Ab wann ist man linksradikal?

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11 Antworten

Wenn du nicht mehr bereit bist den gewünschten Wandel des Staates innerhalb der Möglichkeiten und Rechte dieses Staates oder der Gesellschaft zu erwirken sondern diesen Staat Grundsätzlich ablehnst und ggf. den Sturz oder Umwälzung des Staates mit allen Mitteln anstrebst.

Wobei das für politisch Radikale jeglicher Richtung gilt, die Zielsetzung für das danach und die Motivation dafür machen den Unterschied

Die SPD will sich ein neues Programm geben. Im alten Programm steht als Endziel immer noch der »demokratische Sozialismus«. Das neue Ziel, das Kurt-Beck-Ziel, heißt »vorsorgender Sozialstaat«. Das heißt wohl, alles soll möglichst so bleiben, wie es ist.

Mütter und Sozialdemokraten haben ein gemeinsames Problem. Sie können es beide ihren Kritikern nie recht machen. Wenn eine Frau zu Hause bei den Kindern bleibt, ist sie ein unemanzipiertes Muttchen, geht sie schnell wieder zurück in den Beruf, ist sie eine herzlose Karrieristin. Wenn ein SPDler seinen alten SPD-Idealen treu bleibt, ist er ein unbeweglicher Betonkopf, ein Ewiggestriger und Lafontaine. Wenn ein SPDler sich politisch bewegt, ist er ein Opportunist, prinzipienlos, Schröder.

Was heißt heute »links«? Nicht mal die KP Chinas scheint es noch zu wissen. Ein paar Vorschläge: Die Reichen sollen nicht immer reicher werden. Die weniger Reichen sollen auch etwas abbekommen. Der Staat soll die Armen auch in Zukunft nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Die Sozialsysteme sollen, so weit es machbar ist, erhalten bleiben. Der Kapitalismus soll nicht allmächtig werden, es muss Schutzzonen geben, in denen die Gesetze des Kapitalismus nicht gelten. Niemand soll diskriminiert werden, aus welchem Grund auch immer. Die Leute sollen leben können, wie sie möchten. Der Staat sollte nicht autoritär sein. So ungefähr redet man, wenn man in Deutschland heute links ist, genauer gesagt, im linken Mainstream, bei der SPD, bei den Grünen, bei der Mehrheit der PDS und einer Minderheit der CDU. Die Mehrheit der deutschen Wähler denkt, wie die letzte Bundestagswahl gezeigt hat, auf diese Weise links.
Man muss aber gar kein Linker sein, um solchen Gedanken zuzustimmen. Für soziale Gerechtigkeit treten auch Christen ein, der Papst zum Beispiel. Gegen einen allmächtigen Kapitalismus sind auch die Konservativen, zum Beispiel Botho Strauß. Auch Liberale sind gegen den autoritären Staat. Auf Gerechtigkeit, auf Mitgefühl oder auf Antikapitalismus hat die Linke kein Monopol. Aber was ist dann unverwechselbar und original links? Welche linke Idee kann nur von einem Linken kommen? Jetzt muss es leider ein bisschen theoretisch werden.

Etwa hundert Jahre lang war der Begriff »links« nahezu deckungsgleich mit den verschiedenen Strömungen des Marxismus. Fast alle linken Regierungen haben sich auf den Marxismus berufen. Und die Sozialdemokratie, die sich seit den fünfziger Jahren in den meisten Ländern offiziell von ihm verabschiedet hat, war auch danach noch lange Zeit von ihrer marxistischen Tradition beeinflusst. Links zu sein bedeutete, einer Lehre zu folgen. Denn der Marxismus behauptet, mehr zu sein als nur eine Meinung, über die man diskutieren kann. Er behauptet, eine Wissenschaft zu sein, eine objektive Wahrheit. Sein wichtigstes Ziel ist es immer gewesen, den Kapitalismus abzuschaffen.
Stattdessen: Gemeinschaftseigentum an den Produktionsmitteln – in welcher Form auch immer. Die Macht sollte – in welcher Form auch immer – von der Arbeiterklasse ausgeübt werden. Bei manchen Linken hieß das »Diktatur des Proletariats«, bei anderen »Rätedemokratie«, bei den Gemäßigten wurde es abgeschwächt zur »Überwindung der Macht des Kapitals«, wie sie der PDS-Ortsverband von Oberhausen in seinem jüngsten Kommunalwahlprogramm gefordert hat.

