Kann man Pfand Flaschen "überall" abgeben?

9 Antworten

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Solange die die entsprechenden Gebindearten verkaufen müssen die diese auch - egal wo sie gekauft wurden - zurücknehmen. DIe Marke ist völlig belanglos.

Was geht: Plastikflasche beim Aldi gekauft und beim Lidl, der auch Plastikflaschen verkauft, zurück geben.

Was nicht geht: Einwegflasche im Aldi, Lidl oder sonst wo gekauft und du willst sie in einem Laden abgeben, der nur Mehrwegflaschen verkauft.

Was auch nicht geht: Einwegglasflasche im Lidl gekauft und die im Aldi, der keine Eimwegglasflaschen verkauft, abgeben.

Genau das meinte ich. danke 😊

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Grundsätzlich muss erst einmal zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen unterschieden. Bei Einwegflaschen schreibt das Verpackungsgesetz vor, dass jeder der Einweg verkauft, auch verpflichtet ist anderes Einweg derselben Materialart (undabhängig von Größe und Marke) zurückzunehmen. Nur bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche von unter 200 m² (z. B. Tankstelle, Kiosk, Imbiss) beschränkt sich die Rücknahme zusätzlich nur auf die Marken die dieses Geschäft führt.

Mehrweg wirst du in der Regel überall dort los, wo auch Mehrweg derselben Größe, Form und Farbe verkauft. Eine grundsätzliche Rücknahmepflicht für Mehrweg gibt es jedoch nicht. Das bedeutet, dass ein Händler auch die Rücknahme von Mehrweg verweigern kann, selbst wenn er solches verkauft - auch wenn einige hier genannten Quellen etwas anderes behaupten.

Oh! Also theoretisch: wenn man Mehrweg-Pfandflaschen einer kleinen, ausgefallenen Marke kauft, kann es einem passieren, daß z. B. in Gegenden, wo diese völlig andere unbekannt ist, einem kein Mensch zurück nimmt 😒 Danke!

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@msfanboy

Es kommt auf die Flasche an. Wenn es sich um eine Einheitsflasche handelt die von vielen verschiedenen Herstellern verwendet wird, wo jeder nur sein eigenes Etikett drauf klebt, dann sollte eine Rückgabe kein Problem sein, wenn der Händler die gleichen Flaschen von anderen Herstellern im Sortiment hat. Verpflichtet ist er aber nach wie vor nicht dazu.

Anders sieht es bei Individualflaschen aus. Das sind zum Beispiel Bierflaschen, wo das Herstellerlogo ins Glas eingeprägt ist. Das bekannteste Beispiel ist beispielsweise eine Coca-Cola Mehrweg-Flasche. Verkauft ein Händler diese nicht, nimmt er sie auch nicht zurück, da sie ihm auch niemand mehr abnimmt, wenn er mit diesen nicht beliefert wird.

Es ist jedoch ungewöhnlich, dass kleinere Hersteller Individualflaschen verwenden, da es ja auch ein Kostenfaktor ist, den sie sich in der Regel nicht leisten können.

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So sollte es sein! Überall, wo man Pfandflaschen abgeben kann, müssen auch welche angenommen werden, die aus anderen Geschäften stammen! So ist das Gesetz!

Das was Du meinst kann man nicht Leergut nennen, denn Leergut bedeutet auch Mehrweg und wird wieder befüllt.

Diese nicht umweltfreundlichen Plastikflaschen muß jeder Einzelhändler zurücknehmen, der selbst diese Flaschen anbietet und verkauft. Es gibt Ausnahmen bezüglich der Betriebsgröße etc., aber diese sind ja nicht Kern Deiner Frage.

Wichtig ist nur, daß das Pfandlogo auf der Flasche ist. Wo Du sie abgibst, ist egal.

Der erste Händler hat sich übrigens von den Einweg - Pfandflaschen verabschiedet, da er kaum etwas davon verkauft hat. Aber die Kundschaft ist ja so bequem, sie hat sich nicht für die Rückgabe am Automaten des Discounters begeistern können. Also wurde diese beim Händler abgegeben, der nur die Arbeit und Kosten damit hatte.

https://www.suedkurier.de/ueberregional/baden-wuerttemberg/Kampf-gegen-Plastik-Getraenkehaendler-streicht-Plastikflaschen-aus-dem-Sortiment-und-wird-zum-Internet-Hit;art417930,10198510

https://www.youtube.com/watch?v=OS9WBOJs9tk

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 30 Jahren in der Lebensmittelbranche unterwegs ...

Traurig, dass er ein Getränke-(fach?)händler ist und trotzdem so wenig Ahnung auf diesem Gebiet hat.

Wenn heute noch glaubt, dass Mehrweg grundsätzlich und immer besser als Einweg ist, der hat die letzten Jahrzehnte verpennt oder sich selbst nie ernsthaft mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Der Herr wird in Stuttgart sicher auch Bier von der Küste anbieten. Also Mehrweg, welches eine weiten Anreiseweg hatte und einen ebenso weiten Rückweg hat. In diesem Fall wäre Einweg die ökologisch bessere Wahl, da die Umweltfreundlichkeit von Mehrweg mit der Entfernung abnimmt. Wirklich umweltfreundlich sind daher nur regionale Produkte.

