Kann man davon ausgehen, dass das Ertrinken die häufigste Todesart von im Meer lebenden Säugetieren wie Walen und Delfinen ist?

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9 Antworten

Moin grubenhirn,

bei Wikipedia wird Ertrinken als der Tod durch Einatmen von Flüssigkeiten definiert. Dies entspricht inhaltlich der Definition im Lexikon der Notfallmedizin. Der Duden hingegen beschreibt es als "durch Versinken im Wasser ums Leben kommen".

https://de.wikipedia.org/wiki/Ertrinken

https://books.google.dk/books?id=MdokBgAAQBAJ&pg=PA144&lpg=PA144&dq=ertrinken+definition&source=bl&ots=fcT2zQ4zH0&sig=MRRcqp0RQzyDQTq-NuCLG--YXss&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi9o7D-xObUAhXNIVAKHUaNA_Q4ChDoAQguMAQ#v=onepage&q=ertrinken%20definition&f=false

http://www.duden.de/rechtschreibung/ertrinken

Wale atmen im Gegensatz zum Menschen bewusst. Das geschieht nach dem Auftauchen - bei Zahnwalen durch ein Blasloch bzw. bei Bartenwalen durch zwei - und verständlicherweise nicht unter der Wasseroberfläche.

http://www.whalefacts.org/how-do-whales-breathe/

Dieses Verhalten müssen neugeborene Kälber jedoch erst lernen. Der Auslöser dafür ist der erste Luftkontakt ihrer Haut nach dem ersten Auftauchen. Obduktionen verendeter Walkälber belegen, dass es jedoch nicht allen gelingt, bis an die Wasseroberfläche zu gelangen.

https://www.scientificamerican.com/article/how-do-whales-and-dolphin/

Da die mittlere Dichte eines Walkörpers größer ist als die von Wasser, sinkt das Tier, wenn es sich nicht aktiv an die Wasseroberfläche bewegt bzw. sich an dieser hält. Alten oder schwer kranken Walen werden aber irgendwann einmal die dafür erforderlichen Kräfte fehlen. Insofern werden sie sinken.

Aufgrund meiner o. a. Ausführungen gehe ich davon aus, dass diese Tiere dann nicht mehr atmen werden. Bei meinen umfangreichen Recherchen zu Obduktionen an verendeten Walen (z. B. in Fischernetzen oder frei auf den Meeren treibend), die ich heute Abend dazu durchgeführt habe, fand ich keinen Hinweis darauf, dass in den Lungen dieser Tiere Wasser gefunden wurde.

Insofern wären diese Tiere nach der Definition von Wiki bzw. des Lexikons der Notfallmedizin nicht ertrunken, sondern erstickt, gemäß Duden aber durch Versinken im Wasser ums Leben gekommen.

Der Anteil der auf natürliche Weise verendeten Wale wird weltweit auf bis zu 80 % geschätzt. Viele Kadaver treiben noch weite Strecken über die Meere, bevor sie versinken und zersetzt werden ("whale falls").

Es gibt auch die Theorie, dass stark geschwächte Tiere flache Küstengewässer aufsuchen, um ein Versinken zu verhindern. Wenn es sich dabei um ein Leittier einer Schule handelt, kann es passieren, dass die gesamte Gruppe folgt. Häufig stranden diese Tiere dann.

Weißt Du eigentlich, dass bereits Aristoteles vor mehr als 2.300 Jahren in seiner Schrift "Tierkunde" bzw. "Geschichte der Tiere" (Περὶ Τὰ Ζῷα Ἱστορίαι) über umfangreiche Walstrandungen berichtete? Seinerzeit können viele der heute dafür vermuteten Ursachen noch nicht bestanden haben.

Nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Links

https://de.wikipedia.org/wiki/Erstickung

http://usatoday30.usatoday.com/news/science/wonderquest/2001-06-27-marine-mammals.htm

http://www.imr.no/tokt/toktomtaler/okosystemtoktet/toktdagbok_2006/dode_hvaler_flyter_langt/nb-no

https://en.wikipedia.org/wiki/Whale_fall

https://www.livescience.com/55677-rare-whale-skeleton-spotted.html

https://es.sott.net/article/49035-Las-ballenas-tambien-lloran-a-sus-muertos

https://www.nzz.ch/walstrandungen-1.2475488

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Achim

grubenhirn 01.07.2017, 13:42

Danke für die Mühe.

