Ich vermute mal, dass den genannten Personen ihr Alkoholismus als Krankheit attestiert wurde und sie somit als arbeitsunfähig gelten. Dann bekommen sie Sozialhilfe und haben keine Verpflichtungen mehr.

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Nein sind sie nicht

Du musst auch die Lebenshaltungskosten berücksichtigen. Mit dem gleichen Geld könnten sie in manchen Ländern gut leben, aber wenn sie dorthin umziehen, bekommen sie gar nichts mehr. Hartz IV reicht in Deutschland gerade mal zum Leben.

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Wenn die Wohnung frei ist und der Vermieter mitspielt (bzw. wenn ihr selbst die Vermieter seid), dann können sie ja auf eigene Kosten umziehen und sich dann beim neuen JobCenter anmelden. Allerdings geht das nur, wenn die neue Wohnung billiger ist als die alte oder ihr in einer anderen Stadt wohnt. Ansonsten bekommen sie nur die bisherige Miete weitergezahlt.

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Die Erstausstattung (aber wirklich nur für die erste Wohnung oder bei Totalverlust) steht dir zu. Dein Schonvermögen musst du dafür nicht einsetzen.

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Zum einen waren die Rentner in der DDR auch nicht reich, viele bekamen gerade mal 300.- Mark Mindestrente. Der Wohnraum war günstig, das ist richtig, aber frag nicht, was für einen Aufstand man mitunter machen musste, um an eine vernünftige Wohnung zu kommen. Ich habe 5 Geschwister, und lange wohnten wir in einer Dreizimmerwohnung mit Wohnküche und Klo im Treppenhaus. Heizen (natürlich mit Kohlen) ließen sich nur die Küche und das Wohnzimmer, Schlafräume, so die gängige Meinung, brauchten keinen Ofen (meine Eltern ließen privat noch einen einbauen). Schließlich erhielten wir eine größere Wohnung mit Bad und Etagenheizung (Heizkessel in der Küche), das war schon fast das Paradies. In unsere alte Wohnung zog eine Frau mit 5 unehelichen Kindern, die zuvor in noch mieseren Verhältnissen lebte. Als ich 18 wurde (ich musste mir ein Zimmer mit 2 jüngeren Schwestern teilen), stellten meine Eltern für mich einen Antrag auf eigenen Wohnung. Das war natürlich für die Behörden obsolet, denn ich war nicht verheiratet. Außerdem wurden die Wohnungen dann schon über die Betriebe verteilt, und ich habe in keinem Schwerpunktbetrieb gearbeitet. Irgendwann klappte es dann doch, da war ich fast 25 (und hatte außerhalb gearbeitet, um wenigstens über den Betrieb an ein eigenes Zimmer zu kommen).

Dann kam noch das Reiseverbot hinzu. Ich war gern mit Freunden per Autostop unterwegs, aber in Bulgarien war Feierabend. Westdeutsch fuhren nach Österrreich, Spanien und Griechenland, aber wir...

Abitur machen und studieren durfte ich auch nicht, da ich nicht in der FDJ war (einige hatten die Energie, dies später neben dem Beruf nachzuholen, aber das habe ich nicht geschafft).

Dazu kamen die ständigen Warenengpässe. Es ging dabei nicht nur um Bananen, sondern auch um einfache Dinge wie Kohlenzangen, Nähgarn, Zollstöcke usw. Diese Sachen waren nur zeitweilig knapp, aber wenn du gerade so etwas gebraucht hast und bekamst es nicht, dann hattest du Stress. Daher kam auch die Haltung: "Kauf, wenn es was gibt, nicht, wenn du es brauchst".

Was wir jetzt haben, ist eine andere Art von Stress. Die befristete, schlecht bezahlten Jobs.... Aber eine gewisse Sicherheit hast du doch. Es gibt immer noch Sozialhilfe bzw. ALG2, auf die du im Notfall zurückgreifen kannst.

Was die Wohnung angeht: Versuch es mal über eine städtische Wohnungsbaugesellschaft. Die haben zwar Wartezeiten, aber zum Teil auch noch bezahlbare Mieten.

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Steuert Deutschland auf eine DDR 2.0 zu?

In der heutigen Ausgabe der NZZ erschien ein Artikel.

