Ich will auch weihnachten feiern ( bin Moslem )

...komplette Frage anzeigen

13 Antworten

Obwohl Weihnachten nicht am richtigen Tag von Jesu Geburt gfeiert wird, sollte es aber trotzdem daran erinnern und auch im religiösen Rahmen begangen werden. Es wird aber auch von vielen Leuten gefeiert, die gar nicht an die Geburt Jesu Christi glauben und es einfach nur aus Tradition als ein schoenes und romantisches Familiefest begehen. Warum solltest du es als Muslima nicht auch feiern können, zumal Jesus doch als Prophet für euch eine gewisse Bedeutung hat?

Ich kann sehr gut verstehen, dass dir die weihnachtliche Atmosphäre so gut gefällt! Sie ist auch wirklich besonders schön und beruehrt die Herzen, obwohl Tannenduft und Weihnachtsmann mit dem wahren Sinn des Weihnachtsfestes eigentlich so gut wie gar nichts zu tun haben. Aber wie so oft, wirkt das Äußere auf das Innere, gibt uns Freude und hilft uns, im Lichterglanz und der besonderen Gemütlichkeit in der Familie die Liebe zueinander staerker zu verspueren. Wir gehen mehr in uns und spüren für uns und unsere Familien mit größerer Klarheit, was uns im Leben wirklich wichtig ist.

Ein weihnachtlich dekoriertes Wohnzimmer trägt auf jeden Fall zu Freude und guter Stimmung bei, und manch einer, der vielleicht seinen Glauben das ganze Jahr lang vernachlässigt hatte, besinnt sich wieder darauf. Ich kenne auch nicht-christliche Menschen, die gerade am Weihnachtstag gern anderen eine besondere Freude machen wollen und sie sogar mit dazu einladen.

Weihnachten zu feiern tut auf jeden Fall gut! Ob du es als deutsche oder europäische Tradition oder zu Ehren Jesu als Prophet begehst, du wirst auf jeden Fall deine Freude daran haben. Vielleicht akzeptiert dein Mann nach deinen Erklärungen ja doch einen dieser Gründe, wenn er merkt, wie viel dir daran liegt. Das schließt natürlich nicht aus, dass ihr all eure traditionellen Feste trotzdem weiterhin wie bisher feiert!

Obwohl Weihnachten nicht am richtigen Tag von Jesu Geburt gfeiert wird, sollte es aber trotzdem daran erinnern und auch im religiösen Rahmen begangen werden.

Ganz ausgeschlossen ist das nicht, ich würd sagen die Chance liegt bei ungefähr 1:500 (bzw. 1:250, da es ja zwei Weihnachtsfeiertage sind ;) ).

0

Tja, da stellt sich die Frage, was du für nen Mann hast. Es gibt Millionen Muslime in D, A und anderen Ländern, die auch ein bisschen Weihnachten feiern (wenn auch nicht als die Geburt von Gottes Sohn). Auf der anderen Seite gibt es Salafisten (nicht unbedingt gewalttätig, wie nach dem Meldungen der letzten Zeit betont werden muss), die noch nicht mal den Geburtstag von Muhammad feiern, weil Geburtsfeiern angeblich Haram sind (je nach Fatwa sind sie das oder auch nicht). Und so Manches dazwischen.

Hier wurden schon ein paar Tipps gegeben, wenn das nicht hilft, bleibt wohl nur übrig, dass du allein feiert. Wenn euer Ehevertrag nichts Anderes sagst, darfst du das ja (und in A gilt die Regel: wenn ihr keinen Ehevertrag hat, hast du die gleichen Rechte wie jede nicht islamische Ehefrau auch - solltet ihr in ein islamisches Land ziehen, gilt dort aber i.d.R., dass du nur die Rechte hast, die im Ehevertrag stehen).

Ich finde es schon etwas billig, Weihnachten nur wegen der Kerzen, der CHRISTbäume und der Weihnachtsmärkte zu feiern. Hinter dem Weihnachtsfest steht leider etwas mehr, nämlich das Fest der Geburt des Heilandes. Was daraus geworden ist, ist teilweise sehr, sehr traurig. Wenn dein Mann das nicht feiern will finde ich das mehr als in Ordnung. Das wäre genauso wenn du sagen würdest ich will Ostern feiern, weil ich die Osterhasen und die Ostereier so süß finde. Auch da steht etwas mehr dahinter. Wir als Christen kommen schließlich auch nicht auf die Idee, den Ramadan oder den jüdischen jom kipur zu feiern. Weihnachten hat nichts mit Integration zu tun. Es ist ein hohes christliches Fest und nichts anderes.

