Kann man etwas gelerntes innerhalb von einige Jahren vergessen?

12 Antworten

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Wenn du etwas wirklich gut kannst/konntest und es also im Langzeitgedächnis gespeichert ist, dann kannst du es auch später wieder abrufen. Vokabeln z.B., die du ins Kurzzeitgedächnis gepaukt hast, dann für den test perfekt konntest und die dann nie wieder benutzt wurden, die kannst du nach ein paar Jahren bestiimmt nicht mehr - oft ist sowas kurz nach der Abfrage schon wieder komplett weg.

Um etwas Bestimmtes zu behalten, muss es eine Bedeutung für Dich haben. Wenn es eine Bedeutung hat, machst Du automatisch Wiederholungen, sonst hätte es ja keine Bedeutung. Nach einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen ist das Wissen in Deinem Gehirn fest verankert und Du vergisst es nicht mehr. Uninteressantes Wissen bleibt nur unter bestimmten Voraussetzungen im Gehirn. Ein Beispiel:

Normalerweise kann ich mir keine Jahreszahlen merken (wiederkehrende Geburtstage usw.). Mir ist jedoch vor ca. 12 Jahren die Zahl 1513 an einer Ruine begegnet. Diese Zahl spielt in meinem Leben überhaupt keine Rolle. Ich hatte jedoch kurze Zeit vorher eine Technik kennengelernt, mit der man sich Zahlen gut merken kann. Nach dieser Technik ordnet man zweistellige Zahlen bestimmten Begriffen zu und verknüpft diese Begriffe miteinander, sodass ein Bild im Kopf entsteht. Hier war es ein Ritter der im Fahrstuhl rauf und runter fährt (bis zum 15. Jahrhundert lebten die Ritter und in Fahrstühlen fehlt oft die 13, weil es in Hotels keine 13. Etage gibt. Sie ist eine Unglückszahl). Mit dem Bild des Ritters im Fahrstuhl weiß ich diese völlig bedeutungslose Zahl heute noch.

Was die Grammatik anbelangt, ist es so, dass Du möglicherweise die Grammatikregel und die Fachbegriffe vergisst. Es könnte also sein, dass Dir nicht bewusst ist, dass Du etwas im Konjunktiv sagst, ohne das Dir bewusst ist, dass es der Konjunktiv ist.

Ob etwas behalten wird, ist also in erster Linie eine Frage der Wiederholungen.

Im Übrigen ist schon 1963, nach einer Untersuchung des Carnegie-Institutes festgestellt worden, dass nur 3 bis 3 Prozent des Wissen, welches Du von anderen Leuten erfährst, im Kopf hängen bleibt. Wenn Deine Eltern oder Lehrer Dir irgendetwas erzählen, was Du behalten sollst liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Du es wirklich behältst nur bei diesen 3 bis 5 Prozent. Dagegen bleibt jenes Wissen, was Du Dir aus eigenem Interesse aneignest, zu einem deutlich höheren Prozentsatz im Kopf. Deshalb ist ca. 90 Prozent des Schulstoffes auf wundersame Weise verschwunden, wenn die Schule vorbei ist.

Gruß Matti

Es könnte also sein, dass Dir nicht bewusst ist, dass Du etwas im Konjunktiv sagst, ohne das Dir bewusst ist, dass es der Konjunktiv ist.

So muss der Satz richtig lauten: "Es könnte also sein, dass Du etwas im Konjunktiv sagst, ohne das Dir bewusst ist, dass es der Konjunktiv ist."

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Unser Gehirn sortiert ständig aus. Wenn du also etwas gelernt hast und wendest es lange Zeit nicht an, sagt sich das Hirn: "brauche ich nicht mehr, den Platz kann ich anderweitig besser verwenden."

Auf der anderen Seite "erinnert" sich das Hirn aber auch daran, was wir einmal konnten und aussortiert wurde. Das heißt, in den meisten Fällen reicht dann eine kurze Wiederholung des Lernstoffes, damit das Wissen wieder da ist.

Es kann sein dass du es schnell vergisst und dich nicht mehr erinnern kannst. Aber einmal angewendet und es bleibt ewig in deinem gehirn gespeichert. Daher wird dir das wiedereinwenden leichter Fallen als zu dem Zeitpunkt An dem du es komplett neu gelernt hattest. :)

Grammatik vergisst man nicht so schnell, weil man sie ständig beim Sprechen und Schreiben anwendet. Nur die grammatischen Fachausdrücke kann man verlernen, wenn man nicht dauernd damit zu tun hat.

Zur Mathematik: Du wirst eine Formel behalten, wenn du genau verstanden hast, wie sie entstanden ist, du wirst sie vergessen, wenn du sie nur auswendig gelernt hast.

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