Ist das normale „N“-Wort wirklich rassistisch?

Das Ergebnis basiert auf 80 Abstimmungen

Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort nicht als rassistisch. 35%
Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort als rassistisch. 34%
Ich bin Weißer und habe eine andere Meinung. 13%
Ich bin Farbiger und empfinde das „N“-Wort nicht als rassistisch. 9%
Ich gehöre der Rasse Mensch an und diese Diskussion ist mir egal. 6%
Ich bin Farbiger und empfinde das „N“-Wort als rassistisch. 3%
Ich bin Farbiger und habe eine andere Meinung. 1%

34 Antworten

Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort als rassistisch.

Meist ist es abwertend gemeint, ich erinnere da nur an die regelmäßigen Ausbrüche in den Fussballstadien.

wir sind weit entfernt von einer Kultur, die andere Hautfarben und/oder Kulturen mit erforderlichem Respekt und entsprechender Würde behandelt.

Hier den Hebel anzusetzen ist wesentlich wichtiger als Gendersprache oder die Diskussion über Geschlechter und sexuelle Sonderausprägungen.

Deshalb benutze ich das N-Wort niemals.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wird in den Fußballstadien nicht eher das schon immer beleidigende Wort "Nigg..." verwendet?

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Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort als rassistisch.

Ich gehe mal davon aus, dass Du nicht "NEIN" ;-)

Grundsätzlich basieren beide Wörte auf auf dem lateinischen "nigro" bzw. "nigrans". Von Beginn an der Entdeckeung des schwarzen Kontinentes wurden die dort lebenden Menschen dunkler Hautfarbe als "negros" bezeichnet - welches sowohl im Spanischen als auch dem Englischen existiert.

Als man dann damit begonnen hat, Sklaven aus Afrika auf den Amerrikanischen Kontinent zu verkaufen, ist diese Bezeichnung "Negro" einfach mitgewandert für alle Menschen, welche die falsche Hautfarbe hatten.

Da man Sklaven in der Regel nicht als "Menschen" sondern als "Ware" wahrgenommen hat in der "neuen Welt" ist daraus extrem schnell das Wort mit dem i und dem doppel-g als verächtlich machendes Wort entstanden.

Das deutsche Wort mit e und einem g basiert übrigens nicht auf dem amerikanischen Schimpfwort, sondern direkt auf der Lateinischen Wurzel und wurde allgemein NICHT als Schimpfwort bezeichnet - genausowenig wie "Schwarzer", "Mohr".

Dennoch: Die Verwandschaft der beiden Worte - jenes mit e und jenes mit i - ist so eng, dass man beides natürlich spätestens seit 1933 als Schimpfwort benutzt hat in deutschen Landen - und leider auch weiterhin nach 1945.

Daher empfinde ich den Gebrauch dieses Wortes primär als Beleidigung - und ich werde jeden anzeigen, welcher in meiner Gegenwart dieses Wort benutzt - und natürlich auch jenes mit i.

Übrigens: "Schwarzer" ist für mich KEIN Schwimpfwort.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Menschlichkeit ist mein persönlicher Grundsatz!

Du bist hier schon der Zweite, welcher zwar um die Ursprünge des rassistischen Bedeutungswandel des Wortes bescheid weiß und es trotzdem als rassistisch empfindet. Ursprünglich war es schließlich nicht rassistisch.

...und ich werde jeden anzeigen, welcher in meiner Gegenwart dieses Wort benutzt - und natürlich auch jenes mit i.

Ich denke da bist Du zu radikal und es ist auch nicht zielführend, da das "N"-Wort als solches nicht verboten ist. Lediglich im Kontext mit einer Beleidigung macht es Sinn, denn dann ist es auch strafbar. Ist der Kontext in welchem das Wort benutzt wird aber respektvoll, dann wirst Du vermutlich mit Deiner Anzeige "hinten herunterfallen".

Was ich hier gelernt habe ist, dass andere Länder/Menschen wie Türken, Araber, Inder, Chinesen oder Israelis (kein Anspruch auf Vollständigkeit, vermutlich noch viel mehr) auch kein Problem mit dem "N"-Wort haben. Könnte es sein, dass speziell wir Deutschen aus etwas künstlich ein Problem machen wo eigentlich keines ist? Wäre es nicht besser, wieder einen Bedeutungswechsel des Wortes, diesmal in eine positive Richtung, anzustreben?

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@LieberKiffer

Oh ja ... eine Mücke zu einem Elephant aufzublasen ist eine bundesdeutsche Spezialität ;-)

Ich sehe das nicht zu radikal, wenn ich beschlossen habe, mich nicht beleidigen zu lassen. Denn wenn jemand zu mir das Wort mit I oder E sagt, dann meint er dies als Beleidigung. Und damit gehe ich zur nächsten Polizeiwache.

Ich glaube nämlich nicht, dass jemand eines dieser beiden Wörter auch nur ansatzweise in einem positiven Kontext verwendet. Möchte man auf eine dunkle Hautfarbe hinweisen, kann man das respektvoller mittels "Schwarzer" oder "Farbiger" tuen.

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@Traveller5712

"Farbiger" gilt inzwischen auch als rassistisch. Das war die korrekte Bezeichnung in meiner Kindheit, als man nicht mehr "N" sagen sollte.

Und Martin Luther King hat dasN- Wort auch noch wertneutral verwendet (ich glaube, Mahalia Jackson auch). Zitiert man ihn aber heute, wird man ebenfalls angegriffen.

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Gute Antwort. Hätte man nicht besser erklären können. Ich bewundere deine Haltung.

#besteantwort #sternchenantwort

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Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort nicht als rassistisch.

Palmer hat recht.

Das Wort zu einem Schwarzen gesagt, kann heute als unangemessen gesehen werden. Das sieht auch Palmer so.

Das Wort in einem Satz wie "Noch 1963 nannten sich die Schwarzen selbst Ne.er, so z. B. Martin Luther King in seiner großen Rede "We, the negroes, have a dream" hat nichts mit Rassismus zu tun. Es ist lächerlich, das Wort in diesem Zusammenhang zu umschreiben.

Es ist mittelalterliches Denken, ein Wort an sich als etwas Magisch-Böses anzusehen.

Ich bin Weißer und habe eine andere Meinung.

Kommt auf den Kontext an, und ob man es beleidigend meint.

Habe einem Freund der schwarz ist und wir nennen uns gegenseitig N*gger

Ich bin Weißer und empfinde das „N“-Wort als rassistisch.

Als Kind hatte ich ein Kinderbuch, welches "10 kleine Negerlein" hieß. Es war hübsch gemalt und gefiel mir. Damals war es noch kein Thema und niemand erklärte mir, dass das N-Wort rassistisch ist.

Heute weiß ich, dass es rassistisch ist und auch warum. Deshalb benutze ich es nicht!

Mein dunkelhäutiger Exfreund empfand das Wort auch als rassistisch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich kenne mich aus. ⚖️