Größere Feuerwehr Übung, ideen?

7 Antworten

Servus, ich bin mitglied in einer etwas größeren Feuerwehr mit 100 aktiven Mitgliedern (freiwillig). Wir haben alle zwei Jahre eine große Katastrophenschutzübung, bei der wir mit den umliegenden Feuerwehren und dem BRK in einem Chemiekonzern den "worst case" üben. Letzes mal war das Szenario, dass die Sauerstofftanks ein Gebäude in die Luft jagten und nun mehrere Autos, Menschen Chemikalen in der Gegend rumliegen (wir übten dann Kontaminationseinsätze, Menschen aus Autos befreien, Manv usw..) vllt könntet ihr sowas oder ähnliches machen.

Der Knackpunkt bei einer Übung für mehrere Abteilungen / Wehren ist eigentlich immer, ein Szenario so zusammenzustellen das jede einzelne Abteilung für sich vernünftig beschäftigt ist, dabei aber eben auch mit den anderen Abteilungen zusammenarbeiten  muß.

Wir hatten vor einiger Zeit hier einen Einsatz, der möglicherweise für euch passen könnte....:

Und zwar gab es in einer Spedition / Lagerei einen Unfall, bei dem ein Stapler zwischen Laderampe und LKW gestürzt ist, wobei der Staplerfahrer eingeklemmt wurde.

Beim Stapler ist Öl ausgetreten was sich entzündet hat und der relativ kleine Brand hat sich dann aber unter ziemlich großer Rauchentwicklung auf Abfall / Verpackungsmaterial, was sich in einem Kabel-/ Rohrkanal unter der Halle angesammelt hatte ausgebreitet. Dadurch war in kurzer Zeit das Lagergebäude und der angrenzende Bürotrakt stark verraucht.

 Aufgabenstellung war demnach....:

- Der eingeklemmte Staplerfahrer mußte befreit werden / der LKW und die umgekippte Ladung mußte gesichert werden

- Der Schwelbrand unter der Halle mußte bekämpft werden.

- Das Büropersonal mußte von außen evakuiert werden. ( durch die Halle ging ja nicht mehr ), zusätzlich Personensuche im übrigen Teil der Halle.

Erschwerend hinzu kam, daß auf dem Unterflurhydranten auf dem Grundstück ein Abfallcontainer stand, es mußte also eine Wasserversorgung zum nächsten Hydranten / Brunnen der ungefähr 500m entfernt war aufgebaut werden.

Ein mögliches Szenario: Unfall auf einem Rohbau. Idealerweise, wenn bei euch tatsächlich gebaut wird, alternativ in einem Altbau. Nach einer Gas(-Flaschen)explosion sind Teile des Gebäudes eingestürzt, Materialien haben Feuer gefangen.

Dann kannst du dir viele Einsatzpunkte aussuchen: Menschenrettung aus dem OG, Personen verschüttet oder eingeklemmt, Brandbekämpfung, Erste Hilfe, Umgang mit Gefahrstoffen, Elektrische Gefahren, usw. 

Viel Spaß!

Hallo Nonameguzzi,

größere Übungen sind natürlich immer etwas ganz besonderes.

Sie haben aber auch große Nachteile: Die Vorbereitung ist enorm aufwändig. Die örtlichen Möglichkeiten oft begrenzt, da eine große Übung auch viel Platz für die Szenarien, die Fahrzeuge etc. benötigt. Und letztendlich ist es dann auch so, dass oft jeder "nur" seiner Aufgabe nachgeht und vom "Großen Ganzen" der Übung nicht viel mitbekommt. Davon abgesehen, dass man in so einer riesigen Truppe auch nur schwer andere Kameraden näher kennenlernt.

Wir sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, pro Jahr maximal noch ein bis zwei "größere" Übungen mit unseren Nachbarwehren zusammen zu fahren. Stattdessen arbeiten wir viel öfter in kleinerem Kreis mit ihnen zusammen. Da kommt dann beispielsweise mal die Nachbarwehr mit ein bis zwei Mann und ihrer Drehleiter zu uns, um gemeinsam mit unseren Sanitätern die Personenrettung über Drehleiter oder mit den Atemschutzgeräteträgern die Selbstrettung aus einem höheren Stockwerk zu üben. Das alles mit maximal einer Gruppe (oder besonders ausgebildeten Kameraden wie AGT oder SAN) aus unserer Wehr. Auf diese Weise bekommt der Einzelne viel mehr mit, jeder kann selbst mal "Hand anlegen" und zudem lernt man sich auch mit den Kameraden der Nachbarwehr viel besser kennen, da man sich nicht nur von Weitem sieht, sondern direkt mit einem spricht und arbeitet. Auf der anderen Seite schulen wir unsere teilweise viel größeren Nachbarwehren in anderen Dingen - sei es in der patientengerechten Notfallversorgung, in der Tierrettung bzw. dem Umgang mit Nutztieren (Pferde, Kühe, ...) oder dem Einsatz an schweren Landmaschinen etc.

