Hund knurrt, wenn ich ihn auf seinen Platz schicke - Bedeutung?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ohne den Kommentar von Yarlung gelesen zu haben, habe ich die gut beschriebene Situation folgendermaßen beurteilt.

Dass er in der "fremden" Wohnung mit bellen reagiert, wenn jemand vorbeikommt, in Gegenwart einer "noch nicht" voll respektierten Person, würde ich als normal bezeichnen.

Wie er dann darauf reagiert, als du dich dann schließlich doch durchgesetzt hast, ist wohl auch normal. Er hat unwillig "gemurrt", sich aber gefügt.

Begegne ihm weiterhin mit liebevoller Konsequenz und versuche die Verbindung zu ihm zu vertiefen.

Yarlung hat natürlich recht, wenn man es nicht gesehen hat und nicht dabei war, kann man wirklich nur raten mit hoher Fehlerquote.

Wenn du das Interesse dafür aufbringen willst, dann mache dich mal in der neueren Hundeliteratur über Hundeverhalten und Körpersprache von Hunden kundig. Es wird sehr spannend werden für dich, da du eine gute Beobachterin bist.

http://www.gutefrage.net/nutzer/Portbatus/tipps/neue/1

Weitere Tipps zum Thema Hund findest du in meinem Profil, wenn du auf diesen Link klickst und bei meinen Tipps "rumschnüffelst".

Seit wann müssen Hunde denn mehrere "Rudelführer" akzeptieren?

Ist es nicht so, dass nach Dummdanzlerdenken es nur einen und einzigen allmächtigen gibt, wieso soll der Hund also mehrere Leute voll respektieren?

1
@Anda2910

Eigentlich sind Hunde sozial intelligent genug um mit verschiedenen Sozialpartnern interagieren zu können.

Wäre dem nicht so wäre kein "Dogsitting" und keine "Hundekita" jemals möglich.

2
@YarlungTsangpo

Da hast Du vollkommen Recht, aber ich denke Yarlung, dass Du ganz genau weißt, worauf ich hinaus wollte ;-)

0
@Anda2910

Ich weiß leider nicht, worauf Du hinaus wolltest, Anda.

0

Vielen Dank, Portbatus, für Deine Antwort, sowie die Tipps!!!

Ich teile Deine Einschätzung rein intuitiv.

Ich denke auch, wie Nora es beschrieben hat, dass er vielleicht nicht weiß, was ich von ihm möchte, und er deswegen gestresst reagiert (bellen, Schwanzwedeln).

Das fiel mir vorhin auf. Wir sind in die Wohnung. Hund noch etwas aufgedreht. Ich dachte mit "Platz" hole ich ihn runter. Das hat ihn noch mehr aufgedreht.

Er saß dann auf seinem Platz, hat mich kurz angebellt und ganz schnell mit seiner Schwanzspitze gewedelt. Ich habe mich dann abgewandt und den Raum verlassen. Langsam, aber nicht ängstlich. Er hat sofort aufgehört und ist mir dann hinterher getigert.

Ferndiagnosen sind kaum zu stellen, das weiß ich. Leider ist mit seinem Besitzer kaum zu sprechen, da er wenig Interesse für das Tier aufbringt.

Wie kann ich dem Hund begreiflich machen, was ich - zBsp. in der Nachbar-Situation - von ihm erwarte?

Ausserdem ist mir aufgefallen, dass er mit großem Stress reagiert (Hecheln, Fiepen, Erektion, Schnüffeln), wenn ich ihn, beispielsweise vor einer roten Ampel sitzen lasse. Er führt es aus, allerdings mit großer Stressreaktion. Wie könnte man das deuten?

Ich hoffe sehr, dass Du diesen Kommentar liest, und etwas dazu schreiben kannst, möchtest.

Danke.

1
@Frietje

Frietje,

Was hältst Du von "Ablenken" bzw. "Umlenken" von interessiertem Verhalten des Hundes ??

Weniger versuchen den Hund mit "Platz, Sitz, usw." "Einzuregeln" sondern mit Leckerchen und positiver Motivation Verhalten umlenken, in ein von dir erwünschtes Verhalten.

4
@YarlungTsangpo

Das finde ich sehr gut. Was, ausser Leckerchen, wäre denn noch "positive Motivtion"?

Meine Bedenken sind, dass ich ihn dann noch mehr hochschaukele, und ihn dann nicht mehr handeln kann.

Findest Du das nachvollziehbar?

Jetzt zB sind wir seit zwei Stunden zuhause. Wir sind beide zur Ruhe gekommen, er liegt vor meiner Couch. Ich habe gerade für 5 min das Zimmer verlassen, und er ist mir mal nicht gefolgt.

Muss ich davon ausgehen, dass die erste Stunde bei mir, hier immer so aufregend sein wird?

Bisher bin ich am besten (ob es richtig ist, weiß ich jedoch nicht!) damit gefahren, wenn ich die ersten 30 min alles ganz langsam gemacht habe, in meiner WWohnung. Ihn zwar nicht ignoriert habe, aber ihm auch keine größere Aufmerksamkeit geschenkt habe. Er läuft mir dann zwar immer sehr aufmerksam und etwas hastig hinterher, aber nach spätestens einer Stunde gibt sich das.

2
@Frietje

Ich denke schon, dass du ob nun un-erfahren oder nicht, fast alles richtig gemacht hast, so wie man es in deiner Situation erwarten kann.

Höre auf deinen Bauch, dann geht es schon gut. Vielleicht findest du ja unter meinen Tipps, das Eine oder Andere was dich anspricht und was du direkt umsetzen kannst.

Sei authentisch, dass versteht er am Besten, dann wird er sich schnell bei dir eingewöhnen.