Ich habe keine Ahnung von den Namen und Daten der islamischen Festtage, aber weiß, dass einige Moslems ebenfalls im Dezember ein Fest feiern. Falls ihr zu denen gehört, die es feiern, dann frag ihn, ob ihr es dieses (oder nächstes) Jahr durch Weihnachten ersetzen könnt und ansonsten überleg dir einen anderen Feiertag, der in eurer Religion am ehesten der Bedeutung Weihnachtens entspricht. Du musst deinen Mann nicht um Erlaubnis fragen, um Weihnachten feiern zu können, denn er muss ja nicht unbedingt mitmachen. Du kannst auch beschließen, Weihnachten zu feiern und ihm die Wahl lassen, es mit dir zu feiern oder dir am 24.12. ein Abschiedsküsschen zu geben, wenn du dich auf den Weg in die Kirche machst, um dir andere "Einsame" zu suchen, mit denen du Weihnachten feierst (falls du nicht jetzt bereits weißt wo du feiern würdest). Ihr müsst es ja auch nicht in Stein meißeln, sondern könnt es ein Jahr ausprobieren und danach neu entscheiden. Ich kenne ein paar Moslems, die Weihnachten feiern und denen fehlt es an nichts. Überreden musst du ihn natürlich nicht. Eure Ehe wird ja nicht weniger schön sein, wenn ihr am Ende des Jahres jeweils ein anderes Fest feiert. Und wenn er sich mit Weihnachten nicht identifizieren kann, dann bringt es dir auch nichts, an Weihnachten einen schmollenden Mann neben dir sitzen zu haben, der mit sich nichts anzufangen weiß. Ist doch alles Kommunikationssache. Schränk dich nicht ein, sondern feiere, was du feiern möchtest.

Der Islam hat einen anderen Kalender. Deswegen verändern sich die Daten der islamischen Feste in unserem Kalender.

2
@Metehan5034

Eben, der Islam hat den Mondkalender und alle Feiertage verschieben sich darin immer um 28 Tage nach hinten. das heißt, dass der gleiche Feiertag erst in 12 Jahren wieder in den selben Monat fällt. Das Zuckerfest am Ende des Ramadan ist in etwa mit Weihnachten vergleichbar (= wegen der Geschenke und Süßigkeiten). Wenn das in einem Jahr in den Dezember fällt, dann fällt es im folgenden Jahr in den November!

1
@ElefantX

DAS ist mal ne Erklärung mit der ich was Anfangen kann! Danke :-)

0
@ElefantX
und alle Feiertage verschieben sich darin immer um 28 Tage nach hinten.

Nicht um 28, sondern ungefähr um 10,8 Tage. Also je nach Mond bzw. Schalttag um 9 bis 12 Tage pro Jahr.

1

Sag ihm doch einfach, dass du nicht aus dem christlichen Hintergrund feiern willst, sondern nur weil du es schön findest. Ich würde einfach daheim bisschen dekorieren und gegen Kerzen wird er ja nix haben ;) oder du gehst an Weihnachten zu Freunden, die es feiern. Dann hast du wenigstens ein bisschen was vom Weihnachtsfest :)

Nachtrag zur Antwort von @ElefantX:

Hier bei uns im Ruhrgebiet leben ja schon seit einigen Jahrzehnten muslimische Familien und meistens schon in der zweiten oder dritten Generation. Da sind oft Familien drunter, die stellen ganz selbstverständlich zur Weihnachtszeit einen geschmückten Weihnachtsbaum auf, vor allem wenn noch kleinere Kinder im Hause sind!

1

Wie der Grundtenor hier auch zeigt:

Feiert das vergangene Jahr, eure persönlichen Erfolge. Sagt einander "Danke", dass Ihr füreinander da ward. Oder Ihr feiert, dass die Tage von nun an wieder länger werden - die Zeit der Dunkelheit geht und die Tage des Lichts kommen.

