Ist Nationalstolz nicht unlogisch?

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65 Antworten

  • Der Begriff "Stolz" ist in Deutschland aufgrund unserer Vergangenheit mit dem Dritten Reich sehr belastet und das Verhältnis der Deutschen zu Stolz sehr eigenartig. Im Vergleich zu anderen Ländern haben auffallend viele auch heute noch ein Problem mit Nationalstolz.
  • Ich kann einerseits nachvollziehen, und bin auch selbst so erzogen worden, dass Stolz keine Eigenschaft ist, die für unsere Generation keine große Bedeutung hat. Weder auf eigene Leistungen noch im Sinne von Patriotismus. In den USA ist man auf jede Kleinigkeit stolz und auf ie Nation erst recht. Stolz ist da viel unverkrampfter, aber auch viel alltäglicher und normaler.
  • Du hast recht, dass man Stolz sein sollte auf eigene Leistungen. Gleichwohl darf man sich durchaus auch mit gemeinschaftlichen Leistungen identifizieren, nicht nur im Mannschaftssport, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene. ich finde es toll, wie Deutschland es geschafft hat, sich vom Dritten Reich zu einer Vorreiterrolle bezüglich Menschenrechten, Demokratie, Asylrecht  und Freiheit zu entwickeln.
  • Zwar ist nicht jeder einzelne von uns dafür verantwortlich, aber sehr viele Menschen sind es sehr wohl: Sie stehen täglich dafür ein, dass sie unsere freiheitliche Grundordnung wertschätzen, dass sie den Sozialstaat unterstützen, dass sie wählen gehen, dass sie ihren Anteil am Gemeinwohl leisten und dafür, dass Deutschland insgesamt so lebenswert, sicher und demokratisch ist, wie es tatsächlich ist.
  • Wie gesagt, ich bin auch eher nicht so erzogen zu sagen, "Ich bin stolz, Deutscher zu sein". Aber vielleicht sollten wir doch ab und zu mal drüber nachdenken, ob wir es nicht in einem gewissen Sinne wirklich sein dürfen.
Gegengift 06.11.2015, 19:19

Aber vielleicht sollten wir doch ab und zu mal drüber nachdenken, ob wir es nicht in einem gewissen Sinne wirklich sein dürfen.

Beim Sport oder bei einer Kneipenschlägerei kann ja so ein Gruppenstolz ganz prima sein.

Die Frage ist aber doch eher, ob man Dinge wie Kultur, Gesellschaft und Politik mit euphorischen Gefühlen verklären möchte und dabei geistige Schärfe und seine klare Sicht  einbüßt.

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Kajjo 07.11.2015, 11:48
@Gegengift

Warum sollte dadurch die klare Sicht einbüßen?

Man kann sich schämen für sein Land, wenn dort Dinge geschehen, die man nicht gutheißt. Und man eben auch stolz sein auf sein land, wenn die Dinge so geregelt sind, wie man sie für menschlich richtig hält. Was ist daran vom Prinzip her falsch?

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Gegengift 07.11.2015, 18:00
@Kajjo

Du meinst stolz auf ein Land zu sein oder sich für ein Land zu schämen wäre das Ergebnis einer sachlichen Analyse. Ich denke das kann man in praktisch allen Fällen ausschließen.

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Kajjo 07.11.2015, 18:35
@Gegengift

Nein, ich stimme dir zu, dass Stolz eine emotionale Reaktion ist, aber auch Gefühle beruhen ja auf dem, was man wahrnimmt und wie man die Situation einschätzt.

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Gegengift 07.11.2015, 18:45
@Kajjo

Ja genau. Deshalb ist es so fatal, Kultur, Politik und Gesellschaft emotional durch die rosa Brille zu betrachten. Eben weil Kultur, Politik und Gesellschaft einen kritischen Geist benötigen, um nicht selbst  zu degenerieren.

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AlexChristo 07.11.2015, 23:08
@Gegengift

Du willst auch Dinge nur so verstehen, wie du möchtest oder? Kajjo hat es eigentlich gut erklärt. Oder du bist vielleicht ein Vulkanier.

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Gegengift 07.11.2015, 23:39
@AlexChristo

Du musst dich nicht argumentativ so zurücknehmen. Wenn du etwas beizutragen hast, tu es ruhig.

