Wurdet ihr als Kind von euren Eltern geschlagen, wenn ihr ungehorsam wart?

22 Antworten

Ich bin zwar erst 20, und habe trotzdem, wie es heute leider noch oft vorkommt, schläge kassiert.
Ich habe nicht nur deswegen, aber auch davon heute psychische probleme. Und eines ist daher seid meinem 1. Kind klar, och tuhe das niemanden an. Weder meinem mann noch einem freund oder freundin noch meinen Kindern.

Nicht alle sind stark und kriegen davon keine schäden.

Das stimmt sicher. Noch schlimmer finde ich es heute wo sich geschlagene Kinder kaum getrauen darüber zu sprechen,weil das Thema tabuisiert wurde.Es gab auch früher Eltern diese übertrieben und sicher psychische Probleme verursacht haben. Ich hab es nicht so erlebt.

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Hi, einen Schaden tragen alle davon. Es ist auch ein Schaden zu glauben das sei ok gewesen. Eigentlich hast Du den kleineren Schaden. Denn Du hast daraus gelernt und Dich entscheiden Deinem Kind diese Art Erziehung zu ersparen.

Wenn Du es nicht sowieso schon machst, kannst Du eine Therapie machen. In der kannst Du alles aufarbeiten und Deinen Frieden damit schließen.

Ich habe mein Kind auch nie geschlagen. Ich liebe mein Kind und möchte seine körperliche Unversehrtheit und auch unser Vertrauen zueinander nie schädigen. Ich möchte auch ein gutes Vorbild sein. Es ist nicht immer leicht zu erziehen aber es geht dann doch ohne physische oder psychische Gewalt.

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@Irgendwerxyz

Nur weil ich das meinen kindern nicht antun werde und mir dem bewusst bin, bedeutet es boch laaaange nicht das ich einen kleineren schaden habe. Letztendlich weisst du weder was von mir noch was von meinen psychischen problemen um behauoten zu können, ich hätte einen grösseren oder kleineren schaden. 

Und ja in therapie bin ich deswegen und wegen einigen anderen sachen, falls das zur sache tut. 

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@teemumy97

Ich fürchte Du hast meine Intension missverstanden. Es ist etwas sehr gutes, dass Du daraus gelernt hast und es nicht stur weiter gibst. Es ist sehr gut, dass Du daran arbeitetest es zu verarbeiten.

Jemand der Schläge bekommt, dies rechtfertigt und später weiter gibt, hat in meinen Augen den Schaden erlitten keine Empathie für sich und andere zu empfinden. Das empfinde ich persönlich als größeren Schaden.

Ich möchte aber keinen High Score aufstellen. Ich wollte Dir nur sagen, dass Niemand unbeschadete aus der Sache raus geht. Nur der Schaden sich eben anders äußert und Du deswegen nicht schwächer bist - schon gar nicht wenn Du dagegen angehst.

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@Irgendwerxyz

Naja jeder kriegt in Gewisser weise einen ,,schaden'' aber laut auch meiner Psychologin gibt es eben menschen, die dann daran keinen Schaden erleiden. Damit meine Ich, dass es ihnen gut geht, sie nicht irgendeine symptom entwickeln oder irgendwie daran leiden.

Es gibt menschen, die einfach einen starken charakter haben und beispiel nach einem Autounfall wieder autofahren und die Angst, vor einem weiteren Autounfall nicht mehr spüren, weil sie wissen, es kann jeden Treffen.

Dann gibt es menschen, die halt nicht so stark sind und dann sagen, sie fahren kein auto mehr, die angst wäre zu gross und da eine angst entwickeln.

Das ist genau gleich bei mir, meine jüngere Schwester der geht es gut, sie hat keine Probleme mit den Schlägen die sie bekommen hat, sie ist immer sehr selbstbewusst, hat einen starken charakter. Und mein Bruder oder ich beispielsweise wir leiden darunter noch sehr, sind eben anders.

Damit meine ich jetzt nicht, dass meine Schwester glücklich ist, dass das passiert ist oder so, aber sie konnte für sich schneller und besser damit abschliessen und konnte einfach den eltern verzeihen und hat jetzt und hatte noch nie damit wirklich probleme. Klar wenn ich darüber mit ihr rede, findet sie es auch schade, das die eltern damals nicht anders gehandelt haben, versteht sie aber auch, dass sie selbst einfach überfordert waren und als wir älter wurden, hörte dies ja auch auf, denn sie selbst fingen an daran zu arbeiten.

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@teemumy97

Das stimmt natürlich. Aber es kommt ja auch darauf an wie weit man sich damit beschäftigt. Ich bin eins von 3 Kindern und die Einzige, die meinen Eltern die Schläge und die anderen Fehler in der Erziehung übel nimmt. 

Vor ein paar Jahren habe ich eine Therapie wegen einer anderen Sache gemacht und da war die Beziehung zu meinen Eltern und der ganzen Familie auch ein großes Thema. Darum habe ich mich einfach anders damit beschäftigt als meine Geschwister. Ich kann mich auch, im Gegensatz zu meinen Geschwistern, noch an sehr viele Dinge erinnern und da ich Tagebuch geschrieben habe seit ich 13 Jahre war, steht auch noch vieles nieder geschrieben. Früher habe ich da auch nicht so viel drüber nachgedacht. Es war halt so aber seit ich selbst Mutter bin kommt da vieles wieder hoch. 