Aufgrund meiner o. a. Ausführungen gehe ich davon aus, dass diese Tiere dann nicht mehr atmen werden. Bei meinen umfangreichen Recherchen zu Obduktionen an verendeten Walen (z. B. in Fischernetzen oder frei auf den Meeren treibend), die ich heute Abend dazu durchgeführt habe, fand ich keinen Hinweis darauf, dass in den Lungen dieser Tiere Wasser gefunden wurde.

Es kann aber auch sein, dass es einfach nicht erwähnt wurde.

Normalerweise würde doch bei einem Aussetzen des Atmens der CO2 Gehalt im Blut steigen, was zu einem Erstickungsgefühl führt und dann instintiv geatmet wird.

Also auch, wenn Wale "bewusst" atmen, müsste doch das Erstickungsgefühl bei Walen vorhanden sein.

Die Tiere können doch nicht bis zum Tod die komplette Kontrolle über alle Körperfunktionen beibehalten. 

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Das Stranden von Walen betrifft nur relativ wenige Arten und Gattungen; über die genauen Ursachen ist die Wissenschaft sich zurzeit immer noch uneins. Es stranden hauptsächlich Grindwale (Grampus Griseus), dann und wann auch mal Pottwale, aber letzteres ist eher sehr selten. Liegt ein Pottwal am Strand, verendet er innerhalb kürzester Zeit, weil er von seinem eigenen Körpergewicht erdrückt wird. Dieses Gewicht ist nur für den Schwebezustand im Wasser gemacht. Andere Walarten stranden so gut wie nie. Man vermutet, dass dieses Fehlverhalten mit einer Störung des Echolotsystems der Tiere zu tun hat, aber die Ursachen sind nicht eindeutig. Umweltaktivisten vermuten einen Zusammenhang zwischen Radarsignalen von Schiffen, Bohrinseln oder U-Booten, aber das ist ebenfalls reine Spekulation. 

Andere Walarten sind derart langlebig, dass sie Rekorde im Tierreich brechen. Man weiß inzwischen, dass manche Exemplare des Grönlandwals über 200 Jahre alt wurden - und fand dies anhand von uralten Harpunen heraus, die immer noch in der Haut der Tiere steckten. Diese Lanzen stammten zum Teil aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Der Grönlandwal ist damit das langlebigste bekannte Säugetier.

Ertrinken ist aber eher die allerseltenste Todesursache von Walen. Es kommt allerdings bei den Jagdtechniken der Schwertwale vor, dass diese bei der Jagd Jungtiere von Großwalen von der Herde abtrennen - und dann ertränken.

 

   


Heutzutage ist einer der Häufigsten gründe warum Wale stranden oder sterben der  Lärm im Meer. Viele Sachen besonders Sonar und Unterwasserkanonen sind für viele Wale so laut daß sie taub werden und sogar durch den Lärm sterben können. Wenn sie dann in Panik zu schnell auftauchen können auch sie so was ähnliches wie die Taucherkrankheit bekommen oder sie verlieren die Orientierung und stranden dann. Wale hören sehr gut. Für sie muss es sein wie für uns das Geräusch einer lauten Rückkopplung dem man nicht entfliehen kann weil es überall ist. Auch alte kranke oder schwache Wale stranden manchmal aber absichtlich machen sie das nicht.  Auch durch die Verschmutzung der Meere werden viele Wale krank. 

Man sollte nicht Antworten durch die Kombination von Fragen unmöglich machen.

Antworten auf Oder-Fragen sind schwer ohne meinen Roman zu schreiben.

Ich könnte iun der Art "Ja-Nein-Nein-Ja-Vielleicht-Wahrscheinlich-Ja-Ja-Keinesfalls" antworten.

grubenhirn 01.07.2017, 04:10

Ich versuche in Zukunft genauer zu sein.

Danke für deine Kritik.

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Das ist Humbug!

Im Meer lebende Säugetiere hätten sich gar nicht als Arten entwickeln können, wären sie beim Ins-Wasser-gehen ertrunken.

grubenhirn 03.07.2017, 23:15

Wenn sie aber am einen gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr die Kraft haben zur Wasseroberfläche zu tauchen?

