Anfangsverdacht: Snapchat ist noch schlimmer als Instagram. Kids, was soll das?

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Weil Baum.

Das dürfte eine der möglichen Begrüßungen sein. Die Kids denken anscheinend darüber nicht wirklich nach.

Was ich mich auch Frage ist warum Kids z.b. mehrere Instagram Accounts haben die sie gleichzeitig unterhalten.

In den meisten Fällen denke ich ist das Gedankenlosigkeit gepaart mit dem Bewertungssystem.

Jeder Like. Auch wenn er bedeutungslos ist, jeder Punkt mehr setzt unser Belohnungssystem in gange.

Deswegen funktionieren clicker/Isle Games. Da geht es im Endeffekt nur darum. Zahlen werden mehr.

Und das äußert sich auch in den sozialen Medien. Interessant wäre es wenn man diese ganzen Bewertungsdinger Mal für nen Jahr aus beiden Plattformen entfernen würde.

Ich vermute das das ganze dann sich um einiges reduzieren würde.

Auf WhatsApp haben Kids auch immer Mal wieder solche "Statusspiele" die reichen von: schick mir ne Nummer und ich bewerte dich. Bis hin zu auf erksamkeits gebettle Marke: "wer mich mag schickt mir ne rose. Und jeder der mir keine schickt der mag mich nicht. Ich kann das sehen"

Sind natürlich alles Vordrucke die rumfliegen.

Gemacht wird es aus Langeweile.

Ich denke. Das das früher nur bedingt anders war. Es hat sich aber halt eher im Freundeskreis oder privatem geäussert.

Und das eigentliche Problem ist das man diese Sachen auch entsprechend and fremde verschickt.

Ne andere Vermutung wäre auch fehlende auf erksamkeit vom elternhaus aus. Gerade bei Leuten die Dinge wie guten Morgen gute Nacht etc. Schreiben kann man sich fragen ob denen in RL niemand guten Morgen oder gute Nacht sagt. Dies ist aber nur ne Vermutung.

Gemacht wird es aus Langeweile..
Und das eigentliche Problem ist das man diese Sachen auch entsprechend and fremde verschickt.
Ne andere Vermutung wäre auch fehlende auf erksamkeit vom elternhaus aus. Gerade bei Leuten die Dinge wie guten Morgen gute Nacht etc. Schreiben kann man sich fragen ob denen in RL niemand guten Morgen oder gute Nacht sagt. Dies ist aber nur ne Vermutung.

Danke! 👍.

das früher nur bedingt anders war. Es hat sich aber halt eher im Freundeskreis oder privatem geäussert

Klar bin ich älter. Aber ich bin ja auch frei davon zu behaupten, dass früher alles besser war. Andererseits sehe ich schon, dass die Interessenlage sich deutlich zum Negativen verschoben hat. Weg von der Kultur und weg von der sinnvollen Freizeitgestaltung.

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@Popper

Ich denke das größere negativ ist die "on demand Berieselung" die heutzutage stattfindet. Wir hockten damals natürlich auch vorm Fernseher. Keine Frage. Nur hatte der Fernseher die interessante Eigenschaft das der Mal Sachen zeigt die man nicht mag. Und man gezwungen war sich dem Gedanken zu stellen "uff was mach ich denn jetzt" .

Das ist nach meiner Ansicht heutzutage weit weniger der Fall.

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@FouLou
Wir hockten damals natürlich auch vorm Fernseher. Keine Frage. 

Keine Frage. Allerdings lief da dann MTV oder man hat sich einen zusammenhängenden Film angesehen oder so. Und man hat sich dann folgerichtig ein eigenes Musikinstrument erspart und etwas 'getan'. Oder man hat sein Mofa frisiert. Oder selbst den Platten an seinem Fahrrad geflickt. Oder ist vor lauter Langeweile in die Bücherei gegangen. Usw. Aber man hat nicht zwanghaft Serien mit Folgen von wesentlich kürzerer Dauer gesehen. Die Aufmerksamkeitsspanne ist so dramatisch gesunken.

