Der Versuchung widerstehen den Glauben zu beweisen.

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Peschs These ist ein Versuch Umwege zu gehen und Fakten zu ignorieren. Er sagt, man könne/dürfe Glauben nicht beweisen wollen. Das ist sin sich selbst schon unsinn, denn sobald man Glaubensansichten bewiesen hat, werden sie zu Wissen.

Er macht auch den Fehler das Gefühl Liebe mit Glauben zu vergleichen, was einfach nicht geht. Liebe ist ein Gefühl. Man kann es indirekt beweisen, indem man die damit verbundenen Taten betrachtet. Wenn jemand einen Menschen liebt, dann bedeutet das in erster Linie, dass man alles für dessen Glück tut. Handelt jemand so, kann man ihm nachsagen das er diese Person liebt.

Glauben dagegen ist ein künstliches Gedankenkonstrukt, das erlernt werden muss. Liebe dagegen kann man nicht lernen, sie gehört zum Menschen dazu. Glaube ist nur Spekulation. Es ist Fantasie und Wunschdenken basierend auf Mythen und Legenden, also auf unbewiesenen Dingen. Glaube hat keine richtige Grundlage, sondern füllt (Wissens)Lücken bei Menschen aus. Man glaubt, wenn man entweder nicht genügend Wissen hat, nicht genügend forscht oder einfach weil man es nicht anders kennt.

Pesch ist auch der Ansicht, man könne die Nichtexistenz Gottes nicht beweisen, was de facto falsch ist. Man kann es nicht nur, es sit sogar erwiesen. Jede Gottheit, die die Menschheit bisher beschrieben hat, entspringt menschlichen Überlegungen.

Nehmen wir die Bibel: Urspünglich zusammengestellt wurde sie um 530 v.u.Z. von einem kanaanöischen Baals-Kult, den JHWH-Priestern ind Babylon. Sie erfanden diese Geschichten bzw. nutzten einige ältere Mythen und Legenden, die sie zu einem neuen Epos zusammenstellten. Zweck: Jerusalem kampflos in Besitz nehmen, durch Suggerierung, die dortigen Bewohner wären Verwandte dieser Priester, und sie würden nun die wahre Anbetung zurückbringen.

Das NT hatte dann den Zweck die Juden, die sich inzwischen stark verändert hatten, zu einem einfacheren Verständnis der Schrift zurückzuführen. Dies funktionierte nicht. Später, im 4. Jahrhundert, griffen die Römer diesen Kult auf und machten daraus die Religion namens Christentum. Zweck: Rom stabilisieren.

Das beweist klar, dass der Bibelgott von Menschen erfunden wurde um politische Ziele zu erreichen. Ergo: Dieser Gott ist nichtexistent!

Das kann man mit allen anderen Göttern auch tun. Wer dies in Frage stellt und nicht als Beweis anerkennen will, der sollte sich mal fragen, wie er beweisen kann, dass Pharaonen keine Götter waren. Können sie das beweisen, so müssen sie nur das Wort "Pharao" durch "Gott" ersetzen. Können sie das nicht, so können sie auch ihren Gott nicht beweisen.

"Wir müssen der Versuchung widerstehen den Glauben beweisen zu wollen"

Ich stütze meine Antwort nur auf diesen einen Satz, da ich nicht den ganzen Text mir zu Gemüte geführt habe....

Mein Verständnis ob des Inhaltes dieser Aussage drückt sich darin aus, dass der Glaube eine Herzenssache ist, und keine Kopfsache werden darf.... Würde s zu einer Kopfsache werden, würde der Glaube zumeist zu einer willkürlichen und eigennützigen Handlungsweise ausarten und der Glaube somit auch nicht mehr auf einem ehrlichen und wahrhaften Fundament namens 'Herzensweisheit' stehen.....

Und nur in der Herzensweisheit steckt die Wahrheit....

MfG Fantho

Du benutzt hier meines Erachtens irreführende Metaphern. ("Herzenssache, und keine Kopfsache"). Letztlich ist ALLES was wir denken oder fühlen Gehirnsache. Das "Herz" können wir hier getrost beiseite lassen.

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@RanjitHuber

Wenn Du meinst, dass alles Gehirnsache ist, dann soll es so sein; aber nicht für mich....

...was die Emotionen, Gefühle, Intuitionen etc. betreffen....

Mag sein, dass z.B. Deine Liebe zu Deinem Partner und/oder Kind(ern) eine Kopfsache bei Dir ist - was natürlich sehr zu bedauern wäre....

MfG Fantho

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@Fantho

Bitte lies dir noch einmal meinen ersten Satz durch.

Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass deine Gefühle in deinem Herz (das Organ) entstehen???!!??

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@RanjitHuber

Das mit der Metapher ist schon richtig, jedoch entstehen Gefühle nicht im Gehirn...

Wenn man z.B. eine Liebestrennung durchlebt, dann 'spricht' man ja von einem Herzschmerz, nicht von einem Gehirnschmerz....

Warum wohl....

MfG Fantho

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Es handelt sich dabei ganz einfach um die Aversion gegen jede Art von Überprüfung, die der Religion praktisch schon im Blut liegt, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums zieht.

Die Idee, die hinter diesem Text steht, ist eigentlich ganz einfach: Wer versucht, nicht bloß zu sagen, woran er glaubt, sondern auch den Anderen von seinem Glauben zu überzeugen, der beginnt damit eine Diskussion.

