Mein Pferd beißt und neigt zum aggressiven Verhalten was soll ich machen?

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8 Antworten

Manche mögen einfach nicht gern angefasst werden. Gibt es bei Menschen ebenso wie bei Pferden. Da kann man nur versuchen, das Ganze so ruhig und angenehm wie möglich zu gestalten.

Ich habe mal einen kleinen Massagekurs für Pferde mitgemacht. Da kam eine Stute, die war derart zickig und nervös, die lief sogar ruckwärts, wenn man sie nur anfassen wollte. Nachdem alle 4 Teilnehmer unter Anleitung der Lehrerin an dem Pferd gestrichen, geknetet und geklopft haben, stand das Pferd da wie hypnotisiert - es hatte die Erfahrung gemacht, dass Berührung durch Menschenhände angenehm srin können.

Eines der wichtigsten " Geheimnisse", die mir dabeinklar wurden: die Hand nicht unnötig bewegen. Erst mal nur ans Pferd legen, und warten, bis es sich dies gut gefalleb läßt. Und dann mit kurzer, langsamer Bewegung beginnen. Immer anhalten und die Hand wieder still liegen lassen, sobald das Pferd unruhig wird; also immer den " Komfortbereich" berücksichtigen. Wenn man dann auch noch lernt, die Stellen anzufassen, die anatomisch sinnvoll sind, merkt das Pferd, dass ihm das gut tut.

Und eben, was Du schon andeutest: das Pferd eben aktzeptieren, wie es nun mal ist,  und abseits solcher Wellnessoasen nicht unnötig daran herummachen.

Urlewas 09.08.2017, 14:31

Danke für den Stern💫

Ich wünsche dir und der Stute, dass das mit viel Geduld allmählich immer besser wird!😊

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Bei deiner Beschreibung frage ich mich, wie viel das Pferd in der Box steht. Reichlich oft, wie mir scheint.

Zusätzlich scheint sie früher nicht wirklich gut behandelt worden zu sein.

na ja, es braucht Zeit, bis das Pferd wieder Vertrauen fasst. Zwei Monate sind nichts.

Wenn es dich tröstet: meine Stute ist 18 Jahre, ich habe sie seit 12 Jahren. Und vorher hatte sie es gut! Sie war nahezu roh. Sie kam aus einem kleinen Gestüt, ich bin ihre erste Besitzerin. Nach der Züchterin, versteht sich. Sie hat also im Leben nichts Böses erlebt, und wir lieben uns sehr. Sie kommt wiehernd auf mich zu, wenn ich sie rufe. Aber, wenn ihr etwas nicht passt, dann beißt sie. Und Fremde müssen aufpassen bei ihr. Sie lässt sich nicht von jedem antatschen. Ich weiß, dass sie das Verhalten von ihrer Großmutter geerbt. Sie und alle ihre Vollschwestern. In meinem Stall hatte mein Pferd den Spitznamen: der weiße Hai.  LOL

Ich habe mich daran gewöhnt und ich  sanktioniere es nur, wenn sie richtig  zulangt. DAnn bekommt sie "einen Schlag ins Genick und einen Brüll."  Wenn sie nur  Anstalten macht zu beißen, schiebe ich ihren Kopf weg und sage: "NA!" DAs reicht. Ich  versuche nicht, es ihr abzugewöhnen. So ist sie halt. Ich strafe sie deswegen nicht, bzw. nur, wenn sie mal richtig zulangt. Aber das ist Notwehr und das begreift sie auch.

Wenn das Pferd sonst gut zu reiten ist, dann rate ich dir: Lebe damit. Wenn du versuchst, es ihr abzugewöhnen, wird es vielleicht nur schlimmer. Schläge helfen da überhaupt nichts. Du musst halt aufpassen und wachsam sein. Das mache ich seit 12 Jahren. 

Als ich das Pferd ein halbes Jahr hatte und sie mir wieder mal beinah die Nase abgebissen hatte, war ich sehr bekümmert. Ich dachte: vielleicht kann sie mich ja nicht leiden. Vielleicht stimmt die Chemie nicht. Ich liebte sie zwar, aber vielleicht sie mich nicht. DAnn lernte ich zufällig die Züchterin ihres Vaters kennen und erzählte die Sache mit meinem Pferd.Die Züchterin lachte sich schlapp. "Ach", meinte sie, "dann hat sich die Rally (die Oma) ja dominant vererbt. Schmeißt sie auch Fremde aus dem Paddock?" 

Ja!!!

Danach hörte ich auf ,daran zu zweifeln, dass wir uns beide liebten. Schnappen tut sie immer noch, aber es macht mir nichts mehr aus. Ich lebe damit. So ist sie halt.