1
@Frietje

Frietje,

pos. Motivation ist alles, was der Hund gerne macht, d.h. sind diese Leckerchen, die Du gewählt hast, so toll für ihn, dann können sie wirklich "hochschaukelnd" wirken, also wähle Leckerchen, die nicht soooo hochschaukelnd wirken.

Teste aus welche Leckerchen er am liebsten mag, indem Du Leckerchen hinlegst und die die zu erst gefressen werden, sind der Reihenfolge nach die die er am liebsten mag und so kannst Du auch die Erregungslage beim Leckerchen geben runterschrauben. Das ganze solltest Du aber mehrfach probieren um ein einheitliches Ergebnis zu erhalten.

Das was ich vorhin meinte war, dass ein Hund keinen Rudelführer hat, er lebt mit uns Menschen in einem sozialem Verband und wenn man nach der Rudelführer-Theorie gehen würde, dann wäre hier ja schon ein extremer Fehler eingebaut, denn Du wärst ja nicht sein Rudelführer, den gibt es ja nur einmal, somit wäre Herrchen sein Rudelführer. ;-)

Liebe Grüße Anda

2
@Anda2910

Genau @ Anda und @ Frietje

positive Motivation - was man dazu wählt ist von Hund zu Hund und deren Individueller Motivation abhängig.

Zum Beispiel arbeite ich bei meinem Tashi "Spielzeugquitschetierchen" diese "befriedigen irgendwie oral" und beruhigen den Hund, helfen ihn "runter zu fahren" - es wird dann mit dem Spielzeug nicht gespielt, sondern er darf es tragen - solange bis es uninteressant wird.

Also - graue Zellen und herausfinden was am Besten für unsere Zwecke bei diesem Hund gerade funktioniert.

2

Ich würde ebenfalls meinen, dass er bei seinem Besitzer ein anderes Verhalten gewöhnt ist bzw. keine Reaktion. Gut, dass Du Dir Gedanken um seine Hintergründe machst. Noch wichtiger ist es, den Hund, wenn er dann Ruhe hält, ausführlich zu loben oder mit einem Leckerli zu belohnen. Dann legt sich auch das Knurrgehabe mit der Zeit. Eine natürliche Vorsicht ist auf jeden Fall angeraten bei unsicheren Hunden, dennoch sollte man auch weiterhin souverän auftreten und den Hund wissen lassen, welches Verhalten man gut oder schlecht findet. Von sogenannten Bestrafungen rate ich Dir ab. Weiterhin viel Erfolg.

Der murrt nur nach, auch das gibt sich mit der Zeit, wenn du die Sache konsequent durchziehst. Du machst das schon richtig.

Du schreibst, dass du den Hund nur am Wochenende bei dir hast! Verwendest du die gleichen Befehle und Handzeichen, wie die eigentlichen Besitzer oder verwendest du andere Befehle? Eine geöffnete Hand kann auch manchen Hund Angst machen!

Angst hat er vor mir nicht, würde ich sagen.

Leider ist das Verhältnis Hund/Besitzer, Besitzer/Hund etwas gespannt. Ich habe den Hund daher einige Male ängstlich gegenüber seinem Besitzer gesehen.

Ich weiß nicht, ob wir die gleichen Zeichen verwenden. Ich denke nicht. Auch mein Tonfall ist ein anderer. Besitzer spricht bei Verärgerung oft laut, genervt. Ich bin nicht verärgert, sondern ruhig und konsequent. Hoffe so, auf den Hund souverän zu wirken.

Dass ich ihn in diesen Momenten jedoch mehrfach auffordern muss, auf seinen Platz zu gehen, und er dann, von seinem Platz aus mich ansieht und laut anbellt, verunsichert mich ganz tief jedoch schon. Wie gesagt, er lässt sich wohl beruhigen, allerdings nicht sofort.

Hast Du eine Vorstellung, was dieses Anbellen bedeuten könnte? Ferndiagnosen sind schwer, dessen bin ich mir bewusst.

Danke Dir schon mal.

2
@Frietje

Ferndiagnosen sind wirklich schwierig, um nicht zu sagen unmöglich! Man muss die Situation, dich und die Reaktion des Hundes sehen, um wirklich helfen zu können. Spreche dich mit den Besitzer wegen den Befehlen und Handzeichen ab! Wenn jeder andere Befehle und Handzeichen verwendet führt das zu Verwirrungen des Hundes. Wenn der wirkliche Besitzer z.B. den Hund mit der Hand schlägt und du stellst dich dann mit der geöffneten Hand hin, dann kannst du dir sicher auch gut vorstellen, dass der Hund dies als Bedrohung sieht und dann Angst hat!

2

Ich glaube auch daß der Hund noch gar nicht richtig angekommen ist. Wie auch, wenn er nur am WE bei Dir ist. Dies müßtet man mehrmals täglich trainieren. Vielleicht mit den Nachbarn. Der Hund muß sich auch erst an die neuen Schritte und Geräusche gewöhnen.

Als ich meine Maus vor 6 Jahren übernahm hatte ich dasselbe Problem. Meine wuchs in einer sehr ruhigen Gegend in einem Einfamilienhaus auf. Fremde Schritte kannte sie nicht und bellte auch immer. Nach 4 Wochen war die ganze Sache gegessen. Sie bellt heute nicht mal wenn es an der Tür klopft oder klingelt.

Vielleicht in dem Moment wo Nachbarn vorbei laufen den Hund mit Leckerlies oder Spielzeug ablenken ? Oder den Hund anleinen und die Tür öffen und ihm zeigen, daß es nur "Nachbarn" sind.

Ich bin kein Trainer und möchte hier auch nichts falsches sagen. Aber so kleine Tricks werden den Hund sicher nicht traumatisieren.

Was möchtest Du wissen?