Wurde Jesus in einem Kuhestall oder in einem Schafstall geboren?

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4 Antworten

LiebeR viviander79,

es gibt unterschiedliche Varianten, wo Jesus geboren worden sein könnte. In Bethlehem wird eine Höhle als Geburtsort verehrt, kein Stall in dem Sinne, wie wir ihn uns in Mitteleuropa vorstellen.

In palästinischen Häusern dieser Zeit gab es selten bis gar nicht einen separaten Stall für die Tiere, stattdessen lebten sie häufig mit im Haus. Was es aber in jedem Haus gab, war eine Art Keller, ein neben dem Haus angelegter Vorratsspeicher, der zur besseren Kühlung als Loch in die Erde eingetieft und dann mit einer Tür versehen wurde. In so einer Vorratskammer könnten Josef und Maria untergekommen sein, wenn man von den archäologischen Fakten und der Orhodoxen Variante der Weihnachtsgeschichte ausgeht. Es wäre darüber hinaus widersinnig, dass ein Wirtshaus einen eigenen Stall für verschiedene Tiere haben sollte. Die Tiermengen, um die durchströmenden Gästehorden ausreichend zu versorgen, hätte man gar nicht bezahlen können. In den allermeisten Fällen kam das Essen für die Herbergen vom Markt bzw. von Bauern, die fest als Lieferanten eingeplant waren. Anders hätte man den eigenen Betrieb logistisch kaum aufrecht erhalten können. Du kannst ja schlecht gleichzeitig 50 Essensgäste, 100 Kühe, 100 Schafe und ein Getreidefeld versorgen.

"7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen +topos+ in der Herberge."

+topos+ kann "Raum" heißen, aber auch "Ort", ich würde am liebsten übersetzen mit, "hatten sonst keinen geeigneten Ort" in der Herberge: Denn es war eher eng, Tiere lebten mit in den Räumen, und wenn niemand drauf trampeln soll und das Kind nicht runterfallen soll, und der Großmarkt mit dem Angebot an modischen schicken Kinderbetten erst 1900 Jahre später erfunden wurde, dann ist so eine Krippe ein äußerst geeigneter "Topos", um ein Kind dort hinein zu legen.

Also: Wie hier dankenswerterweise schon einige geschrieben haben: Gar kein Stall!


https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsgeschichte

Die Geburtsgeschichte Jesu beginnt damit, dass Kaiser Augustus eine „erste“ Volkszählung durchführen lässt und sich deswegen jede Familie in den Heimatort des Familienvaters begeben soll. Aus diesem Grund begibt sich Josef mit seiner hochschwangeren Verlobten Maria nach Bethlehem. Als sie dort ankommen, bringt Maria ihren „erstgeborenen“ Sohn zur Welt. Das Neugeborene wird gewickelt und in eine Krippe gelegt. Daraus wird zumeist geschlossen, dass die Geburt in einem Stall stattfand; es heißt im Text ausdrücklich nur, dass das Paar keinen Platz „in der Herberge“ hatte (Lk 2,7 www.bibleserver.com">EU).

Es wurde erwogen, dass Jesu Eltern eher versucht haben könnten, bei ihren Verwandten zu übernachten als in einer Herberge, aber auf ein bereits volles Haus trafen. Sie seien daher zunächst in einen Stall oder Schuppen mit einer Futterkrippe ausgewichen.[6]




Er wurde überhaupt in keinem Stall geboren. Damals lebten viele Familien mit den Tieren in einem Raum, wenn auch auf einer erhöhten Plattform.

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