Kann ich Pilze in normaler Erde züchten, gibt es essbare Pilze die in der Erde wachsen?

9 Antworten

Pilze, die auf Holz wachsen, wachsen i.d.R. nicht auf Erde. Nicht wenige Pilze, die auf Holz wachsen, sind sogar an bestimmte Holzarten gebunden und brauchen nicht selten sogar einen bestimmten Verrottungsgrad des Holzes.

Einige der Saprophyten, die an Holz gebunden sind, wachsen dennoch oft scheinbar aus der Erde, z.B. der Hallimasch, der breitblättrige Rübling. Sie wachsen dann auf Holz, besonders Wurzeln, welches sich im Boden befinden.

Nichtsdestoweniger gibt es aber auch Pilze, die einfach auf Erde ihr Mycel bilden und auch fruchten, wobei sie da dann auch oft bestimmte Anforderungen an den Boden haben. Von den Eßbaren zählen da besonders die Champignons zu, ebenso Stäublinge, die Riesenschirmlinge, Nelkenschwindlinge u.a.

Und dann gibt es noch viele Pilze, doe zwar auf dem Erdboden wachsen, aber eine strikte Symbiose mit bestimmten Bäumen bilden, ohne diese nicht wachsen können. Z.B. Steinpilze, Birkenpilze, Butterpilze und sehr viele andere. Das sind die Pilze, die sich bis jetzt auch noch praktisch nicht gezielt züchten lassen, wobei da auch viel in der Richtung geforscht wird. Bei Trüffeln z.B. werden schon gezielt Bäume und Sträucher mit Pilzmyzel beimpft und dann Pflanze mit Myzel zusammen verkauft.

Da werden in der nächsten Zeit besonders aus Japan und China weitere Fortschritte zu erwarten sein- schätze ich.

Pilze wachsen auf sehr unterschiedlichen Substraten (div. Holzarten und -zersetzungsgrade, Dung, Erde, wenn auch +/- reich an organischem Material usw.)

das ist i. d. R. artspezifisch festgelegt, aber es gibt natürlich auch Arten die z. B. auf normalem Wiesenboden (der aber ja meist humusreich ist) wachsen

wie schon gesagt Champignons z. B.

blanker Lehm oder so reicht aber dafür nicht aus, von was soll der Pilz da leben...

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Um es zu komplettieren, sollte man die Symbiose, wie @ehrsam schreibt nicht vergessen ;-)

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@Norina1603

natürlich, aber Symbiosen gibt es bei verschiedenen Substraten (ersetzen diese nicht): Bodenpilze mit Waldbäumen, Holzpilze mit Käfern, Darmpilze mit wieder anderen...

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Nein - natürlich nicht - jeder Pilz braucht andere
Bedingungen. Vielfach besteht eine Symbiose
zwischen Wurzelgeflecht bestimmter Bäume
und den Pilzen.

Wiesen-Champignon z.B. braucht Kuhdung, weshalb
es ja auch kaum noch welche gibt, da es nur noch
wenige Weidekühe gibt.
opi ehrsam

Woher ich das weiß:Recherche

Der Wiesenchampignon braucht keineswegs Kuhdung, um zu wachsen. Von meinen zahlreichen Stellen, die ich! kenne , wo Wiesenchampignons wachsen, gibt es keine Stelle, wo irgendwann mal Kuhdung ausgebracht wurde.

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@Silo123

Da gibt es aber nur noch wenige stellen wo sich die
Mizell ausbreiten können !
Du kennst dir früheren Erträge nicht !

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@ehrsam

Jetzt mal echt Interessensfrage! An was für Erträge denkst Du denn da? Mag sein, daß ich so etwas wirklich noch nicht erlebt habe! An meinen Stellen, die ich habe, finde ich nach MEINER Einschätzung immer viel. Mein "Problem" ist eher, daß ich auf Wiesenchampignons (und Stadtchampignons) gar nicht so stehe (auf Zuchtchampignons NOCH weniger)- meist verschenke ich die eher.

Mein Pilz, für den ich gerne Weiden aufsuche, ist der Riesenbovist (dort gehäuftes Vorkommen), auch wenn auch! der nicht an Mist gebunden ist, aber auf diesen Weiden habe ich irgendwie noch nie gleichzeitig Wiesenchampignons gefunden.

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@Silo123

Ich bin zufällig bei dieser Frage gelandet. Ich habe vor langer Zeit einmal gelesen, das Champignons auf Pferdeweiden wachsen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Du kennst dich wohl besser damit aus.

Mir fällt da noch etwas ein, was aber nicht unbedingt zu der Frage paßt. Ich habe einmal auf einer umgefallenden Birke Austernseitlinge gefunden. Ich war mir ziemlich sicher, aber nicht sicher genug um sie zu essen. In der Nachbarschaft hat jemand Austernseitlinge gezüchtet, und die Reste dann auf den Acker gefahren. Dann sind die Sporen wohl dahin gelangt.

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@BerndBauer3

Das ist natürlich möglich !
Wenn die Brut noch gut war und ein kurzer Zusammehang
da war !

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@Silo123

Naja, bei uns gibt es kaum noch Wiesen-Champignons
im Gegensatz der 70er Jahre
opi ehrsam

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@BerndBauer3

Da kann sogar direkt noch Mycel in den Birkenstamm eingewuchert sein, braucht nicht mal unbedingt Sporen, wobei an Birke habe ich die noch nie gefunden

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@ehrsam

Interessant, wobei ich DIESES Jahr- die letzten Jahre aber schon- auch keine gefunden habe- dieses Jahr nur Stadtchampignons.

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In normaler Gartenerde ist zwar immer auch organisches Material, aber nur ca 2-10 % . Baumpilze wachsen best nur auf Holz. Champignons auf Mist (selbst auf der Wiese nur da wo ein Pferdeapfel lag) einer Mischung aus Pferde -und Hühnermist, denn die brauchen Nitrate.

Einige Pilze schließen sich mit Wurzeln von Bäumen kurz , Steinpilz zB. Eiche , sonst kommt da nichts an Fruchtkörpern.

Hier mal für BerndBauer,

Ich habe nun keine Erfahrung mit Austernseitling, züchte
aber "Shiitake"-Pilze, auch auf Birkenstämme.
Das sieht dann so aus:

Leider gibt es das jetzige Klima nicht mehr her,
und habe es deswegen aufgegeben.
Gruß opi ehrsam

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
 - (Biologie, Pflanzen, Garten)

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