Gitarrenverstärker für anfänger - worauf achten?

6 Antworten

Mir persönlich wäre eher wichtig, dass das Ding nen vernünftigen Sound
hat und einfach zu bedienen ist, als dass er 1000 Effekte hat, die ich
als Anfänger eh kaum benutze^^



Das hast du sehr gut erkannt! Ich spiele seit 1971 und habe schon sehr viele Verstärker gespielt.

Heute wird den Anfängern meist eine dieser Wundermaschinen empfohlen, die tausend verschiedene Sounds erzeugen können, die alles können. Das halte ich für falsch. Die vielen Bedienmöglichkeiten und die Unzahl an Soundmöglichkeiten verwirren nur.  Ich habe selbst so ein Wunderding bei mir im Wohnzimmer stehen, einen Fender Mustang I. Der kann jeden Sound zaubern, den man haben will. Ist aber sogar mir  zuviel, ich benutze den nur, weil der zwei ganz bestimmte Sounds sehr gut darstellt, den Fender Twin Reverb und den Fender Bassman, ich wusset also beim Kauf schon genau, was ich wollte.

Okay, was würde ich dir empfehlen? Klare Sache: Kaufe dir einen Vox Pathfinder PF 10. Das ist ein kleiner 10-Watt-Verstärker, der einen sehr guten Klang hat, sehr ähnlich dem des berühmten VOX AC 30, nur eben in klein. An Effekten hat der gar nix an Bord. Man kann nur zwischen unverzerrt und verzerrt umschalten. Wobei manche der Meinung sind, dass der Zerrsound des PF 10 nicht so toll sei, ich finde den aber okay.
Ich selber habe zwei davon. Die betreibe ich gekoppelt, aus dem einen kommt dann der cleane, unverzerrte Gitarrensound, der andere läuft auf dem Zerrkanal. Ist eine sehr colle Kombi. Aber dies nur nebenbei und um dir zu zeigen, dass dieser kleine Amp auch von erfahrenen Gitarristen mit Freude benutzt wird. :-D

https://www.musik-produktiv.de/vox-pathfinder-pf10.html

https://www.thomann.de/de/vox_pathfinder.htm


https://www.musikhaus-korn.de/de/vox-pf10-pathfinder/pd/8639

https://youtube.com/watch?v=aAIaoC3mRFU


Und Effekte legst du dir später als Pedale zu. Dazu frage am besten noch mal gesondert.


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Klingt in dem Video auf jeden Fall nicht schlecht - ich werd mir das Ding mir im Musikladen mal angucken und dann gegen die vorgeschlagenen Model-Amps antreten lassen. Danke für deine Antwort :)

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Hi! Ich geb' auch mal meinen Senf dazu, obwohl ich auch "nur Anfänger" bin.

1.) Wirst Du auch in einer Band oder mit anderen mal spielen (dann ist m.E. ein 10Watt-Übungsamp nicht ausreichend), oder tatsächlich nur für Dich alleine? In dem Fall reicht Dir ein kleiner ÜbungsAmp ggf. mit Kopfhöreranschluss sicher aus. Ich habe diesen kleinen 10-watt Brüllwürfel über ein Bundle dazu bekommen:

https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Fame-DC-15/art-GIT0032352-000

Das ist die Hausmarke vom Musicstore und ich war total überrascht, was das Ding alles bietet: Amp-Modeling, Effekte, Rhythmus-Sektion, Kopfhörer und AUX-in und das für 85 Euro. Klanglich finde ich das aller Ehren wert - dass er nicht so klingen kann wie ein großer Amp sollte aber schon klar sein.

2.) Wenn Kopfhörer-Spielen im Prinzip das ist, was Du tust, könntest Du auch überlegen, erstmal ein Multieffektgerät zu kaufen und da den Kopfhörer anzuschliessen, d.h. ohne Amp. Das habe ich in der ersten Zeit gemacht:

z.B. den PocketPOD von Line6 als "Taschenlösung":

https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Line-6-Pocket-POD/art-GIT0011061-000;pgid=F_AgEU4HxElSRp9gaW76dbFg0000ENLCRLEr

oder ein Floor-Board wie das hier:
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Zoom-G3Xn/art-GIT0039934-000

Vorteil beim Floorboard: das kannst Du später dann auch als Effektgerät am Verstärker weiterbenutzen. Nur mal so als zusätzliche Anregung. Gruss

Ich denke, dass du auch als Anfänger sehr leicht zwischen ,,guten" und ,,schlechten" Amps unterscheiden kannst. Schrottware sollte dir bei einem Budget oberhalb von 100€ tendenziell nicht mehr unterkommen. Und den Klang kannst du im 1:1 Vergleich auch sehr gut beurteilen. 

