Heilpraktiker - Ein Beruf mit Zukunft?

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11 Antworten

Ich weiß ja nicht, was dir bei dieser "Berufsberatung" alles erzählt wurde, aber sicher wurden dir wesentliche Informationnen vorenthalten.

Heilpraktiker ist kein anerkannter Beruf im Sinne eines Ausbildungsberufes. Die Ausbildung findet kostenpflichtig in einer der unzähligen privaten Heilpraktikerschulen statt und unterliegt keinen Vorgaben, wie z.B. ein Lehrberuf oder ein Studium. Man muss noch nicht einmal eine vorausgegangene Ausbildung nachweisen, um HP zu werden. Desweiteren gibt es keine Prüfung mit vorgegeben Inhalten, sondern eine "Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten" beim zuständigen Gesundheitsamt.

Heilpraktiker arbeiten in aller Regel freiberuflich in eigener Praxis, ein Angestelltenverhältnis ist für Heilpraktiker äußerst ungewöhnlich, theoretisch aber möglich. Professionelle Gesundheitszentren stellen normalerweise keine Heilpraktiker ein, sondern medizinische Fachkräfte mit einer anerkannten medizinischen Berufsausbildung (z.B. Physiotherapeuten, KrankenpflegerInnen, Arzthelferinnen, DiätassistenInnen etc.), wozu Heilpraktiker eben nicht gehören. Dazu kommt, dass Ärzten eine weisungsungebundene Zusammenarbeit mit Heilpraktikern verboten ist.

Da du ohnehin erst mit 25 Jahren eine HP-Überprüfung ablegen darfst, solltest du die lange Zeit bis dahin besser nutzen und einen richtigen medizinischen Fachberuf erlernen. Wenn du danach immer noch HP werden willst, könntest du das wenigstens kombinieren und hast ein sicheres Standbein.

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Kommentar von lazaro01
05.11.2012, 14:54

Desweiteren gibt es keine Prüfung mit vorgegeben Inhalten,

Natürlich sind auch bei der Überprüfung die Inhalte vorgegeben.

... sondern eine "Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten" beim zuständigen Gesundheitsamt.

Nein, es wird nur überprüft, ob der Antragsteller eine "Gefahr für die Volksgesundheit" darstellen würde.

... ein Angestelltenverhältnis ist für Heilpraktiker äußerst ungewöhnlich, theoretisch aber möglich.

Praktisch auch!

Dazu kommt, dass Ärzten eine weisungsungebundene Zusammenarbeit mit Heilpraktikern verboten ist.

Nein. Ärzte dürfen Heilpraktiker anstellen und ihnen Weisungen erteilen. Andersherum freilich nicht. Ärzte dürfen auch Patienten an einen Heilpraktiker überweisen und sogar gemeinsam (allerdings nicht in derselben Praxis) diesen Patienten behandeln

Beispiel: Arzt verschreibt Akupunktur, HP führt sie aus und schickt den Patienten wieder zum Arzt zurück.

Der letzte Absatz hingegen ist sehr lobenswert und wird von mir voll und ganz unterstützt.

Übrigens haben viele Physiotheraputen auch die Überprüfung HP-Physiotherapie absolviert.

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Ich empfehle dringend, vor einer eventuellen Heilpraktikerausbildung (begrenzt auf den psychotherapeutischen Teil) eine Berufsausbildung zu machen, da dies für die Gesundheitsämter bei der entsprechenden Prüfung ein wichtiges Zulassungskriterium ist. Als Heilpraktiker mit therapeutischer Ausrichtung kannnst Du fast nur selbstständig arbeiten. Du kannst nicht mit Krankenkassen abrechnen! Die Berufsaussichten sind infolge des Überangebots an Heilpraktikern sehr bescheiden. Grundsätzlich kann jeder Abiturient Medizin oder Psychologie studieren auch wenn der Notendurchschnitt nicht ausreicht. Man müßte nur in der erforderlichen Wartezeit einen passenden Beruf erlernen und auch ausüben. Oder - falls die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind - man studiert an einer Hochschule eines EU-Staates - etwa in Ungarn (Semmelweis Universität - hat auch eine Zweigstelle in Hamburg) oder auch Bulgarien.

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Kommentar von Benjamin
01.11.2012, 19:18

falls die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind

Holla! Die müssen gewaltig sein:

"Informationen über den Asklepios Campus Hamburg

Unter der Voraussetzung der Genehmigung dieser Akkreditierung können Medizinstudierende, die an der Semmelweis Universität ihr Physikum bestanden haben, mit dem 5. Semester ab dem 1. September 2008 in Hamburg ihr Studium fortsetzen. Dazu müssen sie eingeschriebene Studenten der Semmelweis Universität sein und genau wie in Budapest Studiengebühren entrichten. In Hamburg beträgt die Semestergebühr 7.200 €. "

http://www.semmelweis-medizinstudium.org/index.php?option=com_content&task=view&id=87&Itemid=75

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Kommentar von lazaro01
02.11.2012, 07:17

da dies für die Gesundheitsämter bei der entsprechenden Prüfung ein wichtiges Zulassungskriterium ist

Bei welcher "Prüfung"?

