Heilpraktiker - Ein Beruf mit Zukunft?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich weiß ja nicht, was dir bei dieser "Berufsberatung" alles erzählt wurde, aber sicher wurden dir wesentliche Informationnen vorenthalten.

Heilpraktiker ist kein anerkannter Beruf im Sinne eines Ausbildungsberufes. Die Ausbildung findet kostenpflichtig in einer der unzähligen privaten Heilpraktikerschulen statt und unterliegt keinen Vorgaben, wie z.B. ein Lehrberuf oder ein Studium. Man muss noch nicht einmal eine vorausgegangene Ausbildung nachweisen, um HP zu werden. Desweiteren gibt es keine Prüfung mit vorgegeben Inhalten, sondern eine "Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten" beim zuständigen Gesundheitsamt.

Heilpraktiker arbeiten in aller Regel freiberuflich in eigener Praxis, ein Angestelltenverhältnis ist für Heilpraktiker äußerst ungewöhnlich, theoretisch aber möglich. Professionelle Gesundheitszentren stellen normalerweise keine Heilpraktiker ein, sondern medizinische Fachkräfte mit einer anerkannten medizinischen Berufsausbildung (z.B. Physiotherapeuten, KrankenpflegerInnen, Arzthelferinnen, DiätassistenInnen etc.), wozu Heilpraktiker eben nicht gehören. Dazu kommt, dass Ärzten eine weisungsungebundene Zusammenarbeit mit Heilpraktikern verboten ist.

Da du ohnehin erst mit 25 Jahren eine HP-Überprüfung ablegen darfst, solltest du die lange Zeit bis dahin besser nutzen und einen richtigen medizinischen Fachberuf erlernen. Wenn du danach immer noch HP werden willst, könntest du das wenigstens kombinieren und hast ein sicheres Standbein.

Desweiteren gibt es keine Prüfung mit vorgegeben Inhalten,

Natürlich sind auch bei der Überprüfung die Inhalte vorgegeben.

... sondern eine "Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten" beim zuständigen Gesundheitsamt.

Nein, es wird nur überprüft, ob der Antragsteller eine "Gefahr für die Volksgesundheit" darstellen würde.

... ein Angestelltenverhältnis ist für Heilpraktiker äußerst ungewöhnlich, theoretisch aber möglich.

Praktisch auch!

Dazu kommt, dass Ärzten eine weisungsungebundene Zusammenarbeit mit Heilpraktikern verboten ist.

Nein. Ärzte dürfen Heilpraktiker anstellen und ihnen Weisungen erteilen. Andersherum freilich nicht. Ärzte dürfen auch Patienten an einen Heilpraktiker überweisen und sogar gemeinsam (allerdings nicht in derselben Praxis) diesen Patienten behandeln

Beispiel: Arzt verschreibt Akupunktur, HP führt sie aus und schickt den Patienten wieder zum Arzt zurück.

Der letzte Absatz hingegen ist sehr lobenswert und wird von mir voll und ganz unterstützt.

Übrigens haben viele Physiotheraputen auch die Überprüfung HP-Physiotherapie absolviert.

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@lazaro01

Djoser

Dazu kommt, dass Ärzten eine weisungsungebundene Zusammenarbeit mit Heilpraktikern verboten ist.

Lazaro

Nein. Ärzte dürfen Heilpraktiker anstellen und ihnen Weisungen erteilen.

Konterst du hier nur aus Langeweile oder was verstehst du bei dem Wort ungebundene nicht ?

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@Benuetzer

Schade, dass Du es hast löschen lassen.

Also noch einmal in anderen Worten:

Ich hatte das "un" übersehen.

Aber auch sonst darf ein Arzt mit einem Heilpraktiker kooperieren, etwa die Einrichtungen in einer Praxis gemeinsam nutzen und das Personal teillen.

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@lazaro01

Schade, dass Du es hast löschen lassen.

