Kann man ohne Bildstabilisator noch gute Videos machen? Mit 70-300mm etwa.

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Videos werden freihand generell etwas wackelig und eine lange Brennweite macht es nicht besser.

Freihand wird schwierig ohne dass das Video nachher aussieht wie Erdbeben und den Zuschauern schwindlig wird.

Wenn du die Kamera am Körper tragen willst, gibt es zwei Möglichkeiten, das Ganze etwas zu stabilisieren. Mit einem Rig oder einem Steadycam.

Ein Rig ist ein Stativ, auf dem du Kamera und eventuelle Anbauteile (Mikrofon, externer Rekorder, Kompendium vorm Objektiv, ...) hintereinander montierst und das dann schulterst, wie eine professionelle Schulterkamera aus dem Nachrichten-Bereich (und natürlich auch auf dem Rig so montiert auf ein Stativ schrauben kannst mit allem Zubehör). Durch das Schultern auf dem Rig ist die Kamera fest am Körper (Schulter und Haltearm) und die träge Masse ist nicht die Kamera, freihändig gehalten im immer schlapper werdenden Arm, sondern dein Körper - und der wackelt dann nicht mehr so schnell.

Ein Steadycam ist ein Pendelmechanismus mit einem Gegengewicht, der Wackler gezielt auspendelt (Masseträgheit und entgegengesetzte Pendelbewegungen kommen hier zum Tragen und wird wie ein falschrum getragener Rucksack auf den Bauch geschnallt und kann dann vorm Körper bedient werden. Du hast mit deinen wackeligen Händen keinen direkten Kontakt mehr zur Kamera, sondern nur noch zu den Bedienelementen des Steadycam, das als fliegendes Stativ vor dir hängt.

Es gibt auch nachträgliche Stabilisatoren, diese markieren oft einen 10-20 Pixel großen Randbereich, verschieben innerhalb dieses bereichs, croppen dann den rest und machen wieder ein Blowup auf volle Auflösung. Sowas kostet natürlich Details/Schärfe im Film. Hinsichtlich Camera hast Du zwei Vefahren, bewegliche Linsengruppen im Objektiv, (schwerer, teils träger aber ruhiges Sucherbild) oder Wackeldackel (beweglicher Sensor) der Objetivunabhängig über Gyrosensoren wackeln ausgleicht (übergroßer Sensor der praktisch einen "reserverand" hat und sich entsprechend verschiebt und verdreht).

Das hängt stark von der Bildsituation und der verwendeten Kamera ab. Bei vollem Sonnenlicht und einer Kamera, die hohe Empfindlichkeiten zulässt, sollte es keine Probleme geben. Je wenige Licht und je geringer die Empfindlichkeit des Chips, um so schwieriger wird es. Früher galt mal die Faustregel: Belichtungszeit in Sekunden höchstens 1/Brennweite um nicht zu verwackeln. Je kürzer desdo besser. Die Verwacklungsunschärfe kann man normalerweise nicht wieder aus dem Bild herrausrechnen.

Die Regel kenne ich schon. Ich meinte Videos filmen.

0
@Tobilie

Da Videos etwa 50 - 60 Bilder pro Sekunde liefern (abhängig von der Videonorm, liegt die Belichtungszeit hier bei etwa 1/50 seg. 70 mm Brennweite liegen damit etwas über der Grenze, 300 ml deutlich darüber. Das Auge/Hirn filtert bei Videos leichte Bewegungsunschärfen heraus, bei grösseren Verwacklern und Standbildern ist das aber nicht mehr möglich.

0

Man kann recht gute Videos aus der Hand schießen, aber das tut richtig weh und geht nur ca. 2 bis 5 Minuten, dann verkrampft man total.

Wird sehr schwierig "aus der hand raus" deshalb würde ich auch ein Stativ empfelen. dann sollte es auch ohne bildstabilisator funktionieren

An einem Stativ wird der Bildstabilisator immer ausgeschaltet, denn durch die Vibration kommt es auf einen Stativ zu verwacklungen !

0
@Niklas434

Also das hör ich zum ersten mal das es am stativ zu verwacklungen kommt wegen dem bildstabilisator bezüglich vibration #) Der grund warum man ihn ausschaltet ist, das der Bildstabilisator einen Teil des bildensors (wenn es nicht optisch, also über das objektiv läuft) benützt und dadurch ein (kleiner) Teil der auflösung verloren geht. Btw "sucht" der Bildstabilisator nach referenzpunkten zum stabilisieren-und die elektronik merkt nicht das die kamera auf einem staiv steht und stabilisiert z.b. sich an der kamera vorbeibewegende objekte.

1

Was möchtest Du wissen?