Der große Tausch der Insassen von Justizen und Haftanstalten?

Wurde schon mal irgendwo laut darüber nachgedacht, welche Konsequenzen für unsere Gesellschaft entstünden, würden wir die Mitarbeiter der Justiz inhaftieren und im Ausgleich dazu Rechtsverletzter freilassen? (Man könnte sie vorübergehend in Justiztempeln unterbringen ...)

Das ist eine sehr ernst gemeinte Frage, weil ich davon überzeugt bin, dass es unserer Gesellschaft dann von Tag zu Tag immer besser ginge.

Begründung:

Insider wissen schon länger, dass mehr als ein Drittel aller Urteile Fehlentscheidungen sind. Und aufmerksame Bürgerinnen und Bürgern können schnell herausfinden, dass ein sehr großer Teil der Arbeit von Juristen niemals Urteil wird. Deals und Vergleiche sind juristischer Alltag. Und der betrifft bekanntlich auch die Vorbereitungen in Sachverständigenbüros, Staatsanwaltschaften, Anwaltskanzleien und den Senaten der Gerichte. Die Hoffnung auf einen Abschluss per Vereinbarung außerhalb der eigentlichen Richterarbeit ermöglicht ja sehr viel Schlamperei, von der das Volk kaum was erfährt. Mit der Zustimmung zu einem Deal, einem Vergleich, verzichten Betroffene in der Regel auf allfällige Reklamationen. Die Folge: Juristische Pfuscharbeit hat Hochkonjunktur. Und das schon seit vielen Jahren.

Hinzu kommt, dass der Strafvollzug seit Jahrzehnten eine so üble Brutstätte für Rachegelüste ist, dass sie sogar als Ausbildungsstätten für Verbrecher gelten. Und dieses Tatsache, die in Dänemark und Schweden zu ganz neuen, erstaunlich erfolgreichen Resozialisierungsideen führte, in Deutschland so gut wie niemanden interessierte. Man zieht dem Steuerzahler irre viel Geld aus der Tasche, damit die Rechtswirtschaft immer genug zu tun hat mit ihrer Schlamperarbeit, die bekanntlich vielen Menschen ein sehr willkommenes Betätigungsfeld bietet, die beim Heranwachsen üble Sozialisierungsschäden erlitten ...

Auch wenn viele Betroffenen, die unser System vor Normalmenschen wegsperrt, nie dahinter kommen, wieviele Menschen sich an ihrem persönlichen Desaster mitschuldig machten, weil immer nur die letzten auf der Anklagebank sitzen und sich von Hunden bei§en lassen müssen, dürften sie mitten unter uns eine sehr viel kleinere Gefahr für die Allgemeinheit darstellen als ein riesiger Haufen Juristen, der nach Herzenslust Unrecht tun kann, wissend, dass Kollegen schweigen und untätig bleiben. (Schon der Konkurrenzkampf unter potentiellen Verbrechern würde kollektives Agieren vereiteln, das bekanntlich die meiste Massenpower entwickelt.)

Wenn viele was tun, ist das viel mehr als das, was sich ein paar Einzelne leisten.

Genau diese Erkenntnis könnten wir auch nutzen, um wenigstens mal einen großen Teil von 82 Millionen in ( D ) mit dem Wissen auszustatten, das allen ermöglicht, künftig so mit Juristen umzugehen, dass die sich kaum noch Unrecht leisten. (Das Schlüsselrecht dazu ist das „Recht auf Kontrolle machtvoller Fremdbestimmung“, versteckt im Art. 2 GG.)

Sind wir mal so weit, kann man auch an eine Resozialisierung außerhalb unserer Haftanstalten denken ...

Recht, Justiz, Strafvollzug, Gesellschaft und Philosophie
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