Woher willst du wissen, wer hier etwas hat löschen lassen?

Im übrigen haben User hier nicht die Möglichkeit, etwas löschen zu lassen, sondern sie können nur Beiträge, die gegen die Richtlinien verstoßen, beanstanden.

Was dann gelöscht wird, entscheidet einzig und allein der Support.

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@lazaro01

Aber auch sonst darf ein Arzt mit einem Heilpraktiker kooperieren, etwa die Einrichtungen in einer Praxis gemeinsam nutzen und das Personal teillen.

Nein das darf ein Arzt aufgrund der ärztlichen Berufsordnung und ihrer Auslegung definitiv nicht. Ein Arzt darf nur mit Personen zusammenarbeiten, die einen medizischen Fachberuf innehaben. Dazu gehören Heilpraktiker aber nicht, sie sind aufgrund der fehlenden qualifizierenden Ausbildung sowie Prüfung als medizinsiche Laien einzuordnen.

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@lazaro01

Klar, alle irren sich immer, nur lazaro weiß es immer besser.

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@Benjamin

Beleg(e) ?

?? Ist das dein Ernst ? Du erwartest von lazaro Belege ?

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@lazaro01

wenn die Verantwortungsbereiche des Arztes und des Angehörigen des Gesundheitsberufs klar erkennbar voneinander getrennt bleiben.“

Da fragt man sich dann bloß noch, worin eigentlich eine "Zusammenarbeit" besteht ? Darin, dass sie denselben Patienten kennen ?

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@Benuetzer

... und dass der Arzt Patienten an den HP in dessen Praxis überweist.

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@lazaro01

Nein, du irrst. Du glaubst halt vorbehaltlos, was irgendein HP-Anwalt schreibt. Glaube lieber das, was Leute schreiben, die Ahnung vom Arztrecht haben, denn das Verbot der Zusammenarbeit geht nicht von Heilprkatikern aus, sondern von der BErufsordnung der Ärzte:

http://www.aekno.de/page.asp?pageID=8676&noredir=True

Noch Fragen?

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@Djoser

Ich habe miterlebt, dass fertige Mediziner, die gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen haben bei der Heilpraktikerprüfung durchgefallen sind. 95% der Prüflinge fallen durch. Die restlichen 5 % die bestanden haben z.B. erst im 2. oder 3. Anlauf, müssen was auf dem Kasten haben.

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@Schnabelwal

Kein Mediziner, der gerade sein Medizinstudium abgeschlossen hat, wird durch die Überprüfung (nicht Prüfung!) beim Gesundheitsamt die Zulassung als Heilpraktiker anstreben.

Das hätte nämlich zur Folge, dass er seine Approbation an den Nagel hängen könnte und sein jahreslanges Studium für die Katz gewesen wäre.

Das halte ich, mit Verlaub gesagt, für so gut wie ausgeschlossen.

Aber abgesehen davon, ist die Überprüfung schon für Medizinstudenten mit links zu schaffen.

Und ich bezweifle, ob Kandidaten, die eine Überprüfung

erst im 2. oder 3. Anlauf

schaffen, wirklich so viel auf dem Kasten haben.

Dann hätten sie es doch leicht beim ersten Mal schaffen müssen.

Bei den meisten, wenn nicht bei allen Prüfungen in Ausbildungsberufen ist übrigens nach dem 2. Fehlschuss Schluß.

Nur Heilpraktiker dürfen die Überprüfungen so oft wiederholen, wie sie wollen bzw. so lange ihr Geld reicht.

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@Sydlicht

Aber abgesehen davon, ist die Überprüfung schon für Medizinstudenten mit links zu schaffen

Für manche sicherlich, für die meisten nur dann, wenn sie sich intensiv darauf vorbereiten.

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@lazaro01

Nein, das ist aufgrund ihrer qualifizierten Ausbildung nicht notwendig.