Bündnisse mit den Postkommunisten schrecken selbst die Christlichdemokraten nicht mehr. […] Obwohl Deutschland mittlerweile über eine Billion Euro – und damit bald ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung – für Soziales ausgibt, ist es nie genug. Heute trauen sich nicht einmal mehr die Liberalen, nach Steuersenkungen […] zu rufen. […] Auf vielen Ebenen gleitet Deutschland so schleichend von der sozialen Marktwirtschaft in einen marktwirtschaftlichen Sozialismus. […] Die Hilfspakete […] der Corona-Krise [...] entfalten dabei eine narkotisierende Wirkung: [...] Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) plant Staatsbeteiligungen an notleidenden Unternehmen [...] Der Deutsche Städtetag ruft nach Verstaatlichung der Innenstädte […] Am konsequentesten wird die Planwirtschaft [...] mit der sogenannten Energiewende betrieben. Im Namen des Klimawandels werden Kern- und Kohlekraftwerke zwangsweise abgeschaltet […] Das Ergebnis: Die deutschen Privathaushalte zahlen [...] die höchsten Strompreise, weil alle Marktgesetze ausgehebelt werden [...] Wer dies kritisiert, wird als «Klimaleugner» diffamiert. Auch das erinnert an die DDR, die sich zum Bollwerk gegen den Faschismus stilisiert hat, um jede Opposition im Keim zu ersticken. [...] Honecker hätte seine Freude an dieser Entwicklung zur DDR light, die heute im Gewand des Ökosozialismus daherkommt.

Trifft das zu? Steuern wir langsam auf sozialistische Verhältnisse zu?

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Das trifft nicht zu

Dann gäbe es nur eine Partei, die immer recht hat. Und die Privatisierungen und steigende Strompreise für Privatpersonen gäbe es auch nicht. In der DDR wurden höhere Belastungen (z. B. für Strom) immer auf die Betriebe umgelegt (es waren ja Staatsbetriebe), da man die Bevölkerung nicht gegen sich aufbringen wollte. Ich kann mich noch erinnern, wie in meinem Büro die Zimmer nicht mehr als 20 Grad warm sein durften und dies auch kontrolliert wurde, um Strom zu sparen. Die Preise durften nicht steigen, also wurde rationiert, zuerst bei den Betrieben.

Heute hätschelt man dagegen die Großkonzerne, subventionert ihre Kosten und lässt zu, dass sie ihre Gewinne in Steueroasen verschieben.

Außerdem ist es noch nicht so, dass die Mieten zu niedrig sind, um die Häuser instand zu halten.

In der DDR gab es auch keine Arbeitslosigkeit (selbst, wenn nichts zu tun war) und daher hatte jeder sein Auskommen. Das Problem war eher, an begehrte Ware heranzukommen, und da gab es durchaus Sonderkontingente in besonderen Situationen (z. B. in jenem Winter 1979/80, als ganze Orte eingeschneit waren und zeitweise der Strom ausfiel). Auch, wer in Schwerpunktbetrieben arbeitete, erhielt über die Betriebsverkaufsstelle eher knappe Waren als der Normalbürger.

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NEIN, es geht den MEISTEN schlechter

Jeder, der arbeitet, hat Anspruch auf. ergänzendes Hartz IV, wenn er/sie zu wenig verdient. Dabei gibt es zumindest einen Freibetrag von 100.- €. Schlechter als reinen Hartz-IV-Empfaengern geht es nur jenen, die keinen Antrag stellen, aus welchen Gründen auch immer. Manche schämen sich unnötigerweise oder sind mit der Bürokratie überfordert.

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Natürlich gab es Bohrmaschinen, aber wie bei allem nicht genug. Ein früherer Freund erzählte mir, wie er regelmäßig nach Warenanlieferung in den Werkzeugladen ging und nachfragte, bis seine Kollegen schon lästerten: "Na, wieder Bohrmaschine kaufen?" Bis er dann eines Tages doch eine bekam (dann kannte ihn wohl der Verkäufer schon und hob ihm eine auf).

Es gab aber damals auch Werkzeug-Stationen der Gebäudeverwaltung (der KWV), wo man sich eine Bohrmaschine kostenlos für ein paar Tage ausleihen konnt.

