Warum sind eigentlich bei der Gitarre die einzelen Saiten nicht im Quintenzirkel angeordnet?

7 Antworten

Im Wesentlichen sprechen zwei Gründe gegen Quintstimmung bei der Gitarre:

1. Die Mensur ist mit meist 65 cm viel zu lang und dadurch die Bundabstände viel zu groß, als das man dann Tonleiterfingersätze der Geige oder Mandoline spielen könnte. Es wäre also kein vernünftiges Melodiespiel möglich

2. Auch akkordtechnisch ließen sich bei Quinten über 6 Saiten auf der Gitarre keine guten Griffbilder entwickeln, vor allem fehlten dann Akkorde mit Leersaiten, wovon die Gitarre sowohl als Solo- und auch Begleitinstrument lebt (Deswegen funktionieren auch die Kreuztonarten G, D, A, E gut und die B-Tonarten ziemlich schlecht - kann man klanglich ausgleichen, indem man einen Kapodaster benutzt und transponiert, aber "von Haus aus" hat man immer nur eine Hälfte des Quintenzirkels in guter Lage.

Wenn du's genau wissen willst, probiere es einfach mal aus. Dann wirst du schnell merken, wovon ich geschrieben habe - Versuch macht klug ;-)

Randbemerkungen: 

1. Es wäre aber durchaus möglich, die Gitarre durchweg in Quarten zu stimmen - so macht man es beim Chapman-Stick auch, während man dort z.B. die Basshand sogar komplett in Quinten stimmt. Allerdings ergeben sich hier die sinnvollen Griffbilder nur, weil die Saiten umgekehrt aufgezogen sind (die hohen Saiten sind dort, wo bei der Gitarre die tiefen liegen und umgekehrt) und weil man mit dem Bassgriffbrett auch vor allem Bass spielt und die Melodiehand auf dem komplett in Quarten gestimmten Griffbret agiert

2. Pierre Bensunsan hat seine gesamte Gitarrentechnik auf die Stimmung DADGAD umgestellt. Das hat klang- und melodietechnische Vorteile, aber auf Kosten der Flexibilität, was Tonartwechsel innerhalt des Stückes angeht.

Hallo,

dann versuch mal, bei einer Stimmung der drei Baßsaiten von E-A-D auf 
E-H-Fis e-Moll zu greifen:

E: leer, wie gehabt.

H: auch leer

e: ?

Die Oktave läge auf der H-Saite im fünften Bund.

Dann kannst Du aber das H nicht greifen.

Viele Akkorde wären einfach sehr kompliziert bis gar nicht zu greifen.

Allerdings wird häufig die tiefe E-Saite auf D umgestimmt, während vor allem bei Musik aus dem 16. Jahrhundert die g-Saite auf fis gestimmt wird.

Bei einem Instrument wie einer Violine, auf dem vor allem einstimmige Melodien gespielt werden, wird durch den größeren Tonabstand zwischen den Saiten ein größerer Tonumfang erreicht.

Da die Gitarre sechs und nicht vier Saiten hat, kommt man auch mit einer Stimmung im Quartabstand (große Terz zwischen g- und h-Saite) auf einer Tonumfang von dreieinhalb Oktaven (unter Einbeziehung der Flageolettöne) sogar noch mehr.

Herzliche Grüße,

Willy

aha das versteh ich nich so ganz . eig is ja normal eadghe . hier is ja nur zwischen g und h nur quarte als abstand. alles andere is doch quentenzirkel

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@Geilbmw3er

E-A: Quarte

A-d: Quarte

d-g: Quarte

g-h: große Terz

h-e': Quarte

Wo siehst Du da Quinten?

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@Willy1729

willi du machsch mich fertig . E-H quinte h-g quarte g-d quinte 

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@Geilbmw3er

E-H ist eine Quarte, H-G ist eine große Quinte, G-D ist eine Quinte. Sieh dir im Vergleich einfach mal die Tastatur eines Klaviers an:

C, D, E, F, G, A, H, C`

So kann ich es mir immer am besten merken.

Abstand:

Zwei Töne = Sekund, Drei Töne = Terz, Vier Töne = Quarte, Fünf Töne = Quinte...

1

während vor allem bei Musik aus dem 16. Jahrhundert die g-Saite auf fis gestimmt wird.

