Die fünf Wege Gott zu beweisen?

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12 Antworten

Das sind die fünf Varianten des kosmologischen Gottesbeweises, die Thomas von Aquin vorgebracht hat. Im einzelnen wären das:

1. Der Bewegungsbeweis:

In der Welt ist überall Bewegung.

Alles Bewegte wird von einem anderen bewegt, d. h. nichts kann sich selbst die erste Bewegung geben.

->Die bewegte Welt setzt einen von ihr verschiedenen Beweger voraus(den sogenannten "unbewegten Beweger")

2. Der Kausalitätsbeweis:

In der Welt gibt es überall Ursachen (actio) und Wirkungen (reactio), die miteinander in Verbindung stehen.

Jede Wirkung setzt eine hinreichende Ursache voraus.

->Die Welt muss eine "erste Ursache" haben, die selbst keine Ursache braucht(da ein infiniter Regress ausgeschlossen wird)

3. Der Kontingenzbeweis:

Die Welt ist kontingent (= nicht notwendig existierend: alles Empirische entsteht und vergeht wieder, ist also entbehrlich).

Da das Kontingente sich nicht selbst das Sein geben kann und da der regressus in infinitumausgeschlossen ist, setzt das Vorhandensein eines kontingenten Kosmos die Existenz eines absoluten Wesens (ens necessarium) voraus: von diesem notwendig existierenden Wesen empfängt jedes kontingente Wesen das Sein.

->Die Welt muss von einem nicht-kontingenten Wesen erschaffen worden sein.

4. Der Stufenbeweis:

In der Welt gibt es mehr oder weniger gute, wahre und schöne Dinge, d. h. die Werte sind abgestuft.

Da eine Rückführung ins Unendliche (regressus in infinitum) nicht in Frage kommt, muss es ein Wesen geben, welches die höchste Wahrheit, Güte und Schönheit ist und somit den absoluten Endpunkt in der Abstufung der Werte darstellt.

-> Es muss ein Optimum (bzw. Verissimum, Nobilissimum) geben, das für alles innerweltliche Sein die Ursache seines Gut-, Wahr- und Edelseins ist. Dieses höchste Gute, Wahre und Edle nennen wir Gott.

5. Der Finalitätsbeweis:

In der Welt gibt es Ordnung und Zweckmäßigkeit (→ die physikalischen, chemischen und biologischen Naturgesetze).

Ordnung, Zielstrebigkeit und Sinnhaftigkeit setzen einen denkenden Geist als Ordner voraus (aliquid intellegens), andernfalls müsste man wieder einen regressus in infinitumvollziehen.

-> Zur Erklärung der Ordnung der Welt braucht es einen ordnenden Geist, den wir Gott nennen.

Kritik an diesen Beweisen:

zu 1. und 2.. Hier wird von einzelnen Dingen in der Welt(die in Bewegung und kausal verursacht sind) auf die Welt als ganzes geschlossen, was aber unzulässig ist.

zu 1.,2. und 4.: Diese Argumente funktionieren nur, wenn ein infiniter Regress ausgeschlossen wird. Das erfolgt aber willkürlich und kann nicht begründet werden. 

zu 3.: Dass etwas Kontingentes nicht von selbst entstehen(=sich selbst das Sein geben) kann, ist eine völlig willkürliche Annahme.

zu 4.: Dieses Argument ist einfach nur seltsam. Erstens setzt es voraus, dass Prädikate wie "wahr", "gut" oder "schön" real, also außerhalb des menschlichen Denkens existieren. Schon das ist eine seltsame Annahme. Dazu ist nicht erkennbar, wozu es für die Bestimmung dieser Begriffe ein solches höchstes Wesen brauchen sollte. Es reicht dafür völlig, sie zu definieren. 

zu 5.: Wir wissen heute, dass die Welt durchaus nicht geordnet und geplant ist und dass dieser Eindruck nur durch die Evolution entsteht.

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Kommentar von Nicodemus0815
26.04.2016, 08:16

Guter Beitrag!

Man könnte noch ergänzen, daß wenn man Gott als ordnende Kraft versteht, so müsste sie, nach dem 2.ten Hauptsatz der Thermodynamik, messbar sein. Da das Entstehen von Ordnung das Fließen von Energie vorraus setzt.

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Sämtliche kosmologischen bzw. ontologischen Gottesbeweise haben zwei Schwachstellen: zum einen neigen sie zu Zirkelschlüssen, indem Gott angenommen wird um dann basierend auf dieser Annahme die Existenz Gottes zu "beweisen".

Zum anderen gehen sie davon aus, dass das, was denkbar ist, auch real existiert.

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Nein, weil ich den Ausdruck "kosmologischer Gottesbeweis" noch nie gehört oder gelesen habe.

Ich kenne einige so genannte "Beweise" für die Existenz Gottes, aber welcher davon soll nun der kosmologische sein?