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Bis zur Wende wurden unverheiratete Frauen in der DDR ganz selbstverständlich mit "Fräulein" angesprochen, bis sie es sich ab einem gewissen Alter selbst verbaten. Für junge Mädchen klang diese Ansprache nach Jugend, für ältere Frauen dagegen nach alter Jungfer. Ich selbst hätte mich komisch gefühlt, wäre ich mit 16 schon mit "Frau" angesprochen worden. Allerdings gab es auch Leute, die jede unverheiratete Frau mit "Fräulein" ansprachen, selbst wenn diese 50 war (das klang eher diskriminierend, so nach dem Motto "sie hat keinen abgekriegt"). Dann gab es jedoch auch unverheiratete alte Damen, die sehr viel Wert darauf legten, mit "Fräulein" angesprochen zu werden und jeden verbesserten, der "Frau" sagte.

Da man auch nicht "Herrlein" zu unverheirateten Männern sagte, verschwand der Begriff "Fräulein" spätestens seit den 90er Jahren. Er galt als diskriminierend gegenüber unverheirateten Frauen.

Wenn in Goethes "Faust" Gretchen sagt; "Bin weder Fräulein, weder schön", dann ist damit ein Edelfräulein gemeint. Der Begriff war in alten Zeiten eine Auszeichnung.

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Das stimmt so nicht. Einmal kam es auf das Fach an (bei "Orchideenfaechern" war es durchaus so, bei technischen Faechern eher nicht), andererseits hatte sie ja als FDJ-Sekretaerin ihre Zuverlässigkeit bzw. Staatstreue bewiesen. Weiterhin lag es an den Entscheidungstraegern, nicht alle waren Hardliner.

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Im Prinzip stammt der Begriff von "Negro" = schwarz ab und beschreibt einfach nur schwarze Menschen.

Da er aber an Sklaverei und Kolonialismus erinnert, möchten schwarze Menschen heute nicht mehr so genannt werden.

Ich habe zwar schon als Kind gelernt, dass es nicht "Neger" heißt, sondern "Afrikaner" (was auch nicht ganz korrekt ist), doch in der DDR wurde der Begriff "Neger" ständig verwendet, aber niemals in abwertender Weise. Ich war dann allerdings irritiert, wenn Weiße als "Afrikaner" bezeichnet wurden (wie z. B. Howard Carpendale).

Das Schlimme ist, wenn jeder Begriff, den man für schwarze Menschen verwendet, irgendwann einen verächtlichen Unterton bekommt. Das war bei "Neger" der Fall, bei dem in den 60er Jahren eingeführten Begriff "Farbige" später dann ebenso, und sicher gibt es noch weitere Begriffe, denen es ebenso erging. Der heute korrekte Begriff lautet "People of Colour" (warum deutsch, wenn´s auch auf Englisch geht), abgekürzt "PoC", und ich warte schon darauf, dass manirgendwann naserümpfend über die "Poccies" spricht.

Die Lösung wäre nicht, ständig neue Begriffe zu erfinden, sondern schwarzen Menschen mit dem gleichen Respekt zu begegnen, mit dem man selbst behandelt werden möchte. Dann erledigt sich auch jeder Rassismusvorwurf.

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Das ist ein absolutes Schimpfwort, das würde ich auf keinen Fall verwenden. Dann eher schon das andere Wort mit "N", das ursprünglich kein Schimpfwort war.

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Ein anderes Land oder mehrere Länder

Ich finde Saudi-Arabien schlimm wegen der Diskriminierung der Frauen, die Türkei wegen der Kurden, China wegen der Uiguren und der Tibeter, Indien wegen des Kastensystems und der Abwertung der Frauen und Mauretanien, denn dort soll es noch Sklavenhandel geben... In vielen Ländern droht Homosexuellen die Todesstrafe. In vielen Ländern können sich Frauen keine eigene Wohnung suchen, sie werden sofort nach ihrem Ehemann gefragt. In vielen afrikanischen Ländern werden Mädchen die Genitalien verstümmelt. Dass Deutschland am schlechtesten abschneidet, ist nicht gerecht. Ich habe mit Leuten aus verschiedenen Ländern gesprochen, die sich hier am wohlsten fühlen, weil sie hier nach ihrer eigenen Fasson selig werden können.

Wer Deutschland so schlimm findet, sollte mal versuchen, in einem der genannten Länder Fuß zu fassen. Vor allem, wenn es kein Hetero-Mann ist.

