Heiraten in der moschee

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Trauung:

Verloben ist kein Muss als Vorstadium der Heirat. Aber wenn auf beiden Seiten Interesse aneinander besteht, dann bespricht man das zusammen mit beiden Eltern, so dass die Verlobung offiziell ist und man die Möglichkeit hat sich im islamischen Rahmen besser kennen zu lernen.

Hat man jedoch Eltern, die unislamisch eingestellt sind, dann ist es besser, dass man gleich heiratet, wenn man sich über die Liebe zum Charakter und der Religionsausübung der Person sicher ist.

Das Aussuchen des Ehepartners ist so wie das Erwählen des eigenen Schicksals. Denn wenn Frauen einen Mann heiraten, der nicht praktiziert, so nimmt auch die Glaubenspraxis der Frau früher oder später ab!

Wenn man islaisch heiraten möchte, läuft das ganz einfach und unbürokratisch ab - und vor allem kostenlos (aber man kann dem Imam trotzdem was schenken - als Dank).

Man sucht einen Imam auf, legt untereinander vorher fest, was die Brautgabe betragen soll. Man muss sich nicht unbedingt Geld und Gold wünschen. Man kann sich beispielsweise auch wünschen, dass der Mann einem die Umra (Besuch der Pilgerstätten außerhalb der Pilgerzeit) schenkt.

Außerdem kann sich die Frau aussuchen, wann sie die Brautgabe ausgehändigt haben möchte. (Spätestens im Falle einer Scheidung muss die Brautgabe übergeben sein!)

Frau und Mann können gemeinsam einen Ehevertrag aufsetzen, in dem sie bestimmte Punkte festhalten. Möchte die Frau beispielsweise keine Hausarbeiten machen, so muss sie das VOR der Ehe vertraglich festhalten - mitten in der Ehe kann man nicht einfach protestieren, an sowas kränkelt eine Partnerschaft. Der Mann müsste dann eine Haushaltshilfe einstellen und das ist finanziell nicht unerheblich. Also etwas Erbarmen mit dem Mann haben - schließlich wird die Arbeit im Haushalt der Frau als Sadaka (Almosenspende) angerechnet, wovon sie später im Paradies inschaAllah (So Gott will) nutzen wird!

Man kann im Ehevertrag beispielsweise auch festlegen, dass bei Uneinigkeiten in der Ehe das Richtende Koran und Sunna sind. Wichtig ist aber, sich auch an den Vertrag zu halten und nur das festzulegen, was man auch einhalten wird!

Hält sich ein Ehepartner nicht an einen wichtigen Punkt des Vertrags, kann man sich einen Schiedsrichter (einen wissenden, neutralen Menschen der den Islam praktiziert) einholen, welcher dann zwischen den Eheleuten vermittelt.

Ihr braucht zwei männliche oder vier weibliche Zeugen. Dann erzählt der Imam kurz über die Ehe und über gute und schlechte Zeiten in der Ehe. Gibt ein paar Ratschläge mit auf den Weg. Die zwei Heiratswilligen werden jeweils 3 mal vom Imam befragt, wobei man jedes mal, die selbe Antwort geben muss. Dann sind Mann und Frau unter dem Schutz Allahs zu Eheleuten erklärt.

Anschließend werden vom Imam Bittgebete gelesen. Diese beinhalten in etwa, dass die Ehe so glücklich und segenreich wie die von dem Propheten Muhammed (Friede und Segen seie mit ihm) und seiner Frau ´Hadidscha und zwischen dem Khalifen Ali und seiner Frau Fatima (Möge Allahs Wohlgefallen auf all ihnen sein) sein soll und noch vieles mehr.

Anschließend wird der Vertrag von den Eheleuten und den Zeugen unterschrieben und eine segenreiche Partnerschaft gewünscht.


Nach der Rechtsschule Schaafi, muss die Zustimmung des Vaters erfolgen.

Nach der Rechtsschule Abu Hanifa ist die Zustimmung des Vaters nicht erforderlich, damit die Ehe geschlossen werden kann.

Wenn jemand der Rechtsschule Schaafi folgt, aber die Eltern z.b. unislamisch (z.B. nicht praktiziert und gegen eine islamische Ehe/islam-praktizierenden Schwiegersohn wäre) sind, so kann man in diesem Fall der von Abu Hanifa folgen.

Es sollen einem ja keine Steine in den Weg gelegt werden, nur weil man "die falsche" Familie in dem Fall hat.

Hochzeit:

Ganz unabhängig von der Feier etc. ist die Bekanntmachung der Heirat im Islam wichtig!

Meist versammelt man sich nach der Trauung getrennt (in Moscheen) und rezitiert Koranverse und (die Gemeinschaft) spricht seine Bittgebete und Wünsche für das Paar aus.

Die Ehe und Partnerschaft wird evtl. in einer kurzen Unterhaltung thematisiert und man gibt den frischen Eheleuten Ratschläge mit auf den Weg und berichtet ihnen von den schönen Seiten einer Ehe und wie man in schlechten Zeiten (Geldnot, Krankheit etc.) zusammen hält.

Im Anschluss wird dann als Dank ein Essen für die anwesenden Gäste gegeben, was der Sunna (gemäß den Handlungen des Propheten Muhammed, Friede sei mit ihm) entspricht.

Bei dem Essen geht es islamisch gesehen übrigens nicht darum, sich für ein 5Gänge und Sterne Menü zu verschulden, sondern man macht das, was der eigene finanzielle Rahmen hergibt.

