Wie findet ihr mein System-Lose Zahnspange?
Mein Sohn Moritz (11 Jahre) hat vor zwei Wochen seine lose Zahnspange bekommen. Der Kieferorthopäde hat uns eine Tragezeit von mindestens 15 bis 16 Stunden am Tag genannt.
Ich habe mit Moritz ausgemacht, dass er die Zahnspange jeden Abend ab 19:00 Uhr trägt bis am nächsten Tag um 6:00 Uhr, wenn er zur Schule aufsteht. Damit kommt er denn auf 11 Stunden. Die restlichen 4 bis 5 Stunden muss er dann tagsüber voll bekommen. Dazu habe ich mir folgendes überlegt:
- Für jede Stunde für er seine lose Zahnspange tagsüber trägt, bekommt er eine Viertel Stunde Bildschirmzeit. Also in 6 Stunden, wären das 1,5 Stunden Bildschirmzeit. Sonst hat er gar keine Bildschirmzeit. Dazu zählen Handy und Spielekonsole, ein Tablett hat er nicht.
Denkt ihr das funktioniert so und Moritz trägt seine Zahnspange? Momentan ist er eher ein schlechter Zahnspangen-Träger. Er hat gar keine Lust darauf. Ich habe ihm noch nicht von meiner Idee erzählt.
Vielen Dank schon einmal im Vorfeld
6 Stimmen
Welche Art von Loser Zahnspange hat er?
Er hat einen sog. Bionator.
4 Antworten
Für etwas was er regulär machen soll, sollte es keine Belohnung geben. Das müsst ihr anderweitig klären. Er muss selbst verstehen, dass das schlichtweg wichtig ist. Zudem ists auch einfach einfacher das in einem Rutsch zu machen. Also direkt wenn er heimkommt, dann kurz zum Essen raus und wieder rein. Morgens tragen bis er in der schule ist oder das haus verlässt (wird nicht schon um 6 sein)
Okay, danke, man kann das morgens ja noch etwas anpassen und verlängern. Wir wollten ihn nachmittags frei entscheiden lassen, wann er die Spange trägt.
Ich hatte mit 11 auch eine so ähnliche Situation. Zwar kein Bionator, aber ein ähnliches Gerät, den Aktivator. Hier der Vergleich: oben Bionator unten Aktivator
Bionator oben
Aktivator oben
Jetzt bin ich 15 und fand das Belohnungssystem meiner Eltern gut. Wobei man bei mir noch beachten muss, das ich zuvor bei einem anderen Kieferorthopäden war, der nicht so ganz professionell und gut gearbeitet hat. Deshalb hatte ich oft Schmerzen und eine große psychische Belastung. Das war beim neuen Kieferorthopädie aber besser, u.a. durch dieses System meiner Eltern zusammen mit den neuen Kieferorthopäden.
Grundsätzlich sollte ich den Aktivator immer nachts, also vom ins Bett gehen bis am nächsten Morgen tragen. Dazu kamen 8 bis 10 Stunden am Tag.
Zu Beginn gab es eine Eingewöhnungsphase für einem Monat, in der ich den Aktivator nur tagsüber und nicht beim Schlafen getragen habe:
- in der ersten Woche tagsüber 1 bis 2 Stunden tragen
- in der zweiten Woche tagsüber 3 bis 4 Stunden tragen
- in der dritten Woche tagsüber 5 bis 6 Stunden tragen
- in der vierten Woche tagsüber 7 bis 8 Stunden tragen
- nach der Eingewöhnung tagsüber immer 8 bis 10 Stunden tragen und beim Schlafen
Mit dieser Eingewöhnung war es für mich deutlich einfacher, die Spange kennenzulernen und mit ihr klar zu kommen. Als Motivation habe ich für jede getragene Stunde, 7,5 Minuten Bildschirmzeit bekommen. So kam ich bei 8 Stunden auf 60 Minuten Bildschirm und bei 10 Stunden auf 75 Minuten. Es wurde immer die Tragezeit vom Vortag genommen und dann für den nächsten Tag als Bildschirmzeit freigegeben. Während der Eingewöhnung durfte ich in den ersten Wochen trotzdem länger ans Handy. Wäre ja sonst demotivierend gewesen. Ich habe dann meistens 10 Stunden vor den Schlafen gehen geschafft.
- Nach der Schule habe ich die Spange meist schon auf dem Nachhauseweg angehabt. Ich konnte mich dann zwar nicht so gut mit Freunden unterhalten, weil das Sprechen schon nicht so einfach ist.
- Dann habe ich sie zum Mittagessen raus genommen und danach auch direkt wieder eingesetzt.
- Beim Hausaufgaben machen und lernen habe ich sie dann immer getragen und auch beim chillen und zocken. Meine Freunde mussten dann oft mehrfach nachfragen, was ich gesagt habe, weil das doch sehr undeutlich war. Und ich habe in dieser Zeit viel gesabbert.
- Zum Sport habe ich die Spange natürlich immer ausgezogen. Aber wenn ich im Handball auf der Bank gesessen hab, habe ich den Aktivator auch getragen.
- Dann nach dem Abendessen habe ich sie auch weiter getragen, bis ich ins Bett gegangen bin, und Zähne geputzt habe.
- Über Nacht habe ich sie dann auch immer getragen.
Ich habe jetzt schon mehrfach gesagt, wie schwer mir das sprechen fiel, deshalb habe ich Übungen mit Zungenbrechern gemacht und generell viel gesprochen. Ich habe auch oft laut aus Büchern vorgelesen. Das hat geholfen.
Nach einem halben Jahr circa, Kamm dann noch ein Headgear an den Aktivator dran, das ist aber eine andere Sache. Mein Aktivator mit Headgear sah übrigens circa genauso aus:
Aaron



Mit 11 weiß er doch wohl warum er die Zahnspange hat und wie wichtig sie für die Zukunft seiner Zähne ist. Da sollte nichts mit Belohnung für die Selbstverständlichkeit des Tragens vereinbart werden. Ein völlig verkehrter Weg.
Es müsste schon auf Einsichten basieren