Ich sehe einfach deutliche Unterschiede. Zum Beispiel in der Zentralisierung des Kerninteresses 'Smartphone/Playstation/online/Zocken'.

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Ich bin nicht bei Snapchat, frage mich aber, was du dir jetzt denkst. Du bekommst Ausschnitte aus dem Leben verschiedener Personen. Es war deine Entscheidung, diese Personen hinzuzufügen. Du hättest das vermutlich auch ablehnen können. Die "Kids" (für eien 46jährigen schon ein gewagter Ausdruck!) möchten ihr Leben, ihren Alltag mit Gleichgesinnten oder Interessierten teilen. Daran ist nichts Verwerfliches, wenn sie das bewusst tun können. Dabei sollten Eltern sie frühzeitig begleiten. Alle genannten Bilder sind mMn harmlos, bis auf ggf. Bilder vom eigenen Zimmer und Bilder vom Klassenzimmer inklusive Klassenkameraden (DSGVO und Recht am eigenen Bild lassen grüßen).

Es wird NICHT besser, wenn man die 16jährigen einfach alleine damit lässt, sondern wenn man die ca. 10jährigen nach und nach dabei begleitet, bewusst mit solchen Netzwerken umzugehen (möchte ich da rein, was möchte ich von mir preisgeben, was nicht).

Punktesysteme gibt es überall, hier auch. Man kann darüber mit den Kids reden: Welche Motivation steckt dahinter? Wie sieht das beim Betreiber aus, wie beim Nutzer? Welche Bedürfnisse werden angesprochen? Bedürfnisse sind meist gerechtfertigt und sollten befriedigt werden, die Frage ist hier, wie und wann das für einen selbst evtl. schädlich ist. Solange aber Eltern Babyfotos, Kinderfotos, Kinder auf dem Topf etc. online teilen, muss man sagen, dass auch nicht jeder Erwachsene bewusst und sorgfältig mit seiner Onlinepräsenz umgeht - da darf man den Kindern keinen Vorwurf machen.

Aber: Zulassen, erklären, begleiten, Fehler machen lassen, diese diskutieren, Hilfen geben, Kind langsam in die Onlinewelt wachsen lassen ist besser, als jahrelang alles zu verbieten und das fast erwachsene Kind dann fast alleine zu lassen, zu einem Zeitpunkt, wo Fehler evtl. schwerer wiegen als mit 10 oder 12 und wo Begleitung oft schwieriger wird (Privatspähre wird wichtiger etc.).

PS Überlegung: Fehlt vielleicht die Aufmerksamkeit der Eltern, Lehrer, Freunde vor Ort, dass man sich gezwungen fühlt, seinen Alltag mit Fremden zu teilen, um darüber reden zu können/ Feedback zu bekommen/ sich wahrgenommen zu fühlen? Könnte ggf. mehr Aufmerksamkeit vor Ort dieses Bedürfnis verringern? Aufmerksamkeit zu wollen ist natürlich und erst mal nichts Schlechtes. Kleine Kinder sagen schon auf der Schaukel oder im Sandkasten "guck mal, Mama/ Papa, was ich mache!" Ältere wollen das auch noch, früher wurde das Bedürfnis eher noch durch Eltern und Freunde befriedigt, heute vielleicht seltener?`

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@Tasha
Fehlt vielleicht die Aufmerksamkeit der Eltern, Lehrer, Freunde vor Ort, dass man sich gezwungen fühlt, seinen Alltag mit Fremden zu teilen, um darüber reden zu können/ Feedback zu bekommen/ sich wahrgenommen zu fühlen?

Das - gepaart mit der Jagd nach Punkten - dürfte es sein.
Du schreibst:

Alle genannten Bilder sind mMn harmlos

Und das ist das Hauptproblem: Es ist an Belanglosigkeit nicht zu überbieten! Die Kids verschwenden ihre Zeit. Sie könnten vollständig darauf verzichten - und wären keine schlechteren Menschen.

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Ich glaube, dass Du einen wesentlichen Teil meiner Frage bzw. meines Anliegens überhaupt gar nicht verstanden hast und einfach nur grundsätzlich Pro-Irgendwas oder Anti-Popper sein wolltest. Das ist OK. Danke für Deinen lange und zuammenhängende Antwort - Du hast Dich bemüht.

