Meine beste Freundin ist religiös. Wie damit umgehen?

18 Antworten

Du bist Atheist gehst aber in den Religionsunterricht. Das ist soweit erstmal ok. Vielleicht solltest du für dich selbst mal klären warum du in den Religionsunterricht gehst, wenn du für dich selbst bereits entschieden und ausgeschlossen hast, dass Gott existieren könnte? Du schreibst, wenn du das Wort Religion schon hörst könntest du stundenlang über die Nichtexistenz eines Gottes diskutieren, du gehst aber dennoch in diesen Unterricht. Ich frage mich warum? Um dort stundenlang über die Nichtexistenz Gottes zu diskutieren? Dann sollte deine Freundin aber deine Einstellung zum Glauben bereits zur Genüge kennen.

Du schreibst ihr wart in der Kirche und der Pastor hat Schwachsinn gelabert. Ich finde das ziemlich abwertend und sogar beleidigend. Weiter oben schreibst du leben und leben lassen, was nach relativ gleichgültigem aber auch toleranten Verhalten klingt und ein paar Sätze später wirst du wertend und beleidigend. Hier in Deutschland gibt es die Religionsfreiheit. Das bedeutet jeder kann an das glauben was er möchte. Deine Freundin hat für sich entschieden gläubig zu sein. Du kannst sie nicht verstehen. Vielleicht beruht dein "verurteilen" auch auf Vorurteilen. Die meisten Christen können das "Vater unser" auswendig, sogar die die weniger gläubig sind. Es ist das wichtigste Gebet im Christentum. Vielleicht solltest du dich zuerst einmal richtig mit dem Christentum auseinandersetzen.

Es ist natürlich durchaus legitim sie zu fragen warum sie an Gott glaubt... Aber warum musst du ihr gleich deine Weltanschauung aufdrängen, wenn sie das nicht möchte? Nur weil jemand irgendeine TV-Show ansieht hat das ja noch lange nichts mit dem christlichen Glauben zu tun. Zu der Zeit als die Bibel geschrieben wurde kannte man homosexuelle Beziehungen wie sie heute gelebt werden ja überhaupt nicht. Wie kann die Bibel etwas verbieten was es zu der Zeit als sie geschrieben wurde überhaupt nicht gab? Homosexualität im Zeitalter der Bibel war Männer vergewaltigen Kinder (Buben) bzw Soldaten vergewaltigen andere Männer, Frauen und Kinder zur Unterwerfung, weil diese im Krieg verloren haben. Ich weiß ja nicht was du sonst noch gesagt hast, aber für mich klingt es so als ob du sie wie einen Deppen hast dastehen lassen und ihr verzweifelt mit irgendwelchen Argumenten, die vielleicht völlig aus der Luft gegriffen waren, versucht hast weiß zu machen, dass es Gott nicht gibt. Du hättest stattdessen einfach sagen können: "Ich glaube nicht an Gott, weil es keine Beweise für seine Existenz gibt." Und anschließend fragen wie ihre Religiosität und das anschauen einer TV-Show über Homosexuelle für sie selbst vereinbar sind.
An meiner Arbeitsstelle gibt es auch Kollegen die religiös, wenig religiös oder Atheisten sind. Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander. Meine Kollegen wissen, dass ich an Gott glaube, mein bester Kollege ist Atheist. Wenn er etwas über das Christentum wissen will fragt er mich. Ich erkläre ihm dann was die offizielle Ansicht ist und wie meine persönliche Ansicht lautet. Für uns beide kein Problem. Manchmal erklärt er mir auch warum er nicht glaubt. Für uns beide auch kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn jemand versucht mir seine eigene Weltanschauung aufzudrängen. Dieser jemand dringt dann in private Bereiche vor, die ihn nichts angehen und die meine Gefühle verletzen. Erwachsene Menschen sind aber in aller Regel tolerant gegenüber anderen Weltanschauungen. Jeder glaubt was er will, man redet offen darüber wird aber nie beleidigend oder missionierend.
Offenbar gibt es ja noch mehr was dich an ihr stört?! Sie redet mit dir über Dinge die sie gerade beschäftigen. Sie jammert es ginge ihr schlecht. Vielleicht hat sie tatsächlich das Gefühl, dass es ihr schlecht geht. Das kann durchaus auch psychisch sein. Reden hilft da ungemein... Aber offensichtlich willst du nicht mit ihr reden. Wenn sie sich darüber aufregt, dass die Menschen zu viel Fleisch essen hat sie ja eigentlich auch irgendwie Recht. Wenn sie allerdings versucht dich vom Fleischessen abzuhalten missioniert sie dich genauso wie du sie. Erwachsene sagen Offen ihre Meinung, versuchen aber nicht die eigene Meinung dem anderen aufzudrängen. Pubertät ist eine schwierige Zeit und offensichtlich habt ihr da beide eure Schwierigkeiten. Versuchs doch noch mal mit ihr. Vereinbart, dass ihr offen miteinander redet, hört einander zu, versucht zu formulieren was euch aneinander nervt und sucht nach Lösungen. Das wäre dann sehr Erwachsen und reif. Wenn es Themen gibt, wegen denen ihr oft aneinander geratet könnt ihr ja vereinbaren erstmal nicht darüber zu reden. In ein paar Jahren, wenn ihr älter und reifer seid lacht ihr dann bestimmt darüber und könnt auch die Meinung des anderen akzeptieren. Hitzige "Ich-habe-Recht-Diskussionen" sind eben Kennzeichen der Pubertät. Irgendwann werdet ihr beide gelassen genug sein um mit anderen Meinungen neben eurer Eigenen gut leben zu können.
Ob du den Reli-Unterricht verlassen solltest kann ich dir nicht

