Lehrerin hat Kind bei Antolin angemeldet ohne Rücksprache

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Hallo Didumi,

ich möchte dich gerne beruhigen:
Ich habe selbst mit Schülern mit Antolin gearbeitet und kann dir daher mit Sicherheit sagen, dass keinerlei persönliche Daten deines Kindes ins weltweite Web veröffentlicht werden.

Es verhält sich so, dass die Schule eine Schullizenz kauft, innerhalb derer das Lesetraining stattfindet. Es funktioniert so:
Der Lehrer hat ein Generalpasswort, mit welchem er sich bei Antolin im Namen der Schule einloggt. Innerhalb dieses geschützten Raumes hat er die Möglichkeit, sogenannte Accounts für diverse Klassen und deren Schüler anzulegen. Das einzige, was er dazu eingeben muss, ist die Klasse (2A, 3B etc.) und die jeweiligen Schülernamen. Dabei benutzt er in der Regel die Vornamen der Kinder, damit sich diese schnell und sicher im Programm zurechtfinden. Das Passwort für die einzelnen Kinder wird automatisch vom Programm generiert. Es setzt sich meist zusammen aus einem Begriff, der der Lebenswelt des Kindes entspricht (z. B. "Ente", "Haus", "Erdbeere"...) und einer beliebigen Zahl.
Dieses Passwort schreibt der Lehrer jedem Kind auf einen Zettel (so habe ich es immer gemacht), so dass sich das Kind selbstständig bei Antolin einloggen kann.

Parallel wählt der Lehrer innerhalb der immens großen Antolin-Datenbank eine Zahl an Büchern aus, welche für seine Klasse zur Bearbeitung zur Verfügung stehen sollen.
Weiterhin bestimmt der Lehrer die Zeit, welche die Kinder zur Beantwortung der Fragen zur Verfügung haben.
Die Kinder haben nun die Möglichkeit, sich einzuloggen und ein Buch auszuwählen, von dem sie glauben, dass sie es sehr gut verstanden haben.
Nun beantworten sie per "Multiple Choice" einige Verständnisfragen zum Buchinhalt (die Anzahl der Fragen variieren je nach Schwierigkeitsgrad der Lesestufe und Alter der Schüler).
Für jede richtig beantwortete Frage erhalten sie eine gewisse Anzahl an Punkten, die ihrem Konto gutgeschrieben werden.
Wurde eine Frage falsch beantwortet, haben sie keine Möglichkeit mehr, diese zu korrigieren.
Hat ein Kind ein Buch "komplett versemmelt", dann hat der Lehrer die Möglichkeit, das Buch noch einmal für das Kind freizuschalten, wenn er sieht, dass das Kind z. B. zu vorschnell an den Computer ging und im Vorfeld nicht konzentriert genug gelesen hat.
Die Punkte werden dem jeweiligen Schüleraccount gutgeschrieben und innerhalb einer individuellen Schülerstatistik erfasst, auf die jedoch nur der Lehrer Zugriff hat. Er kann hier ersehen, wer wie viele und welche Bücher in welchem Zeitraum bearbeitet hat (und damit gelesen hat), wie gut er dabei abschnitt und wie lange er für die einzelnen Aufgaben gebraucht hat.

Antolin ist eine ganz tolle Sache, die den Schülern großen Spaß macht und somit die Lesefreude ganz immens fördert! Antolin ist absolut sicher, was "Datenoffenbarung" betrifft, denn mehr als (z. B.) "Max 3B" wird nicht in die Datenbank eingegeben. Wie gesagt bewegt sich die ganze Sache innerhalb einen schulinternen Accounts, der für Außenstehende nicht einsehbar ist.

Insofern sehen die Lehrkräfte auch keine Not, die Eltern zu "beruhigen", da es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Der andere Punkt ist jener der Erklärung über die Funktionsweise von Antolin, welche die Klassenlehrer aber meist auf den Klassenpflegschaften erläutern.

Grundsätzlich sind die Schulen verpflichtet, sich für jedwede Datenveröffentlichung der Kinder die Einverständniserklärung der Eltern einzuholen. Dies gilt insbesondere bei der Veröffentlichung von (Klassen-)Fotos auf der schuleigenen Homepage, aber auch schon bei der Veröffentlichung der persönlichen Daten auf klasseninternen Telefonlisten.
Sei dir versichert, dass die Schulen dies sehr genau nehmen. Bei Antolin besteht allerdings kein Grund zur Sorge!

Alles Gute für dich und dein Kind,
LG von Miroir

Vielen Dank für die Bewertung. : )

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Hallo. ich hatte in der Grundschule (bin in der 7 Klasse) auch mal einen account. weis jedoch nicht mehr wie der benutzername sich zusammen stellt. Das passwort weis ich noch...

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Hallo Didumi, warum Du hier nachfragst, ist mir unerklärlich! Da fragt man bei der Lehrerin oder der Schulleitung nach. Die sind dafür zuständig. Nicht hier das anonyme Internet. Ich kenne das Programm. Als ehemaliger Schulleiter einer GS ist es mir natürlich klar, dass man die Eltern darüber informiert. Schöner Programmpunkt eines Elternabends.

Als ehemaliger Schulleiter einer GS ist es mir natürlich klar, dass man die Eltern darüber informiert

Ich hoffe, den meisten Schulleiter ist klar, dass man eine schriftliche Einverständniserklärung bei den Eltern einholen muss und ihnen die Zugangsdaten geben sollte. Ich würde der Schule die Hölle heiß machen....

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@casilein

Von einer schriftlichen Einverständniserklärung ist mir nichts bekannt. "Statt Hölle heiß machen" sollte man die Schule bzw. den Lehrer loben, dass er überhaupt das Antolin-Programm zur Leseförderung einsetzt. So häufig kommt das in Grundschulen noch gar nicht vor.

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Da hättte sie auf jeden Fall dich vorher informieren müssen. Das ist so nicth in Ordnung.

Aus dem Datenschutzhinweis:

IV. Schülerdaten 4.1 Sofern Schüler/-innen durch ihre Schule/Lehrkräfte für ein anmeldepflichtiges Internetangebot angemeldet werden, müssen sie nicht unter dem vollständigen Namen der Schüler/-innen angemeldet werden. Diese Schüleranmeldungen können auch unter dem Vornamen, einem Pseudonym oder Spitznamen des Schülers/der Schülerin vorgenommen werden. Sofern eine Anmeldung unter dem vollständigen Namen des Schülers/der Schülerin vorgenommen wird, sollte dies mit Einwilligung der Eltern geschehen.

Fazit: Sollte heißt leider nicht Muss. Ich habe den Datenschutzhinweis nur kurz überflogen. Ich würde mir das Ganze nochmal genau durchlesen, damit SIe wissen, wo welche Daten auftauchen.

Ich hoffe ich konnte helfen.

Bei Antolin wird kein Schüler unter seinem vollständigen Namen angemeldet!

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Hallo!

So was geht gar nicht. Du solltest mit der Lehrerin sprechen. Sie hätte Dich vorher informieren und um Erlaubnis bitten sollen.

Leider sind sich viele gar nicht bewusst, was sie tun. Selbst Schulen, Musikschulen, Sportvereine ... veröffentlichen Daten der Kinder ohne Rücksprache!

Es werden bei Antolin keine Daten der Kinder veröffentlicht!

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