Irgendwie müssen auch Wale sterben. 

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Ich gehe mal davon aus das die Menschheit deutlich mehr tötet, als die von selbst sterben können.

Außerdem kann man den "Schlaf" von Walen nicht unbedingt mit dem vergleichen was wir nachts tuen. Wale ruhen immer nur eine Hälfte ihres Gehirnes aus, also können Wale schon mal nicht ertrinken

grubenhirn 30.06.2017, 01:12

Außerdem kann man den "Schlaf" von Walen nicht unbedingt mit dem vergleichen was wir nachts tuen. Wale ruhen immer nur eine Hälfte ihres Gehirnes aus, also können Wale schon mal nicht ertrinken.

Ich dachte, dass können nur Delfine.

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SweetieBot 30.06.2017, 01:14
@grubenhirn

Ob das Delfine können weiß ich leider nicht, aber das wäre eigentlich auch logisch :-). Aber bei Walen bin ich mir eigentlich ziemlich sicher

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Petekramer 30.06.2017, 09:58
@Babelfish

Glücklicherweise gibt es Grund zum Optimismus, denn die Bestände erholen sich zum Glück seit den vergangenen Jahrzehnten wieder deutlich. Eine Bejagung (glücklicherweise nur in geringem Umfang) findet leider immer noch durch Norwegen und Japan statt, ist aber stark rückläufig. Plastikmüll ist ein Problem, betrifft aber weniger die europäischen Länder, wo das Recyclingverfahren größtenteils vorbildlich funktioniert. Auch da sind zum Glück zahlreiche Wissenschaftler dabei, Verfahren der Abschöpfung des Plastikmülls zu entwicken, langfristig ist das natürlich keine Dauerlösung, denn die kann nur Müllvermeidung heißen - und dazu noch vernünftige Reststoffverwertung in den entsprechenden Ländern. Aber - viele ehemals bedrohten Arten sind inzwischen nicht mehr vom Aussterben bedroht - . (z.B. Pottwal, Finnwal, Seiwal, Buckelwal).

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Diese Tiere atmen Luft. Wenn sie stranden ist es noch schlimmer, als wenn sie ertrinken.

Die meisten Meeresbewohner sterben durch vom Menschen verursachte Umwelteinflüsse. Das Meer ist mit Plastik zugemüllt und die meisten Wale sterben daran, weil sie Plastik verschlucken und dann der Magen verstopft.

 

grubenhirn 30.06.2017, 01:08

Diese Tiere atmen Luft. Wenn sie stranden ist es noch schlimmer, als wenn sie ertrinken.

Ja, mag sein.



"Die meisten Meeresbewohner sterben durch vom Menschen verursachte Umwelteinflüsse. Das Meer ist mit Plastik zugemüllt und die meisten Wale sterben daran, weil sie Plastik verschlucken und dann der Magen verstopft."

Dennoch sterben sie natürlich auch aufgrund von Alterungsprozessen. Und wenn es mal soweit ist, wie sterben sie dann?


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regenbrause19 30.06.2017, 01:10
@grubenhirn

Dann bleibt das Herz stehen und sie sind Tod. Manchmal stranden sie dann automatisch oder werden halt von Haien gefressen.

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Das ist Humbug.

Ein im Wasser lebendes Tier funktioniert anders als Landlebewesen und ertrinkt nicht. Es stirbt an der Luft.
Falls die Frage ernst gemeint ist tut mir das leid für dich. Ich bitte dich höflich, schlafen zu gehen. Vielleicht brauchst du nur etwas Erholung von einem anstrengenden Tag.

grubenhirn 30.06.2017, 01:02

Ein im Wasser lebendes Tier funktioniert anders als Landlebewesen und ertrinkt nicht. 

Ein Säugetier schon.

Wale haben nun mal keine Kiemen.

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TeeTier 30.06.2017, 02:33
@grubenhirn

Wale haben nun mal keine Kiemen.

Richtig, aber das ist bei allen Einzellern so! :)

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ApfelTea 30.06.2017, 03:37

Natürlich können Meeressäuger ertrinken!

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