Weil Lauten G-c-f-a-d'-g' gestimmt waren im 16. Jahrhundert, Terz kommt schon nach dem dritten Ton.

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@Grobbeldopp

Das liegt auch daran, daß hier die sogenannten Kirchentonarten noch eine große Rolle spielen. Die Pavanen von Luis Milan etwa, die z.T. in dorisch, phrygisch, lydisch und mixolydisch komponiert sind, klingen mit auf fis gestimmter g-Saite einfach besser.

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@Willy1729

Ah, vihuela-Musik. Ich frag mich ob man da nicht auch technische Probleme kriegt wenn man die 4. Saite nicht auf fis stimmt.

Hast du mal gespielt? (Ich bin nicht so weit und wird es vermutlich nie sein)

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@Grobbeldopp

Die Pavanen habe ich gespielt und spiele sie immer wieder. Allerdings besitze ich eine Ausgabe ohne umgestimmte Saite. Aus einer anderen Edition habe ich die erste Pavane mit umgestimmter Saite und muß sagen, daß sie damit interessanter klingt, obwohl die Noten natürlich die gleichen sind. Muß an den anderen Obertönen liegen oder auch daran, daß das fis nun nicht im vierten Bund gegriffen werden muß, sondern als leere Saite gespielt wird.

1

Hallo

Zum Teil sind sie das ja- in Quarten ist ja nur die andere Richtung. Nur die Terz zwischen g und h bricht das auf.

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Warum stimmt man die Saiten nun allgemein nicht in Quinten?

Nun manchmal macht man das ja bei offenen Stimmungen und auch bei Instrumenten mit weniger Saiten wie der Mandola oder dem Tenorbanjo. Oder Geigen.

Blöd dabei ist dass bei einer Mensur von 65 cm es nicht mehr gut geht, dann bei mehrstimmigem Spiel zu greifen. Bei überwiegend einstimmigen und möglichst etwas kürzeren Instrumenten wie der Mandola oder dem Tenorbanjo kann man damit leben.

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Weiteres Problem ist allerdings, dass man bei einer aufsteigenden Stimmung in Quinten zu viele verschiedene (6) Töne hätte, um Akkorde einfach greifen zu können. Weder könnte man Leersaiten sinnvoll so sinnvoll nutzen, noch Barreegriffe. Es wäre eine für das Akkordspielen/mehrstimmige Spielen schlecht geeignete Stimmung. Deshalb fügt man einmal eine Terz ein, damit die Saiten akkordfreundlicher gestimmt sind.

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Drittes Problem wäre dass 5 Quinten fast drei Oktaven sind. Die hohe E-Saite liegt zwei Oktaven über der tiefen E. Bei drei Oktaven hätte man ein ziemliches Problem, einen ausgewogenen Klang und eine vergleichbare Saitenspannung hinzukriegen.

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PS zwar nicht in Quinten, aber umgekehrt in durchlaufenden QUarten ist der sechssaitige Bass gestimmt. Darauf Akkorde über 5 oder 6 Saiten wäre auch blöd, wenn man das Ding in Gitarrengröße bauen ´würde.


PS noch ein Grund: Die meiste Musik läuft ja in Dreiklängen ab.

z.B: C-Dur: zumindest im höheren Bereich eines musikalischen Satzes hätte man da schon gern die nebeneinander liegenden Töne "besetzt", also z.B. c-e-g-c'-e' kann man auf einer Gitarre spielen. Alle nebeneinanderliegenden Töne besetzt (im tieferen Bass ist das eher unerwünscht). Auf einem in Quinten gestimmten Instrument hätte man es schwer, auch nur zwei aufeinanderfolgende Terzen zu spielen, und müsste größere Intervalle und damit fehlende Akkordtöne in der hohen Lage und insgesamt einen riesigen Abstand zwischen Bass und höchster Stimme hinnehmen.

Das wäre vom musikalischen Satz her ungewöhnlich und nicht erwünscht, schon gar nicht in der Zeit wo man zum ersten mal so ähnliche Stimmungen benutzt hat (Renaissance). Die üblichste Spreizung eines dreistimmigen Akkords durch alle vier Stimmen eines einfachen Satzes ist ein bis zwei Oktaven- das passt eben perfekt zu so einer Stimmung/Tonumfang wie es die Gitarre hat.

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