Eventuell ist es der, nachdem alles im Kosmos so genau aufeinander abgestimmt ist, dass es kein Zufall gewesen sein kann.

Dazu kann ich nur 2 Sätze sagen:

  1. Nur weil etwas unwahrscheinlich ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch unmöglich ist.
  2. Wir können über all das nachdenken, weil alles so perfekt passt, nicht umgekehrt.
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Der kosmologische Gottesbeweis. Da Erde und Kosmos existieren und alles, was ist, einen Ursprung und eine Ursache hat und nichts aus sich selbst heraus entsteht, muss es eine letzte Ursache geben, von der sich alles Existierende herleitet.

Diese Überlegungen stammen von Thomas von Aquin aus der Scholastik des Hochmittelalter und beruhen auf den Überlegungen des Aristoteles.

Der kosmologische Gottesbeweis geht über die ontologischen Überlegungen hinaus, die von Kant verworfen wurden. Mir scheint, die Überlegungen des kosmologischen Gottesbeweis sind noch nicht zu Ende gedacht, auch Gödel geht in seiner logischen Beweisführung darauf ein.

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Diese Texte sind so schwer zu verstehen, da sie überall physikalische Lücken aufweisen und es auch darauf anlegen, dass man einfach nur die einprägsamsten Inhalte bemerkt, ohne alles zu hinterfragen. Und denk mal drüber nach: wieso sollte ein Gott existieren, außer als Druckmittel moralbewusster Autoren? Und solltest du auf die Idee kommen, Fehler in der modernen Physik aufgespürt zu haben, dann überleg mal wieso unsere Welt so funktioniert, wie sie es tut? Ganz im Ernst: die Existenz eines oder aller 3300 Götter aus allen Religionen ist schlichweg unmöglich.

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Kommentar von comhb3mpqy
24.04.2016, 01:32

ich habe Gründe/Argumente, warum ich an Gott glaube. Wenn Du meine Argumente wissen möchtest, dann kannst Du mich hier fragen. Oder Du kannst mal auf mein Profil gehen, dort findet man Argumente, um an Gott zu glauben.

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Obwohl ich an Gott glaube, will ich eines verdeutlichen: Es gibt keine Beweise, welche die Existenz Gottes bestätigen oder widerlegen. Daher kann seine Existenz weder wissenschaftlich bestätigt, noch widerlegt werden und eben deshalb, weil man es durch Beweise nicht wissen kann, nennt man es auch glauben. Und es ist auch gut so, denn wenn man nur den Glauben hat, hat man auch die Möglichkeit der Vergebung. Hat man aber das Wissen, so steht man auch in der Verantwortung, die dieses Wissen mit sich bringt, und die Vergebung kann für den, der weiß, nicht mehr wirksam sein. Daher erwartet den, der nicht nur glaubt, sondern weiß, die Gerechtigkeit für all seine noch so kleinen Verfehlungen, trotz der Barmherzigkeit des Sühnopfers für all jene, die da glauben.

Ist es Dir also wichtig, zu glauben und durch Vergebung Frieden zu finden, oder ist Dir die Gerechtigkeit für jede noch so kleine Deiner Sünden wichtiger, weil Du unbedingt nach Wissen trachten willst?

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Es gibt nur einen Weg zu einem Gottesbeweis. Wenn er selbst auftaucht, sich vorstellt und diesen Beweis erbringt. Zuerst müsste er natürlich mal darstellen, welcher Gott  er denn zu sein glaubt. Da kommen ja ein paar Tausend in Frage.

Daraus läßt sich schließen, dass das, was auch immer man Dir da als Gottesbeweis unterjubeln will, nicht richtig sein kann.

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Kommentar von JTKirk2000
24.04.2016, 07:56

Was ist wenn er sagt "ich bin, der ich bin"? Jenen, die an den Gott des Alten Testaments glauben, wird das etwas sagen, anderen jedoch sagt dies eher nichts.

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Könnt ihr mal aufhören zu träumen?
Schön und gut wenn man an Gott glaubt, aber dann auch bitte niemanden, der nicht dieser Meinung ist, davon abbringen und etwas "beweisen" wollen.

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Was ist das ?

Es gibt einen "Gottesbeweis": Schaue in den Spiegel oder kneife dich.

Siehst du etwas oder tut es weh ?

Dann bist du ein Mensch, dessen Vorfahr Gott geschaffen hat (1.Mose 1,27).

Aber auch du wirst "Gott kennenlernen" (Offb.20,5).

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es gibt keine fünf wege um einen nicht vorhandenen gott zu beweisen. es gibt tausende durch wissenschaft, die beweisen das es ihn nicht gibt.

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Kommentar von Garfield0001
24.04.2016, 01:18

etwas was außerhalb Materie ist wirst du NIE mit Naturwissenschaften beweisen oder widerlegen können

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Kosmolgisch nein. Aber eine Frage bleibt unbeantwortet.

Wernn ich ein Roboter ohne Seele bin, warum fühle ich dann?

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