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david23x 10.11.2015, 18:20
@Kajjo

Es ist halt so, dass die Menschen immer geneigt sind, das eigene Land als das gute wahrzunehmen. Die Befüchtung liegt nahe, dass das durch Nationalstolz noch verstärkt wird.

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Kajjo 10.11.2015, 18:32
@david23x

In Deutschland beobachte ich eher das Gegenteil... fast alle machen das Land schlecht und nörgeln herum. Wir sind eine Generation voller Schuld und Komplexe.

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Ob Deine Prämisse richtig ist, hängt davon ab, wie man das Wort "Stolz" interpretiert. Was das Gefühl für einen bedeutet in diesem speziellen Zusammenhang. Was schwingt dabei alles mit? Es ist etwas anderes, auf eine eigene Leistung stolz zu sein, weil man etwas erreicht hat. Da klingt im Stolz etwas von Selbstbestätigung mit. In diesem Sinne kann man sicher nicht sagen, man sei stolz, Deutscher zu sein, denn da greift Deine Prämisse, dass man dazu erstmal nicht viel beigetragen hat. Deutscher sein bedeutet ja, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Stolz sein, Teil einer Gemeinschaft zu sein, bedeutet im Kern eine emotionale Bejahung sowohl der Gemeinschaft wie auch der eigenen Teilhabe. Ich bin stolz, Deutscher zu sein, zeigt eine positive Grundeinstellung zu Deutschland, seinen Menschen, seinen Landschaften, seiner Kultur und ist ein Signal, positiv daran mitzuwirken. In dieser Art, wie ich Stolz empfinde, Deutscher zu sein, schwingt keine Überheblichkeit mit oder negative Abgrenzung gegen Nicht-Deutsche. Es geht auch meiner Meinung nach nicht darum, sich aus einer Überhöhung "des Deutschen" eine falsche Identität zu leihen, was durchaus vorkommt. In einem "gesunden" Maß bedeutet Stolz darauf, Deutscher zu sein, dass meine Identität, die sich aus vielen Faktoren zusammensetzt, auch positiv den Aspekt beinhaltet, dass ich Mitglied dieses Landes und dieser Kultur bin. Das setzt keine dumpfe Kritiklosigkeit voraus, im Gegenteil, erst die Freiheit, sich auch mit negativ empfundenen Seiten offen auseinandersetzen zu können, ist ein Aspekt, der es lohnend macht, sich einzubringen. In diesem Sinne bin ich stolz, ein Deutscher zu sein.

Gegengift 06.11.2015, 18:57

Wenn sich dem Stolz auch gleich noch die Scham anschließt - ja.

Doch kein stolzer Deutscher schämt sich genauso oft auch für sein Land. Im Gegenteil. Dem stolzen Deutschen sind Schamgefühle sein Land betreffen völlig fern.

Stolz macht eben euphorisch. Und genau darum geht es beim Nationalstolz: um eine unausgewogene und unrealistische Verklärung.

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berkersheim 06.11.2015, 19:17
@Gegengift

Ach ja, die Dauerschämer. Sie schämen sich auf einem selbsterrichteten hohen moralischen Thron. Ich stehe weder für falsche Glorifizierung noch für falsche Scham. Wir können aus der Geschichte lernen - aber immer mit dem Ergebnis, dass wir positiv gestaltend in die Zukunft handeln. Überzogene Moral verkleistert den klaren Blick und mit den Jammerschämern geht nichts voran, was uns in eine bessere Zukunft bringt. Die sind nur am Vergangenen fixiert.

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Gegengift 06.11.2015, 19:34
@berkersheim

Ach ja, die Dauerschämer.

Beitrag nicht verstanden. Scham wäre das logische Pendant zum Stolz. Wer stolz auf seine Nation ist, müsste auch Scham für sie empfinden.

Sinnvoller dagegen ist es, Dinge wie Kultur, Gesellschaft und  Politik weniger betrunken zu betrachten.

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berkersheim 06.11.2015, 19:37
@Gegengift

@ Gegengift

Ich bin nüchtern genug, Deine verfänglichen Kontrastprogramme zu durchschauen mit denen es Dir nur um eines geht: Andere runterzuziehen, um selbst oben zu stehen. Diese Verlogenheit kannst Du Dir schenken.