Für die Überprüfung vor dem Gesundheitsamt ist das keineswegs erforderlich. Es wird bei der Überprüfung nicht danach gefragt.

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Das ist eine unsichere Angelegenheit, der Markt ist mittlerweile groß.Ich würde Dir nur dazu raten, wenn Du fest davon überzeugt bist. Du könntest aber, wenn Du Psychologie oder Medizin studieren möchtest,vorher eine Ausbildung machen, die zu Deinem künftigen Studium paßt, auch um den Notenschnitt zu senken. Erkundige Dich danach , was alles den Notenschnitt senken kann : Ausbildung, Wartezeit usw.

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autodidaktisch ein Wissen von 4 Jahren anzueigen... das möchte ich ja sehen!!! Benjamin, du unterschätzt das Wissen, das ein NHP haben muss massiv! Aber im anderen gebe ich dir recht.

Sannyloni, ich kenne von meinem Beruf her einige und sehr gute Heilpraktiker. Aber alle haben den NHP als Zweitausbildung und alle arbeiten noch zusätzlich als Therapeuten, Dozenten oder im ersten Beruf. Als erstes einen anerkannten Beruf zu erlernen, würde ich dir schon empfehlen. Wenn dich der NHP danach immer noch interessiert, würde ich dir aber dringend raten nicht "autodidaktisch" sondern den Unterricht professioneller Ausbildner vorzuziehen. Die Zulassung gibt's nicht geschenkt. Ein NHP hat grosse Verantwortung. Oder würdest du Benjamin einen Aderlass machen lassen, von einem der das "selbst erlernt" hat?

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Kommentar von Benjamin
01.11.2012, 19:24

das möchte ich ja sehen

Das kannst du sehen. Es gibt genug Kandidaten auf dieser Grundlage.

Ich würde übrigens einen Aderlass von keinem Heilpraktiker vornehmen lassen - egal, ob autodiaktisch oder nicht-autodiaktisch erlernt!

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Coriolanus, ist es wirklich so, dass die Leistungen des NHP's in Deutschland nicht von den Krankenkassen vergütet wird? In der Schweiz geht das nämlich.

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Kommentar von lazaro01
01.11.2012, 23:14

Die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker werden in Deutschland nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Die privaten Krankenkassen sind da wesentlich großzügiger, aber auch sie bezahlen nicht alles.

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hallo, ich sehe das anders wie meine vorredner.. ja, der beruf des heilpraktikers hat zukunft... es gibt tatsächlich immer mehr kliniken, welche heilpraktiker anstellen... oder große naturheilkliniken und gesundheitszentren...wie hoch die gehälter sind, hängt bestimmt ab von den berufserfahrung und fachrichtungen...das kann ich dir leider nicht sagen...aber ich denke das das ein unterer durchschnittsverdienst ist...

und was die selbstständigkeit betrifft, verhält sich das beim heilpraktiker genau so, wie bei fast allen anderen selbstständigen tätigkeiten... man wird nicht von heut auf morgen reich, oder soviel verdienen, damit man sein lebensunterhalt bestreiten kann...leider ist das ganz vielen menschen nicht klar..man muss damit rechnen, das es bis zu 3 jahren dauert um einigermaßen oder gut davon leben zu können...je nach dem mit welcher einstellung man an die sache geht...deswegen sollte eine selbstständigkeit als heilpraktiker erst einmal neben beruflich erfolgen...

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Kommentar von Djoser
03.11.2012, 11:24

Nenne mir bitte nur eine einzige Klinik, in der ein Heilpraktiker in seiner Eigenschaft als Heilpraktiker angestellt ist. Rein rechtlich dürften in dieser Klinik dann nämlich keine Ärzte arbeiten.

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dass die meisten Heilpraktiker selbstständig arbeiten, was mir allerdings zu unsicher und auch zu kostenspielig ist. Also wollte ich euch fragen: Ist die Wahrscheinlichkeit groß, mit einer Ausbildung der Parcelsus Schule in Gesundheitszentren eine Stelle als Heilpraktiker zu finden?

Eigentlich hast du dir die Antwort schon selber gegeben.

Wenn die meisten Heilpraktiker selbstständig arbeiten, dann unter anderem deshalb, weil es nicht viele Stellen gibt, an denen man als Heilpraktiker angestellt wird.

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Ist die Wahrscheinlichkeit groß, mit einer Ausbildung der Parcelsus Schule in Gesundheitszentren eine Stelle als Heilpraktiker zu finden?

