Aus welchen Sprachen besteht Esperanto?

6 Antworten

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In Esperanto gibt es Bruchstücke von allen europäischen Sprachen, am meisten aus dem romanischen und dem indogermanischen Sprachraum aber auch aus den slawischen Sprachen.

Was ist denn indogermanisch?

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@evis78

W4mb= meint "germanische Sprachen" wie vor allem Deutsch, Englisch, Schwedisch, Niederländisch usw..

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@Bswss

Nein, nein: "indogermanisch" bezeichnet eine große Gruppe verwandter Sprachen, die von Indien bis Island verbreitet sind. In Europa gibt es nur wenige nichtindoeuropäische Sprachen (Ungarisch, Finnisch, Baskisch ...). In neuerer Zeit sagt man deshalb "indoeuropäisch".

Die Sprachfamilie der indoeuropäischen Sprachen ist die am weitesten in der Welt verbreitete. Deshalb war es vernünftig, für das Esperanto nur Wörter und Gramatikregeln auszuwählen, die aus dieser Sprachfamilie stammen. Alles andere hätte zu einem kaum funktionierenden Sprachmix geführt. Damit ist Esperanto zwar "europäischlastig", aber einen besseren Kompromiss zwischen Internationalität und leichter Erlernbarkeit hat bislang noch niemand überzeugend nachweisen können.

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Esperanto ist keineswegs eine "Phantasiesprache", also mit erfundenen Sprachelementen und beliebig zusammengewürfelt. L.L. Zamenhof, der das Sprachsystem entwarf, hat Jahre gebraucht, Wörter und Grammatikregeln den verbreiteteren europäischen Sprachen zu entnehmen und zu einem harmonischen Sprachgebilde zu formen. Erst nach praktischen Tests und mancher Änderung ging er 1887 mit seinem Sprachmodell an die Öffentlichkeit.

Seitdem spricht man nun in der 5. Generation Esperanto, und - das kann ich aus eigener täglicher Praxis bestätigen - es spricht sich wie jede andere Sprache auch, einfach "natürlich".

Aus Wikipedia: ... Darüber hinaus war der Schöpfer des Esperanto Zamenhof um eine Regelmäßigkeit im Sprachaufbau bemüht. Für die Deklination von Substantiven und die Konjugation von Verben gibt es jeweils nur ein Schema. Beispielsweise wird das in vielen Sprachen unregelmäßige Verb „sein“ im Esperanto nach demselben Schema konjugiert wie alle anderen Verben:

* mi estas „ich bin“,
* vi estas „du bist“
* li estas „er ist“
* ŝi estas „sie ist“

Zur besseren Erkennbarkeit haben einige Wortarten bestimmte Endungen. -o beispielsweise ist die Endung für Substantive: domo „Haus“; -a ist die Endung für Adjektive: doma „häuslich“ usw.

Die meisten Esperanto-Wörter entstammen dem Latein oder romanischen Sprachen wie dem Französischen. Ein ziemlich großer Anteil kommt aber auch aus germanischen Sprachen, vor allem dem Deutschen und Englischen (je nach Sprachkorpus wird dieser Anteil auf fünf bis zwanzig Prozent geschätzt). Dazu gibt es eine Reihe von Wörtern aus slawischen Sprachen, besonders dem Polnischen und dem Russischen. Außerdem wurden Wörter aus dem Griechischen entlehnt.

Die Schreibweise ist phonematisch, das heißt, dass jedem Schriftzeichen nur ein Phonem (Sprachlaut) und jedem Phonem nur ein Schriftzeichen zugeordnet ist. Sie verwendet Buchstaben des lateinischen Alphabets, ergänzt durch Überzeichen (diakritische Zeichen). Beispielsweise entspricht ŝ dem deutschen sch und ĉ dem tsch (z. B. in ŝako „Schach“ und Ĉeĉenio „Tschetschenien“). (Siehe auch Esperanto-Rechtschreibung.) - Kurz zusammengefasst: vorwiegend aus romanischen Sprachen (Spanisch, Französisch, Italienisch), einem Schus aus germanischen Sprachen (z.B. Englisch, Deutsch) und slawischen Sprachen (Polnisch, Russisch, Tschechisch).

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