellschaft kaputt ist, nützt es nichts, wenn ich als Gesunder zum Psychologen gehe, um zu funktionieren. Es gibt auch noch etwas anderes: Versagen in diesem kranken System. Das bedeutet in letzter Konsequenz Hartz IV. Aber wenn man sich bewusst macht, dass man nicht selbst daran schuld ist und es lernt, mit sehr wenig Geld auszukommen, ist es vielleicht sogar die bessere Lösung.

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Kommentar von JackySmith
21.06.2011, 20:45

@reddevil0084

Danke, dass du mich an deinen Erfahrungen teilhaben lässt, auch wenn diese nicht rosig aussehen. Hoffe, du hast schon jemanden gefunden, der dich auch ohne Clownsmaske annehmen kann und von dir nicht verlangt, sie in seiner Gegenwart wieder aufzusetzen (so wie es die meisten wollen würden).

Vielen Dank für deine gute Antwort. Und versuch dich weiterhin über Wasser zu halten. Vielleicht findest du ja dann mal eine kleine Insel, auf der es sich gut aushalten lässt.

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Hi, ich weiß ziemlich genau was du meinst, alle Welt schreit nach mehr Persönlichkeiten, an denen man sich orientieren und zu den man aufschauen kann, aber gleichzeitig wird jeder schräg begutachtet, der nicht im Mainstream mitschwimmt, merkwürdig nicht wahr. Ebenfalls auffällig finde ich wie viele Leute sich selbst für unheimlich cool halten und meinen sie wären was ganz Besonderes, dabei sind sie nichts weiter als Durchschnitt, aber es gibt einem einfach ein besseres Gefühl, wenn man denkt man hätte etwas an sich, was einen von der Masse unterscheidet, allerdings sollte man bedenken, dass wenn jeder Individualist sein will, sind auch alle wieder gleich.

Die Menschen sind in ihrem Denken höchst unlogisch, beispielsweise möchten viele Leute alt werden, aber nicht alt sein. Ebenso verhält es sich mit deiner Frage, dass gewunschen wird seine eigene Persönlichkeit mit einzubringen, aber man sofort auf die Finger geklopft bekommt, sobald man gegen den Strom schwimmt.

Was die von dir genannte Leistungsgesellschaft angeht bin ich der Meinung, dass es keine fairere Möglichkeit gibt die Qualitäten der Einzelnen miteinander zu vergleichen. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich an unseren deutschen Sozialstaat denke, der jeden noch so faulen Sozialschmarotzer mit durchfüttert. Von mir aus könnten die alle auf der Straße landen und sich aus Mülltonnen ernähren, stattdessen schiebt man ihnen das Geld fürs Zuhause auf der Coach rumgammeln noch in den Hintern. Mir ist es komplett bums, ob ein Schwarzer oder ein Weißer den Job bekommt, ob ein Mann oder eine Frau die Firma leitet, das einzige Kriterium das zählen sollte ist Leistung und nichts sonst.

Nun kommen wir aber an den Punkt, welcher dich so sehr beschäftigt, nämlich dass man nur noch wie eine funktionieren soll und Schwäche unerwünscht ist. Ich behaupte, dass es ganz dir alleine überlassen ist, ob du dich diesem Leistungssystem unterwerfen willst und deine Arbeit erledigst wie eine Maschine oder nicht. Wie du bestimmt weißt, komm ich aus der Gastronomie. Keiner wird dort zu irgendetwas gezwungen, jedem steht jederzeit die Möglichkeit offen zu gehen, wenn einem seine Arbeit nicht passt, der Nächste wartet bereits darauf die Stelle zu übernehmen, einen Mangel an Kräften wird’s also niemals geben, warum also Rücksicht nehmen auf die Zimperlichkeiten eines Einzelnen? Du kannst entweder Scheide fressen und versuchen dich hochzuarbeiten oder steigst davor aus. Wenn sich jemand wirklich den Arschh aufreißt und jederzeit für den Betrieb da ist, der hat es einfach verdient gegenüber dem anderen bevorzugt zu werden, der immer nur mit halber Lust dabei ist und stets seine Wehwehchen hat. Nun musst du aber auch abwägen wieviel es dir wert ist die Karriereleiter nach oben zu klettern und welchen Preis du bereit bist dafür zu zahlen. Einerseits winken dir viel Geld, Ruhm und Anerkennung bzw. Neid (was ebenfalls ein beglückendes Gefühl sein kann), aber dafür gehen dir vielleicht andere Dinge wie Freundschaften und Freizeit flöten, so muss jeder abwägen, was ihm am wichtigsten ist.