Pass auf, aber dramatisiere es nicht. Und ich hoffe, dass das Pferd ausreichend auf die Weide kommt und nicht zu viel in der Box rumsteht. Fremde Leute sollten sie aber nicht antatschen und schon gar keine Erziehungsversuche machen.

 

emimausi007 01.08.2017, 21:56

 also sie kommt von morgens bis mittags oder nachmittags auf die Koppel. Momentan auch nicht mehr wegen den Bremsen die mag sie nämlich überhaupt nicht. Sie hat aber eine Box mit einem Auslauf circa 2 × 8 m .   Danke für deine Antwort .   Mir ist jetzt auch klar geworden dass ich sie so lieb hat wie sie isT. Und ich versuche einfach mit ihr klarzukommen denn ich hab sie Mega lieb☺️❤️

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Die Stute meiner Tochter kam damals in einem erbärmlichen Zustand zu uns. Abgerissene Eisen, abgemagert, stumpfes Fell und wirklich unter großem Stress. Ein Pferd, das bis dahin durch viele Hände gegangen ist und sich auch nach allen Seiten - auch unterm Reiter- zu verteidigen wusste. Absolut nicht sozialisiert mit anderen Pferden, misstrauisch bis zum geht nicht mehr und wirklich aggressiv. Weidegang unmöglich - sie ging über jeden Zaun. Ebenso Paddock - der 1,80m-Zaun war kein Hindernis. Das ist jetzt mehrere  Jahre her und wer die Stute heute sieht, würde nie vermuten, in welchem Zustand sie damals gewesen ist. 

Fremde mag sie auch heute nicht. Sowohl an ihrer Box, als auch an der Weide weisen deutliche Schilder darauf hin, dass sie bissig ist. Zusätzlich ist die Weide mit einem Doppelzaun (außen Maschendraht) gegen das Eindringen von Hunden geschützt, die sie unter Umständen auch nicht leben lassen würde. Doch mit viel Liebe und Geduld haben wir es geschafft, dass sie heimisch wurde, Vertrauen zu uns fasste und anfassen, putzen und streicheln heute sogar genießt. 

Bei solchen Pferden braucht es Geduld und davon ganz viel und noch viel mehr. Alle Unarten werden sich nicht mehr abstellen lassen, aber nach und nach kann man eine ganze Menge tun. Traumatisierte, unglückliche und misstrauische Pferde brauchen Beständigkeit, Verlässlichkeit, liebevolle Konsequenz und Geduld. Sie müssen nach und nach lernen, dass Dinge sich geändert haben. Manches werden sie nie lernen zu mögen, anderes wird sich ändern. 

Bei unserer Stute hat sich die Geduld gelohnt. Sie ist das loyalste Pferd, was man sich vorstellen kann und würde uns als ihre Bezugspersonen heute auch niemals mehr beißen. Fremde allerdings schon und das wird sich vermutlich auch nie mehr ändern. 

typische Übersprungshandlungen für Pferde, die ewig lange NICHT ARTGERECHT gehalten wurden und nur als SPORTGERÄT benutzt wurden.

lies mal Linda Tellington -Jones

Tellington-Training für Pferde

und mach die dort erklärten und nötigen TTOUCHES /Massagen.

 Bei sooo einem ritualisierten Verhalten rechne mit vielen Monaten, die sich das Problem NICHT oder nur wenig bessern wird, vor allem zu Fremden. Wenn sie mekrt, daß die TTUOCHES gut tun , wird sie sie irgendwann lieben.

Ihr braucht SEEEEHR viel Geduld und konsequentes tägliches Üben

in 1-2Jahren ist sie bei fleißigem Training an ihren Manieren und vor allem der Stärkung ihres Vertrauens in die Menschen  ein netter Freizeitpartner.

denn

du mußt bedenken: die Zeit, in der sie dieses Unarten gelernt hat mußt du mal 6 bis mal 10 nehmen, bei sie sie bei gutem Üben/"Überschreiben"  vergessen und verändern kann!!!! Also: wenn sie das schon 2 JAhre machte(umsonst wird sie ja nicht sooo billig gewesen sein....) hast du eine sehr laaange zeit de Übens vor dir.

Solche Pferde werden oft zu "1-Personen-Pferden", weil sie es nicht schaffen/aushalten, mehr als einem oder ganz wenigen menchen zu vertrauen....

oder sie gehen einige JAhre lang billig von HAnd zu HAnd, weil keiner sich die langwierige Mühe(s.o.) machen mag oder es auch gar nicht versteht und kann,  bis sie endlich zum Schlachter gebracht werden ....als unverbesserliche Beißer etc !