Gemeinschaftseigentum an den Produktionsmitteln und Macht der Arbeiterklasse: Diese beiden Ideen sind mehr als hundert Jahre lang der Kern linker Identität gewesen. Davon ist, zumindest in Europa, nicht viel übrig. Die Abschaffung des Kapitalismus wird ernsthaft nur noch von kleinen, bedeutungslosen Gruppen und einer Minderheit in der PDS gefordert. Der Hauptfeind des »westlichen Kapitalismus« heißt heute übrigens Islamismus (obwohl die führenden Islamisten zum Teil selber Kapitalisten sind). Die Macht der Arbeiterklasse – Arbeiterklasse, was ist das überhaupt? – wirkt als Idee heute so bizarr, dass sie nicht einmal in den regelmäßig aufflackernden Feuilletondebatten über das Linkssein eine größere Rolle spielt.

Also wenn deine Ausführung stimmt, was ich nicht wirklich beurteilen kann, dann hast du es echt sehr verständlich erklärt. Danke dafür.

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selten so einen Plunder gelesen, wie gerade dein beitrag. Du bwedienst da die sattsam bekannten kleinbürgerlichen Borniertheiten und Vorurteile, ohne dass du Ahnung hättest. Natürlich verstehst du auch daher nicht den Marxismus.

Die Abschaffung des Kapitalismus wird in Europa nicht nur von Splittergruppen gefordert, so ist z.B. die Kommunistische Partei Griechenlands, keinesfalls eine Splittergruppe, für einen radikalen Systemwechsel.

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@voayager

Scholz, dein langatmiges Gefasel hättest du dir ruhig schenken können.

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ach kommen Sie den Fragesteller doch nicht mit Fakten, Herr Doktor Scholz! Hier geht es um pauschale Aussagen, die man schnell mal aus der Manschette werfen kann! bei ihrem Bildungsstand hätte ich aber etwas anderes erwartet... 😉

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Linksradikal ist jeder, der versteht, dass die Ungerechtigkeit dem Kapitalismus immanent innewohnt und ihn deshalb abschaffen möchte.

Um sich davor zu schützen, hat man den Kapitalismus in "Demokratie" umgetauft und u. a. die Extremismustheorie geschaffen.

Du bist ein perfekter Politik-"Experte".

Aber wenigsten schreibst du perfektes Deutsch.

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@HansH41

Ach komm, so eine dahingeschluderte Doppelung wie "immanent innewohnt" kann schon mal passieren.

Du darfst Dich aber gerne inhaltlich auslassen. Vielleicht offenbarst Du Dich ja als "Experte"?

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In den Augen von AFD Wählern und sonstigem rechtsradikalen Gesocks ist man sofort linksradikal, sobald man nicht in aggressiver Art und Weise die Ablehnung und Ausweisung von Ausländern befürwortet.

😂😂😂...

Ganz falsch - Thema verfehlt😕

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In den Augen von Linksextremisten ist man sofort rechtsradikal, wenn man sich aufgrund von unkontrollierter Einwanderung Sorgen darum macht, dass sich auf diesem Weg islamistische Terroristen ins Land schleichen können.

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@profanity

In den Augen von Linksextremisten ist man sofort rechtsradikal, wenn man sich aufgrund von unkontrollierter Einwanderung Sorgen darum macht, dass sich auf diesem Weg islamistische Terroristen ins Land schleichen können.

Da ist wieder das Bild vor meinen Augen, von "besorgten Bürgern", die Asylheime anzünden und Ausländer aus ihren Dörfern jagen... xD

Man sieht das VERALLGEMEINRUNGEN auf beiden Seiten zu fatalen Ergebnissen führen! ;)

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So isses👍🏻👍🏻👍🏻

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Ihr seid so süß zusammen 😂😍

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Du verträgst einfach keine anderen Meinungen, daß ist dein Problem!!

Wieviele Flüchtlinge, die wir im guten Glauben nach Deutschland gelassen haben um Ihnen zu helfen, müssen noch einen LKW in eine Menschenmenge fahren, eine deutsche Frau vergewaltigen bis Leute wie Du endlich klar denken?!

Ihr verehrt ja dieses Pack noch, verteidigt sie und wundert euch das eine Partei, wie die AfD Zuwachs bekommt.

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@Freedom7877

@Freedom7877: das Thema scheint dich sehr emotional zu machen, dabei verlierst du aber evtl. die Fakten aus den Augen...?

Wenn von grob ca. 2 Mio. Einwanderern bisher genau eine Person einen LKW in DE in eine Menschenmenge gesteuert hat, der nebenbeibemerkt ein ohnehin vorbestrafter, krimineller Psychopath war, ist die Quote doch ziemlich gut... ggü. anderen Ländern wie Frankreich, die allgemein im Durchschnitt wesentlich nationalistischer und ausländerfeindlicher sind, als Deutschland.

Das es keine Vergewaltigungen in DE mehr gäbe, sobald man keine Einwanderer mehr ins Land leiße, ist utopisch und extrem rassistisches Gedankengut, denn auch Deutsche sieht dazu in der Lage...