Wenn aber nun eine Diskussion mit einen Nichtgläubigen entsteht, so gibt es doch die Gefahr, dass dieser den Gläubigen vom Glauben abbringt. Genau das will Pesch aber verhindern; also rät der davon ab.

Vielleicht will aber aber auch einfach nur Gläubigen die Blamage ersparen, die ihnen früher oder später widerfährt, wenn sie versuchen, für den Glauben zu argumentieren; denn solche Argumente gibt es nun einmal nicht.

Es steht im Vater unser, dass er uns nicht in Versauchung führen möge. Das heisst, dass wir unseren Glauben nicht durch unsere Taten beweisen müssen. Die guten Tateb sprechen für sich.

Es ist eine Selbstüberschätzung der Auflärung zu meinen, sie sei als 1. in Distanz zu den Göttern gerückt. Wer nachdenken konnte, schon in alter Zeit, hatte Mühe, sich G´tt so vorzustellen, wie es in den alten Berichten überliefert war. Nicht ohne Grund warnte der bibl. G´tt davor , sich ein Bildnis von ihm zu machen. Und was für das Bild zutrifft gilt erst recht für den Begriff Die Tatsache aber, dass wir seine Existenz nicht mit logischen Mtteln beweisen können, beweist nichts für das Gegenteil. Nietzsche hatte den richtigen Instinkt, als er meinte, es läge an der Grammatik, dass wir "ihn" nicht los werden.

Man braucht nur den ling. Positivismus dieser Behauptung zu streichen, um auf den Grund unserer intellektuellen Gottesnähe zu stoßen:** Er liegt in der einfachen, wenn auch schwer verständlichen Tatsache, dass wir denken. Im Denken sind wir ihm am nächsten. Unsere Tragik ist aber, dass uns das Denken, kaum dass wir es lernen auch schon in Distanz zu dem G´tt unserer intellekt. Nachbarschaft bringt:** Wir nehmen ihn implizit an, sobald wir denken, und wir können ihn nicht explizit akzeptieren, sobald wir ihn zu denken versuchen. Sobald wir denken, denken wir aus der Position unvordenklicher Objektivität. Die Perspektivik unserer Begriffe ist uns selbst nicht bewusst. Alles scheint so zu sein, wie es gedacht wird – so wie jeder, der Verstand und Vernunft hat, es immer auch erkennen kann. Es kostet Mühe, die Anthropozentrik unserer Begriffl ichkeit zu entdecken. Und selbst wenn uns das gelungen zu sein scheint, denken wir just weiter wie vorher, als sähen wir auf jeden Sachverhalt aus der Perspektive der Unendlichkeit.

Diese nat. Einstellung des Denkens impliziert eine ideale Position, die wir als Menschen faktisch nie einnehmen können. Weil faktisch betrachtet wäre es die Perspektive Gottes. Nur er ist überall und nirgends. Und da haben wir die unabweisbare Paradoxie: In jedem Gedanken okkupieren wir die Stellung, in die wir uns nicht real versetzen können. Schlimmer noch: Da wir uns ein Denken ohne Handeln nicht vorstellen können, operieren wir nicht nur implizit mit einem ständig mitgedachten G´tt sondern wir kommen auch nicht davon los, ihm in dieser nötigen Entfernung eine Tätigkeit zu unterstellen. Diese Tätigkeit kann aber keine bloße Betrachtung sein – bei uns nicht und erst recht nicht bei einem G´tt.

Nur leider ist es ein Begriff, der ihn instantan in unsere menschliche Sphäre zieht. Mit jedem auch noch so gut gemeinten theol. Gedanken zwingen wir G´tt in eine Perspektive, die immer nur menschlich sein kann. Wir ziehen ihn aus der unendlichen Entfernung in die Endlichkeit unseres Begreifens. Damit aber nehmen wir ihm die Größe, die er in seiner Unendlichkeit braucht. Bloßes Denken ist ein intellektueller Gottesdienst. Es ist die Frömmigkeit im Denken, aber kein angemessenes Begreifen mehr. So gebietet uns die phil. Einsicht in die unausdenkbare Eigenart Gottes, philo. über ihn zu schweigen.

Wenn wir aber der Erfahrung nahe sein wollen, die im Glauben an ihn gemacht wird bleibt uns, rein begriffl. nur das ästhetische Erleben. Da es die intel. Redlichkeit verbietet, über ihn zu sprechen wie über einen histor. /metaphysischen Sachverhalt können wir in aller Bescheidenheit die Erfahrung des Schönen und Erhabenen, des Komischen und Tragischen nehmen, um dem wenigstens nahe zu sein, was wir zwar nicht wissen, aber dennoch (auf der Basis unseres Wissens) gar nicht anders als – glauben können.

Wenn überhaupt, haben wir in der sinnlich-geistigen Vollkommenheit des die Universalität indiv. dargebotenen ästhet. Erlebens das säkulare Äquivalent der relig. Erfahrung. Wer für Ästhet. empfänglich ist, darf religiös. nicht abtun. Zur Unendlichkeit Gottes gehört dass er sich jedem auf seine Weise erschließt. Nicht ohne Grund ließ sich das scholastische deus ineff abilis est so umstandslos in das moderne Individuum ineff abilis übertragen.

Lit: Aristoteles, Metaphysik, Buch VII, 1072b18/19)*, Th. Nagel, The View from Nowhere sowie V. Gerhardt Individualität- Element der Welt*

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