Bezogen auf den verzerrten Klang werden Röhrenverstärker (im teureren Segment) als besser wahrgenommen, weil diese eher einen runden, weichen Sound erzeugen. Transistoren erzeugen bauartbedingt eher einen kratzigeren und spitzeren Sound. Jedoch sind Röhren teure Bauteile, sodass man bei weniger als 400€ in der Tasche imo nicht an Röhren denken sollte. Darunter klingen die mMn. nicht.

Die Modellingamps sind im Prinzip Transistorverstärker, wo jedoch ein Computer die Soundgenerierung vornimmt. Das ist aufgrund der steigenden Prozessorleistung mittlerweile echt effektiv geworden. Durch den günstigen Computer und der Rechenleistung kann man hier teils die besten Preis/Leistungsverhältnisse im ganzen Einsteigersektor bekommen. 

Dein „Problem" ist es nun, dass Modelling Amps oftmals einiges an Effekten zu bieten haben. Ich hab z.B. einen Line 6 Spider IV 15 der 6 Effekte hat (und den ich super finde). Das war für mich als Anfänger kein großes Thema die Effekte zu verstehen.

Du als Metaller brauchst als Effekt unbedingt Verzerrung (aka. Distortion, oder Gain). Das haben eigentlich alle Verstärkertypen implementiert. (Jedoch können manche Amps von Fender oder Vox evtl. etwas wenig Verzerrung bieten, sodass es sich womöglich nur nach Rock anhören könnte. Musst du mal ausprobieren.)

Darüber hinaus finde ich, dass ein wenig Hall (aka Reverb) und Delay (aka. Echo) den Sound deutlich angenehmer macht (macht es nicht so trocken). Das ist zwar nicht unbedingt nötig, auf Dauer möchte ich aber ein bisschen Delay nicht missen. Mehr braucht man aber nicht zum Üben. 

Leistungsmäßig nutzt man zuhause vielleicht 0,1 bis maximal 1 Watt. Bei 1 Watt haben schon die Nachbarn was davon. Jeder Amp auf den Markt erreicht das mühelos. Mehr als 15 Watt braucht zuhause kein Mensch.

Ich hab den Line 6 anno gegen fast alle andern Einstiegsamps meines Musikladens ausgetestet und fand den soundmäßig am Besten. Ob dir die Effekte bereits zu viel sind, musst du wissen.

Viel Spaß beim Austesten!

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Dein „Problem" ist es nun, dass Modelling Amps oftmals einiges an Effekten zu bieten haben. Ich hab z.B. einen Line 6 Spider IV 15 der 6 Effekte hat (und den ich super finde). Das war für mich als Anfänger kein großes Thema die Effekte zu verstehen.

Das Verstehen sollte weniger das Problem sein, ich war mir halt nur nicht sicher, ob man die ganzen Effekte als Anfänger unbedingt braucht. Aber wenn man für Metal anscheinend braucht - ich will das Teil ja länger als nur ein paar Monate behalten^^

Von daher werd ich mir den Line 6 im Musikladen mal angucken - und danke für die aufschlussreiche Antwort ;)

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@BlackBanan24

Ah verstehe.

Ich persönlich mag es ja Effekte zu haben. Ich weiß zwar nicht wie du das siehst, aber normalerweise spielt man/spiele ich nicht nur stur im Lieblingsgenre, sondern man probiert sich auch mal in anderen Bereichen aus. Ich bin z.B. sehr im Blues und in Balladen hängen geblieben. Und für letzteres bin ich froh bereits einen Hall und Chorus/Flanger eingebaut zu haben, die ja nicht nötig sind, aber den Sound diese typische chorale Schnulzennote geben. Das wirkt einfach passiger.

(Nur der Tremolo Effekt den der hat ist wirklich überflüssig).

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@Vando

PS: Und falls es doch mal zu viel wird, kann man die Effekte ja auch ausschalten.

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