Nein, weder mit noch ohne einer Ausbildung der Parcelsus Schule.

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Ich kann Dir nur empfehlen, zunächst einen verwandten Beruf zu erlernen, um dann zu sehen, ob Dir das überhaupt gefällt oder liegt (z. B. als Physiotherapeutin oder Ergotherapeutin, gegebenenfalls auch im kirchlichen Rahmen (Diakonin).

Die Paracelsus-Schule Hamburg wäre dann ein guter Start. Dort ist neben den üblichen Grundlagenfächern Anatomie, Physiologie und Pathologie das Ausbildungsangebot breit gefächert und es unterrichten dort zum Teil hochqualifizierte Dozenten.

Eine Stelle in Gesundheitszentren zu finden ist sicherlich in den größeren Städten möglich.

Ich würde auch ein Praktikum während der Ausbildung empfehlen.

Das Gehalt hängt davon ab, wie groß Dein Patientenstamm ist. Wenn Du den mit Kollegen teilen musst, wird er entsprechend kleiner.

Am Anfang (2-3 Jahre) kostet auch die Werbung eine Menge. Aber wenn Du gut bist, spricht sich das schnell herum, das spart Werbekosten.

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Kommentar von Benjamin
02.11.2012, 00:51

Physiotherapeutin oder Ergotherapeutin sind keine dem Heilpraktiker "verwandten Berufe", da diese beiden Gesundheitsfachberufe sowie Ausbildungsberufe sind, die ein Ausbildung mit abschließender Prüfung voraussetzen, während der Heilpraktiker ein medizinischer Laie ist, der über keine Ausbildung verfügt und nur eine Überprüfung durch das Gesundheitsamt erfährt.

Eine teure Heilpraktiker-Schule ändert nichts an diesen Tatsachen.

Auch mit Werbung lässt sich diese Aussage der hier Antwortenden nicht verbessern:

Die meisten HP haben noch einen weiteren Beruf oder andere Einnahmequellen...Von einer Heilpraxis allein können sie in Deutschland nicht leben.

Im Gegenteil, es kommen dadurch nur weitere unnütze Kosten auf die frisch zugelassenen Heilpraktiker zu.

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Nein, mit Sicherheit nicht.

Eine Heilpraktikerin schrieb vor kurzem auf dieser Seite ganz richtig dazu:

Die meisten HP haben noch einen weiteren Beruf oder andere Einnahmequellen.Von einer Heilpraxis allein können sie in Deutschland nicht leben.

Hinzu kommt, dass du dann als "nur" Heilpraktiker ohne Berufsausbildung dastehen würdest, da es sich dabei um einen reinen Zulassungs- und keinen Ausbildungsberuf handelt.
Die Kurse, die Heilpraktikerschulen anbieten, werden nicht als Ausbildung gewertet.

Du müssest im übrigen auch nicht eine dieser teuren Heilpraktikerschulen besuchen, um mit 25 Jahren (früher ist das nicht möglich) die Überprüfung (es handelt sich dabei um keine(!) Prüfung!!) durch das Gesundheitsamt zu absolvieren .
Die dort geforderten Kenntnisse kannst du dir auch autodidaktisch aneignen.

Aber wegen der fehlenden Perspektive für diese Tätigkeit, rate ich dir dringend, einen anderen, nämlich einen Ausbildungsberuf im medizinischen Bereich, ins Auge zu fassen.

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur wird dir bei der Suche sicher gerne behilflich sein und eine geeignete Berufsausbildung, die dir einen Berufsabschluss ermöglicht und deine finanzielle Existenz sichert, anbieten können.

Viel Glück für deine berufliche Zukunft!

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Kommentar von lazaro01
01.11.2012, 23:08

Die meisten HP haben noch einen weiteren Beruf oder andere Einnahmequellen.Von einer Heilpraxis allein können sie in Deutschland leben.

Wenn Du schon zitierst, dann, bitte, richtig.

Dieses Zitat stammt von mir und nicht von einer Heilpraktikerin.

Die Kurse, die Heilpraktikerschulen anbieten, werden nicht als Ausbildung gewertet.

Das ist falsch.

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Ist die Wahrscheinlichkeit groß, mit einer Ausbildung der Parcelsus Schule in Gesundheitszentren eine Stelle als Heilpraktiker zu finden?

Eine Stelle als Heilpraktiker finden ?

Heilpraktiker arbeiten nicht als Angestellte.

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Kommentar von sannyloni
02.11.2012, 14:26

Also ich habe eigentlich schon öfter gelesen- und von der Berufsberatung gehört - , dass Heilpraktiker auch in Gesundheitszentren arbeiten können, mich interessiert nur wie groß die Wahrscheinlichkeit ist eine Stelle zu finden oder ob es da eher weniger gibt.

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