Wenn er beim Einwegleergut (ja, auch das heißt Leergut!) Minus macht statt Plus, dann macht er irgendwas falsch. Denn nicht nur, dass er bei Fremdgebinden das Einwegpfand zzgl. MwSt. zurückbekommt, also rund 30 Cent, obwohl er nur 25 Cent ausgezahlt hat, man bekommt auch Geld wenn man das Material verlauft. Das ist auch der Grund weshalb Lidl damals, lange bevor sie überhaupt wieder Dosen verkauft haben, bereits welche zurückgenommen haben, obwohl sie es gar nicht mussten.

Er beschwert sich über rund 52 Säcke in drei Monaten/12 Wochen??? Das ist, rein statistisch gerade einmal ein dreiviertel Sack pro Tag. Viele Läden haben 5-10 Säcke pro Tag (!!!). Und dazu noch kompaktiertes, also plattgewalztes Einweg und somit pro Sack schon mehr als die drei- bis vierfache Menge als er. Und er beschwert sich?

Und Sorry, aber ich muss das mal so deutlich sagen, aber saudumm kann man nur sein und öffentlich im Fernsehen sagen, dass man massiv gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt und seine Beschäftigen 16-18 Stunden am Tag arbeiten lässt und andere Verwandte/Bekannte von einem anderen Arbeitgeber in ihrer Urlaubszeit bei ihm arbeiten gehen. Und vor allem, was hat das alles mit dem Thema zu tun? Wenn sie Arbeit aufholen müssen, dann scheint ja irgendwas in der Organisation nicht zu funktionieren.

Sorry, aber wenn er von Getränken, Getränkeverpackungen, Einweg, Mehrweg, Recycling, Ökobilanzen und Organisation keine Ahnung hat, dann hat er einfach den falschen Beruf.

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@Cokedose

Wobei ich Bier von der Küste nicht in Plastik trinken würde. Ansonsten bin ich da bei Dir, aber als Symbolwirkung ist das nicht zu unterschätzen. Wir brauchen auch solche Leute, wir werden sehen ob er Erfolg hat.

Merke ich auch in unserer Firma, wir waren die Helden mit CO2 Footprint und minimalem Verpackungsmüll, dann kamen 2018 die Bilder von dem Walmagen und Kaufland faselt medienwirksam etwas von einer Reduktion um 20% beim Plastik. Seitdem ist Plastik bei einigen Leuten der Teufel und Weltuntergang in Personalunion.

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@Brunnenwasser
Wobei ich Bier von der Küste nicht in Plastik trinken würde. 

Das würde wohl kaum jedemand tun, der Genusstrinker ist. Aber es gibt ja auch Dosen. Zwar gehen hier die Meinungen teils stark auseinander, ich selbst kann dazu jedoch nichts sagen, da ich kein Bier trinke. Bei Softdrinks schmeckt es mir aus Dosen jedefalls am besten (und aus Glas).

aber als Symbolwirkung ist das nicht zu unterschätzen.

Ja - leider muss man jedoch sagen. Denn solche Aktionen festigen teils extrem die rein subjektive Wahrnehmung der Verbraucher und fördern am Ende zunehmend einen vollkommen falsch verstandenen Umweltschutz. Weshalb ich auch scharf die ganzen "Preudoumweltschützer" kritisiere, die weiterhin Mehrweg pauschal als das umweltfreundlichere System propagieren. Ginge es ihnen tatsächlich um den Schutz der Umwelt (und nicht nur um Macht und Politik) würden sie beide Systeme individuell bewerten und differenzieren. Sie würden nicht sinnlos Geld und Energie in die Bekämpfung von Einweg stecken, sondern schauen wie man dieses umweltfreundlicher gestalten kann und diese Verantwortung nicht auf die Industrie abwälzen.

Seitdem ist Plastik bei einigen Leuten der Teufel und Weltuntergang in Personalunion.

Ja, das ist eine furchtbare Entwicklung. Und viele Unternehmen fördern diesen ebenfalls falsch verstandenen Umweltschutz auch noch aus reinen Imagegründen. Das beste Beispiel: Die Verbannung von Plastiktüten (Tragetaschen und Obsttüten) aus dem Einzelhandel. Auf der einen Seite liegt der dadurch im kleinen Deutschland reduzierte Plastikanteil in einem kaum nennenswerten Bereich (mal ganz abgesehen davon, dass das Plastik hier eine sinnvolle Funktion hat, gegenüber unnötig überverpackten Lebensmitteln) und auf der anderen Seite, ändert das ganz genau NULL an der Verschmutzung der Weltmeere, dass das Plastik in den Ozeanen mit Sicherheit nicht von deutschen Urlaubern in die Ost- und Nordsee geworfen wurde.

Allgemein ist das Plastik selbst nicht das Problem. Es ist ein wunderbarer und extrem wichtiger Roh- und Werkstoff. Das einzige Problem daran ist, wie der Mensch nach dessen Gebrauch damit umgeht. Aber da hat das Plastik keine Schuld dran, doch die vermeintlichen Umweltschützer, allen voran die Grünen, wälzen hier ihr eigenens totales Versagen auf einen Rohstoff ab - wie armselig.

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@Cokedose

😂 Du sagst genau das, was ich mir dachte (der Händler). Auch das mit dem viel verbreiteten "Mehrweg ist IMMER besser"-Denken von Vielen. 👍

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@Cokedose

Endlich jemand der auch so denkt 👍

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😊

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Sehr interessant. Danke!

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