Es gibt aber nicht nur einen Weg sich nach oben zu arbeiten, die einen schaffen es, indem sie in einen Arschh nach dem anderen kriechen und sich dabei zum Teil selbst verraten oder eben dadurch, dass sie sich von nichts und niemandem verbiegen lassen, sondern sich immer treu bleiben, dafür bedarf es jedoch einer besonderen Gabe, die es wert ist gefördert zu werden, obwohl man sich wenn nötig gegen alles widersetzt, eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein und auch das gewissen Quäntchen Glück. Einige werden sogar gerade deswegen berühmt, weil sie sich trauen und die Stärke haben auch mal Schwäche zu zeigen und dafür von vielen anderen bewundert werden, dass sie sich immer treu bleiben, während sie sich den Zwängen des Konformen ausgeliefert fühlen. Ich stelle nun mal die These auf, dass es für einen „0815-Menschen“ (ich bin mir durchaus des Risikos bewusst mit solchen überheblichen Ausdrücken in deiner Sympathieskala wieder zu sinken, aber ich gehör eben auch zu denen, die meistens einfach sagen was sie denken, egal ob´s gefällt oder nicht) es klüger ist sich so gut es geht anzupassen während es für ambitionierte Menschen mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit ratsamer ist ihrem Stil treu zu bleiben auch wenn dies womöglich viel Durchhaltevermögen erfordert und man von vielen Seiten Schläge einstecken muss und das alles ohne Gewissheit auf Erfolg, doch wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Falls es dich interessiert wie ich es handhabe sag ich dir, dass ich mit meiner Art nun schon oftmals böse auf die Schnauze geflogen bin, sodass ich mir in manchen Situationen wirklich 2-mal überlege, ob ich meinen Senf dazugeben soll oder des guten Frieden Willens um weiteren unnötigen Stress zu vermeiden lieber mal schweigen sollte, allerdings habe ich mich niemals so weit geißeln lassen, dass ich irgendwann einfach alles hirnlos so glaube ohne zu hinterfragen, was mir als richtig vorgesetzt wird.

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Kommentar von XFighter7
21.07.2011, 01:31

Manchmal machts einfach die Mischung aus Individualität und Anpassung, um am besten in Harmonie mit sich selbst und dem Rest der Welt zu sein und auch ein dickes Fell kann sicherlich nicht schaden.

Dann schreibst du auch noch von dem Druck im sozialen Miteinander. Also ich glaube, dass die wenigsten jemanden sympathisch finden, der einfach bloß „perfekt“ und aalglatt ist, sondern sich eher davon distanzieren, weil man sich im Vergleich zu solch jemand mit seinen eigenen Schwächen viel zu schlecht fühlt. Ich selber hasse so künstliche Modemenschen, die einfach nur hübsch anzuschauen sind, aber deren Charakter so dünn ist wie eine klare Brühe und schätze viel mehr Menschen, die ihre Eigenarten und Macken haben und dazu stehen können. Meiner Meinung nach sollte es erlaubt sein auch mal Schwäche zeigen zu können, sollte aber klar von so Leuten abgegrenzt werden, welche andere anständig mit ihren Leiden plagen und nach Aufmerksamkeit suchen, indem sie sich ständig neue Krankheiten ausdenken. Sowas ist vielleicht bemitleidenswert, aber man kann doch nicht komplett dafür verantwortlich sein, dass ein anderer mit seinem Leben klar kommt, dann soll dieser sich doch bitte tatsächlich professionelle Hilfe suchen. Die Leute wiederum, die dies belächeln sind selbst zu bedauern, da ihr eigenes Leben offensichtlich so langweilig ist, dass sie nichts Spannenderes haben als sich um die Sorgen anderer zu kümmern und darüber lustig zu machen.