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Gegengift 06.11.2015, 19:40
@berkersheim

Wenn man sich von sachlichen Aussagen angegriffen fühlt, liegt es unter Umständen an mangelnden sachlichen Gegenargumenten.

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berkersheim 06.11.2015, 20:56
@Gegengift

@Gegengift

Wertende Aussagen werden nicht dadurch sachlich, dass sie der Autor für sachlich erklärt und Gegenargumente für unsachlich! Ich überlasse es gern den Lesern, das zu werten.

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Völlig richtig, ich sehe das genau so wie Du.

Stolz kann man sein auf alles, was man selbst geleistet hat. Zufällig als Deutscher geboren zu sein gehört für mich nicht zu den Dingen, auf die man Stolz sein kann.

Es gibt einen bestimmten Menschenschlag, der den sogenannten "Nationalstolz" braucht, um sich dadurch besser als andere zu fühlen: selbst nichts geleistet und nichts geschafft im Leben - aber ich bin immer noch Deutscher und damit besser als der "Ausländer" (auch wenn der "Ausländer" vllt. zwei akademische Abschlüsse hat).

SPN4eva 16.11.2015, 10:46

Nationalstolz heißt nicht automatisch, dass man andere Länder herabwertet. Und wenn du sagst, man könne nur Stolz auf etwas sein, was man selbst geleistet hat (wieder die Einschränkung anderer durch den Leistungsdrill...grrr....) wie steht es denn mit den Leistungen deiner Freunde? Und noch eine Frage, hat ein Mensch, dessen Taten nicht als gesellschaftliche Leistungen zählen, ein Recht auf sich Stolz zu sein, bzw überhaupt ein Selbstwertgefühl zu haben?

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WetWilly 16.11.2015, 10:55
@SPN4eva

Warum sollte ich "stolz" auf die Leistungen meiner Freunde sein? Ich freue mich für Sie, wenn Sie etwas erreicht haben - aber stolz bin ich nicht.

Jeder "darf" nach seiner Fasson stolz auf selbst geleistetes sein: für den einen ist es eine Leistung, ein Studium abgeschlossen zu haben, für den anderen, ein Haus gebaut zu haben, für den nächsten, ein Bild gemalt zu haben und für manch einen sogar, selbstständig einkaufen gegangen zu sein. Hier geht es vor allem um Selbstwahrnehmung und hat mit den gesellschaftlich akzeptierten Leistungsindikatoren nichts zu tun.

Hättest Du meinen kurzen Beitrag sorgfältig gelesen, hättest Du vielleicht auch bemerkt, dass ich nirgendwo unterstellt habe, jemand mit Nationalstolz würdige andere Länder herab.

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Aber ich bin nicht Stolz Deutscher zu sein weil ich ganz einfach dazu nichts beigetragen habe, es war reiner Zufall das ich in Deutschland geboren wurde. Sollte man nicht lieber stolz auf Dinge sein di man durch eigene Leistungen erreicht hat, als Dinge bei den man nur Glück hatte.

Damit hast Du Deiner Frage die beste Antwort selbst gegeben.

Nationalstolz an sich ist nicht unlogisch. Allerdings finde ich (Deutsche) persönlich, dass sich im Moment die meisten Europäer angesichts der aktuellen Situation (Flüchtlinge) schämen sollten, Polen, Engländer, Österreicher, Ungarn usw. zu sein.

In diesem Fall könnten wir tatsächlich mal stolz auf uns sein (abgesehen von den paar VI's, die den Hilfesuchenden noch auf's M... hauen.. Die sind natürlich oberpeinlich).

Naja, dass kommt wiederum auf den Betrachtungswinkel an. Ich kann auch sagen, dass ich gewählt und damit zu etwas beigetragen habe. Ich denke mal wir können Stolz darauf sein, dass wir von vielen Teilen der Erde bewundert werden, was nämlich unsere bzw. die vorige Generation zu verdanken ist. Man darf sich nicht einzeln sehen, man muss Länder als Fraktionen sehen in denen jeder zueinander gehört. Nach dieser Logik kann man stolz sein. Ich denke man sollte den Stolz aber nur in gewissen maßen ausleben. Und denke immer daran, wie gut du es hast in einem der kleinsten Länder geboren zu sein. Denn von der Fläche her ist die Wahrscheinlichkeit ja viel höher in anderen Kontinenten geboren zu werden. Und es wird Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen ! Wir können rein gar nichts dafür was unsere Eltern / Großeltern da gemacht haben. Und ja die Eltern / Großeltern und nicht Hitler, denn ihr könnt mir nicht erzählen, dass Hitler das ohne die Unterstützung des Volkes geschafft hätte. Wir kennen ja alle die zeit Zwischen 1 und 2 Weltkrieg. Das Volk ist in jeder Staatsform die oberste Gewalt ! Ein Volk kann ein Regime stürzen und nicht umgekehrt, alleine schon Mengenmäßig und indem das Volk sich nicht währt, willigt es ein.