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ich kann ganz wunderbar andere Meinungen vertragen, ich mag nur diese pauschalen Aussagen nicht bei denen grundsätzlich alle Leute über einen Kamm geschert werden. dass sich unter einer großen Anzahl an Flüchtlingen auch ein paar Volldeppen verstecken können, ist nun mal ein Risiko dass man an der Stelle eingehen muss. Dafür kann man aber nicht 100.000 einfach sterben lassen. Soviel zum Thema Menschlichkeit. Ich verehre niemanden, ich verehre auch keine linksradikalen, und die AFD bekommt keinen Zuwachs sondern verschwindet so langsam in der Versenkung.

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und ich finde es einfach nur faszinierend, dass man sich hier in einer ganz normalen Internetplattform gegenseitig auf seine ausländerfeindlichen Bemühungen einen runterholt. ich meine, was versprecht ihr euch denn davon, jeden Tag diesen Mumpitz hier zu posten? Glaubt ihr ernsthaft, dass ihr irgendjemanden davon überzeugt bekommt die AFD zu wählen oder gegen Ausländer auf die Straße zu gehen? Eure Fragen auf dieser Plattform sind in wenigen Minuten vergessen, und alles was ihr dazu schreibt ist Schall und Rauch. Und Leute wie ich und viele andere machen sich einfach nur einen Scherz daraus, sich über eure Bemühungen lustig zu machen weil sie so sinnlos sind wie eine Tasse Wasser in den Rhein zu kippen.

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und die AFD bekommt keinen Zuwachs sondern verschwindet so langsam in der Versenkung....

Der Wunsch dessen ist der Vater Deiner Gedanken😊.

Warte die Bundestagswahlen ab, Junge👍🏻

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das werde ich mit Freuden! Und bis dahin werde ich diese Frage hier mit einem Lesezeichen versehen und dich nach der Wahl zu den Ergebnissen fragen 😉

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Ich wähle die AfD obwohl ich kein deutscher bin, weil ich keine Alternative sehe jedoch finde ich es sehr schade was aus der Partei geworden ist. Die sind nicht mal fähig den Höcke raus zu werfen der hat viele Prozent Punkte gekostet

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Der kleinste gemeinsame Nenner von Linksextremisten/Linksradikalen ist die "radikale" Negation der bestehenden Gesellschaftsordnung. Die ist vermeintlich schlecht und gehört gestürzt. Wie es danach weitergehen könnte ist allerdings schon weit unklarer und Gegenstand erbitterter Richtungskämpfe.

Weiter kann man Linksextremisten im Hinblick auf ihre Gewaltaffinität deutlich unterscheiden. Linksextremistische Organisationen wie z.B. die DKP oder MLPD verhalten sich strikt legalistisch und lehnen Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung strikt ab. 

Sogenannte Autonome folgen eher der Ideologie der RAF und versuchen, den Staat mit Gewalt zu "faschistischen" Reaktionen zu provozieren, der dann wiederum die legitimationsideologische Grundlage für eigene, weiterführende Gewalt darstellt.

"Linksradikal" bist du, wenn du keine anderen Meinungen oder Ansichten neben deiner eigenen, stark linken Sichtweise akzeptierst und am besten noch jeden verprügeln möchtest, der dich für deine Ansichten kritisiert.

die echten idioten der linken seite , sind nur gekaufte kaputtmacher - ohne hirn .

angeleitet von freischaffenden , filosofen  nach engels .

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@Kuestenflieger

Kuestenflieger du gehst offensichtlich mit "gutem" Beispiel voran. Das gelingt dir auch ohne Engels.

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sprach der NPDler oder AfDler, deren Botschaften fallen fast immer primitiv aus

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Immer dann, wenn man für eine Abschaffung des Kapitalismus auf revolutionäre Weise eintritt.

Wäre man dann nicht vllt. "nur" ein Anti-Kapitalist... linksradikale Politik kann noch wesentlich andere Merkmale haben.

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@voayager

@voayager: stand das so in deinem letzten Glückskeks? Wenn du es noch weiter pauschalisierst, kann es Höcke in seiner nächsten Rede verwenden.

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Ein Fanatiker ist ein Mensch, der weder Meinung noch Thema zu ändern bereit ist...

Also, radikal bist du, wenn du

a) dich weigerst, fremde Meinungen anzuhören und in deine Überlungen mit einzubeziehen.

und/oder

b) wenn du gegen die Rechte anderer verstößt, um deine politische Überzeugung durchzusetzen (etwa, indem du jemandem den Schädel einschlägst, weil dir seine Meinung nicht passt).

Wenn man eine anarchistische/kommunistische Gesellschaft anstrebt, die bestehende pluralistische Demokratie also zerschlagen will.

Nicht vor sechs Uhr in der Früh !

Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.

Jiddu Krishnamurti

Das sinf so Kalenderweisheiten, mehr auch nicht.

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@voayager

Na ja, dass Ideologien und Religionen gleich gesetzt werden, finde ich schon bemerkenswert.

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