Ich habe trotzdem ein recht gutes Verhältnis zu meinen Eltern und sie sind mir auch wichtig. Von tiefer Liebe kann ich aber nicht sprechen. Wie kann man auch tiefe Liebe für jemanden empfinden der einen geschlagen hat? 

Es gibt oft Situationen wo ich meine Mutter zurecht weise wenn sie Erziehungsblödsinn erzählt oder Sachen von damals erzählt und es verharmlost. Anhören möchte sie es am liebsten nicht aber da nehme ich keine Rücksicht drauf. Ich bin inzwischen 37 Jahre und sie müssen mir zuhören. Ich bin kein kleines unmündiges Kind mehr, dass kein Stimmrecht hat. 

Ich weiß warum meine Eltern so agiert haben. Sie waren auch überfordert und wussten es einfach nicht besser. Aber eine Entschuldigung ist das trotzdem nicht. Schon gar nicht wenn sie bis heute nicht vollständig verstehen wo sie Fehler gemacht haben.

Der große Unterschied ist zu meinen Geschwistern ist, dass ich meinen Sohn anders erziehe. Zwar bekommen meine Neffen und Nichten keine Prügel aber sie wiederholen andere Fehler. Um das zu verhindern muss man in der Lage sein sich zu reflektieren. Und man reflektiert sich eher wenn man auch erkennt was falsch ist und was man nicht möchte.

Ich würde mich nie als schwach beschreiben. Ich hatte schon immer einen starken Charakter. 

Wie auch immer. Ich wünsche Dir, dass Du das mit Hilfe der Therapie verarbeiten kannst. Ich möchte nur nicht, dass Du denkst Du seist schwach :-)

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@Irgendwerxyz

Nein, ich denke nicht,das ich schwach bin, sonst könnte ich mit 20 nicht glückliche und liebevolle kinder erziehen und selbst eine glückliche Mutter sein.

ich finde auch, man selbst als mutter ist erst glücklich, wenn es die kinder auch sind. Und die Kinder sind nur glücklich, wenn die Eltern die Kinder richtig erziehen.

Meine Mutter konnte sich bei mir schon längst entschuldigen und sieht auch ihre fehler ein und ist traurig darüber, dass ich auch ihret wegen psychische Probleme habe. Mein Vater der versteht nichtmal warum ich Magersucht habe oder die anderen Psychischen Problemen. Und solange er das nicht kapiert, kapiert er auch nicht, das ein Grosser Teil auch sein Fehler war.

Wiederum möchte ich auch nicht diese Tochter sein, die sagt ,,das und das hast du falsch gemacht'', denn was war, ist gewesen, ich muss jetzt auch nach vorne schauen.

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Ich wurde leider oft geschlagen und ich war nicht mal wirklich schlimm, ich hab bloß meine Meinung gesagt. Auch nicht leicht geschlagen, ein Holz Besen ist u.A. mal kaputt gegangen. 

Geschadet? Ja definitiv. Ich trau mich oft nicht meine Meinung sagen. Trau mich auch nicht über Gefühle zu sprechen - was manchmal in der Beziehung zu meinem Mann schadet, und wenn ich mich mal traue dann werd ich gleich ganz komisch 

Hab vor kurzem eine Doku gesehen was mit Kindern passiert die geschlagen worden sind und einige Punkte stimmen tatsächlich bei mir überein 

Du tust mir wirklich Leid :(

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@ctexxx

Ist ok :) bin schon erwachsen ;) 

Kontakt zu meinen Eltern ist auch schon viel besser aber die sind auch etwas eigenartig, sie können nicht kommunizieren. 

Aber ich weiß sie lieben mich und ich liebe sie auch. Ich werde mein Sohn nie schlagen! 

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Was die Schlagworte mit diesen Thema zu tun haben erschließt sich mir nicht.

Viele Leute, vor allem die der älteren Generation (Ü30 und aufwärts) wurden noch geschlagen für dieses oder jenes. Egal ob es "böse Worte" waren oder "Widerworte", oder wenn man etwas ausgefressen hat, log, schlechte Klassenarbeiten schrieb, etwas kaputt machte.

Manche haben es verdrängt, andere gingen daran kaputt. Manche tragen dies an die eigenen Kinder weiter (a la "hat mir nicht geschadet, also schlage ich meine Kinder auch") und wieder andere haben daraus gelernt "Nein, ich fand das dumm damals - das will ich meinen Kindern nicht antun".

Um 1975 herum war es normal das es für "schlimmere Vergehen" was auf den hintern gab. Neben Pantoffel, Teppichklopfer, Gürtel und Kochlöffel gab es in manchen Familien auch was mit dem Rohrstock.

Ich habe es als normal empfunden gezüchtigt zu werden, wenn ich was angestellt hatte. Auch bei anderen Klassenkameraden oder im Sportverein waren bei manchen Kids verstriemte hintern zu sehen.

Im Freundeskreis hat man sich auch mal gegenseitig erzählt das und für was man einen "Arschvoll" bekommen hatte.

Nee, das war in den 1970er Jahren keinesfalls normal

Und davor und danach auch nicht.

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Der Satz "geschadet hat es nicht" zeigt sehr deutlich, dass du die Folgen daraus verleugnest oder - noch schlimmer - noch nicht mal registrierst, sondern so etwas als normal erachtest.

Zumindest haben vom Gesetz her Kinder das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung / einen achtsamen Umgang.
Leider arbeiten viel zu viele Erwachsene noch mit Klapsen, Schlägen und anderen erniedrigenden Maßnahmen, die sie dann Erziehung nennen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hobbylektorin - "unerzogen" ist eine Lebenseinstellung

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