Sehe ich ähnlich wie du, obwohl ich mich nicht so ausdrücken würde, dass ich es liebe, in Dtl. zu leben.

Komischer Weise funktioniert  aber die Umkehrung des Ganzen bestens.Will sagen, das mit dem Fremdschämen bezüglich mancher nationalstolzen Xenophobikern funktioniert bei mir trotzdem hervorragend einwandfrei.

Hallo!

Ich bin zwar in Deutschland geboren & lebe hier gern, aber rein mental stehe ich dem Land meiner Vorfahren (Jugoslawien/Serbien) doch etwas näher. Ich sehe mich vom Menschlichen her nicht als den typischen Deutschen, sondern eher jugoslawisch/südosteuropäisch an, weil mir da die Kultur/Lebensart mehr gibt als die oft strengen Reglements in Deutschland gepaart mit einer gewissen "Dauerangst" vor allem.

Ich bin auf keines der beiden Länder wirklich "stolz" in dem Sinne, aber ich bin andererseits auch nicht unglücklich darüber, mit beiden verbunden zu sein. Vor allem über meine Wurzeln (Jugoslawien) bin ich ehrlichgesagt schon glücklich ohne dass ich jetzt total stolz drauf wäre.. stolz bin ich allenfalls auf das, was meine Familie die in Deutschland vor 60 Jahren bei Null anfangen musste mit viel Arbeit & Einsatz erreicht hat und das obwohl es jede Menge Widerstände, Bremser & Kritiker gab bzw. Vorurteile gegenüber uns "Ausländern". Aber das ist denke ich normal!

Übertriebener Patriotismus verkommt oft zu einer Karikatur & wirkt schnell überzogen/peinlich.. ich finde das bei den Amis immer ganz, ganz schlimm zum Beispiel..!

Allgemein aus meiner Sicht es gibt schlimmere Dinge als die Tatsache 'nen deutschen Pass zu haben ---------> ich lebe jedenfalls seit 25 Jahren sehr gut damit & habe über den deutschen Pass nix Negatives erfahren. Ich bin allerdings auch eher 'nen Pragmatiker :)

Ich teile deine Ansicht. 

Würde man das "stolz" durch "froh darüber" ersetzen, gäbe es weniger Probleme. Vielleicht ist es nur ein Problem des Begriffs. Vielleicht wird das Wort "stolz" falsch oder einfach nur anders verstanden.

voruebergehend 06.11.2015, 10:29

Das denke ich auch. Vielleicht sagen auch viele das Wort "stolz", weil es vom Wort her natürlich viel schöner und krasser klingt, als wenn man über etwas "froh ist".

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Sicher kann man das so sehen. Ich selber bin immer froh und glücklich Niederländerin zu sein, weil ich finde, dass meine Vorfahren ganz schön was auf die Reihe bekommen haben. Das bringt natürlich auch die Verpflichtung mit sich, diese Erbe zu schützen und die Leistungen fort zu setzen, also eine Art "Loyalität". Auch sollte man mit dem Erbe sorgfältig umgehen, schon weil die Vorfahren dafür hart gearbeitet haben, oder gar Kopf und Kragen riskiert haben. (wie z.B bei Wahlrecht für Frauen, oder die Rechte der Gewerkschaften etc). Aber sicher kann man sagen, dass es ja reiner Zufall ist, wo man gerade gelandet ist. Das ist ja auch immer das Argument der Linken, die dafür plädieren, dass jeder überall und immer dort leben kann wo es ihm passt. Das fände ich auch gar nicht so schlecht, wenn diese neuen Mitbewohner dann ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen würden, wie es z.B in den USA oder Canada von allen Einwanderer erwartet wird. 

