Akita Inu Verträglichkeit mit anderen Hunden?

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Auch das typische Verhalten des Akita Inu ist durch die selektierende Auslese des Menschen für "Arbeitsbereiche des Hundes" entstanden.

Wie nahezu alle asiatischen Hunde ist der Akita Inu geistig unabhängig, loyal gegenüber seinem Besitzer, intelligent im Bezug auf seinen eigenen Nutzen und territorial veranlagt.

Das bedeutet, neben der selbstständigen Jagdeigenschaft wacht der Akita Inu über den "Ressourcenhaufen" seines Menschen. Er schützt also auch vor fremden Hunden.

http://www.tibimaxe.business.t-online.de/getibimaxe/savolainen.html

Lese Dir den Artikel genau durch Du findest dort dieses Verhalten explizit beschrieben. Es ist das typische Verhalten der ursprünglichen Hunde, welche noch sehr nah am Pariah Hundeverhalten stehen.

Ein Halter solcher Hunde muß das berücksichtigen. Auch die Bemerkung, dass diese Hunde nicht selten in einer Art "Einehe" mit ihrem Hundepartner leben ist interessant.

Mag an der Dominanz liegen, die der Akita Inu mitbringt.
Eigentlich ist kein Hund vom Wesen/Charakter her "dominant". Es ist eine Momentaufnahme und keine Charaktereigenschaft:

» „Unter Dominanz versteht man in der Biologie und in der Anthropologie den Zustand, dass die einen Individuen gegenüber den anderen Individuen einen hohen sozialen Status aufweisen, worauf letztere unterwürfig reagieren. Das Gegenteil von Dominanz ist Unterwürfigkeit bzw. Subdominanz.
Dominanz-Hierarchien sind bei vielen Tieren einschließlich der Primaten zu finden und auch beim Menschen. Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.“
(Quelle: de.wikipedia.org)

Dies bedeutet, dass Dominanz keine Charaktereigenschaft ist, sondern etwas über die Beziehung zwischen zwei Individuen aussagt. Oder anders: das eine Individuum kann nur so dominant sein, wie das andere Individuum dies zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer bestimmten Situation zulässt. «
cr. http://www.tierfreund.de/dominanz-und-problemverhalten/

Daher mag ich es nicht sonderlich, den bsp. Charakter eines Hundes gleich als "dominant" abzustempeln. Denn das ist, wie die Seite schon perfekt beschreibt:
"zeit- und situationsabhängig"
- es ist keine Charaktereigenschaft.

Allerdings hat der Akita Inu die Eigenheit, das er sofort als ranghöherer anerkannt werden will.
Ist dann die Frage, ob dass das andere Individuum zu dem Zeitpunkt zulässt. Diese Entscheidung entscheidet wohl oder übel über den Rest des Treffens, d.h. ob sich vertragen wird oder nicht.
Deshalb sagt man dem Akita Inu nach, das er "dominant" wäre und eine gewisse "Arroganz" gegenüber Artgenossen (und auch fremden Menschen) besitzt.

Man kann das alles natürlich, allerdings nur bedingt, positiv beeinflussen - und das beginnt ab dem Welpen-Alter. Der Hund sollte viele positive Treffen/Kontakte von klein auf haben.
Wenn der Akita nur kurz an der Leine gehalten wird und er niemals Kontakt zu anderen Hunden haben darf, wird es später problematisch.

Aber ein Akita Inu wird nie der Hund sein, der freudig zu anderen Hunden auf einer Hundewiese hinrennt. Es wird allgemein nicht mehr viel gespielt, sobald sie keine Welpen/Junghunde mehr sind.

Es ist natürlich etwas anderes, wenn ein Akita Welpe von Anfang an an den Ersthund gewöhnt wird.
Ich denke, es muss einfach passen. Man kann nie sagen "Es wird nie funktionieren" oder "Es wird funktionieren". Fakt ist, das Akitas gerne den ranghöheren markieren.
Wenn das der zweite Hunde soweit zulässt, geht das in Ordnung. Hat man aber zwei Hunde Zuhause, die beide unbedingt der ranghöhere sein wollen, wird es eher problematisch.

Überleg dir aber auch genau, ob du wirklich einen Akita Inu haben willst.
Es ist nicht der Hund, der alles sofort mitmacht und jedem Leckerchen hinterher springt. Du musst dickköpfiger als der Hund sein. Er wird alles zuerst infrage stellen und überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, was du da von ihm möchtest. Er ist sehr eigenständig und hat einen ausgeprägten Jagdtrieb. Durch diese Kombination kann man sie kaum bis gar nicht frei laufen lassen.
Du musst konsequent aber liebevoll sein - niemals laut oder ungeduldig werden. Man muss diese Hunde mit Respekt behandeln.

http://www.akita.de/rasse/wesen/der-akita--andere-hunde-jagdverhalten.shtml

http://www.tierfreund.de/akita-inu/

Danke für deine ausführliche Antwort. 