Im Grunde kann der Mensch niemals eine Rolle spielen, sondern spielt immer sich selbst, auch wenn er dabei eventuell Teile von sich betont, von denen er meint, dass sie eigentlich nicht zu seiner eigenen Persönlichkeit gehören und er nur dazu genötigt wird, um nicht negativ aufzufallen. Es steht jedem frei sich so zu verhalten, wie man sich gerade fühlt, aber man lässt es doch manchmal lieber bleiben, da man die sozialen Konsequenzen fürchtet und das gehört doch auch zum Teil der Persönlichkeit, dass man eigentlich ganz gern mit der Allgemeinheit auskommen will, aber dafür das Verlangen leiden muss sich so auszudrücken, wie einem eigentlich nach wäre.

Mit der Anpassung verhält es sich letztendlich also wie mit Medikamenten: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Liebe Grüße Michi

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heutzutage wird tatsächlich von menschen verlangt das sie weder fehler noch schwächen haben dürfen was in meinen augen aber nicht umsetzbar ist!

ein mensch bleibt ein mensch, und ein mensch hat halt fehler und schwächen da wird man nie drum herum kommen. Dennoch verlangt ein arbeitgeber das diese schwächen abgestellt werden da der arbeitgeber immer nur seinen verlust vor augen hat und er will diesen verlust natürlich meiden!

er weiß eigentlich selber das es nicht umsetzbar ist aber verlangt es damit er keinen verlust macht. Wenn menschen darin ein extremes problem sehen sollten sie sich meiner meinung nach einfach eine maschine für den jeweiligen arbeitsvorgang zulegen was aber meist nicht umsetzbar ist wodurch ein solcher mensch in eine zwickmühle gerät und dann aus seiner sicht sich dazu gezwungen fühlt jemanden so unter druck zu setzen das keine fehler mehr entstehen!

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Kommentar von JackySmith
15.07.2011, 11:24

Vielen Dank für deine Sichtweise.

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"Geh Deinen Weg, und laß die Leute reden". Das alte Dante-Zitat gilt immer noch.

Nein, man muß nicht immer funktionieren. Genaugenommen lösen sich immer mehr Menschen davon - teilweise bewußt, weil sie langsam aufwachen, teilweise unfreiwillig, weil ihr Körper sie mit Herzinfarkten, Krebs, und sonstigen deutlichen Ansagen darauf aufmerksam gemacht hat, daß sie zu lange gegen sich selbst gelebt haben.

Was einem natürlich klar sein muß: solange eine wirtschaftsfaschistische Scheindemokratie das Maß für "Freiheit und Demokratie" darstellt, ist die Entscheidung für das Nicht-(nur)-Funktionieren mit sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen verbunden.

Ich habe persönlich die ganze Bandbreite (vom relativ angepaßten Jungmanager bis zum "ausgestiegenen" Landstreicher, mittlerweile lebe ich im Ausland und gründe dort gerade eine kleine Gemeinschaft, die etwas "anders" miteinander und mit sich selbst umgeht) durch und kann nur empfehlen, sich das absurde Hamsterrad mal bei einem radikalen Ausstieg auf Zeit von außen anzusehen... sehr heilsam. Und es gibt genug Lebensmodelle, wo man anders klarkommt und mehr man selbst sein kann.

Viel Glück, viel Kraft, und gute gangbare Wege wünsche ich Dir!

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Kommentar von JackySmith
15.07.2011, 11:14

Ich danke dir.

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Ist es nicht möglich auch mal aus seiner Rolle zu schlüpfen und sich selbst zu spielen?