beantworten. Wenn er dich psychisch so belastet wie du schreibst wäre es vielleicht besser, wenn du dich in Ethik mit anderen Weltanschauungen befassen würdest.

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Hey..ich verstehe dich, aber bin selber Christ und meine Freundin ist Atheist....ich erzähle ich oft von meinen Glauben und sie merkt, dass es mir wichtig ist und hört zu.Ich kann mich glücklich schätzen sie zu haben.Aber weißt du, wenn deine Freundin überzeugter  Christ ist und mit dir nicht mal ein bisschen redet, müsst ihr keine gute Freundinnen sein( oder sie nimmt wirklich Rücksicht auf dich,weil sie weiß wie du darauf reagierst) oder sie hat extreme Selbstkontrolle( mir fällt es schwer nicht dauernt über Jesus zu reden). Natürlich ist es nicht gut beleidigt zu sein, aber wenn sie dir wichtig ist und wirklich deine beste Freundin ist, dann beschäftige dich mal mit dem Christentum, oder frag sie mal ganz freundlich warum sie Christ ist, warum sie sich dazu entschieden hat. Aber versuche nicht zu diskutieren, denn ich denke nicht, dass das weiter hilft)Und du kannst mir glauben ich habe es oft probiert und noch weiß ich immer noch nicht ob ich meiner Freundin meine Ansicht aufdrängen wollte, oder ich einfach will, dass sie auch Jesus kennen lernt.Ich hab mich stunden damit beschäftigt, auch wissenschaftliche " Beweise zu such, doch sie sagt immer :" Ich kann einfach nicht daran glauben ." Einerseits sollte ich es hin nehmen, doch ich weiß nicht.....Ich bin auch noch in der Lernphase und muss noch viel lernen.Aber versetz dich in ihre Lage sie weiß (vermutlich), dass es Jesus gibt, weil sie ihn spürt und merkt wenn er bei ihr ist und doch kann sie nur daran glauben, weil sie es nicht beweisen kann....

Hoffe konnte dir helfen.

Ich glaube, Du solltest versuchen, mit ihr etwas respektvoller über das Thema zu reden. So wie es sich liest, hältst Du ihren Glauben für absoluten Schwachsinn - und lässt sie das auch spüren. Und das ist nun mal keine gute Grundlager, um sich dann in Freundschaft darüber zu verständigen.

Als Denkübung würde ich Dir folgende Frage empfehlen: Was sagt es über die Wirklichkeit (oder über den Begriff "Gott") aus, wenn gleichzeitig Menschen absolut und felsenfest davon überzeugt sind, dass es Gott gibt - und Andere genau so felsenfest und absolut davon überzeugt sind, dass es ihn nicht gibt?

Mir hat diese Frage sehr geholfen, eine bessere Einstellung zum Thema zu finden. Ich bin selbst gläubig und meine Frau überhaupt nicht - und wir haben uns früher sehr über dieses Thema gefetzt.

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