All das verträgt einen schönen Rahmen.

Verzichte auf "Schöne Weihnachten" - Schriftzüge und nimm stattdessen "Alles Gute", "Danke" oder evtl. "Frohes Fest"

Vielleicht verzichtet Ihr auch auf Geschenke und feiert das Fest, wie man es früher feierte: im Kreis der Lieben, Singen und Geschichten erzählen.

Sucht Euch ein Buch mit vielleicht sogar bekannten Geschichten aus dem Islam und lest sie einander vor.

So viele Ideen, so viele Möglichkeiten :-D

Erinnere ihn doch einfach daran, dass alle christlichen und muslimischen Religionen vor 2000 Jahren noch ein und derselbe Glaube waren. Ihr würdet also etwas feiern, was vor dem muslimischen Glauben statt fand :o)

Übrigens: Toller Hinweis mit Isa, daran habe ich jetzt gar nicht gedacht!

Langsam, gaaanz langsam anfangen... zuerst dieses Jahr eine Kerze, dann nächstes Jahr ein kleiner Weihnachtsbaum - möglicherweise findet er es auch schön. Man muss es ja nicht unbedingt "feiern". Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Koran was dagegen hat, eine Kerze oder ein Bäumchen aufzustellen. Was ist denn dabei???

Sag ihm Weihnachten ist die geburt Jesus, der ja auch im Islam ein Prophet ist. Also gibt es für euch auch was zu feiern ;)

Nach christlichem Verständnis ist Weihnachten das Geburtsfest des Propheten (=> im islamischen Sinne) Isa (= Jesus). Vielleicht kannst du ihm damit ja irgendwie eine Brücke bauen!

machs halt, weihnachten ist toll, und so eine schoene zeit, das sollte man nicht verpassen :)

Feiert Weihnachten einfach nicht als Geburt Jesus Christus, sonder als das Fest der Liebe. Ich bin Atheist und glaube nicht an christliche Märchen, aber Weihnachten ist ein schönes Fest mit wundervollen Traditionen, die ich nicht verpassen will, auch wenn ich ihnen eine andere Bedeutung gebe.

Ihr könnt auch die Wintersonnenwende feiern, wie es die Kelten früher gemacht haben, bevor sie von den Christen assimiliert wurden. Auch die Bräuche wie geschmückte Bäume sind kleltischen Ursprungs.

Ich bin Atheist und glaube nicht an christliche Märchen

Du glaubst nicht an das Christentum hätte auch gereicht. Ohne die Keule rauszuholen.

4
@Useraccount

Das "Märchen" hättest du dir sparen können. Es ist eine Beleidigung für unser Weihnachtsfest.

2
@User1952

Wie kann die Bezeichnung "Märchen" eine Beleidigung sein?

Es bezeichnet eine erfundende Geschichte mit teils historischen Wurzeln, die eine Lehre vermittelt, warnt oder bildet.

Klingt doch recht passend?

3
@SirJohn

Ich finde halt "Märchen" eine Beleidigung an der Geburt Jesu. Wenn er auch nicht glaubt soll er von keinem "Märchen" reden. Meine Meinung.

1

Nein hätte nicht gereicht - es sind Märchen die jeder selbst interpretiert.

2
@knollr

Ne Kultur ist kein Märchen. Das sind einfach Wischiwaschiaussagen ohne Sinn.

0
@Gegengift

Wenn ich glaube dass es ein Märchen ist, kann ich das auch so sagen. Es ist keine Beleidigung, sondern eine persönliche Meinung. Wer sich von so einer Aussage beleidigt fühlt, der ist selber Schuld und sollte dem Internet besser fernbleiben.

0
Auch die Bräuche wie geschmückte Bäume sind kleltischen Ursprungs.

Das ist nicht so sicher. Der Weihnachtsbaum geht jedenfalls darauf zurück, dass der Tag vor Weihnachten (der 24.Dezember) im katholischen Heiligenkalender der Tag von Adam und Eva ist. Wenn zu denen ein "Mysterienspiel" aufgeführt werden sollte, wurde natürlich auch ein "Paradiesbaum" mit Äpfeln benötigt. Daraus entstand (wohl in 13.Jh.) in Lothringen der Brauch, in der Weihnachtszeit einen mit Äpfeln (und anderen Leckereien) geschmückten Baum aufzustellen, der sich via Elsass im 18. und 19. Jh. in Deutschland verbreitete und mit Auswanderern in die USA kam, von wo er im 20.Jh. in alle Welt verbreitet wurde.