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Die Welt entwickelt sich stetig weiter, so tun es auch wir Menschen und mit uns die soziale Kommunikation. Früher sprach man primär mit einander, dann lernte man zu schreiben, irgendwann telefonierte man, man fing an E-Mail zu schreiben, WhatsApp kam und jetzt schickt man sich Bilder.

Wenn ich von meinem Tag erzähle, dann birgt das keine weltbewegenden Nachrichten und dient primär lediglich dem sozialen Austausch. Auf eine andere Art und Weise verfolgen Snaps den gleichen Zweck. Dass dieser Zweck keine tiefergehende Bedeutung hat, ist selbstverständlich, muss er aber auch nicht.

Mittlerweile bin ich aus einem Alter raus, in dem man täglich - auch in meinen Augen - redundante Snaps an Kontakte schickt. Im Bezug hierauf habe ich jedoch meine eigenen Erfahrungen gemacht. Man sollte Kindern, zumindest im Kontext solch trivialer Themen, keine Verbote, die sich im Ergebnis negativ auswirken könnten, aufdrängen, nur weil man selber den Sinn und Zweck dahinter nicht versteht.

Das Verbot von Handy (oder explizit Snapchat und Instagram) könnte das Kind zum Außenseiter machen. Und das ist überhaupt nicht „krass“, „schade“ oder „unglaublich“- im Gegenteil: es ist verständlich. Snapchat und Instagram sind ein Medium des sozialen Austausch. Verbietet man ihnen den Umgang hiermit, während alle anderen den Umgang mit solchen Medien lernen und sich hierüber austauschen, katapultiert man das Kind ins Soziale aus. Das wird das Kind unglücklich machen.

Was ist wichtiger? Ein glückliches Kind und eine Mutter, die sich mit Snapchat und co. abfindet (wie‘s jeder tut) oder eine unglückliches Kind, dafür aber eine Mutter, die ihren Willen durchgesetzt hat, weil sie den Sinn moderner Kommunikation nicht anerkennt?

Der beste Lösungsansatz wäre es, den Kindern die Nutzung von social Media zu erlauben, ihnen aber einen verantwortungsvollen Umgang beizubringen. Wieso es gefährlich sein kann, Fremden Bilder vom Schulweg zu schicken, usw.

Es zu verbieten, nur weil man‘s doof findet und nicht versteht, ist typisches „Alte-Menschen-Denken“. Kennst du alte Menschen, die über alles nörgeln, was nach ihrer Zeit populär geworden ist (zerissene Jeans, Handys, gefärbte Haare, weibliche Jungs und männliche Mädchen)? Mit deiner Einstellung endest du genau so.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Durchdacht, gehaltvoll und aufwendig zu widerlegen. Mir fehlt leider gerade einfach die Zeit.

Es zu verbieten, nur weil man‘s doof findet und nicht versteht, ist typisches „Alte-Menschen-Denken“.

Ich bin fern davon altemenschenmässig zu denken. Menschen, die über alles nörgeln, kenne ich. Allerdings würde ich nicht sagen, dass das überwiegen alte Leute sind.
Aber: Ich verstehe es - und finde es deswegen doof. Und das geht ja nicht nur mir so. Bloss, weil etwas 'gerade so ist', muss man es ja auch nicht gleich für allgemeinverbindlich erklären und gutheissen. Ich halte das, was ich gesehen und auch bestätigt bekommen habe, für bildungsgefährdend. Das lässt sich doch hier auf dieser Webseite tagtäglich tausendfach nachvollziehen. Snapchat ist ein Beleg dafür, dass die Nutzung der elektronischen Medien für Kinder/Jugendliche ausser Kontrolle geraten zu sein scheint. Denn Fotos vom Asphalt mit einer eingefügten Digitaluhr an Unbekannte zu verbreiten, hat mit sozialem Austausch und verantwortungsvollem Umgang mal so richtig gar nichts zu tun.

Soziale aus

Wenn Snapchat für Dich allerdings für Dich der soziale Standard ist, dann weiss ich für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

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