Aber denke das ganze mal zu Ende: dürfen dann Eltern stolz auf ihre Kinder sein? Wenn ein Kind gut Klavier spielt, ist es ja die Leistung des Kindes, und auf dessen Übefleiß zurück zu führen. Dürfen Sportler auf ihre Medaillen stolz sein? Es ist ja reiner Zufall, dass sie die gute Gene, die gute Gesundheit und den starken Willen mitbekommen haben, die diese Leistungen ermöglicht. 

Stolz kann auf Dummheit basiert sein. Das ist dann Blasiertheit. Stolz kann auch eine Verpflichtung für die Zukunft beinhalten, und das sehe ich als etwas sehr positives.

WetWilly 05.11.2015, 13:08

Ich mag mich zwar Deinen Schlussfolgerungen nicht anschließen, finde aber dennoch in Deiner Argumentation viele gute und nachvollziehbare Gedanken...

Deshalb mein "Danke" für Deinen Text!

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Miramar1234 06.11.2015, 12:23

Ganz ,ganz toll! Es hat mit Sicherheit damit zu tun,das Du dies so ausgewogen und schön darstellen kannst,weil Du eben nicht "Deutsche" bist.Und die Leistungen sich nicht nur gg.den "blanken Hans"zu verteidigen,sondern auch gg.allesamt größere Mächte,und dies sehr erfolgreich,ist auch ein Grund allein,stolz drauf zu sein! Wir sehen uns in Willemstad,da ich hier keine Zukunft mehr sehe und das allerschlimmste befürchte.

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Dunacsilla 06.11.2015, 13:58
@Miramar1234

Welches Willemstad? Das auf Curacao? Oder in Zeeland? Ich suche auch nach eine Ausweichmöglichkeit, und hatte eigentlich Schweden und Norwegen anvisiert, trotz den kalten und dunklen Winter. Aber Curacao ist sicherlich auch eine Option :-)

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Fantasy5001 06.11.2015, 23:17

Auf das Kind stolz zu sein, wenn es etwas erreicht hat, wofür man als Elternteil nichts beigetragen hat, ist genauso paradox wie Nationalstolz. Hast du das Kind ermutigt, weiterzumachen, es motiviert, falls es mal schlechte Phasen hatte, es nicht beschimpft, sondern bewusst und aktiv gefördert, dann kann man auf gewisse Weise stolz darauf sein; denn es spiegelt ja auch eigene Leistungen wider, unter anderer Erziehung wäre das Kind womöglich gar nicht erst so weit gekommen, sondern hätte früher aufgegeben.

Gute Gene und Talent machen nichts aus. Man gewinnt mit guten Genen keine Medaillen, sondern man hat höchstens optimale Voraussetzungen dafür. Zwischen Talent und wirklichem Erfolg liegen Welten, dazwischen liegen eine ganze Menge Übung und Ehrgeiz. Macht es daher Sinn, auf seine guten Gene stolz zu sein? Nein. Aber auf die Leistungen schon.

Da liegt auch der Unterschied: Es ist absolut sinnlos, auf sein Land stolz zu sein, vielmehr sollte man stolz sein auf die eigenen Beiträge, die man selber erbringt, um das Land weiterzubringen.

Aber wer sonst nichts hat, wofür er stolz sein kann, wird eben Nationalist.

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Die gängige Argumentation gegen Nationalstolz oder Nationalismus und Patriotismus ist immer, dass man dadurch mehr oder weniger eine Abgrenzung schafft und seine eigene Nation gegenüber anderen Nationen erhebt, diese somit abwertet. 

benni12321 14.11.2015, 03:08

Um das mal nachfühlbar zu machen... viele von euch sind ja auch (zumindest unterschwellig) genervt wenn CSU Politiker in jedem Interview irgendwo anbringen müssen wie toll ja Bayern ist. Ohne jetzt direkt zu sagen das die anderen Bundesländer halt nur zweitklassig sind.