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@Sydlicht

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Medizinstudierenden. Da haben sich schon manche auf dem Boden der Tatsachen wiedergefunden.

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@lazaro01

Tatsache ist, dass Medizinstudenten schon in den ersten Semestern mit Leichtigkeit den Wissenstands eines HP-Anwärters übertreffen.

Da ist die Überprüfung für sie ein Kinderspiel.

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@lazaro01

@ lazaro001:

Wieder demonstrierst du eindrucksvoll, wie tief du dich im Tal der Ahnungslosen befindest. Schau doch mal in eine echtes medizinisches Lehrbuch, also nicht sowas, was von HPs als "Lehrbuch" bezeichnet wird, wie die Bierbach oder so, sondern z.B. in den Löffler-Petrides, den Schmidt-Thews, den Lippert, den Harrison, den Forth, den Mutschler u.s.w.. Das ist medizinsiches Wissen! (Was - Kennst du nicht? Kein Wunder...) Und dann schau dir mal die Prüfungsfragen für das 2. Staatsexamen an, z.B. hier:

http://www.thieme.de/viamedici/schwarzereihe/pdf.html?static/pdf/zweiabschnh2011_3a.pdf

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@Schnabelwal

@ schnabelwal

Das Märchen, dass angeblich fertige Mediziner im HP-Test durchgefallen seien, ist so alt, wie dieser lächerlich einfache Test selbst. Allein in der Behauptung kann man schon die Unwahrheit erkennen, denn kein Mediziner hätte einen Grund, bei diesem Test anzutreten. Warum sollte jemand, der eine Approbation innehat, einen Test absolvieren, um die Erlaubnis zu bekommen, ohne Approbation viel weniger machen zu dürfen? Und warum sollte ein approbierter Arzt dafür auch noch ein paar hundert Euro ausgeben, wo ein Arzt doch nicht als "Heilpraktiker" firmieren darf? Aber da kannst du ja mal lazaro0 fragen, der hat das, als er hier noch unter einem anderem Namen postete lang und breit erklärt bekommen ...

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@Djoser

Das ist medizinsiches Wissen! (Was - Kennst du nicht? Kein Wunder...)

Woher willst Du denn wissen, welche Anatomie - Physiologie- und Pathologielehrwerke ich jemals gelesen oder gar intensiv studiert habe?

Übrigens schon weit vor meiner HP-Ausbildung ...

Und dann schau dir mal die Prüfungsfragen für das 2. Staatsexamen an, z.B. hier:

Warum sollte ich das tun? Ich habe nicht vor, ein solches Examen abzulegen und habe auch nie behauptet, dass ein HP das wissen muss.

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@Djoser

Aber da kannst du ja mal lazaro0 fragen, der hat das, als er hier noch unter einem anderem Namen postete lang und breit erklärt bekommen ...

Was genau habe ich Deiner Meinung nach wann und wo erklärt bekommen?

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Ich empfehle dringend, vor einer eventuellen Heilpraktikerausbildung (begrenzt auf den psychotherapeutischen Teil) eine Berufsausbildung zu machen, da dies für die Gesundheitsämter bei der entsprechenden Prüfung ein wichtiges Zulassungskriterium ist. Als Heilpraktiker mit therapeutischer Ausrichtung kannnst Du fast nur selbstständig arbeiten. Du kannst nicht mit Krankenkassen abrechnen! Die Berufsaussichten sind infolge des Überangebots an Heilpraktikern sehr bescheiden. Grundsätzlich kann jeder Abiturient Medizin oder Psychologie studieren auch wenn der Notendurchschnitt nicht ausreicht. Man müßte nur in der erforderlichen Wartezeit einen passenden Beruf erlernen und auch ausüben. Oder - falls die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind - man studiert an einer Hochschule eines EU-Staates - etwa in Ungarn (Semmelweis Universität - hat auch eine Zweigstelle in Hamburg) oder auch Bulgarien.