Bewährt hat sich auch die Stationsausbildung. So kann man bei z.B. drei Wehren es so halten, dass jede Wehr zu einem bestimmten Thema oder Gerät eine Ausbildungsstation aufbaut, so dass man am Abend dann drei Stationen durchläuft, die jeweils ca. 45 Minuten in Anspruch nimmt. Die Gruppen werden dann bunt durcheinander gemischt - auf diese Weise arbeitet man nicht nur mit seinen eigenen Kameraden zusammen, sondern Hand in Hand mit den Nachbarn und lernt so auch voneinander.

 

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Zugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr

Grade die Idee mit den Stationen mit gemischten Gruppen finde ich gut jetzt muss man halt noch schauen welche Sachen man als nächstes abhandelt sollte grade im bereich der TH sehe ich da etwas Probleme aber da fällt und noch was ein.

Jetzt sehe ich eher das Problem in wiefern man die Abteilungen an Geräten wie dem Rüstsatz schulen sollte wenn sie keinen in der Abteilung haben.

Ähnlich verhält es sich in der Handhabung mit der Gefahrstoffpumpe die auch nur eine Abteilung hat.

Andere abteilungen haben zb auch keine Schiebeleiter macht es dan sinn sie damit üben zu lassen?

Sonderübungen mit Sanitätern haben wir durchaus schon geplant halt immer Abteilungs Intern grade auch Umgang mit Spinebord das gestaltet sich teilweise als schwer.

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@Nonameguzzi

Jetzt sehe ich eher das Problem in wiefern man die Abteilungen an Geräten wie dem Rüstsatz schulen sollte wenn sie keinen in der Abteilung haben.

Aber gerade das kann die Sache auch interessant machen...
Man braucht auch bei TH-Lagen nicht unbedingt immer das ganz große Equipment. Gerade dann, wenn der nächste hydraulische Rettungssatz etwas weiter entfernt ist und entsprechend lange für die Anfahrt braucht, dann muss die örtliche Wehr mit ihren Mitteln alles möglichst gut vorbereiten, damit die eigentliche Rettung schnell vonstatten gehen kann. Oder im Idealfall mit eigenen Bordmitteln anstelle des Rettungssatzes die Person bereits befreien.

Dabei könnte man z.B. mit einem Hebel arbeiten, um bspw. eine unter einer Maschine/Pkw/... eingeklemmte Person zu befreien. Und Material zum Abstützen/Stabilisieren findet man auch genügend... von der Steckleiter in Verbindung mit Spanngurten bis hin zu herumliegenden Steinen oder Bohlen.
Oder andere Situation: Ein Pkw hat einen Stromkasten beschädigt, steht nun unter Strom. Auch da kann man mit Bordmitteln wie Leinen und Schläuchen erste Maßnahmen ergreifen, um das Auto dann mit Muskelkraft von der Stromquelle wegzuziehen (hintere Seitenscheiben entfernen, Schlauch durch das Auto ziehen (ohne es zu berühren) und dann vom Stromkasten o.ä. wegziehen.
Oder die Rettung einer (nicht eingeklemmten) Person aus der Fahrerkanzel eines großen Lkw, eines großen Baggers, einer großen Landmaschine (Mähdrescher o.ä.): Hier kommt man mit Leitern, Leinen und DIN-Trage schon recht weit.

Möglichkeiten gibt es also - und das nicht nur im Bereich der TH-Lage - viele. Beispielsweise auch Erstmaßnahmen beim Gefahrgutunfall... Absperren, Gefahrgut erkennen, Personenrettung unter PA, Not-Dekon mit Saugschläuchen oder Leiterteilen, Plane und Leine einrichten.

Es gab (oder gibt?) im "Feuerwehr-Magazin" mal eine ganze Serie mit Vorschlägen für abwechslungsreiche, fordernde Übungen, welche mit einfachsten Mitteln und Klein(st)fahrzeugen wie einem TSF absolviert werden konnten.


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Übungsvorschläge hast du genug bekommen. Um die Leute zusammen zubringen besetz die Fahrzeuge gemischt . Wenn ihr eine 24 Std -Übung daraus macht und 2-3 x ausrückt haben alle Spass . Die freie Zeit können zum plaudern oder gemeinsam Grillen verwendet werden. Vielleicht könnt ihr noch ein Wettkampf machen( Fussballspiel). Das sind alles Möglichkeiten das jeder jeden kennen lernt.

Gar nicht schlecht aber ein riesen Aufwand.

Aber trotzdem ne gute Idee bringe ich mal ein die Jugenfeuerwehr bekommt das schon seit Jahren mit nachbarwehren hin.

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