Du sprichst mit deiner Frage eine äußerst fundamentale Lebenseinstellung an, hin und her gerissen zwischen Konformität und Individualität. Deine Gesellschaftsvorstellung ist auf ersteres ausgerichtet und zwar in der Richtung, dass eine Forderung zur Anpassung besteht. Doch um sich anpassen zu können muss natürlich erstmal eine Richtlinie herhalten. Dafür muss das Individuum den Durchschnittsmenschen und dessen Ansichten erkennen - und in diesem meinst du einen Unmenschen zu sehen, welcher sich der schlechten Lebensseite abwendet und sich selbst, so wie er es auch noch seinen Mitmenschen erwartet, dem guten, mäßigen, funktionalen Leben hingibt. Sowohl auf sich selbst, als auch auf das soziale Miteinander bezogen.

Nun ist die Frage, ob du diesen Unmenschen so richtig erkannt hast. Unmensch deshalb, weil es nur der Menschlichkeit entspricht, sich keiner Seite des Lebens zu verschließen, welche uns in ihrer Gesamtheit, ihrer schmerzlichen und glücklichen Vielfalt, zu dem machen, was man als das Ich eines jeden bezeichnen darf. Insofern ist es eine Verdrängung, sowohl der Realität, als auch der eigenen Persönlichkeit (welche sich dadurch bildet), sich bloß auf eine Hälfte (nämlich die positiv mäßige) des Lebens zu beschränken. Sagt man nicht, dass wir erst durch unsere Fehler menschlich werden. Denn die Definition eines perfekten Wesens nennt man geläufig Gott.

Ich glaube, dass viele Leute eine solche realitätsferne Posse durchschauen - wenn der Nachbar dich mit einem breiten Grinsen morgens grüßt, obwohl er dich am Vortag noch wegen der unzureichenden Gartenpflege angemault hat. Oder durchschaust du nicht auch die Notlüge eines Freundes, wenn er behauptet, dass ihm der Link von einem perversen Bekannten zugeschickt wurde. Durchschaut nicht ein jedes Mädchen die im Internet verbreiteten Anmachsprüche und lässt sich trotzdem darauf ein, insofern sie erwartet, das wahre Ich dieser Person kennen lernen zu wollen. Ich denke schon! es wäre traurig wenn nicht.

Insofern, um mich auf dein oben genanntes Zitat zu beziehen, drückst du das schon ganz passend aus, wenn du sagst, dass wir Rollen spielen. Rollenverteilung verdrängt Chaos und bringt Überblick, das zeichnet eine Gesellschaft aus, sonst hätte sie ja gar keinen gemeinschaftlichen Charakter - nichts womit sich ein Nationalist oder Patriot identifizieren könnte oder mit dem sich ein Volk vom anderen unterscheidet. Aber im Innern weiß ein jeder vernünftiger Mensch, dass es eben doch nur Rollen sind und dass, wenn wir einen Menschen wirklich kennen lernen wollen, wir ihn dazu bewegen müssen, die zivilisierte Maske abzunehmen und sein Ich preis zu geben, insofern letzteres noch nicht zu sehr durch ersteres beeinflusst wurde - denn das ist der wirkliche Unmensch: nicht das konforme Gesellschaftsmitglied, sondern das konforme Ich!

MfG ich

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Kommentar von JackySmith
20.06.2011, 20:45

Interessante Antwort. Darüber muss ich noch mal intensiver nachdenken.Jedenfalls vielen Dank MaNic22.

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Ich hab mich mit dieser Thematik auch oft auseinandergesetzt, da ich mich häufig wie in einem Korsett der gesellschaftlichen "Normen" und Zwänge fühlte.

Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr hat es mich runtergezogen und regelrecht depressiv gemacht.

Ich bin mir in meinem Job aufgrund dieser "Normen" wie ein Roboter vorgekommen und hab den Bezug zu mir selbst total verloren, ich habe nur mehr funktioniert.

Das einzigste das ich dir dazu raten kann (was mir geholfen hat) ist: Hör auf zu grübeln und LEBE!!! Du hast nur ein Leben. Wenn du dich in diesem Korsett fühlst, dann ändere es!!! Ich hab meinen Job gewechselt und es geht mir jetzt besser. Falls es mir noch einmal passieren sollte und ich wieder den Bezug zu meinem "wahren Ich" verlieren sollte, werde ich nicht so lange in dieser Situation verharren, sondern diese ändern! Schau auf deine Bedürfnisse, was willst du eigentlich, woran bist du gut, was brauchst du? Und dann mach dich auf den Weg zu deinem Ziel!

