Ist es etwas schlechtes wenn man auf seine Nation/Herkunft stolz ist?

20 Antworten


Ich persönlich finde das toll, solange man gegenüber anderen Ländern 'fair' ist bzw wenn man die anderen Länder nicht als Feind betrachtet, wenn man einfach zusammenhaltet, für das Land etwas gutes tut und stolz auf die Vorfahren/ 'mächtigen' sind


Das Wort "stolz" im Zusammenhang mit dem Herkunftsland bzw. dem eigenen Volk beinhaltet immer einen gewissen Hochmut anderen Ländern und Völkern gegenüber. Wenn du also "gegenüber anderen Ländern 'fair'" sein willst, dann kannst du diesen Begriff guten Gewissens nicht verwenden!

In einem deutschen Sprichwort wird der Begriff trefflich charakterisiert:

"Bey dem stoltz man Narren kennt, denn stolz von stultus [dumm] wirdt genennt, die Teutschen hant verstanden wol, wie man der Hoffart nennen sol."


Quelle: Sigmund Feyerabend: Theatrum diabolorum. 1569 (und Nachauflagen; hier eine Ausgabe:  http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10148089.html)


Obwohl also die Bedeutung des Wortes weit vorher längst bekannt war, ist die obige Mahnung dennoch im 19. und 20. Jahrhundert von allen europäischen Völkern und besonders den Deutschen missachtet worden. Man kann also vor dem Gebrauch dieses Wortes im Zusammenhang mit der Fragestellung nur warnen!

MfG

Arnold




Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Stolz ist ein Wort, das ich gar nicht gerne in den Mund nehme.

Stolz zu sein auf etwas, das einem passiert ist, finde ich affig. Der Zufall hätte Dich auch in Somalia auf die Welt kommen lassen können.

Dass erwachsene Menschen ihren Unterhalt mit Ballspielen verdienen ist schon merkwürdig, dass man denen auch noch dabei zusieht, in Stadien pilgert und in Kauf nimmt, da von einem Idioten verletzt zu werden, ist meiner Meinung nach dumm.  

Ich finde die Aussage mit 'dumm' bisschen respektlos. Geld verdienen muss nicht immer 'im Büro sitzen und Rückenschmerzen bekommen' sein. Es ist eine Leidenschaft. Ich persönlich würde mal auch gerne mein Geld im besten Fall mit Kunst verdienen oder in dem ich anderen Menschen helfe, der Welt etwas gutes mitgebe. Das ist auch eine gewisse Leidenschaft von mir und es tut mir gut. Und ich weiß auch dass es nichts schöneres gibt wenn man seine Leidenschaft in vollen Zügen ausleben darf, deshalb freue ich mich zB für die Fußballer umso mehr wenn sie etwas erreichen. 

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@healthylifex

Ist auch schön, sich über etwas mit anderen freuen zu können, noch schöner, sein Geld mit Kunst zu verdienen, das ist leider sehr viel schwieriger zu realisieren. Anderen zu helfen ist ebenso löblich wie schlecht bezahlt.

Gott sei Dank, gibt es viele Menschen, die nicht ausschließlich dem Mammon hinterherhampeln!

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Schlimm nicht, nur etwas albern. ich bin stolz  darauf, dass ich eine gute Schulbildung geschafft habe. Ich bin stolz darauf, dass ich gut im Beruf bin. Ich bin stolz darauf, dass ich rel. gut reiten kann. Ich bin stolz darauf, dass ich gut English kann und gut kochen.

Ich bin nicht stolz darauf, Deutsch zu sein. Warum? Das ist purer Zufall. Ich hätte auch - bloß nicht - als Afghanin auf die Welt kommen können. Ich bin froh, Deutsche zu sein, weil es hier friedlich zugeht, kein Krieg herrscht und es uns gut geht. Aber froh sein ist nicht stolz sein.

Ich bin nicht mal stolz, wenn die Nationalelf im Fußball gewinnt. Warum? Ich habe doch nicht mitgespielt. Ich freue mich, aber ich bin nicht stolz darauf.

Stolz ist ein Wort, das viele Menschen in diesem Land nervös macht^^

Die Argumentation ist dann etwa: Wie kann man auf etwas stolz sein, zu dem man nichts beigetragen hat? Und die Angst ist stets, dass der "Stolz" auf die eigene Identität in Geringschätzung gegenüber andere Identitäten umschlägt.

Es gibt den Begriff "Berufsethos" oder "Berufsehre". Der heißt, dass man z.B. als Arzt oder Handwerker alles daran setzt, Seinesgleichen bestmöglich zu repräsentieren und seinen Kollegen keine Schande zu machen.

Diese Art Stolz lässt sich auch auf das eigene Land, auf die eigene Nationalität übertragen. Das hat dann nichts mit Ausgrenzung oder Nationalismus zu tun.

Nationalstolz bedeutet, dass man eine starke emotionale Bindung und Identität hinsichtlich seiner Landsleute und seinem Heimatland entwickelt. Man fühlt sich mit seiner Heimat und den Menschen verbunden und bewertet die gemeinsame Entwicklung und gemeinsame Errungenschaften sehr positiv.

Das ist an sich nichts schlechtes und sofern du andere Kulturen nicht als unterlegen und minderwertig betrachtest, ist ein solcher Nationalstolz durchaus gut. Schlimm wird es wie gesagt, wenn du deiner Nation eine absolute Daseinsberechtigung erteilst und andere Kulturen als daseinsunwert betrachtest.

Normalerweise stehe ich Nationalstolz eher skeptisch gegenüber, weil es viele damit übertreiben. Aber du scheinst da vernünftiger zu sein.

Daher: In deinem Falle würde ich sagen: Mach das. Da spricht echt nichts gegen. :)

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