Artgerechte Haltung wäre der allererste Schritt, dies Pferd aus seiner Pein mit dem verhaßten menschlichen Umgang zu erlösen...: Offenstall mit Paddock und Wiese, wo nur 2mal am Tag der Futtermeister vorbeiguckt und Heu nachfüllt und wo du sie 1-2mal täglich putzen / massieren kommst...

Ehrlich?
Ich sehe wenig Chancen für dies arme Tier, wenn es in der jetzigen HAltungsform bleibt, habe diese Dramen zu oft kennen gelernt...

Erst einmal ist es wichtig dass du und die Besitzerin nach dem gleichen Schema und zusammen mit dem Pferd arbeitet und nicht jeder "sein Ding" macht. Das führt nur zu Verwirrung beim Pferd und am Ende weiß es gar nicht mehr was richtig und was falsch ist.

Sucht euch einen guten Bodenarbeitstrainer der euch zeigt wie ihr eine Verbindung zu der Stute herstellen könnt und ihr Vertrauen wieder gewinnt.

Ich persönlich würde das Pferd zuerst einmal auf Weidehaltung umstellen - je mehr Auslauf und frische Lust in einer gut sozialisierten Herde, desto besser. Reiten würde ich zuerst mal zurückstellen und rein vom Boden arbeiten - Grundlagen, Gelassenheit, Spaziergänge usw. Und zwar so lange bis das alles problemlos funktioniert und sie vor allem entspannt dabei ist. Erst dann würde ich mich langsam wieder ans Reiten rantasten. Dass das alles seine Zeit dauert ist völlig klar, wenn man sich so ein "Problempferd" kauft sollte man die aber auch investieren wollen und am Ende wird es euch das Pferdchen danken ;-)

Wie lange ist das Pferd bei euch? Ein paar Monate? Das ist aus Pferdesicht nichts. Ihr seid noch lange nicht an dem Punkt, an dem sie euch vertraut. Habt ihr dem Pferd Zeit gegeben, bei euch anzukommen? Sich einzuleben? Für viele Besis ist nämlich wichtig, dass sie schnellstmöglich da oben sitzen u. der Rest interessiert erst mal nicht, das wird dann schon werden... irgendwie... 

Das Pferd scheint nicht die besten Erfahrungen gemacht zu haben u. hat hat keine wirkliche Bezugsperson, so wie es sich anhört. Klingt aber auch nicht nach hoffnungslosem Fall.

Mit Ruhe u. Geduld sind diese Dinge meistens in den Griff zu bekommen. Sich mit dem Pferd viel beschäftigen, also einfach mal nur putzen, Spazieren, Grasen gehen, spielerische Bodenarbeit (ohne Druck), sind alles Dinge, die zu einem guten Vertrauensverhältnis beitragen. 

Ausserdem die Mitreiter bitten, Abstand zu halten u. vor allem tunlichst zu unterlassen, dem Pferd eines auf die Nase zu hauen! 

emimausi007 01.08.2017, 21:51

 Also meine Besitzerin hat seit das Pferd da ist ganz oft in der Woche Bodenarbeit gemacht und hat eins bis zweimal Reitstunde genommen. 

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Die Stute ist schwer verhaltensgestört, aber ja anscheinend auch noch nicht lange in guten Händen. Gib ihr etwas Zeit mehr vertrauen zu dir zu gewinnen. Mach bodenarbeit, nimm Unterricht, zeig ihr einfach weiterhin das du sie lieb hast, irgendwann gibt sie es dir zurück. Die Box sollte für dieses Pferd nicht offen zur Stallgasse hin sein, sondern vergittert. Kein anderer außer ihre Leute sollten zu ihr hin. Am besten wäre es du holst dir mal Hilfe von nem Profi.

Wichtig ist einfach Geduld, durchhalten, durchatmen und weitermachen - die Stute wird es dir danken. 

Auch wenn ich ansonsten davon absolute nichts halte: dem Pferd ist in der Tat am besten in einer geschlossenen Box geholfen. Die Box soll mit Gitter nach draußen und zur Stallgasse gesichert sein. Einen Ausgleich könnt ihr dadurch schaffen, dass sie mehr draußen ist. Aber das ist der einzige Weg, ( also der erste Schritt) damit sie aus diesen Verteidigungsmodus rauskommt.

emimausi007 01.08.2017, 21:53

 Es wird wahrscheinlich das beste sein trotzdem möchte ich das nicht und hoffe meine Besitzerin mach das auch nicht. Ich hatte mir schon überlegt sie in einen offen Stall zu stellen beziehungsweise   Der Besitzerin das mal vorzuschlagen.  Denn da hat sie Bewegung und da fasst sie auch niemand an

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