Ähnlichkeiten mit einem keltischen Brauch (so es ihn gab) sind zufällig.

0
@helmutwk

Nein sind sie nicht.

Es ist inzwischen bewiesen, dass (noch vor allen anderen und lange vor dem 18. Jahrhundert) die Kelten den Brauch hatten immergrüne Nadelbäume zu schmücken. Hauptsächlich mit Nüssen und haltbaren Lebensmitteln.

Das Datum war der 24. Dezember, weil zu dieser Zeit das Fest der Wintersonnenwende gefeiert wurde, die längste Nacht des Jahres, nach diesem Fest werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger.

Die Christen haben um die keltische Kultur zu zerstören die Bräuche und das Datum dieser Feste in ihren eigenen Kalender aufgenommen.

Das ist wie gesagt alles längst bewiesen und hat nichts mit Zufall zu tun.

0
@Andrastos
Die Christen haben um die keltische Kultur zu zerstören die Bräuche und das Datum dieser Feste in ihren eigenen Kalender aufgenommen.

Dummerweise ist der Brauch des Weihnachtsbaum ca. 700 Jahre alt. Im 14.Jh. (ich hatte irrtümlich 13.Jh. geschrieben) hat sich wohl kaum noch jemand an die heidnischen Bräuche erinnert ...

Im Übrigen gibt es in der kalten Jahreszeit nicht allzu viele Möglichkeiten, sich Grün ins Haus zu holen. Tanne, Wacholder, Mistel, viel mehr gibt es da nicht. Und siehe: alle drei kommen in europäischen Ländern als Weihnachtsschmuck vor. Und das auch vorher schon immergrüner Schmuck im Winter benutzt wurde, ist nicht überraschend.

Das Datum war der 24. Dezember

Das verweist auf die Zeit um 450 n.Chr. (plus/minus 100 Jahre).

Das ist wie gesagt alles längst bewiesen

Nö, das ist alles längst behauptet. Und je nachdem worauf du hörst, ist "bewiesen", dass die Bräuche von den Germanen kamen (ein Lieblingsthema der Nazis) oder noch woanders her.

Bist du sicher, dass das mit den Nüssen an Nadelbäumen bewiesen ist und nicht nur ne Behauptung von jemand, der die Weihnachtsbräuche unbedingt als vorchristlich erweisen wollte? Solche Behauptungen hat es ja seit dem 19.Jh. massig gegeben.

Besonders lustig wird es, wenn Bräuche auf Heidentum zurückgeführt werden, deren Ursprung exakt bekannt ist. Etwa die von Martin Luther angeregten Weihnachtsgeschenke für Kinder, oder der im 19. Jh. entstandene Adventskranz.

0
@helmutwk

Lustig, dass von Verteidigern ihrer Religion immer wieder sämtliche Kritik als "nicht existent" bzw. "Verschwörungstheorie" gebranntmarkt wird.

Wie gesagt, es ist bereits bewiesen, daran kann auch dein Finger-in-die-Ohren-stecken nichts ändern.

Der Brauch Nadelbäume zu schmücken ist keltisches Brauchtum, die Kelten hatten übrigens eine sehr enge spirituelle Verbindung zu Bäumen.

Wie ebenfalls auch schon erwähnt, war es eine Strategie der Christen ihre junge Religion zu verbreiten indem sie fremde Bräuche und Feste zu ihren eigenen machten.

Du kannst so viel "stimmt nicht" und "gar nicht wahr" von dir geben wie du willst. Die Verbechen des Christentums wirst du damit weder erfolgreich widerlegen noch ausbessern können.

Wenn du daran nicht glauben willst, bitte, ich werde nicht versuchen mit einem Gläubigen weiterhin vernünftig zu reden, denn wie es so schön heißt, "wenn man mit Gläubigen vernünftig reden könnte, gäbe es keine Gläubigen mehr".

0

In welcher Gegend lebst du denn?

Was möchtest Du wissen?