Alles Gute!

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"Es gibt keinen Konflikt zwischen richtig und falsch". Und noch dieses dazu "Der Geist wird zu dem, was er besitzt". Das sind mit die für mich zentralsten Sätze des indischen Philosophen Jiddu Krishnamurti. Er schreibt in absoluter Klarheit und ohne Floskeln, wie der Gemeinbürger es von Philosophen befürchtet. Er sei hier allen ans Herz gelegt, die sich zu ihrer Gefangenschaft des Denkens einen Spiegel vorhalten lassen wollen.

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Kommentar von JackySmith
23.06.2011, 22:08

Danke.

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Was du da beschreibst, sehe ich tagtäglich, und ja, viele Menschen bekommen durch diese Verhaltensmuster Depressionen oder andere psych. Krankheiten wie Burnout. Liegt aber auch wahrsch. daran, dass sich früher generell mehr umeinander gekümmert wurde! Aber auch Menschen, die sich um jeden Preis ihre Individualität bewahren wollen, sind heutzutage nicht vor denselben Ängsten gefeit! Denn schnell steht man auf dem sozialen Abstellgleis, wird als Freak abgestempelt. Einsamkeit und soziale Kälte stellen sich schnell ein. In unserer schnelllebigen Zeit ist es ausgesproch schwer, sich seinen Platz in der Gesellschaft "zu erkämpfen". Und viele wollen sich darauf auch garnicht einlassen, verweigern sich und werden als Sozialschmarotzer abgestempelt! Ich kann den Gedankengang dieser Leute gut nachvollziehen - ich meine nicht die, die einfach kein Bock auf Arbeit haben - auch wenn es sie nicht so oft gibt, wie viele denken! Ich persönlich habe schon oft mit dem Gedanken gespieltt, mein bisheriges Leben hinter mir zu lassen und irg. ganz neu anzufangen! Na ja, vlt. klappts irgendwann --- lg. pawel

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Kommentar von JackySmith
20.06.2011, 17:14

Ich danke dir che123.

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Kommentar von rdsince2010
21.06.2011, 00:54

wie wahr. Früher wurde sich generell mehr umeinander gekümmert.

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Hoffe der Rat meines Lehrers beantwortet ein paar deiner Fragen.

"Sag niemals nie, immer, niemals, jeder, jede, jedes, alles, alle!" (ich glaube ich hab da was vergessen)

Im Grunde hat er recht, also damit, dass diese Wörter nur Kinderübertreibungen sind und NIE IMMER alles so ist, aber um sich das zu erklären, bedarf es trotzdem dieser Wörter.

Also: Es gibt IMMER jemanden oder etwas, was nicht gleich ist. So ist das Leben auch spannender.

--> Fazit: Man muss NIE IMMER.

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Kommentar von JackySmith
23.06.2011, 21:17

Zu funktionieren bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssen, sondern nur, dass sie eine menge bestimmter Regeln (auch ungeschriebene) einhalten, die beim Nicht-Funktionieren schwer geahndet werden meistens. Manchmal aber auch verziehen werden, vor allem wenn es sich um Kleinigkeiten handelt. Von daher kann das Leben trotzdem spannend sein, selbst wenn alle "funktionieren" würden. Aber es wäre nicht mehr echt, also ehrlich. Eine Scheinwelt sozusagen, die durch Kälte entsteht und wohinter viel Gutes verborgen wird, weil es keine (wirkliche) Berechtigung mehr hätte. Also würde man auch eine menge zerbrochene Seelen vorfinden.

Aber dein Lehrer hat gar nicht so unrecht. Von daher danke :-)

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Manche Krankheit scheint eine Gefahr, eine andere mehr ein sich Drücken vor den Anforderungen des Lebens

Das nehme ich mir jetzt mal raus. Und stelle rotzfrech die Frage: Für wen bzw. wem nutzt es?

