Deutsche haben keinen (National)stolz?

28 Antworten

Stolz, zu einer Nation zu gehören, ist auch nicht angebracht, bei keinem Land.

Zum einen hat jede Nation (wie man sie denn definiert) dunkle bis sehr dunkle Flecken in ihrer Vergangenheit, wie die Menschheit allgemein.

Zum anderen kann man allenfalls stolz auf seine eigenen, persönlichen Leistungen sein. Sowohl "Wir sind Papst" als auch "Wir sind Weltmeister" oder gar "Wir haben die meisten Medaillen 'erdopet'" ist eigentlich lächerlich.

Das heißt nicht, dass ich gegen jedes Identitätsgefühl bin, im Gegenteil. Nur muss ich nicht automatisch stolz auf die Gruppe / die Weltanschauung usw. sein, mit der ich mich identifiziere. Man identifiziert sich z.B. durchweg mit seiner Familie, obwohl viele an ihren Familien leiden und im Extremfall sogar an ihr zugrundegehen.

Identität braucht Symbole. Flaggen finde ich gefärhlich. Zu viele sind ihnen in ungerechte Kriege gefolgt. Die USA ist ein schönes Beispiel aus unserer Zeit.

Stattdessen bewirkt vor allem die gemeinsame Sprache eine Identifizierung, und das auch noch abgestuft nach Nationalsprache, Regionalsprache, Umgebungssprache, familiäre Umgangssprache ... Ferner ebenso stark gemeinsame Sitten und Bräuche ("Das hat man zu tun", "Das tut man nicht") , ebenfalls abgestuft. Immer wenn wir Gäste haben, fällt mir auf, wie viele ungeschriebene Regeln es in unserem Haus gibt, die erst bei einem unbewussten Verstoßen anderer dagegen bewusst werden. (Beispiel: Straßenschuhe im Haus tragen ja/nein, usw.)

Man kann stolz darauf sein, mit anderen zusammen etwas geleistet zu haben. Ich bin aber eher stolz, wenn das Erreichte auch sinnvoll war, also irgendeinem Menschen geholfen hat oder allgemein die Welt ein ganz klein wenig weitergebracht hat. Also keine Rekorde fürs Guinnessbuch ...

Keinen Nationalstolz an den Tag zu legen mutiert mittlerweile genauso zum No-Go wie Nationalstolz zu zeigen! Es bleibt doch Jedem selbst überlassen was er zeigen will. Solange er damit Andere nicht nervt, beleidigt, beschimpft, verunglimpft, verfolgt, verurteilt...

Ich bin hier zufällig geboren. Ich habe zufällig deutsche Verwandtschaft. Wäre ich zufällig in Australien geboren oder in Südamerika, dann hätte ich genauso viel oder wenig Stolz wie jetzt... Ich bin stolz auf meine Leistungen im Leben, stolz auf mein Kind und meinen Mann etc... Aber warum soll ich stolz auf Goethe, Schiller oder sonstwen sein, oder darauf, dass Deutschland mal gute Dinge macht bzw. gemacht hat? Stolz bin ich auch nicht auf unsere Fußballer... Ich fieber mit, ich freue mich wenn WIR Weltmeister sind. Aber stolz bin ich wenn es um Persönliches in meinem Umfeld geht, woran ich maßgeblich beteiligt bin.....

Zur EM werden doch wieder an sehr vielen Autos Flaggen sein. Ist völlig in Ordnung. An meinem Auto sind dann immer ein paar verschiedene: wahrscheinlich eine Deutsche Italienische und Portugiesische.

Ich bin Deutsche, hab aber eine italienische Urgroßmutter, und die Freundin meines Sohnes ist Portugiesin. Wenn Griechenland mit Wettbewrb dabei wäre, würde ich auch diese Flagge ans Auto machen, da ich auch griechische Verwandte habe. Seht das Ganze doch nicht so eng.

Im Übrigen bin ich folgendes:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=161143257555604&set=a.145609972442266.1073741828.100009797926871&type=3&theater

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