falls die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind

Holla! Die müssen gewaltig sein:

"Informationen über den Asklepios Campus Hamburg

Unter der Voraussetzung der Genehmigung dieser Akkreditierung können Medizinstudierende, die an der Semmelweis Universität ihr Physikum bestanden haben, mit dem 5. Semester ab dem 1. September 2008 in Hamburg ihr Studium fortsetzen. Dazu müssen sie eingeschriebene Studenten der Semmelweis Universität sein und genau wie in Budapest Studiengebühren entrichten. In Hamburg beträgt die Semestergebühr 7.200 €. "

http://www.semmelweis-medizinstudium.org/index.php?option=com_content&task=view&id=87&Itemid=75

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da dies für die Gesundheitsämter bei der entsprechenden Prüfung ein wichtiges Zulassungskriterium ist

Bei welcher "Prüfung"?

Für die Überprüfung vor dem Gesundheitsamt ist das keineswegs erforderlich. Es wird bei der Überprüfung nicht danach gefragt.

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Das ist eine unsichere Angelegenheit, der Markt ist mittlerweile groß.Ich würde Dir nur dazu raten, wenn Du fest davon überzeugt bist. Du könntest aber, wenn Du Psychologie oder Medizin studieren möchtest,vorher eine Ausbildung machen, die zu Deinem künftigen Studium paßt, auch um den Notenschnitt zu senken. Erkundige Dich danach , was alles den Notenschnitt senken kann : Ausbildung, Wartezeit usw.

autodidaktisch ein Wissen von 4 Jahren anzueigen... das möchte ich ja sehen!!! Benjamin, du unterschätzt das Wissen, das ein NHP haben muss massiv! Aber im anderen gebe ich dir recht.

Sannyloni, ich kenne von meinem Beruf her einige und sehr gute Heilpraktiker. Aber alle haben den NHP als Zweitausbildung und alle arbeiten noch zusätzlich als Therapeuten, Dozenten oder im ersten Beruf. Als erstes einen anerkannten Beruf zu erlernen, würde ich dir schon empfehlen. Wenn dich der NHP danach immer noch interessiert, würde ich dir aber dringend raten nicht "autodidaktisch" sondern den Unterricht professioneller Ausbildner vorzuziehen. Die Zulassung gibt's nicht geschenkt. Ein NHP hat grosse Verantwortung. Oder würdest du Benjamin einen Aderlass machen lassen, von einem der das "selbst erlernt" hat?

das möchte ich ja sehen

Das kannst du sehen. Es gibt genug Kandidaten auf dieser Grundlage.

Ich würde übrigens einen Aderlass von keinem Heilpraktiker vornehmen lassen - egal, ob autodiaktisch oder nicht-autodiaktisch erlernt!

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Coriolanus, ist es wirklich so, dass die Leistungen des NHP's in Deutschland nicht von den Krankenkassen vergütet wird? In der Schweiz geht das nämlich.

Die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker werden in Deutschland nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Die privaten Krankenkassen sind da wesentlich großzügiger, aber auch sie bezahlen nicht alles.

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@lazaro01

Das liegt daran, dass gesetzliche Krankenkassen i.d.R. nur solche Therapien bezahlen, für die Nachweise über die Wirksamkeit vorliegen.

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@lazaro01

Danke für die Antwort. Wusste ich nicht.

In der Schweiz gibt es KK-Zusatzversicherungen für Komplementärmedizin. Die übernehmen in der Regel 70 bis 90 % der Kosten eines NHP's. Die meisten Schweizer haben diese Versicherung auch.

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@lazaro01

Der Großteil der deutschen Bevölkerung ist in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert.
Und für die hat lazaro01 schon festgestellt (siehe oben):

Die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker werden in Deutschland nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

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@Benjamin

Danke für die Wiederholung. Wäre aber nicht nötig gewesen

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