Ist ein sehnenschaden bei einem Pferd schlimm?

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Nein, eingeschläfert werden muss sie deshalb nicht. Das ist auch nicht so dramatisch, es ist einfach nur sehr sehr langwierig bis es ausgeheilt ist. Wenn man es wirklich gut heilen lässt ist die Belastbarkeit übrigens bei vielen Pferden danach wieder ganz normal. Machen kann man eigentlich nicht viel (von teuren Spezialbehandlungen mal abgesehen): erst stehen (möglichst auf Spänen oder Matten, tiefer weicher Boden ist schlecht), dann ganz langsam antrainieren, und zwar immer auf hartem Boden, im Schritt führen und das dann minutenweise sehr langsam steigern. Aber wenn der Schaden noch frisch ist dauert es bis dahin noch einige Wochen.

Wir haben uns bewusst einen Sehnenpatienten gekauft, beim anderen war der Sehnenschaden unbewusst mitgekauft, da in der AKU nicht zu entdecken. Beide hatten immer und immer wieder Probleme, so ein alter Sehnenschaden bricht doch gern mal wieder auf. Langfristig beschwerdefrei wurden beide erst, als wir sie in Aktivstallhaltung mit festen Böden umgestellt haben. Seitdem sind auch kleine Sprünge und Galoppaden in tieferem Boden wieder drin ohne dass gleich wieder die Sehne mault.

Was man nicht so wirklich raten kann, weil das jeder Pferdebesitzer für sich alleine entscheiden muss: In der Box ruhen Pferde nicht wirklich, da laufen sie einfach winzige Kreise, für die ihr Bewegungsapparat nicht gemacht ist. Daher lasse ich meine Pferde grundsätzlich im Aktivstall und habe mich auch für den Tierarzt entschieden, der das propagiert. Sie sind einfach am ruhigsten, wenn sie bei ihrer Herde sind und wenn ihnen was weh tut, bewegen sie sich eh nur so viel wie nötig. Stellt man sie allerdings in die Box, drehen sie am Rad und machen vor lauter Koller die Verletzung nur schlimmer. Deshalb würde ich auch niemals ein akut verletztes Pferd in eine fremde Umgebung bringen, wenn es nicht absolut zwingend sein muss, z.B. wegen OP oder Intensivbetreuung in der Klinik oder so.

Gutes Argument! Das setzt allerdings voraus dass der Offenstall sehr gut funktioniert, einen guten Boden (rutschfrei auch im Winter) hat und das Pferd nicht von anderen aus der Herde "zwangsbewegt" wird - sonst ist der Rückfall vorprogrammiert. Aber wenn diese Bedingungen stimmen ist das natürlich die optimale Lösung. Wenn nicht, habe ich gute Erfahrungen mit Spänebox (mit gepflastertem Paddock) und möglichst engem Kontakt zu Nachbarn gemacht.

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Ein Sehnenschaden ist sehr übel, KANN aber oft ausheilen, wenn man dem Pferd Zeit lässt. Und Zeit heißt wirklich ZEIT. Unter Umständen heißt das ein oder zwei Jahre keinerlei Reiten.
Ich würde das Pferd nicht in die Box stellen, diese Meinung ist eigentlich veraltet. Sondern Weidegang gönnen. Das Pferd sollte dabei allerdings nicht unkontrolliert "rumspacken." Am besten ist eine Offenstallhaltung für so ein Pferd. Wenn das Pferd nicht mehr lahmt, dann kann man auf festem Boden mit dem Pferd spazieren gehen.
Pferde mit Sehnenschaden hören übrigens schon relativ früh auf zu lahmen. Aber das heißt nicht, dass das Pferd reitbar ist. Wenn man zu früh wieder anfängt, ist der Rückfall vorprogrammiert und dann kann es zur Unbrauchbarkeit des Pferdes führen.

Bei Sehnensachen braucht man GEDULD, GEDULD  und noch mal Geduld.

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