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Man sollte überhaupt nicht stolz sein, weil man sich oder Mitmenschen dadurch zu etwas Besonderem macht.Wir sind alle nix Besonderes.
Wenn man etwas geleistet hat, dann hat man es halt geleistet.Ja ,und?
Nationalstolz ist der Fehlschluss, dass man, weil man zu einem bestimmten Staat gehört, auch das Subjekt ist.Das stimmt eben nicht.Wir sind Untertanen.
Man kann sagen, dass man froh ist,nicht in einem anderen Staat zu leben, weil dort die Lebnsverhältnisse schlechter sind oder das Klima nicht passt etc. Das ist aber kein Nationalstolz.
Stolz ist also keine feine Sache.Darüber sollte man mal nachdenken.

Ich finde, Stolz ist generell eine Haltung, die sehr leicht in eine falsche Richtung gehen kann. Stolz - auch auf Dinge, die man selbst erreicht hat - macht einen sehr oft arrogant und selbstherrlich. Und es ist denke ich generell ungesund, sich über irgendwelche äußeren Dinge zu definieren.

Es gibt ein schönes deutsches Sprichwort, mit dem denke ich etwas Ähnliches gemeint ist:

"Dummheit und Stolz wächst aus einem Holz."

Ich denke allerdings, dass es auch einen gesunden Stolz geben kann: Der bezieht sich dann allerdings nicht auf irgendwelche Zufälligkeiten wie die Nationalität, sondern auf Bereiche, in denen man für sich und/oder andere wirklich etwas Gutes erreicht hat - und auch da sollte man sehr aufpassen, die rechte Demut zu bewahren und nicht in Arroganz und Selbstherrlichkeit abzudriften.

Letztlich hat man doch alles, was man im Leben erreicht (und erst recht das, was einem zufällt), nur der Gnade Gottes zu verdanken.

Bist du Religiös das ist nämlich ähnlich wenn du es von deinen Eltern eingebleut bekommst dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß das du es bist kann aber natürlich auch von selbst kommen und es ist ein seeeeeehr strittiges Thema und außerdem sollte man beides nicht so wichtig nehmen also schon ich meine damit das man niemanden auf die fre**e hauen sollte wenn er dein Vaterland/Gott mit eine paar unfeinen Worten beschimpft außerdem wurden wahrscheinlich gut 80% aller kriege für entweder das eine oder das andere geführt.

das ist meine Meinung also bitte bitte nicht Persönlich nehmen

latricolore 06.11.2015, 23:16

Sagt dir der Begriff Zeichensetzung etwas?
Ist nämlich unnötig anstrengend, einen Text ohne Komma und Punkt lesen zu müssen...

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Prinzipiell bin ich total deiner Meinung....ich kann auf nichts stolz sein was ich nicht selber "verdient" habe. Man kann den Spieß aber halt eben auch umdrehen, so nach dem Motto "hat schon seinen Grund, dass ich gerade HIER geboren wurde, mit dieser Hautfarbe etc"...darauf bauen manche Ideologien sich auf.

Ich persönlich finde zu sagen, dass man stolz ist Deutscher, Italiener, Türke, Russe zu sein hat den gleichen Sinn wie zu sagen "Ich bin stolz darauf ein Mensch zu sein"...

Wir sind ein kleines Rädchen, wenn es ums eigene Land geht und wenn es um die gesamte Erde geht. Stolz auf etwas zu sein, was man erreicht hat, wo man geholfen hat ist etwas schönes. Leider wird das Wort Stolz auch missbraucht. Die Rechtsradikalen benutzen es zwar um zu symbolisieren, das sie stolz auf ihr Land sind, aber sie haben eher neg. im Sinn. Jemand der anderen Leid, Schmerz zufügt und dann behauptet einer guter Landsmann zu sein, der ist es mit Sicherheit nicht. Er meint stolz auf sein Land zu sein und meint damit, das er stolz ist was seine Vorfahren aus dem Land gemacht haben.Er selbst ist nicht stolz auf sich und wenn, dann ist es ein Stolz den er nicht verursacht hat. 

Und Du hast Recht, du bist durch Zufall in Deutschland geboren. Genau wie ich. Wäre ich in Dänemark geboren, .., dann wäre ich stolz auf dieses Land. Alle die etwas für dieses, ihr Land tun können stolz sein. wenn sie es nicht sind, dann ist es auch Ok. Was ich Schade finde ist aufgedrückter Stolz. Siehe das Spektakel 2006, im Sommer. Der Fussball hat alle vereint, alle waren stolz auf ihr Land. 