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Warum werden Geringverdienende gegen Arbeitslose ausgespielt?

Arbeitslosen steht grundsätzlich ein Geldbetrag zu, der ihr soziokulturelles Existenzminumum sichert. Dieser wird statistisch ermittelt. Unter dem Motto "Arbeit soll sich lohnen" kürzt der Gesetzgeber diese Summe dann aber, um zu vermeiden, dass Arbeitslose grundsätzlich oder in bestimmten Konstellationen mehr Einkommen haben als Berufstätige.

Es wird nun sicher auch wieder viel Gegenwind für den Vorschlag der Grünen geben, den Hartz-IV-Regelsatz um 180 € zu erhöhen. Denn damit kommen sich Erwerbs- und vom Staat gegebenes Einkommen noch näher bzw. überschneiden sich eher/mehr.

Ich sehe in dieser Taktik, den Hartz-IV-Satz kleinzuhalten, aber den Versuch, Arm und Ärmer gegeneinander auszuspielen. Denn man könnte dieses Problem, dass Berufstätige mitunter weniger verdienen als Hartz-IV-Empfangende bekommen, sehr leicht umgehen, würde man zusätzlich zur Gehaltsaufstockung noch bis zu 100 € drauflegen. Und man muss bedenken, dass ein Berufstätiger, der jetzt 400 € verdient und auf 430 € aufstocken muss, ebenfalls von einer Umsetzung des Grünen-Vorschlags profitieren würde, da er dann von 400 € auf 610 € aufgestockt würde.

Klar, irgendwann beschweren sich dann auch Mittel- und Oberschicht, dass die da unten zu viel geschenkt bekommen. Aber ganz ehrlich, warum kann man im reichen Deutschland nicht einfach jedem ein kleines Stück vom Kuchen abgeben und es ihm gönnen? Wir haben hier so viel Reichtum und Wohlstand, insofern müsste es eigentlich auch im Sinne der Gutsituierten sein, dass das soziale Sicherungsnetz stabilisiert und vergrößert wird. Denn davon, weniger bzw. gar keine Abstiegsangst mehr haben zu müssen, würde ein Mittelständler in meinen Augen wesentlich mehr profitieren, als davon, drei statt zwei Mal ins Phantasialand fahren zu können.

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Wer sich abrackert und am Monatsende nicht mehr in der Tasche hat als jemand, der Hartz IV bezieht und nicht arbeitet, ist natürlich auf diesen neidisch. Zumal ersterer auch keine Vergünstigungen wie GEZ-Befreiung, billigere Monatskarte usw. bekommt.

So kann ich allen Geringverdienern nur raten, beim Amt aufzustocken, denn dann haben sie auf jeden Fall mehr in der Tasche als "reine" Hartz-IV-Empänger. Außerdem erhalten sie dann ebenfalls deren Vergünstigungen.

Politiker, die womöglich noch von der Wirtschaft gesponsert werden, möchten natürlich, dass es möglichst viele billige Arbeitskräfte gibt, die alles tun, um keine Hartz-IV-Empfänger zu werden. Also wird gegen Hartz-IV-Empfänger polemisiert.

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6 Wochen vor der Geburt (ließ sich das Kind Zeit, entsprechend länger) und 20 Wochen danach. Kam das Kind zu früh, konnte die nicht genommene Zeit der 6 Wochen danach genommen werden, es gab in jedem Fall 26 Wochen. Bei Zwillingen und komplizierten Geburten gab es 22 bzw. 28 Wochen. Dafür gab es übrigens 100% Lohnfortzahlung. Das anschließende Babyjahr ging bis zum 1. Geburtstag des Kindes und wurde wie Krankengeld ab 7. Woche bezahlt - dafür musste jedoch ein spezieller Antrag gestellt werden (das Schwangerengeld wurde automatisch gezahlt). Das Babyjahr gab es aber lange Zeit erst beim 2. Kind, erst spät wurde es auch für das erste Kind eingeführt.

Unverheiratete Mütter, denen kein Krippenplatz zur Verfügung gestellt werden konnte, erhielten die Unterstützung (Krankengeld ab 7. Woche) bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes. Danach kam es in den Kindergarten, und dort gab es offenbar genug Plätze.

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Wenn du selbst kündigst und keinen triftigen Grund hast (z. B. Krankheit), bekommst du immer eine Sperre.

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