Mein aktueller Hund unterwirft sich schnell, das würde dann evtl. gut passen mit den beiden... 

Solange ein Akita in der Lage ist zu lernen, ruhig an anderen Hunden vorbei zu gehen ist alles gut, muss sich nicht für sie interessieren. Meine Angst war, dass, unabhängig von Erziehung und Sozialisierung, er im adulten Alter auf andere Hunde los gehen könnte...

Der Eigensinnige und Selbstsichere Charakter ist genau das,was ich an der Rasse so liebe. (Nicht wie die meisten,die den Hund wegen der Optik mögen) aber das mit den anderen Hunden müsste bei mir unbedingt so werden,dass er ruhig an ihnen vorbei läuft da es hier unheimlich viele Hunde gibt. Sonst bestünde jeder Spaziergang daraus ihn an anderen Hunden vorbei zu kämpfen. 

Aber hab es nicht eilig mit dem Akita. Werde mir weiterhin in Ruhe überlegen,ob ich der Herausforderung gewachsen bin oder nicht. 

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Akitas sind sehr ursprüngliche und selbstbewußte Hunde, die sehr sensibel auf die Signale ihres Gegenübers reagieren. Für andere Hunde sind sie schwer einzuschätzen, da sie wenig Mimik zeigen und durch die nahezu immer hoch getragene Ringelrute auch noch zusätzlich sehr selbstbewußt auf ihr Gegenüber wirken.

Ich kannte einen Akita-Rüden.

Mit weiblichen Artgenossen kam er super zurecht, mit Rüden war es schwieriger. Das kam aber auch daher, daß die Rüden sich durch sein selbstbewußtes Äußeres (hoch erhobener Kopf und Ringelrute) leicht provoziert fühlten. Bei Hündinnen hat er sich sogar mal zu einem Spielchen "herabgelassen", jedoch lag seine größte Passion im Jagen :-)

Zur Erziehung kann ich aus Erfahrung berichten, daß ein Akita schwer zu motivieren ist - man kann ihn vielleicht mit einem Husky vergleichen. Der Rüde, den ich kannte, war unkastriert und folglich nicht zuletzt infolge "hormoneller Schwankungen" ^^ nicht sonderlich verfressen. Nach seiner gesundheitlich bedingten Kastration war das allerdings dann anders. Dennoch hat er auf dem Hundeplatz meist gut mitgearbeitet - allerdings nicht vergleichbar mit einem Border oder Berner :-)

Ich finde, Akitas sind ganz tolle Hunde, die aber

1. nur in hundeerfahrende Hände gehören

2. darf man aber trotz aller Hundeerfahrung nicht erwarten, daß man einen Akita erzieht wie einen Deutschen Schäferhund. Man muß sich auf den Hund einlassen, muß sehr genau und konsequent sein.

Bezüglich der Sozialverträglichkeit - natürlich ist es hilfreich, wenn er von klein auf mit anderen Hunden zusammen ist. Allerdings würde sich eine Welpenstunde unter Umständen negativ auswirken, daß Akitas meist recht "frühreif" sind und in der Welpenstunden nur lernen, daß sich alle anderen Hunde unterwerfen und sie die absoluten Überflieger sind.

Es ist nicht unmöglich, einen Akita zu einem sozialen Zeitgenossen zu machen, aber man sollte sich mit dem Sozialverhalten von Hunden gut auskennen, um für sich und seinen Hund entscheiden zu können, was gut für seine Entwicklung ist und was nicht.

Danke für die Antwort. Interessiere mit für Akitas genau weil sie so schwer zu motivieren und Eigensinnig sind. Ich liebe dauerhafte Herausforderungen :D

Die Problematik mit der Welpenstunde kenne ich von dem Jack-Russel, selbe Problematik hier mit dem Frühreif... Vermutlicheignet sich beim Akita eine sehr überschaubare Gruppe die nicht nur aus Welpen besteht dann eher?

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@JoelJester

Auf jeden Fall. Und man muß halt sehen, wie er sich verhält und wie die anderen reagieren. Eine Gruppe, wo er gemobbt wird, ist genauso schlecht wie eine Gruppe, wo er alle ständig unterordnet. Dann lieber gar keine Gruppe ;-)

Interessiere mit für Akitas genau weil sie so schwer zu motivieren und Eigensinnig sind.

Ich denke, dann weißt Du ja, worauf Du Dich einlassen würdest. :-)

Allerdings bin ich mir noch nicht sicher bezüglich der Zweithundproblematik.

Was für eine Rasse ist Dein Ersthund? Wie alt? Rüde oder Hündin? Kastriert oder unkastriert?

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@Berni74

Ja das stimmt, die Gruppe muss einfach passen..