Nehme ich das Beispiel Suchteerkrankung:

Die Fachärzteschaft veröffentlicht selbst asuf ihrem Internetauftiitt hier und da dass sie kaum einen blassen Schimmer davon hat. "Deshalb" verordnet sie wahrnehmungsverändernde Medikamente. Interessant ist hier die nackte Tatsache, dass Sucht eben die Wahrnehmung verändert solange sie akttiv ist. Nun wird wohl nur das Suchtmittel ausgewechselt, von der vom Individuum ausgewählten Drogen zu der von der Pharmaindustrie über die Fachärzteschaft unters Volk verteilten Drogen. Jepp. Bemerkenswert ist dass dies massiv zunimmt seit der Deutsche Bundestag 1996!!! die Eudroge Dopamin aus dem Betäugungsmittelkatalog nahm. Eudroge ist eine vom Körper selbst hergestellt Droge. Sie ist also zunächst nütztlich. Aber eben nur in Maßen. Ein Zuviel aber auch ein Zuwenig ist schädlich. Politiker beschließen auf Wunsch der Pharmaindustrie unterstützt durch die Fachärzteschaft Fakten umzubenennen. Begründung: Dopamin hilft bei der einen oder anderen Alterserkrankung in geringen zugeführten Dosen. Den alten Menschen ist nicht zuzumuten als Drogenkonsumenten auch nur gesehen werden zu können.

Aktuell sieht die Geschichte so aus:

1.) Nach 10 Jahren werden amtliche Dokumente vernichtet. Die Fachärzteschaft gefällt sich dann darin eine andere Diagnose zu stellen. Schizophrenie zum Beispiel. Da lässt sich viel hineininterpretieren in diesen großen Formenkreis. Aber auch im Bedarfsfall Paranoia, was sich gerade dann anbietet wenn der Mensch sich zu wehren sucht.

2.) Mittlerweile besagt die Rechtslage dass zu einem juristischen Punkt, einer juristischen Fragestellung nur ein Mal geklagt werden darf. Ist vertständlich. Abgesehen von den Kosten bringt es nichts mehrmals zu klagen. Nun wird es aber neckisch. Es klagt zur Zeit jemand in dieser Angelegenheit. Sich seiner Klage anschließen geht nicht. Denn sie ist nicht auffindbar im Netz, wie das sonst recherchierbar ist von manchen Betroffenen mag ein schlauerer Mensch darlegen. Die Bedeutung der Fragestellung bzw. Klage wird so verfälscht. In der Zwischenzeit werden viele Millionen sowohl Steuergelder als auch Gelder aus den Sozialsystemen ausgegeben um die Klageberechtigten zumindest zu gängeln. Oft genug unter wahrnehmungsverändernden Medikamenten zu halten, oft genug durch Betreuung zu entrechten indem ganz einfach eineE Rechtsanwlt / Rechtsanwältin als Betreuer eingeestzt wird und diese Person dann die Verteidigung der eigenen Persönlichkeit vor Verfälschung durch sogenannte Fachärzte unterbindet.

Mal ein Beispiel dass in unseren Medien nicht genannt wird. Uns einfach nicht bewusst ist.

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Kommentar von JackySmith
24.06.2011, 11:47

Danke für deine beiden Antworten.

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Mach dir das Leben doch Einfach , sei ein Mensch mit Fehlern nur so lernste draus . Wer ohne Fehler oder Schwächen sein will , der Lebt nicht richtig. Ein Mensch muss Fehler machen , er sollte schwächen haben nur dann , dann bist du ein Mensch .

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Kommentar von JackySmith
28.06.2011, 19:56

Fehler sind ja ok. Das bestreite ich nicht. Doch gibt es einige, die man nicht machen bzw. hinter einer Fassade verstecken sollte. Weil es einfach Fehler gibt, die nicht verziehen werden, Nicht alle. Sicherlich. Doch ist es nicht immer einfach Mensch zu sein. Doch gilt das wahrscheinlich vor allem für die harmoniebedürftigen.

Danke für deine Antwort und die Lockerheit, die du an den Tag legst.

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