Das was mal passiert ist ist passiert. Das haben aber wir Nachfahren nicht mehr zu verantworten. Das was erreicht wurde, darauf kann man stolz sein. .....

Als Denkanstoß mal ein Vergleich:

Wenn eine Fußballmannschaft einen wichtigen Titel errungen hat, dann können die Spieler natürlich stolz darauf sein, schließlich ist es ja ihre eigene Leistung, oder? Oder kann nur der stolz sein, der im Endspiel das entscheidende Tor gemacht hat? Oder auch der, der gegnerische Angriffe souverän abgewehrt hat? Was ist mit Ersatzspielern, die im ganzen Turnier nicht zum Einsatz kamen, können sie etwa nicht stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft sein, obwohl sie nichts dazu beigetragen haben? Oder die mittelbar Beteiligten, Trainer, Betreuer, oder die Fans? Kannst Du es jemandem verdenken, stolz auf eine Mannschaft zu sein, der er sich verbunden fühlt?

atzef 05.11.2015, 16:02

Bekommen auch alle die gleiche Prämie für den WM-Titel...? Nein? Wieso fordert das keiner, wenn er "irgendwie" gleichberechtigt beteiligt wäre? Ich bin Fußballfan und auch ein Fan der deutschen Nationalmannschaft. Ich bin sogar ein klitzekleinesbischen stolz auf den WM-Titel, weil ich an ihm als Fan auch einen klitzekleinen Beitrag daran habe.

Aber deswegen bin ich noch lange nicht stolz auf meine Staatsangehörigkeit, zu der ich rein gar nichts beigetragen habe. Und wieso sollte ich das auch sein? Dafür - und das zeichnet "stolze Nationalisten" jedweder Ethnie in besonders ignoranter Manier eben auch aus, müsste ich ja permanent all das Negative, all das Schlechte und Kritisierenswerte verdrängen. Dafür bin ich aber weder dumm noch ungebildet genug.

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woflx 05.11.2015, 16:41
@atzef

Worauf ich hinauswollte, ist, daß Stolz nunmal eine sehr emotionale Sache ist, die sich eben nicht wie eine Prämienzahlung nach Leistungsanteilen auszahlen läßt.

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Gegengift 06.11.2015, 19:08

Warum sollte die Euphorie beim Sport logischer sein, als der Nationalstolz. Bei beiden geht es darum mit Adrenalin versorgt zu werden  und sich groß zu fühlen.

Beim Nationalstolz wird so eine unreflektierte Haltung schnell schädlich. Wer eine ganze Gesellschaft und deren Politik mit seiner Euphorie verklärt, kann nur zu dummen Schlüssen kommen.

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Ist Nationalstolz nicht unlogisch?

Nein. Nationalstolz ist sehr logisch und sehr intelligent ,-)

Eine Gruppe macht aus dem eigenen Leben plötzlich eine ganz mächtige Sache. Und diese Euphorie sorgt nicht nur im Fußball für explosive Stimmungen. Manche bauen darauf ihr Weltbild auf. Meistens ist das die Würstchen-Fraktion, also Leute, die sich ohne dieses Gruppenadrenalin winzig vorkommen.

Machtnix53 07.11.2015, 00:31

Ja, ja, die Deutschländer Würstchen.

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Waldfrosch4 13.11.2015, 20:21

Aber im Fussball stört dich das nicht ? 

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Gegengift 13.11.2015, 20:24
@Waldfrosch4

Ich war noch nie in einem Fußball. Aber ich schau mir Fußball auch nicht von außen an.

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soll ich stolz darauf sein, zufällig in Deutschland geboren zu sein? wir sind alle menschen und das wars für mich auch schon :) in meinen augen ist nationalstolz total engstirnig. das begrenzt und ist für angst verantwortlich.

1. Stolz - in Maßen - ist gut, wenn er begründet ist, also aus eigenen Leistungen entsteht (die ja erst erbracht werden müssen).

2. Stolz ist schlecht, wenn er durch fremde Verdienste begründet ist: Erbschaft, Adelstitel, berühmte Verwandtschaft, teilweise auch (eigene) Schönheit.

3. Nationalstolz ist verhältnismäßig gut, wenn er mit ethisch hochstehenden Verdiensten von Landsleuten begründet wird; aber vergiss nicht Punkt 2.

Das Übrige an Stolz sollte man schnell begraben.

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