Kam auf die Rasse durch einen Akita, der vor Jahren mal hier im Tierheim war. Null erzogen und in der Pubertät... Es hat ewig gedauert bis der Hund bereit war, auch nur ansatzweise mit den Pfleger zu kooperieren. Habe deren Training und seine Entwicklung mitverfolgen dürfen und habe mich dadurch total in die Rasse verliebt. Die haben einfach so unendlich viel Charakter (: aber durch diesen Hund weiß ich was passieren kann wenn man sie nicht richtig erzieht und auch was es für ein Aufwand sein kann sie zu erziehen. 

Er ist vermutlich ein Terrier, Schäfer, Spitz-Mix (Kniehoch). Ein kastrierter, 6 Jähriger Rüde. (Würde wenn dann eine Akita Inu Hündin holen) Er ist draußen noch unheimlich aktiv, in der Wohnung dann aber ruhig. Er ist ein sehr unsicherer Hund, der sich bei anderen Hunden sofort unterwirft.

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@JoelJester

Es freut mich total, hier mal von Fragestellern zu lesen, die sich Gedanken machen. ;-)

So wie Du schreibst, denke ich, daß Du durchaus geeignet für einen Akita wärst. Man muß für die Rasse "brennen" und wissen, worauf man sich einläßt, dann klappt das auch.

Bezüglich Deines Ersthundes bin ich der gleichen Meinung wie Du - eine Hündin wäre da wahrscheinlich die bessere Wahl als ein Rüde. Allerdings mußt Du auch aufpassen, daß sie nicht in ihrem jugendlichen Übermut anfängt ihn zu nerven und er sich dann zu viel gefallen läßt. Es ist eine Gratwanderung - zum einen soll man ja nicht zu viel und ständig regulierend eingreifen, zum anderen muß man dem älteren Hund aber auch helfen, falls er sich den Jungspund nicht selber vom Hals halten kann. Das ist aber unabhängig von der Rasse.

Ich hatte bislang immer das Glück, daß meine älteren Hündinnen den Welpen/Jungunden (auch Hündinnen) in einer sehr sozialen, jedoch unmißverständlichen Art und Weise die Grenzen aufgezeigt haben. :-)

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@Berni74

So sollte es aber eigentlich immer sein, vor allem bei dem Thema Hund (;  

Stimmt, da kann ich mir vorstellen das es Probleme gibt... hatte mal einen Pekinesen bei mir, er hat meinen ziemlich untergebuttert, meiner hat sich erst mit einem Knurren gemeldet als der Pekinese ihm seinen Knochen klauen wollte aber auch den hat er dann ohne weiteres an den Pekinesen abgetreten... Wäre allgemein wohl nicht so gut wenn der Welpe dann einzieht und sofort lernt das er über anderen Hunden steht weil meiner sich gleich unterwirft 

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Akita Inus sind sehr selbstbewusste Hunde, die zwar Kinderfreundlich sind, aber nur einen einzigen Menschen als ihren *Rudelführer* akzeptieren. Anderen Hunden gegenüber sind sie nicht streitsüchtig gesinnt, aber sie suchen, wenn sie erwachsen sind,  auch deren Kontakt nicht.

Wenn Du den Akita von Klein auf sehr gut sozialisierst, und er aus einer guten und anerkannten Zucht kommt...wenn er ausserdem nicht das gleiche Geschlecht hat, wie Dein jetziger Hund, kann das absolut funktionieren.

Übrigens hat diese Rasse für andere Hunde keine, wie Du schreibst eigeschränkte Körpersprache...sondern nur für uns, da dieser Hund keine Mimik zeigt, und man ihn sehr gut kennen muss, um seine Körpersprache einigermassen zu verstehen.

Bedenke ausserdem, dass diese Rasse in Japan als Polizei - und Schutzhund verwendet wird. Du wirst also mit ihm arbeiten und ihn auslasten müssen...das heisst weiter, dass unter Umständen Dein anderer Hund zu kurz kommt, was wiederum Konflikte auslösen könnte.

Ich persönlich würde mir als Zweithund einen einfacheren Hund nehmen.

Du solltest dir in erster Linie bewusst machen das du keinen Hund hast der dir gefallen will, das liegt nicht in der Natur dieser Hunde.

Und schwierig bis kaum zu erziehen sind sie auch.

Ich bin nun nicht der akita Experte sondern eher für den Shiba aber ich würde schon zum Teil sagen das es dieses mächtige Selbstbewusstsein ist. 

Meine shiba hündin ist extrem penibel wenn es um andere Hunde geht und lässt sich nur selten auf andere ein. Am aller besten kommt sie aber wirklich mit anderen Shiba's aus und mit denen spielt sie auch noch mal etwas anders als sie es z.B. mit den Schäferhunden oder den LH Collies tut.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin Besitzerin von 5 Hunden

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