Die Henna-Nacht (für Frauen) ist islamisch nicht vorgegeben. In dieser wird die Braut hübsch gemacht, mit Henna bemalt und wird zeremoniell "verabschiedet", indem für sie gesungen wird etc.

Also so ist es rein islamisch. Viele bringen aber ihre "persönliche Note" mit ein. Naja Geschmackssache halt. Aber die meisten Hochzeiten, die ich bisher gesehen habe, schlagen über die Strenge (arab./türk. Hochzeiten), so dass sie nicht selten in einigen Aspekten gegen islamische Richtlinien verstoßen!

Man bedenke aber, dass die Hochzeit der Anfang einer gemeinsamen Partnerschaft ist, welche unter dem Schutz Allahs steht. Musik und Hüfte schwingen kann man nur für diesen Moment und dann ist das auch schon vorbei, aber von Gottes Segen genießen: ein Leben lang.

Deshalb achten praktizierende Paare darauf, dass ihre Hochzeiten islamisch ablaufen (ohne Tanzgelager etc.), damit sie von Anfang an ihre Partnerschaft segenreich beginnen können.

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ab wie viel jahren kann man soetwas vollziehen? und meine Eltern sind nicht islamisch, brauch ich ihre Zustimmung wenn ich noch nicht 18 bin?

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die meisten moscheen verlangen eine bescheinigung über eine zuvor stattgefundene standesamtl trauung. das dazu. für die moschee braucht man einen termin. damit der imam auch da ist. der imam spricht zuvor mit dem mann. es wird ein brautpreis ausgehandelt und gebete auf arabisch gesprochen (danach auch mit der frau, die auch anwesend sein MUSS). falls du kein arabisch kannst, spricht der imam vor und du wiederholst einfach. ihr bekommt eine urkunde über die trauung, die ihr auch beide unterschreiben müßt. und ihr braucht 2 muslimische trauzeugen.

Nur um die Fragenstellerin zu beruhigen: Ich habe die Erfahrung/Beobachtung gemacht, dass die meisten Moscheen eine Bescheinigung über eine standesamtliche Trauung nicht verlangen.

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also es ist so das heutzutage viele moscheen, zumindest viele türkische, eine bescheinigung vom standesamt wollen zumindest über einen festgelgten termin auch wenn er in ferne liegt.

das hat einen einfachen grund und zwar möchte man damit einfach unterbinden das einfach die islamische ehe geschloßen wird um eine normale beziehung führen zu können die aber eigentlich nicht wirklich eine ehe ist sondern halt typisch europäisch mit alem was dazu gehört.z.Bsp. körperliche kontakte! es ist nicht sinn und zweck nur deshalb eine ehe zu schließen was aber leider viele tun möchten!

einen termin brauch man auf jeden fall in der moschee damit auch ein imam also jemand der es durchführen kann vor ort ist... eigentlich kostet es nicht unbedingt etwas...da man ja eigentlich so zu sagen im namen allahs die ehe schließt aber manche verlangen trotzdem geld dafür und wollen profiet draus schlagen die achten dann auch oft nicht aufs standesamt...anderen gibt man so zu sagen als dank etwas... beide mann und frau müssen anwesend sein und zwei muslimische zeugen...

und das es danach so zu sagen kund gegeben wird ist wichtig. denn es sollen halt bekannt sein das die person vergeben ist.

mach diese eheschließung nur wenn es eine richtige ehe werden soll...aber nur für eine beziehung...neeee...denn wir anderen menschen wissen nicht was eure absichten sind,

ABER ALLAH WEISS WAS IN EUREN GEDANKEN UND HERZEN IST!

wenn die absicht die falsche ist, tja dann hat es denk ich eh nicht viel gewicht. wenn dann mach es im namen Allahs und um ein teil des islams(in dem fall ehe) zu "leben". und so mit jemand zusammen die prüfungen allahs gemeinsam bestreiten zu können!

deine frage ist gar nicht so blöd wie manch einer hier meint, schließlich hört man vieles und da weiß man nicht immer was richtig ist und was einfach nur erfunden ist. es gibt viele gerüchte daher ist es gut das du nach fragst...besser als was falsches zu tun!=)

insaAllah findest du den richtigen weg!

Brautpreis? Akhi Du meinst sicher die Brautgabe. Brautpreis hört sich so an , als ob die Braut verkauft werden würde.

Ich persönlich habe noch niemals eine Moschee erlebt die eine standesamtliche Trauung als Bedingung verlangt. Zumal die Standesamtliche Trauung im Islam keine Gültigkeit hat.

Bei uns in der Moschee ist es so, daß noch zwei Fotos von jedem gebraucht werden, für den Ehevertrag. Dazu noch Personalausweis oder Paß. Und für den Fall das einer der beiden schoneinmal verheiratet war, eine Scheidungsbestätigung eines Sheikhs.

Wo ist die Moschee von der du sprichst? Ich bin auf der Suche nach einer Moschee, die die Trauung ohne eine standesamtliche Bescheinigung durchführt. Danke schonmal für deine antwort.

Salam

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Wenn die Trauung in einer Moschee in Deutschland stattfindet, aber keine standesamtliche Trauung vorausgeht, gelten die Eheleute vor dem Gesetz als nicht verheiratet. Aus der Trauung in der Mosche folgen keine zivilrechtlichen Recht und Pflichte. Und spätestens, wenn man feststellt, dass die Frau nicht über ihren Mann krankenversichert ist, beginnen die Probleme.

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